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The Attraction of Opposites

von xExelx
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Erotik / P18 / Het
Boruto Uzumaki Himawari Uzumaki Inojin Yamanaka Kawaki Mitsuki Sarada Uchiha
15.01.2023
31.05.2023
34
129.608
17
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
23.03.2023 4.486
 
Akt 1 # 16 Angriff oder Verteidigung? (2)

Boruto gewann seine verlorene Haltung wieder, stieß sich von der Wand ab und folgte Sarada eilig in das Gebäude.
Das hatte zu gut funktioniert.
Er hatte gehofft, jedoch nicht geglaubt, dass sie sich auf dieses Spielchen tatsächlich einlassen würde.
Jedenfalls nicht so schnell.
Sein Großvater hatte damit recht, dass er Sarada kannte und dass sie sich einer Herausforderung stellen würde – gerade in etwas, wo sie sich im absoluten Element sah.

Sie liefen den langen Flur über einen gläsernen Übergang zu den Umkleiden in völliger Stille, doch die Hitze war für ihn mehr als spürbar.
Seine Augen lösten sich kurz von ihrem Körper, um vom gläsernen Korridor in das Innere der Halle zu schauen.

Borutos Atem stockte, als er die neu designte Halle begutachtete und danach wieder auf Sarada schaute, die mit einem ernsten Gesichtsausdruck ebenfalls die Geräte, verschiedenen Anlagen und sehr wenigen Menschen dort musterte.
„Welche davon machst du heute genau?“, fragte er und deutete auf ein paar verschiedene Sachen, woraufhin Sarada vor ihm stehen blieb und fassungslos lachte.
„Alle“, brachte sie amüsiert heraus, stieß die Tür zur Damenumkleide auf und verschwand mit einem belustigten Winken.

„Guck Bro, ich versteh dich, aber dieses Training ist echt nicht ohne. Warte lieber auf einen regulären Trainingsnachmittag – nicht morgen“, hatte Kawaki ihn gewarnt und in Boruto machte sich die Vermutung breit, dass er auf ihn hätte hören sollen.
Doch impulsiv wie er nun mal war, hatte er weniger darüber nachgedacht und Kawaki gesagt, dass er gerne so schnell wie möglich das ganze über die Bühne bringen wollte.
Der Blonde schluckte schwer herunter und öffnete mit einem geschlagenen Seufzen die Umkleidekabine.

Boruto war sportlich.
Das war er wirklich.
Leichtathletik, Fußball und auch sonst viele Sportarten machten ihm nichts aus und doch zweifelte er schon beim Betreten der Halle, dass er auch nur ansatzweise auf diesen Tag vorbereitet war.

Sarada wartete bereits, eine Wasserflasche im Arm, ihr Handy in der Hand, auf dem sie furios tippte und mit einem wehleidigen Blick ahnte er schon wer gerade die geballte Wut der Uchiha ab bekam.
Borutos Augen flickerten schnell über ihre Figur.
Natürlich trug sie eine kurze Sportshorts, der Anblick war ihm langsam nicht mehr fremd, doch dass sie ein luftiges Tanktop trug, wobei sich ihr schwarzer Sportbh, mehr als ersichtlich, um ihren Oberkörper schlang, ließ ihn einmal stoppen, kurz durchatmen und seine Gedanken ordnen.
Das letzte was er sich erlauben sollte, wäre sich heute ablenken zu lassen.
Seine Augen fuhren erneut über ihren Rücken, dieses Mal langsam bis herunter zu ihrem Hintern.

Er schüttelte sich erneut aus der Starre und biss sich auf die Zunge.
Definitiv nicht ablenken lassen.

„Womit fangen wir an?“, fragte er gespannt und beobachtete sie dabei wie sie auf den Klang seiner Stimme tief durchatmete, das Handy in ihrer Shorts verstaute und ihn direkt ansah.
Trübes Schwarz traf auf Himmelblau – sie schien trotz allem nicht so begeistert von dieser Idee zu sein.
„Vielleicht solltest du dich erst mal aufwärmen“, schlug sie vor und rollte die Augen, so als wäre es völlig ersichtlich, dass Boruto mit dem Bus zur Sportanlage gefahren war.

Der Blonde schnaubte.
Wenn sie wüsste, dass er bestimmt eine halbe Stunde zuvor gewartet hatte, um sie nicht zu verpassen, würde sie seinen Aufwand sicherlich zu schätzen wissen.

