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Auf dem Weg zum >Dancing Hat<

von fangirl9
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P16 / Gen
21.05.2023
21.05.2023
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„Leute!“, unterbrach Jahn das lebhafte Gespräch der anderen vier. Sie waren gerade auf dem Weg zum >Dancing Hat<, einem Club den sie im letzten Jahr gefunden und seitdem immer öfter besucht hatten. Alle waren schon ein wenig angeheitert und dementsprechend verrückt waren ihre Gespräche, die vom Ursprung der Mittelfinge-Geste über Wölfe im Weltall bis hin zur Überlegung gingen, ob es Feuerwerkskörper gäbe, die die Größe eines Menschen hätten. Doch der angespannte Unterton in Jahns Stimme ließ sofort alle aufhorchen, „Das da vorne sieht ungut aus.“

Alle vier Köpf drehten sich in die Richtung in die Jahn gedeutet hatte. Weiter die Straße runter standen drei Figuren unter einem großen neon-pinken Schild, mit der Aufschrift >Red Cat<, einem anderen Club, den die Freunde von Zeit zu Zeit besuchten.

Zwei Frauen und ein Mann, alle etwa Anfang zwanzig, unterhielten sich ein paar Schritte neben dem Eingang. Beide Frauen hatten ihre langen braunen Haare zu Zöpfen zusammengebunden. Eine trug ein kurzes schwarzes Kleid mit dunkelgrünen Akzenten, die andere hatte einen Pony und trug einen hellblauen Jumpsuit. Der Mann hatte dunkle, lockige Haare, trug schwarze Hosen und ein flattriges weises Hemd.

„Hä? Die sehen doch ganz gu- oh, das.“, fing Nate grinsend an zu sagen, unterbrach sich dann jedoch selbst, als er die anderen vier Gestalten wahrnahm, welche sich der kleinen Gruppe näherten. Schon von weitem erfüllten sie jedes Klischee welches man Schlägern zuordnen würde.

Als sie mit ihren leicht schwankenden Schritten nur noch wenige Meter von den anderen Menschen entfernt waren, begannen sie auf diese einzureden. Und obwohl sie noch weit die Straße hoch waren, konnten die fünf Freunde ihre Stimmen hören, wenn sie auch keines der Worte verstehen konnten. Die Lautstärke allein zeigte, dass die Situation am Eskalieren war, die aggressive Haltung verdeutlichte es nur noch mehr.

Und bevor die Freunde die Situation erfassen und zur Hilfe eilen konnten, fiel auch schon der erste Schlag. Drei der Angreifer gingen auf die Fremden los, während der vierte noch kurz zurückhing. Erst als der junge Mann im weisen Hemd es schaffte seinen Gegner etwas von sich weg zu stoßen, schritt der vierte ein, so als müsste er die Lücke füllen, die sich im Kampf aufgetan hatte.

Doch mehr als einen Schlag konnte er nicht verteilen. Die Frau im schwarz-grünen Kleid hatte mit ein paar gezielten Bewegungen ihren Gegner zu Fall gebracht, welcher seinen Kameraden gleich mit zu Boden nahm.

Auch die Frau im blauen Jumpsuit hielt sich mehr als nur gut. Vielen der Schläge wich sie einfach aus, die restlichen konnte sie mit ihren Armen abzufangen. Doch noch hatte sie keinen Versuch unternommen selbst zurückzuschlagen.

Der Mann, welcher vorher zurückgestoßen wurden war, versuchte nun ein zweites Mal anzugreifen. Das Messer in seiner Hand blitzte auf im Licht der Straßenlaternen. Und Nate gab einen erschrockenen Laut von sich, als er es sah. Er verlieh dem Schock, welchen sie alle empfanden, Ausdruck.

Gerade noch rechtzeitig schaffte es der junge Mann seine Arme zu heben und damit den Schwung des Angreifers zu blocken. Für einen Moment waren sie in ihrer Pose gefangen, dann versetzte die Frau im Kleid dem Angreifer einen Schlag, der ihn zu Boden gehen ließ. Mit einer schnellen Bewegung war das Messer außer Reichweite.

Eine Sekunde später ging auch der Mann zu Boden, welcher gegen die zweite Frau gekämpft hatte. Sie hatte ihm nur einen einzigen Tritt verpasst, bei den Absätzen an ihren Schuhen hatte dies bereits gereicht.

Als die anderen beiden sich wieder fingen und nun ihre Kameraden auf dem Boden sahen, warfen sie sich einen Blick zu und anstatt erneut auf die drei noch stehenden Leute loszugehen, machten sie sich stattdessen daran, ihren Kameraden aufzuhelfen.

Doch bevor sie es schafften, wurden sie durch eine neue Stimme unterbrochen, „Bleiben Sie hier. Ich habe bereits einen Krankenwaagen gerufen.“, sagte die Frau, die aus dem Schatten trat mit einem kritischen Blick auf den Mann, der das Messer gezogen hatte, „Und die Polizei.“

Ihre Worte schienen ein Startsignal zu sein, denn die beiden Männer, die eigentlich versucht hatten ihren Kameraden aufzuhelfen, ließen diese einfach fallen, um stattdessen das Heil in der flucht zu suchen. Doch weit kamen sie nicht, denn die fünf Freunde versperrten ihnen den Weg.

