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The Attraction of Opposites

von xExelx
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Erotik / P18 / Het
Boruto Uzumaki Himawari Uzumaki Inojin Yamanaka Kawaki Mitsuki Sarada Uchiha
15.01.2023
25.01.2023
4
12.492
11
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
25.01.2023 3.061
 
Akt 1 #04 – Investigation (2)


Boruto flickte gerade mit den Augen zwischen zwei brandneuen Spielen hin und her, ehe er aufgrund eines lauten Geräuschs in der Bewegung einfror.
Dieses Rattern kannte er.
Auch wenn es viel weicher klang als noch einen halben Tag zuvor.
Sein Blick schwang über den Verkaufsstand nach draußen.
Tatsächlich das burgunderrote Motorrad.
Gerade noch so nahm er die Bewegung wahr wie zwei Personen den Supermarkt gegenüber an der Road 4 betraten.
Seinen Adoptivbruder würde er überall erkennen, vor allem redete er sich das ein, obwohl er die Schwarzhaarige schon zuvor anhand ihres Ganges erkannt hatte.
Der Blonde schluckte und verließ den Spieleshop mit eiligen Schritten, ehe er schon geistesabwesend die Willkommensklingel des großen Supermarktes hörte, passierte einige Obststände, bis seine Augen nervös umherfuhren, auf der stringenten Suche nach seinem Bruder und dessen nervigen Begleitung.

„Yo Uzumaki, bist das wirklich du?“, fragte eine Stimme hinter ihm, die ihm die Haare zu berge stehen ließ.
„Chocho!“, rief er überrascht aus und hielt sich eine Hand an den Hinterkopf.
„Ich hab schon gehört, dass du zurück seist“, atmete sie aus und stellte zwei Kisten am Regal hinter ihm ab.
„Kein Wunder, dass sie sofort zu dir gerannt kommt“, murmelte der Blonde säuerlich vor sich her.
Die Akimichi warf ihm einen irritierten Blick zu und hob ihr Handy erklärend hoch.
„Inojin hat es mir getextet“, gab sie zurück und Boruto schnaubte zu sich selbst.
Manchmal sollte er seinen Mund einfach nicht so schnell auf machen.
„Wenn du Kawaki suchst, der ist eben schnurstracks zu meinem Vater an die Fleischtheke gelaufen“, grinste sie nun und schlang ihre Arme wieder um die Kisten, bereit ihrer Arbeit wieder nachzugehen.
Der Blonde überlegte kurz, bis die Puzzleteile zusammenfielen.
Seine Mutter musste die beiden nochmal losgeschickt haben, so wie sein Vater ihn.
Seine Lippen zuckten in ein fassungsloses Lächeln.
Uzumakis waren einfach unfassbar schlecht im Planen, jedoch sehr gut im improvisieren.
„Bis morgen in der Schule“, winkte er schnell zu der orangehaarigen Frau und eilte dann die Gänge entlang.
Wenn er die zwei etwas beobachten würde, würde er sicherlich Hinweise finden, um diese blöde Theorie zu widerlegen.

Gerade nahm er noch den blond-schwarzen Iro wahr, als dieser in einem Gang verschwand.
Sein Kopf schwang ebenfalls um die Ecke, ehe er mit offenen Augen zurück ruderte.
Nicht nur, dass sein Adoptivbruder in Gesellschaft einer Frau Kondome kaufte, sondern dass Sarada auch noch neben ihm stand, absolut unbeeindruckt von dieser Tatsache, während sie sogar noch spielerisch einen Ellbogen in Kawakis Seite rammte, sendete Borutos Kopf in eine gedankliche Abwärtsspirale.
Was zum Teufel lief bei den beiden?

