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Margaret Linchest

von Linyi
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Alice Longbottom Lily Potter Marlene McKinnon OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin
26.05.2023
23.09.2023
41
251.186
4
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7 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
26.05.2023 4.780
 
Das hier ist meine erste Harry-Potter-Fanfiktion. Viel Spaß mit dem Kapitel. Anmerkungen sind immer willkommen!
Den Titel werde ich noch vielleicht ändern, wenn mir was einfällt.

Kapitel 1. nerviger Besuch



Wie an jeden Morgen klingelte mein Wecker auch heute um 7 Uhr. Ein nerviger Ton riss einen aus dem himmlischen Schlaf. Langsam schlug ich die Augen auf und blickte auf die imposante Decke in meinem Zimmer. Mein eigenes Zimmer war eigentlich mehr ein Saal als ein wirkliches Zimmer. Eine aufwendige Architektur mit Bögen und kunstvoll verzierten Steinen verblüfften mich jedes Mal. Meine Vorfahren mussten sich damals viel Zeit und Mühe in das äußere Erscheinen investiert haben.
Durch das große Fenster schien die fröhliche Sommersonne herein. Wenn ich doch bloß auch so glücklich sein könnte. Heute war aber ein echt blöder Tag! Ich hatte echt keine Lust darauf, heute überhaupt aus meinem bequemen Bett zu kriechen. Vielleicht merkte es ja keiner, wenn ich einfach etwas länger liegenbleibe! Wenigstens ein Versuch war es wert. Plötzlich knallte es neben meinem Bett.
„Die junge Herrin muss aufstehen!“, eine laute und quietschende Stimme füllte den Raum, „Der Herr verlangt nach Ihnen Miss! Heute ist ein wichtiger Tag Miss! Silby kann sich nicht erlauben, dass Sie den Tag verschlafen!“
Missmutig stöhnte ich auf und entschied mich dann doch aufzustehen. Am Bettende stand ein Hausel. Er hatte ein großes Stück Stoff als Kleidung an und blickte mich mit großen, übergroßen Augen an. Silby würde nicht ruhen, bis ich fertig umgezogen wäre.
„Tag auch Silby“, murmelte ich ihr zur Begrüßung, sie verbeugt sich tief.
Müde trottelte ich ins Bad und machte mich frisch. Heute würde ein wichtiger Tag werden und ich durfte nichts falschmachen. Ich sollte mich von meiner besten Seite zeigen. So, wie Dad es mir schon seit letzter Woche einschärfte. Missmutig schaute ich ihn den großen Spiegel mit goldenen Rand. Eine missmutige Margaret starrt mir zurück. Dann zog ich mir eine lässige Hose und ein Oberteil an. Silby ist inzwischen wieder verschwunden. Wehmütig schaute ich auf mein ordentlich zusammengefaltetes Bett und schloss dann die Tür hinter mir. Der Flur ist mindestens genauso imposant wie mein Zimmer. Die Wände sind mit verschiedenen Portraits dekoriert, welche mich misstrauisch beäugten.
Eine blasse Dame gab einen zischenden Ton von sich und schnauzte mich laut an.
„Als ich ein junges Mädchen war, da sind wir nicht mit zerschlissenen Hosen und offenen Haaren durch dieses alte ehrenwerte Haus gelaufen!“, rief sie laut.
„Man sollte dem Mädel endlich etwas Vernunft und Verstand einprügeln!“
Genervt verdrehe dich die Augen und antwortete der Dame in einen üblichen Ton. Wieso muss ihr Portrait auch genau vor meiner Zimmertür hängen? Jeden Morgen durfte ich mir Kommentare über mein Aussehen gefallen lassen. Sie ist echt nervig! Wenn sie wenigstens nicht jedes Mal diesen abwertenden Blick aufsetzen würde.
„Guten Tag! Du mich auch Urgroßtante Almonda!“, sprach ich in einem gestellt freundlichen Ton, „Gibt es sonst noch etwas, was du mir mitteilen möchtest? Nein? Danke!“
Kopfschüttelnd drehte ich um und hörte noch, wie sie laut über mich herzieht. Wie schön, dass noch niemand wandernde Portraits erfunden hat! Diesen Typen würde ich umbringen!

