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Melmoth

Schreibwerkstättler
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Profilbild: Über (Hut-)Geschmack kann man nicht streiten...

Aktueller Hinweis zu meinen Geschichten: "Ein verkehrter Mensch" ist nicht abgebrochen. Ich war damals etwas voreilig mit dem Hochladen des Anfangs und muss gerade erst mal diverse kleinere Ideen rund um die Russische Revolution aus dem Kopf bekommen, zu denen die Anfänge auch teilweise schon viel länger auf meiner Festplatte rumgammeln, aber früher oder später will ich zu Fjodor Michailowitsch zurückkehren. Ich kann mich nur für das Chaos entschuldigen. In den letzten Jahren, in denen ich so wenig geschrieben habe, haben sich so viele Ideen und kleine Fragmente angesammelt - ich muss jetzt erst mal "aufräumen".

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Oh, wenn ich doch nur aus Faulheit untätig wäre. Herrgott, wie würde ich mich dann achten. Ich würde mich gerade deswegen achten, weil ich dann noch fähig wäre, wenigstens faul zu sein; dann besäße ich wenigstens eine gewissermaßen positive Eigenschaft, von der ich dann auch selbst überzeugt sein könnte. Frage: Wer ist das? Antwort: ein Faulpelz; aber ich bitte Sie, das hört sich doch äußerst angenehm an, das heißt, man ist definitiv bestimmt, das heißt, es gibt etwas, was sich über mich sagen lässt.


(Fjodor Michailowitsch Dostojewskij - Aufzeichnungen aus dem Kellerloch)

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Solchen Geschichten, die ich am liebsten lese, und solchen Geschichten, die ich schreiben lernen möchte, ist nichts Menschliches fremd. Dem Alltagsrealismus dürfen sie trotzdem davon fliegen. Ich liebe als Leser skurrilen Humor und Tragödien von mythologischem Ausmaß. Ich liebe gut recherchierte historische Romane und ungeniert dreiste Parodien. Letztere sogar auf Dinge, die ich mag. Vielleicht am meisten auf Dinge, die ich mag.

Falls es zur Epoche und den Protagonisten passt, kann man mich mit hoffnungslos überladener Sprache begeistern, falls nicht, aber auch mit schlichter.
Mich fasziniert der neugierige Blick in die Psyche der Charaktere. Und wenn man über einen Protagonisten, anstatt sich ein Urteil über ihn zu erlauben, nur sagen kann, er sei ein schöner und schrecklicher Mensch, dann bin ich schon heillos in ihn verschossen. (Ein "schöner und lächerlicher" Mensch ist mir genauso lieb. Ein schöner, schrecklicher und lächerlicher Mensch allerdings - das ist wohl mein literarischer Traum.)

Ich mag desillusionierend Menschliches - und Erlösungsszenen, wie sie zuletzt vor über hundert Jahren in Mode waren. Falls jemand beides in einem hinbekommt, wird er meinen Neid und meine Bewunderung auf lange Zeit an der Backe haben *g* Außerdem behaupte ich gern mal, ich möge keinen Kitsch, ziehe aber in Erwägung, dass das falsch ist. Womöglich müsste es richtiger heißen: ich mag keinen süßlichen Kitsch – und keinen plumpen. Entrückend schöner, wirklich großartiger Kitsch ist eine andere Sache. Aber natürlich ist das kein Kitsch ;-)

Hauptsächlich schreibe ich Historisches, mit besonderer Vorliebe fürs späte 19. und frühe 20. Jahrhundert. Ab und an auch mal Gedichte, Essays und sonstige Kurzgeschichten.
Allen meinen Lesern sei der Fairness halber gesagt: ich bin langsam. Sehr langsam. So furchtbar langsam, dass eine Schnecke, die den Text mit ihren Fühlern tippt, vermutlich eher fertig wäre als ich. Auch meine Reviews lassen manchmal ziemlich auf sich warten, aber wenn ich eine Geschichte mitverfolge, wird man früher oder später von mir lesen.

Bei mir kann man lesen und kommentieren oder aber auch lesen und schweigen, ganz wie man möchte. Und falls man mir einen Kommentar da lassen möchte, kann man sicher sein, dass ich mich erstens freue und zweitens auch klare Worte vertrage, wenn es was zu meckern gibt. (Ich beantworte alle Kommentare, allerdings gewöhnlich per Mail, außer bei Fragen, die für alle Leser von Interesse sind.)
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