Sein Herz sprang beinahe aus der Brust, als Kawaki aus dem Gang trat und ihn überrascht ansah.
„Was machst du denn hier?“, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Dad hat mich nochmal losgeschickt zu Herrn Akimichi“, wirbelte er nervös mit einer Hand herum, er wusste selbst nicht wieso ihn das nervös machte, denn er log ja nicht mal!
„Achso“, atmete der Irokese aus und deutete auf den Korb in seinem Arm.
„Haben wir schon erledigt.“
„Ah, gut gut“, antwortete er nur und hielt sich eine Hand in den Nacken.
Zum Himmel war das peinlich.
Sarada ging gerade mit einem eigenen Korb um die Ecke, ehe sie kurz in der Bewegung stockte und dann den Mund schloss.
Sie nickte ihm einfach nur zu und sofort blubberte die Wut wieder tief in seine Brust.
War er jetzt nicht mal mehr ein paar Worte wert?!

„Sarada“, grüßte er nochmal gezwungen, nicht um höflich zu sein, sondern eine Reaktion von ihr zu provozieren, worauf die schwarzen Augen sich auf dem Boden fixierten, ehe sie ein „Uzumaki“, herauspresste.
Kawaki seufzte zwischen den ewigen Streithähnen einmal laut und deutete auf die Kasse, anscheinend bestrebt einfach nur aus dieser Situation zu kommen, ohne von den zwei Raubtieren im Gang zerfleischt zu werden.

Boruto ballte die Fäuste und seine Gedanken rasten wieder, als die Kassiererin die Packung (die jegliche Fragen in ihm aufwarf) über den Scanner zog.
Nach dem Zahlen schwiegen die drei jungen Erwachsenen noch immer und der Blonde unter ihnen war fast verwundert woher diese Stille nun kam.


Sarada war beinahe am Motorrad angekommen, als eine Hand auf ihrer Schulter sie aufhielt.
„Ich laufe mit Boruto, kann ich die Sachen bei dir in den Rucksack packen?“, fragte Kawaki leise und drehte sie ein Stück zu sich herum.
Ihre Augen schwangen an ihm vorbei direkt auf den blonden Uzumaki der beleidigt die Arme verschränkt hatte und ungeduldig vor dem Eingang des Supermarkts hin und her schwang.
Ihr Blick wurde etwas wehmütig und sie nickte.
„Kein Problem“, sagte sie und sah ihm geduldig zu wie er die Einkäufe vorsichtig in ihrem Rucksack verstaute, während sie seinen Helm vom Schloss trennte und sie die zwei Gegenstände tauschten.
„Und danke“, erklang Kawakis Stimme nochmal, ehe Sarada das Klicken ihres eigenen Helms vernahm.
„Du hast mich immerhin darum gebeten etwas runterzufahren, oder nicht?“, fragte sie mit einem schmalen Lächeln, welches von ihm erwidert wurde.
„Ich hätte aber nicht gedacht, dass du das sofort umsetzen würdest.“
„Ich kann zusätzlichen Stress sowieso nicht gebrauchen“, brachte sie neutral heraus und winkte mit einer Hand ab.
Der Irokese musterte sie einige Sekunden, bis er wieder den Mund öffnete.
„Mein Kopf kann sich nicht mal ansatzweise vorstellen wie sehr dich seine Rückkehr aufgewühlt haben muss“, brachte er mit einem Kratzen an seinem Undercut heraus und beugte sich dann ein Stück zu ihr vor.
„Ich weiß, dass das vor ein paar Jahren dich sehr verletzt hat“, flüsterte er nun, so als wäre es schon das größte Geheimnis, das die beiden teilen würden und sah sie mitleidig an.
„Doch er ist mein Bruder und ich hab das Gefühl, dass er damals nicht ohne Grund ins Windreich verschwunden ist und nun so plötzlich wieder im Feuerreich auftaucht.“
Die Schwarzhaarige biss sich auf die Unterlippe bei den Erinnerungen von vor vier Jahren und schüttelte dann den Kopf.
„Das ist Vergangenheit“, gab sie als Meinung zu seinem ersten Satz ab und Kawaki lachte einmal heiser.
„Ist es?“, fragte er mit schief gelegten Kopf, ehe er sich ohne weiteren Kommentar herumdrehte und mit beiden Händen in den Hosentaschen zu seinem Adoptivbruder herüber ging.
Geschlagen atmete sie aus und schwang ein Bein über den ledernen Motorradsattel.
Vielleicht war es nicht gänzlich Vergangenheit, doch das sollte es sein.


