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Freundliche Nachbarschaft

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Florian David Fitz OC (Own Character)
20.01.2023
24.01.2023
5
5.323
1
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24.01.2023 1.374
 
Nein, das konnte nicht sein. Mit Sicherheit habe ich irgendetwas an dem Hund übersehen, vielleicht war es auch das linke Ohr, was braun war, und nicht, wie bei Florians Elmo, das rechte…? Ich hätte ihn doch erkannt, wenn DER Schauspieler meiner Jugendzeit bereits zweimal an mir vorbeigelaufen wäre?
Ich verdrängte diese Zeit gerne, da ich mich damals doch krankhaft viel mit ihm als Person des öffentlichen Lebens auseinandergesetzt hatte, wie man das als Teenager-Mädchen nun mal tut, wenn man einen sogenannten Celebrity-Crush hat. Zurückblickend kann ich über mein Verhalten selbst nur den Kopf schütteln. Nachdem ich durch meine Berufserfahrung, in der ich doch teilweise schon B-Promis, aber auch ganz vereinzelt A-Promis begegnet bin und mich dies nun auch bei meinem Job bei Pantaleon erwarten würde, hatte ich gemerkt, dass das Hinaufschauen zu Promis eigentlich total überbewertet wurde. Natürlich musste auch ich zugeben, dass ich vermutlich trotzdem mit zitternden Knien und stotternd vor ihm stehen würde, wenn ich Florian David Fitz jemals begegnen würde. Er hatte nun mal, trotz dieser Erkenntnis, zu einer begrenzten Zeit meines Lebens eine wichtige Rolle in demselben gespielt. Und vermutlich werde ich ihm auf ewig dankbar dafür sein, denn wenn ich Ablenkung brauchte, waren seine Filme oder Interviews da und er verschönerte mir den Tag. Und das, ohne zu wissen, dass ich überhaupt existiere.
Aber ich musste nach vorne schauen. Ja, er war mal mein Schwarm und ja, ich hatte eine Schwäche für ihn, was nicht zuletzt an seinem Aussehen lag. Fast 50 und er sah immer noch supergut aus! Doch all das nützte nichts, ich war jetzt erwachsen und musste das ganze mit klarem Verstand betrachten.
Ich versuchte, die Gedanken an Florian aus meinem Kopf zu verbannen, doch es klappte einfach nicht, ich war wohl doch noch ein wenig in meinem Teenager-Dasein gefangen.
Nach einer weniger schlafreichen Nacht machte ich mich auf zum Einkaufen, denn bevor ich über Weihnachten weggefahren bin, habe ich alles Ess- und Trinkbare aufgebraucht, damit es in meiner Abwesenheit nicht auf einmal anfing zu leben und mir eine Pfote entgegenzustrecken, sobald ich meine Wohnung wieder betrat. Das eingepackte Essen meiner Oma hatte ich an den letzten beiden Abenden verspeist und war nun wieder auf meine eigenen Kochkünste angewiesen. Ich kaufte von allem ein bisschen: Brot, Aufschnitt, Aufbackbrötchen, Müsli, Obst und Gemüse, Nudeln, Reis und vereinzelt Kochmischungen. Gut ausgestattet sein sei das A und O beteuerte meine Oma. Aber sie ist kein Maßstab, sie könnte mit den Vorräten an eingelegtem Obst und co. vermutlich eine weitere Pandemie mit Ausgangssperre, oder sogar einen Krieg überleben. Die Frau hat einfach alles im Haus.
Als ich meine Einkaufstasche ins Auto gehievt hatte, ertönte ein Klingelton aus meiner Jackentasche. Anna hatte mir eine SMS geschrieben.
„Hey Maus! Da du neu in München bist, hast du vermutlich keine Pläne für Silvester, oder? Henning und ich hatten überlegt, dass du bei uns mitfeiern könntest. Es kommen nur 3-4 andere Leute aus unserer Clique. Ich hätte dich liebend gerne dabei, und du könntest direkt ein paar neue Leute hier kennenlernen? Meld‘ dich einfach! Bis dann :)“
Ich freute mich sehr, dass sie an mich gedacht hat und es wäre definitiv besser, als Silvester alleine in meiner Wohnung zu hocken. Jedoch war ich kein Meister darin, neue Leute kennenzulernen. Ich war extrem schüchtern und blieb gerne in meinem vertrauten Freundeskreis.
Auf dem Nachhauseweg wägte ich meine Optionen ab und entschloss mich letztlich doch dazu, Silvester mit meiner Freundin und ihren Bekannten zu verbringen. Es stimmte, ich musste Leute in München kennenlernen, um nicht später alleine mit 12 Katzen zu enden. Und sowohl Ich als auch Anna wussten, dass das passieren könnte, wenn man mich nicht mit neuen Leuten bekannt machte. Als ich zuhause war räumte ich meine Einkäufe weg und tippte schnell eine Antwort an Anna „Klar, super gerne! Danke für die Einladung, ich freu mich“