Durch ein überbreites Treppenhaus lief ich ein Stockwerk hinunter. Weißer Marmor ziert die Stufen und gewaltige Säulen stützen die Ebenen. Durch ein großes Fenster hat man ausgezeichneten Ausblick auf die weite grüne Landschaft da draußen. Wie gerne ich jetzt im Garten wäre! Ich seufzte leise auf und ging ins Erdgeschoss. Vorbei an noch mehr Portraits und viel teuren Zeugs. Ein Wunder, dass ich noch nichts davon zerbrochen habe! Diese ganzen Vasen scheinen mir nicht sehr stabil.
Vorsichtig trat ich in den Salon ein. Sofort sind alle Blicke auf mich gerichtet. Die lockeren Gespräche, welche ich noch draußen gehört habe, sind verstummt. Dad wirft mir einen ärgerlichen Blick zu. Die große Wanduhr verrät mir, dass ich dann doch etwas zu spät zum gemeinsamen Frühstück gekommen bin. Schnell lief ich zu meinem Sitz und machte es mir bequem.
„Wo hast du denn so lange gesteckt?“, wurde ich neugierig gefragt, „Gab es Ärger mit Silby oder hast du es einfach mal wieder vermasselt?“
Meine große Schwester betrachtet mich nachdenklich, aber an ihrer Stimme erkenne ich, dass sie es ehr amüsant findet. Allison ist meist freundlich und nett, aber sie ist echt streng mit sich und mit mir! Wenn Mum und Dad dabei sind, dann versteht sie gar keinen Spaß. Sie hat dann diesen ernsten Gesichtsausdruck aufgesetzt und sieht so aus, als hätte ich wieder großen Mist angestellt. Sie ist echt regeltreu! Was nervig ist. Außerdem geht sie schon auf Hogwarts und ist in ihrem dritten Jahr! Nach den Sommerferien werde ich auch endlich nach Hogwarts gehen können! Ich freue mich schon die letzten zwei Wochen die ganze Zeit darauf! Mit meinen Gedanken bin ich wieder völlig woanders, als mich plötzlich die Stimme von Dad wieder wachrüttelt.
„Margaret! Hörst du mir überhaupt zu?“, erklang es vorwurfsvoll, „Es ist wichtig für den heutigen Tag! Was habe ich gerade gesagt?“
Überrascht schrecke ich auf. Was hat er gerade die letzten fünf Minuten geplappert?! Äh? Keine Ahnung? Jetzt schnell was zusammenreimen! Was würde Dad normalerweise sagen, wenn ich zu spät zum Frühstück kommen würde?
„Du meintest, dass ich meinen Wecker früher stellen sollte und mich besser benehmen muss?“, versuchte ich es hoffnungsvoll.

Er seufzt kurz auf und schüttelte leicht mit dem Kopf. Na toll! Jetzt habe ich es verbockt! Ach natürlich! Es ging bestimmt um den heutigen Besuch, wieso habe ich daran nicht gedacht? Egal, ist sowieso zu spät. Allison lächelt mir mitleidig zu, oder bildete ich es mir nur ein? Sie schlägt sich doch immer auf die Seite von Dad.
„Daran solltest du auch dringend arbeiten.“, blaffte er laut, „Viel wichtiger ist es auch, dass du dich heute benimmst! Schließlich kommen wichtige Gäste. Ich werde nicht zulassen, dass du den guten Ruf der Familie an nur einen Nachmittag in Stücke legst! Die Familie Linchest genießt im gesamten Königreich Ansehen und Respekt, du wirst uns keine Schande bringen! Zeig dich von deiner besten Seite!“
Jaja, natürlich! Er fuhr noch eine Weile fort und ging alles durch, was ich vermasseln konnte Als ob ich normalerweise ein chaotischer Haufen ohne Selbstdisziplin und Ordnung wäre! Vielleicht traf es sogar zu.

