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What you mean to me

von Demelza
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
James "Krone" Potter Lily Potter Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
25.01.2023
25.01.2023
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What you mean to me


Dieser Oneshot kann als Fortsetzung von Lilys Türchen aus dem Harry Potter Adventskalender 2022 gesehen werden, er lässt sich aber auch unabhängig davon lesen.

„Und wie war’s? “ Lily konnte Sirius schon hören, bevor sie überhaupt durchs Portraitloch geklettert war. Er musste sich sofort auf James gestürzt haben.
Erst jetzt wurde ihr klar, wie lange sie in Hogsmeade geblieben waren. Auf dem Weg zurück hatten sie und James schon wenige ihrer Mitschüler gesehen, aber auf dem Rückweg traf man nie so viele Leute wie auf dem Hinweg ins Dorf. Und sie hatte auch gar nicht so sehr auf die Umgebung geachtet. Lily war zu sehr mit ihrem Gespräch mit James beschäftigt gewesen.
Irgendwann, nach gefühlten Stunden waren sie aus Madame Puddifoots Café gegangen, hatten noch ein paar Geschäfte abgeklappert, aber ohne etwas zu kaufen und hatten sich schließlich wieder auf den Heimweg gemacht. Immer noch am reden und – was Lily selbst immer noch überraschte – Hand in Hand.
Noch heute Morgen hätte es ihr ein wenig Angst gemacht, so zusammen mit James Potter gesehen zu werden. Aber da ohnehin die halbe Schule von ihrem Date zu wissen schien, sagte diese Geste genug über das Date aus. Und sie würde hoffentlich nicht von allen belagert werden.
James antwortete Sirius nicht, sondern wartete einfach, bis Lily ebenfalls in den Gemeinschaftsraum geklettert war. Dann griff er wieder nach ihrer Hand.
Der Gemeinschaftsraum war tatsächlich schon wieder sehr gut gefüllt. Sie mussten unter den letzten Gryffindors sein, die zurückkamen.
„Ganz gut“, sagte Lily dann.
Und Sirius klatschte einmal in die Hände und fing an zu lachen. „Glückwunsch, Kumpel. Ich wusste, doch, dass du es schaffst.“
„Sirius, hast du nicht die ganze Zeit gesagt, dass James es vermasseln wird?“, fragte Peter.
Sirius verpasste ihm einen Stoß mit dem Ellbogen. „Habe ich überhaupt nicht.
„Wie war’s?“, fragte Remus, aber in einem ganz anderen Ton als Sirius zuvor.
Lily erkannte, dass sie sich noch nicht zu ihren Freundinnen davonstehlen konnte und setzte sich auf die Armlehne von James‘ Sessel.
„Ganz schön, eigentlich“, sagte sie.
„Zum Glück nicht so glitzernd und rosa wie ich befürchtet hatte“, sagte James. „Ich weiß schon, warum ich nicht bis zum Valentinstag gewartet habe.“
„Also seid ihr jetzt“, Sirius machte eine Kunstpause und klang dabei wie ein Zweitklässler und nicht wie ein Siebtklässler, der schon mehrere Beziehungen hinter sich hatte. „zusammen?“
Peter sah James und sie mit großen Augen an. Remus verdrehte nur die Augen.
„Ich weiß nicht so genau“, sagte James zögernd.
Lily zuckte mit den Schultern. „Irgendwie schon.“
„Habt ihr euch geküsst?“, fragte Peter und klang dabei sogar wie ein Erstklässler, der von den Pärchen unter den älteren Schülern gleichermaßen fasziniert wie eingeschüchtert war.
Lily spürte wie sie rot wurde, nickte aber.
James sagte knapp: „Ja“
Sirus war nun scheinbar ganz in seinem Element. „Mit Zunge?“, fragte er.
Jetzt fing Sirius sich einen Stoß in die Seite ein, von Remus, der Lily einen Blick zuwarf, der wohl „Ignoriere diesen pubertierenden Schwachkopf hier einfach“ aussagen sollte.
„Nein“, sagte Lily bestimmt, bevor James reagieren konnte.
„Sirius, weißt du, manche lassen es lieber ein wenig langsamer angehen“, verkündete James. „Besonders wenn es ihnen ernst ist.“
Sirius patschte James mitfühlend auf die Schulter und zwinkerte gleichzeitig Lily zu. „Lily, meinen Glückwunsch, du hast dir da einen echten Gentleman geangelt.“
Lily musste lachen. „Gentleman! Alles klar. Glaubt ja nicht, dass ich schon vergessen hätte, was ihr immer für Streiche spielt.“