„Hey, hey, das kannst du dir auch sparen. Seine Schwester ist deine Nachbarin.“, sprach Jurek den einen an, der versucht hatte an ihm vorbeizurennen, während sein Finger auf Björn deutete. Der Mann blieb erschrocken stehen und starre Jurek einen Moment lang einfach nur sprachlos an, den Rücken zu Björns verwirrten Gesichtsausdruck.

„Was?“, sein Kopf schnellte herum, und sein fragender Blick blieb an Björn hängen. Dieser starrte nur ernst zurück und nickte dann einmal ruhig als Antwort, als hätte er tatsächlich eine Schwester die neben dem Fremden wohnen würde. Die Augen des anderen weiteten sich und seine Schulten sackten zusammen, „Fuck!“

„Und du wohnst bei mir gegenüber!“, sprach plötzlich Chris in die Stille und sein Finger deutete auf den vierten der Schläger, welcher langsam versucht hatte sich in die andere Richtung zu verdrücken. Still und heimlich, während alle auf seinen Kameraden fokussiert waren.

„Nein.“, widersprach er sofort, „Das kann gar nicht sein!“

„Auch wenn du erst vor drei Woche eingezogen bist, dein Gesicht habe ich mir gemerkt.“, sagte Chris trocken und sein neuer Nachbar wurde plötzlich stockstill. Und eine für die lebhafte Stadt unnatürliche Stille breitete sich über der Gruppe aus.

Dann lehnte sich der junge Mann in dem weisen Hemd zu einer seiner Begleiterinen rüber. „In Videospielen sah das immer einfacher aus.“, kommentierte er den vorangegangenen Kampf. Und selbst sein Flüstern erschien unnatürlich Laut in dieser Situation, doch es brach auch den Bann, welcher sich auf alle gelegt hatte und es kam wieder Bewegung in alle.

Einer der Angreifer, der noch immer am Boden saß, raffte sich nun so weit hoch, dass er sich auf den Bordstein setzen konnte, statt auf der Straße zu liegen. Nach einem Moment gesellten sich auch seine drei Kameraden mit zu ihm. Keiner schien mehr den Willen zu haben zu Kämpfen, dennoch blieb die Frau, die Krankenwaagen und Polizei gerufen hatte, in ihrer nähe stehen und hatte sie weiterhin im Blick.

Die Freundesgruppe ging nun langsam zu den anderen dreien hinüber, die sich mittlerweile wieder zusammengescharrt hatten.

„Ist bei euch alles in Ordnung?“, fragte nun Jahn die drei Fremden. In dem schwachen Licht der Straßenlaternen konnte er nichts erkennen, doch das hieß nicht, dass da wirklich keine Verletzungen waren.

Kurz tauschten die drei Blicke aus, dann antwortete die Frau im schwarz-grünen Kleid, „Ja, das werden nur ein paar blaue Flecke morgen.“

„Hm, aber ich könnte jetzt was starkes vertragen.“, fügte die andere Frau hinzu, wobei ihre beiden Begleiter ihr mit einem Nicken beipflichteten. Und der Kommentar nahm sofort einiges der Anspannung, die sich unter allen breitgemacht hatte. Wenn für sie der Abend noch nicht vorbei war, dann musste es ihnen ja gut gehen.

„Wir kennen da einen ganz guten Club, nicht weit von hier.“, sagte Nate.

„Ja, den >Dancing Hat<. Wenn das hier geklärt ist, geben wir euch da einen aus.“, ergänzte Björn. Er war immer ganz vorn mit dabei, wenn es darum ging neue Leute kennen zu lernen. Und so taff wie sich die drei geschlagen hatten, versprachen sie eine sehr interessante Gesellschaft zu werden.

„Den >Dancing Hat<?“, fragte der fremde Mann überrascht und warf seinen beiden Begleiterinnen Blicke zu. Die beiden schienen für einen Moment genauso überrascht, dann machte sich ein freudiges Grinsen im Gesicht der einen breit, „Dazu sagen wir nicht nein.“

Auch auf Björns Gesicht machte sich ein erfreutes Lächeln breit. Er wollte gerade beginnen sie alle einander vorzustellen, als sich die Tür zum Club öffnete und ein junger Mann mit neon-grüner Jacke heraustrat. Sein Blick wanderte von den vier am Boden sitzenden Männer, über deren Aufpasserin und die Freundesgruppe bis er schließlich an den letzten drei Leuten hängen blieb, „Was habe ich verpasst?“

Kurz ließen auch die drei Angesprochenen ihre Blicke über die Szene gleiten, keiner wirklich sicher, wie er antworten sollte. Dann zuckte der Mann mit den dunklen Locken seine Schultern und deutete mit dem Daumen auf die fünf Freunde, „Wir haben Leute gefunden, die uns den Weg zum >Dancing Hat< zeigen.“
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