Wieso machte Dad deswegen so einen großen Aufstand? Es sind doch nur die Malfoys, Slughorn, McKinnons, und die Averys. Was wollen die uns schon tun können? Sie sind doch in Vergleich zu ihn nur arme Schlucker! Wozu war er denn ein Linchest? Unsere Familie ist reicher als sie alle zusammen und diese ganze Sache um das reine Blut interessiert doch auch niemanden! Die Malfoys und Averys werden nur nerven und rumschleimen, es ist ja nicht deren erster Besuch. Slughorn kannte ich nicht, nur dass dieser Name auch unter den unantastbaren 28 aufgelistet ist. Also sicherlich auch ein fanatischer Reinblüter. Die McKinnons scheinen ganz in Ordnung zu sein, etwas nicht so radikal, aber auch Reinblüter. Also alle so wie ich. Doch denen bin ich zuvor auch noch nie begegnet.
„Margaret Linchest, es ist wichtig, dass du dich an die Regeln haltest“, erklärte er nun etwas ruhiger, „Schließlich hast du deine Familie zu vertreten. Das verstehst du doch sicher? Bei deinem Blut dürfte es dir nicht schwerfallen.“
Ich musste mich schon sehr konzentrieren, um bei Opas blöden Worten nicht die Augen genervt zu verdrehen. Er ist so ein richtiger Reinblutfanatiker. Nur weil unsere Familie den ältesten reinblütigen Stammbaum aller Zaubererfamilien hat, sind wir nichts Besonderes oder Besseres. Da war aber Opa andere Meinung. Er war sehr stolz darauf und darauf, wie reich er doch ist! Pah! Geld kann dir auch keine Haare auf deinen Kopf kaufen!Da wunderte es mich nicht, dass er in Slytherin war. So vernarrt, wie er darauf ist.
Eigentlich machen die meisten meiner Verwandten einen großen Aufstand wegen unseren Status. Sie sind glücklich, von allen anderen reinblütigen Familien verehrt und geachtet zu werden. Es gibt ja diese alte Tradition, dass die reinblütigste Familie von den anderen „als erhaben betrachtet“ werden solle. Mir ist reichlich egal, was für ein Blut durch meine Adern fließt! Es hat mir rein gar nichts gebracht! Außer sehr viel Aufmerksamkeit und viele seltsame Regeln.
Damit Opa und Dad nicht noch sauer werden, nickte ich brav und versprach ihnen, mich zu benehmen. Dann kann ja Frühstück endlich beginnen. Auf den Tellern erscheinen verschiedene Speisen und es geht los. Die Hauselfen konnten wirklich ziemlich gut kochen!Nach dem Essen durfte ich mir noch erneut stundenlang Vorträge über Regeln und noch mehr Regeln anhören. Kurzgesagt, sollte ich mich einfach zurückhalten und nicht so sein, wie ich immer bin. Ich soll nicht aufgedreht sein und keine dummen Fragen stellen.
Das Schlimmste ist, dass ich den ganzen Tag im Haus verrotten durfte! Nur weil irgendwelche Leute zu Besuch um 16 Uhr kommen würden. Da habe ich wenigstens Zeit, Allison mit Fragen zu durchlöchern. Sie muss mir alles über Hogwarts erzählen! Bücher sagen zwar schon einiges, aber sie ist ja Augenzeugin!Sie verdrehte ihre strahlend blauen Augen. Genauso wie ich es immer tat, wenn sie mich für meine dummen Sachen anmeckerte. Diesen Blick haben wir beide ziemlich gut drauf!
Nach ein bisschen Betteln legte sie endlich los. Ich machte es mir gemütlich.
„Also gut“, begann sie, „Cassy! Zwei Mal Limonade für uns!“
Ein Hauself tauchte auf und brachte uns ein großes Silberblech mit zwei Gläsern frische Orangenlimonade. Freudig schnappte ich mir ein Glas und fange an, geräuschvoll an meinen Strohhalm zu saugen. Allison ignorierte es gekonnt und fängt an zu erzählen.
„In Hogwarts solltest du dich vor den Poltergeist Peeves in Acht nehmen. Er kann echt unangenehm sein. Meistens taucht er immer dann auf, wenn du es am wenigsten erwarten würdest. Er hört auf niemanden“, erklärte sie sachlich. „Nur Professor Dumbledore und der blutige Baron haben ihn im Griff“, merkte sie noch an.
Außerdem solltest du besser auf Regeln achten“, fuhr sie fort, „Denn sie ziehen deinem Haus Punkte ab, wenn du Dummheiten anstellst. Zum Beispiel hat Crouch für Slytherin 50 Punkte Abzug bekommen, als er auf den Korridor wahllos Zweitklässer verflucht hat. Wenn du nach Gryffindor kommst und dann Punkte verlierst, dann werde ich nicht begeistert sein!“, warnte Allison mit einem Grinsen im Gesicht.

Sie ist die Erste seit 150 Jahren aus der Familie, welche in Gryffindor einsortiert wurde. Mum und Dad waren in Ravenclaw. Onkel Frank war, wie Opa, in Slytherin. Oma war auch in Slytherin und eine geborene Greengrass. Aber sie ist schon vor meiner Geburt gestorben. Mum meint immer, dass sie recht nett war. Dad meinte, dass sie Opa gebremst hatte, in dem was er sagte.ich will nach Gryffindor kommen! Ravenclaw ist auch prima! Aber wenn ich nach Slytherin komme, dann bin ich mit den ganzen Idioten in einem Haus. Diese Reinblutleute! Nein, nein, nein! Hufflepuff wäre mir auch lieber. Das Haus würde zu meinem Vorhaben passen, unauffällig zu sein. Ob mir Dad Hausunterricht gibt, wenn ich mit meiner Einsortierung nicht zufrieden wäre? Außerdem kann ich dann Allison besser nerven, wenn wir in einem Haus sind!