Die beiden Uzumaki Brüder sahen zu, wie die Schwarzhaarige fortfuhr und begannen dann auch den Weg nach Hause einzuschlagen.
Sie liefen schon den Großteil des Weges ohne auch nur ein Wort zu wechseln.
„Warum bist du wirklich schon wieder in Konoha, Boruto?“, fragte Kawaki irgendwann sehr ruhig und klemmte sich den Helm unter die Armbeuge, schlenderte lässig den Weg an der Hauptstraße entlang.
„Ich hatte keine Lust mehr auf das Resort.“
Blank gelogen, wie immer, aber die Wahrheit war ihm zu peinlich, um sie auszusprechen.
„Sonne, ewiger Sommer, Sonnenschein. Viele Weiber, die auf dich stehen und einen riesiges Paradies mitten in der Wüste. Ich bezweifle, dass du das freiwillig zurückgelassen hast“, sagte sein Bruder nun hämisch und spielte mit der Hand an den Schnallen des Helms herum.
„Du hattest drei Jahre Ruhe, jegliche finanzielle Freiheiten, einen heidenabstand zu Sarada und sagst mir, dass du das freiwillig aufgegeben hast, um wieder bei deiner Mutter zu wohnen? Tut mir leid, wenn ich dir das nicht abkaufe“, grunzte er weiter und Boruto biss die Zähne aufeinander.
„Kann dir doch egal sein weshalb ich zurück bin“, sagte er und stopfte nun auch die Hände in die Hosentaschen, nur sah er nicht so cool aus wie der Irokese, sondern wie ein beleidigtes Kind.
„Du bist mein Bruder“, zischte er nun.
„Natürlich interessiert es mich, wenn du in Schwierigkeiten steckst.“
Boruto lachte heiser, normal war es nicht er, der in Problem steckte, sondern der Irokese.
„Bro's hintergehen sich aber nicht so“, brachte der Blonde heraus und deutete auf den Weg vor sich, geradewegs nach Hause, beiden völlig klar, was er ansprach.
„Du übertreibst ein bisschen, findest du nicht auch?“, rollte der Mann neben ihm die Augen und begann den Helm wie eine Bowlingkugel auf seinen Finger zu balancieren.
„Ich bin nicht der Grund, weshalb es so ist wie es ist“, murmelte Boruto beleidigt und trat eine halbleere Dose auf dem Wegesrand weg.
„Ihr seid beide der Grund.“
Boruto riss überrascht die Augen auf und durchbohrte seinen Bruder.
„Du weißt was ihr Problem mit mir war, oder?“, rief er wütend aus und lief direkt rot an.
„Ich weiß, dass ihr beide Idioten seid“, wehrte er ab und stieß ihm mit drei aneinandergelegten Fingern heftig gegen die Stirn.
Der Irokese zuckte nun die Schultern.
„Versucht einfach euch nicht gegenseitig umzubringen, wenn ihr schon nicht befreundet sein könnt“, bat er nun und holte seinen Schlüssel für die Haustür heraus.

