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Menschlicher Schmutz

Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Levi Ackermann / Rivaille Zeke Jäger
19.03.2023
19.03.2023
1
863
 
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19.03.2023 863
 
„Erwin.“, wisperte Levi in seinem Traum.
Er starrte ihn gerade an, versuchte ihn davon zu überzeugen zu bleiben. Wenn seine Worte doch keinen Eindruck hinterlassen konnten, vielleicht würde es sein Blick.
Sie schleppten Erwin hinfort, wer auch immer sie waren. Gesichter hatten sie keine. Er versuchte sie aufzuhalten, verfolgte sie, doch egal wie schnell er rannte, sie waren immer außer Reichweite.
Erwin schaute ihn ruhig an. Er wusste, dass er sterben würde.
Dann drehte einer von ihnen sich um, einer der Entführer.
Es war Zeke. Mit seinem niemals verändernden ruhigen und fremden Gesichtsausdruck, der immer wirkte, als wüsste er alles, war bereit für alles. Emotionslos, kalt und schonungslos.
„Erwin.“, versuchte er es wieder, mit dem Wissen, dass er ihn wahrscheinlich nie wieder sehen würde, nicht mal im Traum.
Nun wendete auch der Zweite seinen Kopf, der seinen Geliebten von sich fortzog. Nur für ein paar Momente, doch es war genug, um den Menschen zu erkennen. Es war Erwin selbst. Er erwachte.
Eine warme Hand lag auf seinem Körper, mit dem Versuch ihn zu trösten.
‚Erwin‘, dachte er für einen Augenblick, doch als er sich auf seine Seite drehte blickte er in die selben Augen, die er in seinem Traum gesehen hatte.
Seltsam, kalt und schonungslos. Fremd und unmenschlich. Zeke.
„Du hast ihn umgebracht.“, sagte Levi kühl, ohne seinen Kopf von diese Augen abzuwenden, die ihm so viel Angst machten.
„Ja, das habe ich.“, antwortete Zeke ruhig.
Erneut konnte er nicht glauben, mit wem er gerade im Bett lag. Nicht Erwin, nein, sein Mörder.
Aber es sollte wohl sein. Es war wohl nicht ganz so einfach.
‚Gib deinen Traum auf und stirb.“, hörte er sich selbst sagen, damals, an dem Tag an dem er gestorben war.
„Wir haben ihn beide umgebracht. Zusammen, Zeke. Wir haben ihn zusammen umgebracht.“, realisierte Levi, der jetzt, nach oben, die ebenso blanke Decke anstarrte.
„Du bist so verdammt dumm, Levi.“, sagte Zeke ihm, seinen Kopf ebenfalls der Decke zuwendend.
Unkonzentriert betrachten sie einige Zeit nur das schwach beleuchtete Zimmer und dachten nach.
„Ich werde dir niemals vergeben.“
„Das weiß ich doch.“
Nach einer Weile zog Zeke seine Brille auf und setzte sich auf.
„Wir müssen uns beim Kommandanten melden.“ Also machten sie sich beide fertig.
Zuerst verließ Levi das Zimmer, drehte sich nach links, zum Speisesaal.
Eine Viertelstunde später, war auch Zeke es Leid zu warten, also ging auch er. Drehte sich jedoch nach rechts, um den Speisesaal von der anderen Seie zu betreten.
Es musste ja niemand wissen, dass Zeke und Levi Sex miteinander hatten.
Aber wenn es doch jemand herausfinden würde, hätte es sie auch nicht besonders interessiert.

Erst spät kehrte er in sein Quartier zurück. Sein Zimmer, in das Zeke eingedrungen war, vor einiger Zeit. Das Bett, das er mal sein eigenes genannt hatte, war ebenfalls von ihm belegt.
Er machte sich nicht die Mühe etwas Anderes anzuziehen, also kroch er schließlich nackt in sein Bett. Er wusste er müsste müde sein, aber er war es nicht. Er war hellwach.
Sein Geist war jedoch müde.
Es interessierte ihn nicht besonders, als Zeke seine Beine spreizte und in ihn eindrang. Es war eine schöne Ablenkung. Schlafen würde er sowieso nicht.
Nach einer Weile fühlte er warmes Sperma an seiner Haut hinunterlaufen und hörte dieses vertraute Seufzen seines Gegenübers.
Überrascht war er, als Zeke ihn ansah. Er schaute ihm direkt in seine Augen, vielleicht war sogar etwas Verletzliches in seinem Blick.
Zeke küsste ihn, sanft, als wenn sie ansatzweise zärtliche Menschen wären.
Dann ging er an Levi hinunter und legte seine Lippen, um seinen seltsamerweise harten Schwanz.
Er spritze ab, einen Moment später, in Zekes Mund.
Langsam stand er auf und spuckte in den Abfluss in der Ecke des Raumes.
„Das sind ein paar von meinen Kindern, die du da gerade in den Abfluss gespuckt hast, Zeke“, merkte Levi an.
Nachdem er seinen Mund abgewischt hatte, schaute er ihn skeptisch an.
„Als wenn du jemals Kinder haben würdest, Levi. Du magst keine Frauen.“
„Ich mag dich auch nicht.“
„Ein Kind mit jemandem zu haben, ist ein bisschen mehr als nur Ficken.“
„Ach ja…? Ich könnte jemanden lieben, wenn auch nur für eine Nacht.“, sagte Levi, als wäre es nichts.
„Für eine Nacht?“, äußerte Zeke sich ungläubig, „Was bist du, eine Hure?“
„Meine Mutter war eine Hure, weißt du…“
Zeke nahm an, dass es besser war jetzt nicht mehr zu antworten und spritze sich Wasser ins Gesicht.
„Du wirst bald sterben.“, sagte Levi ruhig, legte seinen Kopf an die Wand hinter ihm, „Ich werde es sicherstellen.“
„Darüber bin ich froh.“, Zeke legte sich zurück ins Bett und ruhte seinen Kopf auf Levis Brust aus, „Du bist ein guter Mensch, Levi. Egal, wie sehr du es zu leugnen versuchst. Und du hast Erwin nicht umgebracht. Vielleicht war er es selbst, vielleicht war ich es...aber sicher nicht du.“
Levi schaute an Zeke vorbei, schaute durch die Wand vor ihm hindurch. Er schaute zum Nachthimmel, zu den Sternen.
„Du hättest ihn nicht töten können. Denn du bist besser als er.“
Levi schaute zu den Sternen und die Sterne schauten zu ihm zurück. Es hatte in seinem Leben nie einen Menschen gegeben, der ihn so gut verstand, wie die Sterne.
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