Am Nachmittag war es so weit. Ich musste mein bestes Kleid anziehen und ich mochte es überhaupt nicht. Es sah schick aus, aber es ist auch echt unbequem. An einigen Stellen ist es eng und liegt direkt an der Haut an. Dazu ist es lang und unpraktisch. Man kann damit weder laufen noch sich anderweitig angenehm bewegen. Aber Mum und Dad bestanden darauf. Allison hat auch ein Kleid an. Ihr steht die Farbe Grün wirklich gut!
Wir wartetn im Salon, jederzeit können die Gäste eintreffen. Dad wartet draußen, um die Gäste „angemessen zu empfangen.“ Leider kamen zuerst die Malfoys an. Es ist eine durch und durch hochnäsige Familie. Mr Abraxas Malfoy wirkte mit seinem silbernen und schwarzen Umhang ziemlich imposant. Hinter ihn folgte sein Sohn Lucius. Er wirkte genauso abgehoben, ebenfalls mit einem schwarzen langen Umhang. Beide haben sehr blonde Haare und blasse Haut. Man sagt sich, dass sie die besten Verbindungen von allen Zauberern haben und absolut gnadenlos sind, wenn es um ihre eigenen Ziele und deren Umsetzung geht. Ich mochte sie noch nie!
Dann fing Mr Malfoy auch schon an, kräftig bei Dad zu schleimen. Allison und ich betrachteten die ganze Szenerie etwas distanziert. Wir beide mögen die Malfoys nicht.
„Mr Linchest. Es ist uns beiden eine ungemein große Ehre, dass sie uns zu diesem wunderbaren Nachmittag eingeladen haben“, lächelte Malfoy Senior, „Uns ist es stehts eine Freude, alte Beziehungen zu pflegen und hoffentlich auch neue zu knüpfen.“
Dad grinste breit, seine Stimme klang ebenso gestellt, wie die von Malfoy. „Die Freude ist ganz meinerseits, dich wiederzusehen. Abraxas.“
„Wie ich gehört haben, kommen die McKinnons und die Averys noch?“, fragte Malfoy mit hochgezogener Augenbraue nach.
Die beiden schüttelten kräftig die Hände und grinsten breit. Fällt Dad auf diesen Schleim rein? Ich glaube leider schon. Plötzlich winkte er Allison und mir zu und wir gingen brav zu ihn hinüber. Dad legt eine Hand auf meine Schulter und die andere auf die von Allison.
„Meine Töchter, ich glaube, Sie kennen diese bereits?“, stellte Dad uns vor und schob uns etwas zu Malfoy Senior hinüber.
Mr Malfoy beugt sich zu mir hinunter und lächelte mir breit zu. Aber sein arrogantes Gesicht kann er dadurch nicht verstellen. Ich versuchte höflich zu wirken, sagte aber nichts. Allison war da gesprächiger und freute sich angeblich, sie hier begrüßen zu dürfen. Mrs. Malfoy war ebenso wie ihr Ehemann. Abgehoben und auch einschleimend, sie passten prima zueinander.  Mit ihrer Hand wuschelte sie durch meine sauber geflochtenen Haare. Ich musste heftig den Drang widerstehen, ihre Hand einfach wegzuschlagen und beließ es bei einem kaum merklichen Zucken Ich hasste es, wenn Erwachsende mir durch die Haare wuschelten. Ich bin doch kleines Kind mehr!

Lucius Malfoy war im gleichen Hogwartsjahr wie Allison und er wirkte etwas komisch. Ansonsten prahlte er doch liebend gerne damit, wie rein sein Blut doch wäre. Wie talentiert er doch in Hogwarts wäre und wie toll ihn doch alle fänden. Hier bitte Würgeräusche vorstellen! Allison fand, dass er einfach nur ein aufgeblasener Übertreiber ist. Die ein paar Male, welche er hier schon auf großen Weihnachtsfeierlichkeiten war, hatte er sich wie der Größte benommen. In den wenigen Gesprächen, die ich mit ihn hatte, hat er seine Meinung klar geäußert.
„Schlammblüter und Blutsverräter haben in Hogwarts nichts verloren!“, erklärte er mir mit sachlichem Ton.
„Nur würdige Menschen, wie du und ich sollten die Wege der Magie erkunden dürfen. Es wird Zeit, dass endlich jemand etwas gegen diese einfallende Plage unternimmt. Sonst gibt es noch ein böses Ende. Nur nicht für uns!“, er wurde immer lauter und ballte die Fäuste zusammen.
Das war vor drei Jahren. Damals habe ich ihn entsetzt angestarrt und anschließend keinen Ton rausgekommen. Er interpretierte es als Zustimmung und klopfte mir anerkennend auf die Schulter. Das ein Mensch solche Worte über jemand anders verlieren würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Deshalb mag ich die Malfoys nicht. Sie sind politische Fanatiker!