Boruto knirschte etwas mit den Zähnen, doch er verstand wieso sein Bruder ihn um so etwas bat.
Einfach für das Seelenwohl aller Beteiligten.
In der Küche roch es bereits nach der deftigen Brühe, der Tisch war gedeckt und der Blonde konnte es kaum noch abwarten endlich wieder mit seiner gesamten Familie zu Abend zu essen.
Aus der Küche vernahm er Geräusche und lässig schritt er hinein, nur um seinen geschworenen Erzfeind in Küchenschürze neben seiner eigenen Mutter vorzufinden.
Ein strahlendes Lachen zierte ihr Gesicht, als Hinata der jungen Frau irgendeine Geschichte erzählte und Borutos Herz wurde schwer bei dem Geräusch.
Sie hatten früher so viel miteinander gelacht und auch wenn er es nun niemals zugeben würde:
Der Uzumaki vermisste diese Zeit.
Sie waren praktisch von Geburt an bis beinahe ihrem fünfzehnten Geburtstag unzertrennlich gewesen, hatten gemeinsam Ju-Jutsu bei Sasuke erlernt, fast Sakuras Küche bei den ersten Versuchen von Muffins in Brand gesetzt und sich mehr als eine tadelnde Schimpftirade von dieser eingefangen.
Doch jedes Mal hatte Boruto ihr nur zu gegrinst und beide waren sich mehr als sicher, dass es nicht die letzte Blödheit gewesen war, die sie angestellt hatten.
Saradas Blick streifte seinen und ihr Lachen erstarb augenblicklich, er sah ihre Finger an die Schürze wandern und den Kopf wieder zu seiner Mutter drehen.
„Es tut mir Leid, Hinata. Es wäre besser, wenn ich jetzt rüber gehe, morgen fängt die Schule wieder an“, sagte sie höflich und faltete das Utensil säuberlich übereinander, um sie wieder in einer Schublade zu verstauen.
„Du musst nicht gehen, du hast mir sogar nun noch geholfen. Iss doch mit uns“, brachte Hinata mit einem besorgten Blick heraus.
„Doch ich denke, dass das besser ist“, winkte sie ab, verschränkte dann die Arme leicht auf dem Rücken und trat ihren Weg aus der großen Küche heraus an.
Seine Mutter sah der Schwarzhaarigen nach, die einmal höflich Naruto zunickte, der gerade an gewatschelt kam, um den Topf zu tragen.
„Papperlapap“, rief dieser sofort aus.
„Du bleibst zum Essen! Das ist ein persönlicher Wunsch von mir“, wedelte der Hausherr mit einem Arm umher und deutete dann auf seinen Sohn.
„Eine Stunde werdet ihr ja wohl aushalten, oder?“
Gespannt sahen die anwesenden Uzumakis den Blonden Spross der Familie an.
Allen war klar, weshalb die Uchiha so vehement ablehnte.

„Von mir aus“, knirschte Boruto, ohne direkt in ihre Richtung zu sehen.
Er sah sie deutlich auf den Klang seiner Stimme zusammenzucken, was eine kleine Nadel in sein Herz stach.
Wann waren sie sich nur so fremd geworden?

Das Abendessen lief etwas gezwungen ab, wobei Sarada und Boruto sich alle Mühe gaben die Anwesenheit des anderen zu ignorieren.
„Bist du schon aufgeregt, Sarada? Ich meine, immerhin trägst du ab morgen die Armbinde!“, leuchteten Himawaris Augen und Sarada stockte kurz mit den Stäbchen, ehe sie einmal trocken schluckte.
„Ist doch nichts Wildes, es bedeutet nur, dass ich mehr Aufgaben habe als vorher“, sagte sie und fischte sich noch ein paar Pilze in ihre Schüssel.
„Wenigstens kann ich nochmal so einen schönen Abend erleben, ehe die Pflichten über meinem Kopf zusammenbrechen und jegliche Schülerstreitigkeiten an mir haften bleiben“, lachte sie nervös und nahm ein paar Züge aus ihrem Wasserglas.
Borutos Gedanken stoppten.
Sarada trug ab dem ersten Schultag die Armbinde?!

