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Grenzen des Dunklen

Kurzbeschreibung
OneshotPoesie, Angst / P12 / Gen
19.03.2023
19.03.2023
1
294
 
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Es gibt manche Grenzen, die man nicht überschreiten sollte.

Manche Fragen sollten ungeklärt und manche Bereiche unerforscht bleiben, unbegreiflich im vagen Raum des Aberglaube und der Mythen schwebend.
Man darf in den Wald gehen um Mitternacht und schreien „Kommt und holt mich!“ und es wird nichts passieren, sogar nach ein paar Wiederholungen wird nichts passieren.
Das Dunkle darf herausgezögert, gestreckt werden.
Doch es gibt einen Punkt, da ist es darüber hinaus.

Denn was zuerst bloß Neugier ist, eine Spielerei, wird zu einer Sucht.
Bis man überhaupt keine Angst mehr hat, sondern nur noch die Sicherheit, dass das Übernatürliche nicht existiert, aber das Wissen, dass man eigentlich niemals sicher sein konnte.
Und plötzlich wird man aufhören so sicher zu sein.

Das Dunkle lässt sich nicht unendlich strecken, irgendwann schnalzt es zurück, rapide und schmerzhaft, knallt es vor einem zusammen und wird einem Lehren wieder zu fürchten.

Ist das nicht das Konzept jedes Horrorfilms?
Für eine Weile lässt sich das Monster unterschätzen und veralbern. Es weiß schließlich, dass es besser ist, als die Protagonisten, deutlich überlegen.
Doch wenn sie das Spielchen zu lange treiben, dann zeigt es sich und zwar grausamer, als je zuvor.
„Ist das das, was ihr wolltet?!“, ruft die Dunkelheit dann in das angstverzerrte Gesicht der Hauptcharaktere und sie schütteln den Kopf.
Natürlich nicht, niemand will sterben, doch jeder spielt mit dem Gedanken dem Tod so nahe wie möglich zu kommen. Wie weit kann ich gehen? Wie nah kann ich kommen?
Als wenn es das interessanteste am Leben wäre ins schreckliche, aber mysteriös-faszinierende Auge des Sensenmannes zu blicken.

Aber vielleicht stimmt das alles nicht. Vielleicht gibt es eine solche Grenze nicht. Vielleicht ist all das hier Aberglaube, Vorsicht, denn „man kann ja nie wissen…“

Und doch...man kann ja nie wissen…
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