Die Hauselfen versorgten die Malfoys und brachten sie in den Salon. Wenigstens muss ich diese arroganten Gesichter für einen kurzen Moment nicht mehr sehen. Ich blieb lieber an der Tür und wartete mit Allison und Dad auf die nächsten Gäste.
Vom Tor ertönte ein lauter Knall, rasch spähe ich angestrengt in die Ferne. Ein breiter Herr mit graubraunem Umhang betrat gerade den Garten und schreitet schnellen Schrittes zu uns herüber. Dad geht sogar die ersten Stufen hinunter und empfing ihn auf halben Weg. Er ist allein. Dann muss es sich um diesen Slughorn handeln, welchen Dad erwähnt hatte. Sie schütteln kräftig Hände und lachen laut. Dieser Slughorn wae hochgewachsen und hatte einen imposanten Bauch, breite Gliedmaßen und eine relativ große Nase. Auf seinen Kopf bildete sich eine erste Glatze zwischen seinen wenigen braunen Haaren. Offenbar kannten sich Slughorn und Dad gut.
Wieder winkte Dad uns Kinder herbei und stellt uns ihn gegenseitig vor. Auch Allison scheint Slughorn zu kennen, zumindest oberflächlich.
„Freut mich Sie zu sehen, Professor Slughorn“, sagte sie höflich.
Dann deutete Dad auch schon auf mich und ich hebe zögerlich eine Hand und winkte kurz mit ihr. Slughorn lächelte breit und beugte sich dann zu mir hinunter, was für ihn nicht die leichteste Übung zu sein scheint. Er brauchte dafür länger als üblich.
Horace, dass ich meine kleine Tochter Margaret.“, stellte Dad mich vor.
„Sie wird dieses Jahr noch nach Hogwarts kommen und natürlich hoffen wir, dass sie eine gute Schülerin sein wird“, sagte er mir und ihn zugewandt, „Immerhin freut sie sich schon das ganze Jahr auf Hogwarts und ihre magische Ausbildung!“
Zögerlich nicke ich kurz.
Slughorn grinst fröhlich und schüttelte dann meine Hand etwas zu stark stark. Fast kommt es mir vor, als hätte man mich gepackt und einmal kräftig gerüttelt. Mein ganzer rechter Arm zitterte ein wenig. Nur gut, dass ich stabil auf den Füßen stand. Offenbar habe ich gerade einen meiner zukünftigen Lehrer vor mir. Was er wohl unterrichtet? Vielleicht Astronomie? Ich könnte mir ihn gut mit einem Teleskop und Sternengarten unter dem Arm vorstellen.
„Ich bin Professor Slughorn meine Kleine“, stellte er sich laut vor.
„In Hogwarts unterrichte ich Zaubertränke und bin Hauslehrer von Slytherin“, man hörte ihn seinen Stolz darüber deutlich heraus, „Selbstverständlich hoffe ich, dass wir uns in meinem Haus wiedertreffen werden. Er richtete sich wieder auf und erzählt weiter. „Schließlich ist es genauso ehrbar, wie deine Familie.“
„Womit ich keinesfalls andeuten möchte, dass die anderen Häuser in irgendeiner Form schlechter wären“, fügte er hastig hinzu.