Zwei Tage später war es dann auch schon so weit. Gegen Nachmittag durchforstete ich meinen Kleiderschrank nach einem passenden Outfit für den heutigen Abend. Nach einer gefühlten Ewigkeit entschied ich mich dann für eine lockere beigefarbene Cargohose mit einem schwarzen Schulterfreien Croptop. Darüber trug ich eine schlichte Daunenjacke.
Im Bad trug ich noch etwas Make-Up auf und wellte meine ‚engelsblonden‘ Haare, wie meine Schwester immer meine Haarfarbe betitelte. Bevor ich mich auf den Weg machte, rief ich kurz Anna an, um mir die Adresse zu erfragen. Etwas unsicher verließ ich anschließend meine Wohnung, machte mich auf den Weg zu meiner Freundin und staunte nicht schlecht, als ich auf die Einfahrt fuhr. Es war ein schönes, im Altbau-Stil gebautes, Einfamilienhaus und war sehr gepflegt. Innen strahlte ein warmes Licht, was das Haus schon von außen sehr bequem und angenehm wirken ließ.

Der Abend verlief grandios. Ich traf vor den anderen ein und hatte so noch kurz Zeit, Henning besser kennenzulernen und ich musste neidlos zugeben, dass Anna mit ihm einen wirklich guten Fang gemacht hat. Er war etwas größer als ich, hatte dunkelblonde Haare und war durchaus gut trainiert. Und charakterlich ergänzte er Anna perfekt. Während sie ein aufgeregtes Nervenbündel sein konnte, war er die Ruhe in Person. Die Kombination könnte auch nach hinten losgehen, doch sie hatten es schließlich jetzt schon ein paar Jahre miteinander ausgehalten und schienen sehr glücklich zu sein. Von außen betrachtet erkannte ich auf jeden Fall schon nach einigen Stunden, dass die Chemie zwischen den Beiden einfach passte.
Sowohl mit Henning als auch mit den anderen Gästen verstand ich mich auf Anhieb sehr gut. Außer mir waren noch drei andere Leute da, wie Anna es mir vorab geschrieben hatte. Mit Tim verstand ich mich besonders gut. Er war ein ziemlicher Hingucker mit seinen braunen Locken und den klaren braunen Augen. Dazu war er groß gewachsen und hatte auch ordentlich Muskeln, wie er unter seinem engen schwarzen T-Shirt unschwer erkennen ließ. Außerdem interessierte er sich, wie ich auch, für Sport, weshalb wir innig in ein Gespräch über die aktuelle Lage in verschiedensten Sportarten vertieft waren, als Anna uns alle nach draußen scheuchte, weil es bereits kurz vor 12 war und sie das Feuerwerk nicht verpassen wollte. Ich machte einen Abstecher in die Küche mit ihr, um den Champagner zum Anstoßen zu holen. Danach gesellten wir uns zu den anderen, die bereits vor dem Haus auf uns warteten. Wir füllten schnell die Gläser aller Anwesenden, da fingen Nachbarn und umherstehende Passanten schon an, den Countdown runterzuzählen. Ehe ich mich versah, legte Tim kurz vor Neujahr seinen Arm um meine Schultern und grinste mit seinem perfekten Lächeln auf mich hinab. Als dann die Raketen in die Luft schossen, nahm er mich direkt fest in den Arm und flüsterte mir „Frohes neues Jahr, Lina“ ins Ohr. Als er mich losließ, lächelten wir uns noch einmal an, danach wünschte ich noch den anderen beiden Mädels, Lea und Madita, ein frohes neues Jahr und anschließend etwas ausgiebiger meiner besten Freundin und ihrem Freund.
Nach dem Feuerwerk saßen wir noch einige Zeit zu sechst in Annas Wohnzimmer, ehe wir uns alle wieder Richtung zuhause verabschiedeten.
Gerade, als ich in mein Auto einsteigen wollte, ließ mich eine Männerstimme in meiner Position verharren. Ich drehte mich lediglich in die Richtung, aus der die Stimme kam.
„Lina, warte mal kurz“, Tim kam von seinem Auto, einem angeberischem Aston Martin, mit großen Schritten auf mich zu. „Bevor wir ewig warten müssen, bis wir beide wieder hier eingeladen werden, wollte ich fragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, dass wir uns demnächst wiedersehen?“ Leicht verwirrt antwortete ich „Klar, wieso nicht? Ruf einfach mal an, wenn du Zeit hast.“
Er schien erleichtert, holte sein Handy aus seiner Hosentasche und notierte sich meine Nummer, die ich ihm diktierte. Zum Abschied umarmte er mich noch einmal und ging danach grinsend zu seinem Auto zurück.
Auf dem Rückweg haderte ich etwas mit meiner vorschnellen Entscheidung, direkt zugesagt zu haben. Er war zwar super nett, aber eigentlich hatte ich momentan keine Zeit für einen Mann an meiner Seite. Ich wollte erst richtig in meinem Job ankommen, der nun endlich losging und da konnte ich Gefühlschaos nebenbei nun wirklich nicht gebrauchen…
Ich wollte ihn jedoch auch nicht direkt vergraulen, da wir uns tatsächlich sehr gut verstanden haben und ein weiterer Freund in München wohl nicht schaden konnte, solange es denn bei Freundschaft bleiben würde.
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