Das war die Seite an James, die sie jahrelang davon abgehalten hatte, mit ihm auszugehen. Er und seine Freunde, ganz besonders Sirius, hielten sich gerne für besser und klüger als sie waren und schienen zu glauben, sie könnten sich alles erlauben. Kurz vermisste Lily den James, der mit ihr in Hogsmeade gewesen war. Den ernsthaften James, der sie verstanden hatte und der ihr bei den wichtigen Fragen wie ihrer Zukunft in dieser Welt zugestimmt hatte. Aber auch diese Seite hier, seine Freunde und seine Streiche, gehörte zu ihm. Und sie musste zugeben, dass sie auch immer wieder über sie gelacht hatte. Lily hatte versucht ernst zu bleiben und die vier als kindisch und unreif abzutun, aber nicht selten hatte sie auch über sie lachen müssen. Ja, sie könnte sogar dieser Seite von James etwas abkaufen. In diesem Schuljahr hatte sie es ganz besonders gemerkt: Die kindlichen und überdrehten Späße und Scherze waren einer Art Humor gewichen. Und scheinbar schaffte es James, von ernsthaft zu locker zu wechseln und das wie auf Knopfdruck. Oder beim Betreten eines Raumes.
Vielleicht war James gar nicht so schlecht, wie sie all die Jahre gedacht hatte. Immerhin lag ihm etwas an ihr. Sehr viel sogar, wenn er so lange so hartnäckig geblieben war.
James hob abwehrend die Hand. „Aber, aber Lily. Das ist Jahre her und damals war ich noch jung und dumm.“
„Das ist nicht mal zwei Jahre her, James“, gab Lily zurück.
„Und du bist immer noch jung, James“, sagte Peter.
„Und immer noch dumm“, sagte Sirius.
„Aber nicht mehr so wie früher.“ James sah erst Lily, dann seine Freunde herausfordernd an.
„Manchmal nicht“, sagte Remus schließlich.
„Wie schön es doch ist Freunde zu haben, die einem nie in den Rücken fallen.“ James hob theatralisch die Arme. Und Lily musste lachen.
„Entschuldigt ihr mich dann mal kurz, Jungs?“, sagte sie und wollte von der Armlehne des Sessels rutschen. Doch James legte ihr einen Arm um die Schulter und zog sie an sich.
Lily zögerte kurz, nur einen Moment. Gleich wissen eh alle Bescheid, dachte sie dann und drückte James einen Kuss auf die Wange.
Dann rutschte sie endgültig vom Sessel und ging zu ihren Freundinnen hinüber, die gar nicht mehr aufhören konnten miteinander zu tuscheln.
„Und, wie war’s?“, fragte Mary.
Lily lehnte sich gegen das Fensterbrett. „Hast du doch gesehen, oder?“
Ihre Freundinnen nickten, beinahe alle gleichzeitig. Ein wenig erinnerten sie Lily damit an James Freunde.
„Also seid ihr jetzt… zusammen?“
Lily stöhnte innerlich auf. Musste sie jetzt alles noch einmal erzählen?
„Wollt ihr auch nächstes Mal nicht gleich zu den drei Jungs setzen? Dann müssten James und ich das nur einmal erklären. Aber um die Frage zu beantworten, ich glaube ja. Irgendwie schon. Vielleicht brauch ich nur ein bisschen Zeit.“
Es wäre gelogen zu behaupten, Lily hätte keine Angst vor dem nächsten Montag gehabt. Wenn alle in der Schule wussten, dass Lily Evans am Hogsmeadewochenende mit James Potter bei Madame Puddifoot war. Und, was noch viel wichtiger war, Hand in Hand mit ihm zur Schule zurück spaziert war.
Natürlich redeten die Leute darüber. Aber ob es jetzt das Thema Nummer eins war, weil es sonst nur wenige Tratsch gab; weil James einer der beliebtesten Jungen der ganzen Schule war; oder weil Lily sich jahrelang gegen ein Date mit ihm gesträubt hatte, wusste Lily nicht.
Wo sie auch hinkam, drehten sich Köpfe zu ihr um. Und zu James, der beinahe ständig an ihrer Seite war. Denn jetzt gingen sie zu jedem Unterricht Hand in Hand. Lily fragte sich schon, wann es Sirius wohl leid werden würde, immer mit Remus und Peter hinter her, vorne weg oder neben ihnen zu gehen. Doch bisher hielt er sich noch zurück. Vielleicht auch, weil Remus ihm immer wieder einredeten, dass dies kein Thema mehr für Scherze war. Oder weil das für James und damit auch für seine Freunde etwas war, das wirklich wichtig war.
Aus dem öffentlichen Händchenhalten, um die Beziehung öffentlich zu machen, wurden verstohlenen Küsse in leeren Klassenzimmern und Geheimgängen. Nur Wochen später wurden daraus flüchtige Küsse und Umarmungen auf nicht mehr ganz so leeren Gängen und im Gemeinschaftsraum. Und längere und leidenschaftlichere Küsse an abgelegenen und einsamen Orten.
Und mit jedem Tag, der verging; mit jedem Gespräch, das sie beide führten; mit jedem Kuss und jeder Umarmung, die sie teilten; mit jedem Mal, das James sie zum Lachen brachte, wurde Lily sich sicherer, dass sie das richtige tat. Und dass sie es nicht bereuen würde, an jenem Hogsmeadewochenende mit James Potter auf ein Date zu gehen.

Für Lion King , die das Rätsel in meinem Adventskalender gelöst hat.
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