Slytherin und Zaubertränke. Das klang für mich nach einer giftigen Mischung und nach einer giftigen Schlange. Aber Slughorn schien in Ordnung zu sein. Er war nett, offenbar ein kompetenter Mann und wuschelte mir nicht durch die Haare! Ein ganz wichtiger Punkt! Vielleicht waren nicht alle Slytherins so wie die Malfoys. Nur redete er ein bisschen viel für meinen Geschmack. Aber es heißt ja, dass gesprächige Menschen offene Menschen sind.
Wenn er mein Professor sein wird, sollte ich nicht zu voreingenommen sein. Allison meinte ja, dass er ganz akzeptabel sei und absolut fair wäre. Er könnte ganz nett sein. Während er durch den Korridor zum Salon watschelte, ertönte ein weiterer Knall vom Gartentor aus.
Ich schaute noch rechtzeitig hin, um ein Mädchen hinfallen zu sehen. Sie rappelte sich schnell wieder auf und schaute sich hektisch um. Unsere Blicke kreuzten sich und sie wurde heftig rot, schnell schaute ich woanders hin. Apparieren kann schwindelerregend sein, ich legte mich fast jedes Mal hin, wenn ich mit Dad in die Winkelgasse apparierte. Ich kannte dieses peinliche Unwohlsein nur zu gut. Mir tat das Mädchen etwas leid, dass sie von ihren Eltern hierher mitgeschleppt wurde.
Sie schritten ebenfalls zur Eingangshalle herbei und es gab eine höfliche, jedoch mehr distanzierte Begrüßung. Es sind die McKinnons. Das Mädchen wirkte recht selbstbewusst und stellte sich selbst vor. Als wolle sie ihr Missgeschick überspielen. Recht mutig von ihr! Ich hätte mir so etwas beim ersten Besuch einer hochrangigen Familie nicht zugetraut. Wenn sie aber es schaffte, dann musste ich nachlegen! Also ergriff ich das Wort zur Abwechslung und reichte ihr und ihren Vater die Hand hin.
„Mein Name ist Margaret Linchest und ich bin elf Jahre alt“, stellte ich mich selbstbewusst vor, „Es freut mich, sie heute empfangen zu dürfen!“
Mr McKinnon wollte mir schon die Hand reichen, als seine Tochter mutig dazwischenfunkt und stattdessen die ausgestreckte Hand entgegennahm. Erstaunt schatue ich ihr ins Gesicht und sie wirket noch selbstbewusster und lächelte mir zu. Ich mochte sie irgendwie! Sie war noch draufgängerischer, als ich es schon war.
„Toll Margaret! Jetzt sind wir die zwei M!“, rief sie begeistert.
„Ich heiße Marlene!“, und deutete auf ihre Brust, „Toll, dich zu sehen!“
Sie umarmte mich kräftig und lief dann mit ihren Eltern in den Salon hinein. Diese wurden von Dad in Empfang genommen. Etwas verwirrt schaute ich ihr hinterher. Was der denn das jetzt für eine komische Aktion? Allison flüstert mir etwas kichernd ins Ohr.
„Sieht so aus, als hättest du gerade eine kleine aufgedrehte Freundin gefunden!“
Eine Freundin?! Das wäre toll! Ich habe nämlich irgendwie keine echten Freunde! Hauselfen zählen nicht dazu, sind ja nur Diener. Aber wenn Marlene wirklich meine Freundin sein würde, ich würde platzen vor Freude! Denn bisher hatte ich niemand, der mit mir befreundet sein wollte.

