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Du und ich, aber kein uns

Kurzbeschreibung
GedichtPoesie, Freundschaft / P6 / Het
24.01.2023
24.01.2023
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Da ist ein Gedanke in meinem Unterbewusstsein,
ist es einer, den ich denken will,
den ich denken darf?
Er ist da und nur ein kleines Detail ist anders.
Der Weg hinter uns ist ein anderer als jetzt.
Kurz, nein zu lange, wünsche ich mir, dass
seine Hände in meine Haare greifen
und er mich küssen würde. Nein!
Er ist mein Freund, ein Freund,
der beste. Immer nah bei mir, aber nie so.
Aber es könnte anders sein, nicht wahr?
Nichts wäre, wie es mal war. Nichts war, wie es jetzt ist.
Das hier zerstört mich.

Ich denke es vor mir,
als wäre es schon längst passiert,
obwohl es nie geschehen ist.
Als es hätte sein können, damals
vor all den Jahren. Als wir frei waren.
Diese Zeit war zu kurz und zu fragil
und verschwand wie ein Sandkorn in der Sanduhr.
Ich wusste es nicht, und du genauso wenig,
dass uns ein Uns nicht zustand.
Dass wir ein besseres Du und ich sind.
Denn du warst nie mein.
Was, wenn das hier kein Traum wäre und
was, wenn das hier besser einer bleibt?

Ich schließe die Augen.
Würdest du mir dann sagen,
dass du mich nicht vergisst?
Dass du dich an mich erinnerst und was du dächtest,
wenn sich unsere Lippen treffen und
wir in einem alles verzehrenden Feuer verglühen,
während unsere Leben zu Asche zerfallen.
Würdest du mir sagen, ich bin mehr als das hier?
Dass du und ich etwas sind?
Auch wenn es nicht sein kann,
selbst wenn es in einem anderen Leben ist?
Selbst wenn es nur in den geheimsten Träumen wäre?
Dass du diesen Moment in deinem Herz bewahrst,
selbst wenn wir zurückgehen zu unseren Leben
Zu einer Freundschaft, der besten?

Ich wache auf.
Früher, als wir nur Bekannte waren.
Gerade so befreundet.
Als Wollen alles war und es uns reichte.
Mir hat es gereicht.
Ich dachte, es wäre eh nichts.
Ich hatte recht damit.
Wir sind nicht wie Feuer und Schwefel,
sondern mehr wie Eis und Kälte,
gehören zusammen, aber sind nicht eins.
Trotzdem sog ich mein Lebenselixier daraus,
alles zu erhoffen und zu wissen,
dass ich nichts bekommen werde.
Ich war mir sicher,
du würdest mich nicht wollen.
Jedenfalls nicht so.
Und so würde ich auch jetzt, als das Du und ich,
alles stehen und liegen lassen,
nur für den Fall, dass du anrufst und mich brauchst.
Um dich zu verlieren, hättest du mein sein müssen
und du warst nie mein.
Und vielleicht war das gut so?
Denn jetzt kann ich dich nicht mehr verlieren?

Wenn wir für immer Freunde wären,
sag mir, dass du mich nicht vergisst.
Sag mir, dass ich einen Platz in deinem Herzen habe.
Sag mir, ich bin besonders – für dich.
Sag mir, was ich dir bedeute und
lass mein Herz dabei zerbersten,
weil es vor Freude überschwemmt ist.
Sag mir, dass ein Du und ich
für immer sein kann,
gerade weil es kein Uns ist.
Spiel mit meinen Fingern und kraule meine Haare,
wie an all den Tagen auf deinem Sofa.
Sieh mich an und gib mir die Gewissheit,
dass du nirgendwo gerade lieber wärst
als hier mit mir, einer Freundin, der besten.
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