Aufwärmen war das geringste Problem, er lief einige Minuten auf dem Laufband, wobei er Sarada dabei beobachten konnte wie sie sich die Beine und Hände tapete.
Seine Augen fingen die leichten blauen Flecken an ihren Schenkeln auf, bei denen sich Boruto jedoch sicher war, dass er an diesen nicht schuld war.
Er wusste, dass Saradas Training hart, vermutlich unerbittlich war, doch dass sie sich regelmäßig zu verletzen schien, war ihm gänzlich neu.
Am Strand war ihm das überhaupt nicht aufgefallen, aber zu seiner Schande musste er sich eingestehen, dass ihr Bikini seinen Fokus auch hatte ziemlich abschweifen lassen.

Bei dem Gedanken an blaue Flecken fuhr sein Blick wieder auf ihren Hals, der noch immer mit den verschiedenen Blau- und Violetttönen gesprenkelt war, jedoch schien sie in der Trainingshalle nicht bestrebt zu sein sie großartig zu verstecken.
Nachfolgend checkte er die Halle ab, sie waren beinahe alleine, hier und dort einige Menschen an der Kletterwand, ein paar spielten in einem der abgeschlossenen Räume anscheinend Squash, denn er hörte nur den Ball hin und her klatschen.
Es wunderte ihn nicht, es war Spätsommer, die meisten Bewohner Konohas waren sich irgendwo sonnen oder im Schwimmbad, kaum jemand ging gerne einer anderen Sportart nach, wenn die brüllend heiße Sonne auf das Glasdach brannte.
Zu seiner eigenen Erleichterung war die Sportanlage jedoch sehr gut klimatisiert.

Boruto hatte diesen Plan nur notdürftig zusammengestellt, gehofft, dass dieser Tag ihm einige Erkenntnisse geben könnte, eventuell sogar eine Möglichkeit bot es zu einer Routine zu machen, sodass er sich, langsam aber sicher, erneut einen Platz in Saradas Leben erschleichen könnte.
Außerdem drehten sich seine Gedanken seit der Klassenfahrt sowieso nur um die Schwarzhaarige und ihre kleinen, atemlosen Geräusche, von denen er mit steigenden Minuten in der Halle hoffte, dass er sie zumindest ähnlich erneut hören würde, wenn sie sich verausgabte.

Genau diese Vorstellung war es, die er sich schon nach der ersten Stunde abschminkte.

Er selbst hechelte, ihm wurde schlecht und er wünschte sich seine Eingeweide würden ihm von innen heraus einfach eine Klatsche verpassen.
Er verfluchte seinen Großvater.
Wie sollte er Sarada in ihrem Element schlagen, wenn die Schwarzhaarige sich in dieser Halle bewegte wie ein Fisch im gottverdammten Ozean.

Als sie ihm mitteilte, dass sie beide mit einem intensiven Zirkeltraining beginnen würden, hatte Boruto sich noch in einer gewinnenden Position gesehen, denn Zirkeltraining gehörte in seinem Leichtatheltikclub zu den Grundvoraussetzungen.
Sensei Kiba bestand darauf, es würde nicht nur das schlichte Laufen verbessern, sondern jegliche Koordination.
Also waren sie beinahe eine dreiviertel Stunden auf den Matten umeinander im Kreis gelaufen, von Box Jumps ließen sie sich in Push-Ups fallen, nur um mit Mountain Climb Bewegungen über die Matten zu hetzen, rollten sich vorwärts wieder in eine kniende Position, um nachfolgend Squats auszuführen, nur um einen Zirkel mit einigen Liegestützsprüngen zu beenden.
Boruto hatte schon schlucken müssen, als er eine Zirkulation von ihr gesehen hatte, doch die nachfolgenden zehn, die er danach gemeinsam mit ihr machte, zeigten ihm auf, wie sehr er das Training vernachlässigt hatte.
Seine Oberschenkel brannten, er fragte sich nach dreißig Minuten ob seine Arme abfallen würden und er nahm sich fest vor einen Abend Zocken gegen einen Trainingsplan zu tauschen.