Noch ein Knall. Dann sind die Averys wohl die Letzten von der Liste. Diese Menschen, vermittelten aber nur Kälte und Düsternis. Wieso hatte Dad diese Leute eingeladen? Schon beim ersten Blick erschienen sie mir unsympathisch. Opa redete gerne über sie und nennt sie Geheimniskrämer. Sie würden etwas vor der restlichen Zaubererwelt verbergen. Selbst die anderen Reinblüterfamilien wissen nicht, was sie eigentlich genau trieben. Gerüchte gehen um, dass sie dunkle Magie praktizierten und alle hinter dem dunklen Lord standen. Der größten Gefahr! Der dunkle Lord ist unfassbar mächtig, so gefürchtet, dass niemand seinen Namen zu aussprechen wagt. Er war der Albtraum jedes Zauberers! Er war das Böse!
Diese Averys waren mir nicht ganz geheuer, leider waren sie trotzdem hier. Ich versuchte mein Bestes, um nicht aufzufallen und hielt mich vollkommen zurück. Sie haben einen Jungen, in meinem Alter. Er sah etwas komisch aus. Mit seinem übergroßen schwarzen Umhang und seiner stillen Art. Sein Vater war hochgewachsen und hatte lange dunkle Haare und einen schwarzen Umhang mit einem weißen Muster darauf. Sein Zauberstab hatte er mit einem metallenen Griff verstehen. Mr Avery hatte ihn so im Umhang, sodass jeder ihn sehen konnte. Dazu einen eisernen Blick ohne jegliche Emotionen. Ich hoffte, dass ich diese Familie nie wieder sehen muss.
Gemeinsam gingen wir nun in den Salon, wo schon ein ausgelassenes Gespräch begonnen hatte. Wie ich es mir gedacht hatte, war Slughorn der absolute Partymensch. Er quatschte ausgelassen, sprach alle an und hatte dabei wohl sehr viel Spaß. Immer wieder auf er auf Personen zu sprechen, die ich gar nicht erst kannte.
„Zaubertränke!“, schwärmte er laut, „So viele talentierte junge Hexen und Zauberer habe ich schon kommen und gehen sehen. Miss Prince war einer der Besten, leider haben wir keinen Kontakt mehr.“
Dann fragte er uns aus, über alles Mögliche. Dabei konzentrierte er sich auf die Erwachsenden, Malfoy Junior und Allison.
„David!“, so hieß mein Vater mit Vornamen, „Mir ist zu Ohren gekommen, dass wieder mehr billige Zaubertrankzutaten aus den Staaten eingeschmuggelt wird!“
Er beugte sich zu Dad hinüber und grinste breit. „Was gedenkt das Ministerium dagegen zu unternehmen?“
„Natürlich verfolgen wir Schmuggel rigoros“, erklärte Dad ruhig, „Ich würde aber raten, dass du dich an die Abteilung für internationale Zusammenarbeit wendest.“
Professor Slughorn lachte laut auf und nahm einen großen Schluck vom Rotwein. Dann ging er dazu über, Allison über ihre Sommerferien auszufragen. Wahrheitsgemäß antwortete sie, dass sie viel gelernt habe. Was stimmt, ich habe sie dabei kopfschüttelnd beobachtet.
Wenigstens sorgte er für lockere Stimmung! Die Hauselfen servierten ein fabelhaftes Essen und der Abend zog sich hin. Ich saß mit Allison und Marlene gemeinsam am Tisch. Avery Junior etwas entfernter von uns und schwieg noch immer. Die wenigen Worte, wechselte er mit den jungen Malfoy.
Marlene und ich verstanden uns ausgezeichnet und lachten viel! Sie hatte einen lustigen Humor und machte gerne Scherze! Gerade ihre schnippische Art ist echt eine willkommene Abwechslung zu den ansonsten doch trockenen Erwachsenengesprächen. Dad, Malfoy und Slughorn unterhielten sich über Ministeriumszeugs, Hogwarts und die große Weltpolitik. Dabei versuchte Malfoy Senior ständig seine Reinblutsideen zu unterschwellig einzuschieben.
„Das Ministerium sollte sich darauf konzentrieren, die magische Gemeinschaft vor äußeren und inneren Gefahren zu schützen“, ließ er verlauten mit einer deutlichen Anspielung auf Muggelstämmige.
Keiner sagte was, nur ein kollektives Nicken ging durch die Runde. Diese Rassisten! Wenigstens setzten Mr und Mrs McKinnon einen besorgten und fragenden Blick auf. Sie schienen ganz in Ordnung zu sein Jedenfalls waren Marlene und ich in diesen Punkt ein und der gleichen Meinung. Natürlich waren wir klug genug, diese nicht offen vor den Erwachsenden kundzutun.