Du bist dieses Jahr die Schülerpräsidentin?!“, brachte er etwas zu harsch raus und zum ersten Mal an diesem Abend sprangen die schwarzen Augen direkt auf seine meeresblauen.
„Ja“, sagte sie simpel dazu und hielt seinem Blick stand.
Der Blonde ballte unterm Tisch die andere Faust.
Wenn diese Frau das letzte Schuljahr die Schülerpräsidenten war, würde sein Leben erst recht die Hölle sein.
Nur ein Streich in ihre Richtung, ein falscher Witz und er stände direkt vor vollem Gericht im Lehrerzimmer.
„Haben sie wohl keinen besseren für diesen Job gefunden“, lachte er hämisch und schob sich ein Stück Rindfleisch in den Mund, während er gespannt auf ihre Reaktion wartete.
„Anscheinend“, erklang ihre Stimme erneut neutral.
„Ich meine wenn man so weit herabsinkt dich zu fragen, dann...“
Boruto!“, knallte Naruto nun eine Hand auf den Tisch.
„Was?! Ich darf ja wohl noch meine Meinung sagen!“, knurrte er zurück und ließ seine Stäbchen sinken.
„Ich darf ja wohl etwas dazu sagen, dass die Schülerpräsidentin sich in meinem Zuhause ausbreitet und von mir verlangt wird das einfach so hinzunehmen! Wenn sie Familienabende so “schön“ findet warum hat sie die dann nicht mit ihrer eigenen Familie?!“, rief er nun aus, die angesammelte Frustration brach einfach aus ihm heraus, keine Möglichkeit mehr dieses Gefühl zu zügeln.
„Was ist denn nur mit dir los, Boruto?“, sagte Hinata leise und sah ihn irritiert an.
Sie verstanden es wirklich nicht, oder?
Er ertrug das alles einfach nicht.
Das war seine Familie, sein Rückzugsort!
Gerade als Kawaki auch den Mund öffnen wollte, denn er und Himawari hatten da Schauspiel nur stumm beobachtet, hob wer anders die Stimme.

„Ist schon gut“, seufzte Sarada leise und stellte ihre Schüssel ab.
„Ich habe gesagt, dass das eine schlechte Idee ist.“
Sie stützte sich mit beiden Händen am Tisch ab, stand auf und verbeugte sich einmal traditionell höflich.
„Danke für die Einladung“, brachte sie leise heraus, ehe sie mit einem zu lautem Geräusch die Glastür aufzog und durch den Garten eilte.

Kawaki stand wortlos auf, griff sich seinen Rucksack, schulterte diesen sofort und joggte dann in gemächlichen Tempo durch den Hinterhof der Uzumakis.
Er hatte wirklich versucht Frieden zwischen den beiden zu stiften, doch irgendwie explodierte es, wenn diese zwei laufenden Chemikalien nur leicht aneinander rieben.
„Sarada...warte doch mal“, rief der Irokese ihr hinterher.
„Ich hab's probiert! Ich habe es wirklich probiert, aber er... er...“, brachte sie erstickt heraus und strich sich wütend die Tränen aus den Augen.
„Ich weiß“, erwiderte Kawaki und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

Mit gefletschten Zähnen beobachtete er die Szene im Garten, Kawaki, der aufmunternd eine Hand auf der Schulter der Schwarzhaarigen hatte, zu weit weg um irgendein Wort zu verstehen.
Seine Eltern sahen sich überfordert an, ehe sie leise seufzten.
„Boruto, du bist echt ein Arschloch geworden“, murmelte seine Schwester und füllte sich die Schale erneut auf.
Seine Wut verblasste bei den Worten und sein Blick schwang über den Tisch.
Anscheinend hatte er es diesmal zu weit getrieben.


Nicht mal eine Stunde später pirschte er sich an das Gebäude am Ende des Gartens heran.
Nach langem beleidigt sein, kam er zu dem Schluss beziehungsweise bläute seine Mutter ihm ein, dass er sich vielleicht mal entschuldigen sollte.
Immerhin war Sarada trotz allem ein Gast seiner Eltern.
Erst überlegte er zu klopfen, jedoch befürchtete er, dass die Schwarzhaarige ihm einfach gar nicht die Tür öffnen würde.
Vorsichtig drückte er die Klinke herunter und bevor am Ende der  Treppe ins Obergeschoss ankam, hörte er schon ihre Stimme.

„Was möchtest du, Uzumaki“, fragte sie mit hochgezogener Augenbraue.
Sarada stand am Ende der Treppe, mittlerweile in einem Top und einer Shorts, die in ihm eine warme Welle auslösten und er schluckte trocken herunter.
„Sag deiner Mutter einfach, dass du dich entschuldigt hättest und gut“, winkte sie ab und schickte sich an wieder in die Wohnung oben zu gehen.
„Ich wollte nicht so ausflippen“, brachte er nun die ersten ehrlichen Worte heraus und die Schwarzhaarige hielt mitten in der Bewegung an, die Hand schon auf dem Henkel der Tür.
„Schon gut“, erwiderte sie simpel und ihr Blick schwang auf seinen.
„Weißt du, ich wollte mich nicht in deiner Familie ausbreiten. Sie haben dich so sehr vermisst und fast jeden Tag von dir gesprochen, du sollst nicht denken, dass du nun der Außenseiter wärst“, sagte sie sehr leise und überrascht riss er die Augen auf.
„Also. Ich werde mich soweit es geht fernhalten“, ergänzte sie noch und zog dann die Tür auf, um nachfolgend dahinter zu verschwinden.
Bevor er auf dem Stufenabsatz herumdrehen konnte, hörte er zwei gedämpfte Stimmen aus dem Zimmer.
Kawaki war noch hier.
Perplex blieb er stehen, sein Herz noch immer zwischen Frust und Wut am pendeln.
Instinktiv ging er ein paar Treppenstufen höher, sodass er die zwei Stimmen leise hören konnte.
„Ist er weg?“
„Hmhm“, machte die Frau zustimmend und Boruto fiel der Mund offen.
„Boruto würde einfach nicht verstehen warum ich das tue...“, sagte der Irokese sehr leise und der Blonde bemerkte, dass die Stimmen definitiv aus derselben Ecke der kleinen Etage kamen.
„Keine Sorge, von mir wird er es nie erfahren.“
„Gut. Er würde es nämlich nur der gesamten Schule erzählen.“
„Wahrscheinlich.“
Sein Mund klappte wieder zu und er biss die Zähne aufeinander.
Kawaki verheimlichte ihm tatsächlich etwas mit Sarada!
Das Lächeln, die viele Zeit zusammen, die Kondompackung, es war doch mehr als eindeutig!
Mit stolpernden Bewegungen ging er von der Treppe und verließ mit Händen in den Hosentaschen schnell das Gebäude.
Was sollte er mit dieser Information, die er beschafft hatte, nun anfangen?

Mit einem frustrierten, langgezogenen Seufzen legte Sarada den Kopf in den Nacken.
„Vielleicht solltest du doch mit ihm reden...“, schlug der Irokese leise vor und die Schwarzhaarige lachte dann als hätte er vorgeschlagen zu einer Schießerei mit einem Plastikmesser aufzutauchen.
„Es...“, fing sie leise an, ehe sie sich wieder aufrecht auf die Couch setzte, das Mathebuch und Kawakis gesamte Unterlagen zwischen ihnen.
Sie deutete mit einem Finger auf die nächste Aufgabe und grunzend kritzelte der Irokese die ersten Berechnungen auf den Block, der auf seinen überschlagenden Beinen lag, schielte sie jedoch zwischendurch an, vermutlich würde er ohne eine Antwort nicht aufgeben.
Kurz war außer den kratzenden Bewegungen über dem karierten Papier nichts zu hören.

„Dass er über meine Gefühle getrampelt ist, hat mir schon beim ersten Mal gereicht“, beendete sie schlussendlich den Satz und markierte mit kleinen Klebezetteln die wichtigsten Seiten in den Büchern, die Kawaki an dem Tag aus der großen Stadtbibliothek ausgeliehen hatte.
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