Nach dem Essen führte ich Marlene etwas durch das große Anwesen. Ich zeigte ihr die Bibliothek im ersten Stock und noch einige lange Korridore. Sie brachte es kaum fertig, den Mund wieder zu schließen und fragte mich ständig nach den komischen Vasen. Ich hatte auch keine Ahnung, wer sie dahingestellt hatte und welche Geschichte hinter ihnen steckte. So rätselten wir gemeinsam herum.
„Die ist ganz bestimmt sehr teuer“, murmelte Marlene und deutete auf eine Vase mit goldenen Verzierungen und eingelassenen Edelsteinen, welche schwach funkelten.
„Dann solltest du lieber einen Schritt zurücktreten“, meinte ich grinsend. Dann fingen wir beide an zu lachen und Marlene tat so, als würde sie die Vase umstoßen wollen.
Allison begleitete uns wie ein stummer Wachhund und achtete auf uns beide. Mit einem strengen Blick ließ sie uns aufhören.

Marlene erzählte mir, dass sie in einem ganz normalen Haus mit normal großem Zimmer leben würde. Sie hätten keine Hauselfen. Konnte ich mir kaum vorstellen, diese praktischen Wesen taten fast alles.  Aber ein normales Leben wünschte ich mir schon. Doch dann hätte ich sicher nicht so ein schön großes Zimmer! Was mich verwunderte war Marlenes offene und direkte Art. Meistens waren die Menschen mir gegenüber ehr zurückhaltend und schüchtern. Vielleicht weil Dad nun einmal bekannt war und überall Einfluss hatte. Marlene hatte damit kein Problem, zumindest ließ sie sich nichts anmerken. Ich mochte es, dass wir ungezwungen miteinander quatschen konnten.
Zurück im Salon, hatten sich die Erwachsenden inzwischen in ausgelassenere Gespräche manövriert. Slughorn versuchte alle davon zu begeistern, wie toll Zaubertränke doch wären und welches Potenzial dieser Zweig der Magie hätte. Er wollte mich immer dazu zu bringen, dass ich ihn zustimmte. Aber auf mich wirkten Zaubertränke so wie kochen mit magischen Zutaten und der Gefahr einer großen Explosion. Definitiv nicht meine Stärke, Rezepte zu befolgen. Übersalzende Plätzchen zu Weihnachten waren mir mehr als genug Beweis.
„Professor?“, unterbrach ich ihn leise, „Ich habe noch nie einen Zaubertrank gebraut. Daher kann ich ihr sicherlich interessantes Fach nicht einschätzen.“
„Aber, Aber!“, erwiderte er lachend, „Zaubertränke sind viel mehr als nur ein Fach! Du wirst dich schon noch dafür begeistern.“
Ich lächelte höflich und hoffte, dass er zu einem anderen Thema übergehen würde. Zugegeben, die Wirkung mancher Tränke war wirklich beeindruckend. Flüssiges Glück, so nannte Slughorn ein kleines Fläschchen mit goldenem Inhalt. Stolz zeigte er es in der Runde herum und zog damit alle neugierigen Blicke auf sich.
„Diese kleine Portion verschafft einen perfekten Tag!“, verkündete er laut, „Ein Tag, an welchen alles gelingen wird, alles wird genau perfekt für Sie sein!
„Nur hochbegabte Tränkemeister sind imstande, diesen gefährlichen Trank zu brauen“, fügte er lächelnd hinzu.
Ein zustimmendes Nicken und ein anerkennendes Murmeln ging durch die Runde. Glück, abgefüllt in einer Flasche! Klang wirklich verlockend, alles zu schaffen, was man sich so vornimmt. Mit so etwas Gefährlichem zu prahlen, ich weiß ja nicht. Slughorn sah jetzt nicht so aus, wie der Mensch, der diesen Trank ständig konsumiert. Vielleicht ein bisschen wie der Zauberer, der Aufmunterungstränke mischte und jeden Tag einnahm. Das würde seine gute Laune erklären.

Während Dad mit Malfoy Senior und den Averys über irgendwelche wichtigen Vereinbarungen redete, wurde ich wieder von Slughorn und Malfoy Junior in Beschlag genommen. Beide versuchten mich davon zu überzeugen, dass ich eine Slytherin wäre. Auch wenn Slughorn es nicht so offensichtlich tat.
„Meine Liebe, von dir wird gewiss viel erwartet“, erklärte der Professor sachlich „Wohlgeboren, bekannte Eltern und natürlich auch die besten Beziehungen. Deine Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt und an Talent mangelt es wahrlich nicht, deine große Schwester hat dies eindeutig schon bewiesen.“
Malfoy Junior lächelte breit und fügte noch leise hinzu. „Slytherin wird dir auf den Weg zu eigenem Ruhm gewiss hilfreich sein.“
So geht es eine ganze Weile weiter. Damit ich nicht unhöflich wirke, versichere ich natürlich meinen Wunsch, nach Slytherin eingeteilt zu werden. Was selbstverständlich nicht stimmte! Gleichzeitig presste ich mich in meinen Stuhl und schaute hilfesuchend zu Marlene hinüber. Diese lächelt mir bemitleidend entgegen.
Ich wollte nicht in das Haus der Schlangen! Schon die Vorstellung in einem Kerker mit Malfoy und Avery zu hausen, jagte mir eiskalte Schauer über den Rücken! In einem Kerker! Da war es immer so düster und feucht! Ich war mal im Kerker des Anwesens und habe dort viele Ratten, sehr viele Ratten gefunden. Einfach nur widerlich! Danach hatte ich ziemlich Ärger von Dad erhalten. Aber ich war einfach neugierig auf den Kerker, weil angeblich im Dunklen doch immer Geheimnisse verborgen waren.
Am späten Abend konnten wir endlich die Gäste verabschieden. Bis auf die McKinnons und Slughorn, entsprachen die anderen nicht meinem Geschmack. Ich musste Dad wirklich mal fragen, wieso wir überhaupt mit denen was zu tun hatten. Die Malfoys waren allesamt hochnäsig und die Averys unheimlich. Seltsame Menschen. Etwas Gutes hatte der Abend aber, Marlene und ich konnten uns Freundinnen nennen! Als die McKinnons sich verabschiedeten, haben wir uns heimlich darauf geeinigt.
„Wollen wir Freunde sein?“, fragte sie leise, nachdem sie mich beiseite genommen hat.
„Definitiv“, antwortete ich mit einem breitem Lächeln.



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Das ist die überarbeitete Version des ersten Kapitels, nach dem neuen Stil. Gerne Rückmeldungen dazu:)
Die folgenden Kapitel überarbeite ich auch, wird aber sicherlich dauern.
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