Sarada schien ihn die gesamte Zeit weitgehend zu ignorieren, ihre Augen trafen sich bei den Übungen ein paar mal, ehe die Schwarzhaarige krampfhaft den Blick abwandte, Boruto spürte es eindeutig:
Seine Nähe war ihr tatsächlich unangenehm und nicht nur weil sie ihn nicht ausstehen konnte.
Die Spannung war genauso präsent wie die letzten Tage, dennoch achtete sie mehr auf sich und die Übungen als auf ihn und falls sie die Geräusche machte, die er sich seit Tagen erhoffte wieder zu hören, dann gingen sie in seinem eigenen Hecheln, seiner pfeifenden Lunge sowie seinem explodieren Herzen unter und wieder fühlte er sich wie ein kleiner Welpe, der von ihrer Leine dirigiert wurde, denn eine echte Atempause gönnte sie ihm nicht.
Und bereitwillig folgte er dem Dirigenten.

Nur die rapider ausfallenden Auf- und Abbewegung ihrer Brust verdeutlichte ihm, dass sie sich sehr wohl anstrengte, beinahe verbissen verausgabte.
Jedoch schien sie nicht auf die Anstrengung ihrer Übungen zu achten – sondern der korrekten Ausführung, beinahe makellos, er hatte es bei seinem Vater so oft gesehen, als er sie beide als junge Jugendliche mit zum Training genommen hatte.
Boruto seufzte geschlagen – bevor Naruto einen leichten Bierbauch und den Bürojob bekommen hatte, doch gerade er selbst durfte darüber nicht urteilen.

Die anderen Übungen waren ebenfalls anstrengend, jedoch quälte er sich irgendwie durch sie hindurch, ein Parkour mit verschiedenen Hindernissen hier, einige Sportgeräte da, das Programm war wirklich unfassbar umfangreich und der Blonde war froh, dass er sich noch einigermaßen auf den Beinen halten konnte.

Nachfolgend spielten sie einige Runden Squash, das einzige, wo er eine echte Chance besaß.
Abwechselnd jagten sie den Ball gegen die Wand, tanzten umeinander herum, um irgendwie die Punkte an sich zu bringen.
Je länger ihr Schlagabtausch wurde, desto mehr gewöhnt er sich an die Belastung, trotzdem strauchelte er bei den ein oder anderen Bewegungen.
Beide vergaßen nach und nach die Zeit, während der abprallende Ball in ihren Ohren nachhallte, die quietschenden Sportschuhe den Takt vorgaben und das Surren des geschlagenen Schlägers die Geräuschkulisse untermalte.
Boruto wollte nicht verlieren, unter gar keinen Umständen schon wieder, er hatte beinahe den gesamten Tag Niederlagen eingesteckt, wenn man es so nennen wollte, auch wenn er ehrlich gestehen musste, dass die bisher vergangenen drei Stunden vermutlich die ruhigsten waren, die sie seit Tagen gemeinsam hatten.
Ein gezielter Schlag von Sarada ließ ihn auf der Stelle eine Kehrtwende machen, sodass er durch den gesamten Raum hetzt.
Ihm fiel auf, dass die Schwarzhaarige immer einen peniblen Abstand zu ihm suchte – wobei er fair zugeben musste, dass die Regeln vom Squash besagten den anderen in keiner Spielsituation zu behindern.

Boruto japste vor Anstrengung, doch er wollte zumindest den letzten Satz gewinnen, sie waren sicherlich schon seit Ewigkeiten im Tiebreak 11:10, 11:11, 11:12; 12:12 13:12 … es nahm wahrlich kein Ende mit der gegenseitigen Aufholjagd.
Ein Schlag, quietschende Schuhe, immer stärker hetzende Bewegungen quer durch den Raum, wobei sie in ihrem Ehrgeiz beinahe mehrfach den anderen über den Haufen rannten.
Ihr Körper flog einige Male haarscharf an ihm vorbei und er unterdrückte das Verlangen nach ihr zu packen, um endlich ein ausführliches Gespräch zu führen.
Jedenfalls hoffte er, dass er selbst den Drang fand zu sprechen statt andere Dinge zu tun.
Auch wenn er nichts dagegen hatte, erst recht nicht als er eine warme Gänsehaut bekam sobald die Schwarzhaarige anhielt, um angestrengt und tief Luft zu holen.
Die Erinnerungen aus der Klassenfahrt taten ihr übriges.

Der nächste Schlag saß und Boruto ging in den langersehnten Satzsieg.
Sarada atmete schwer und wirbelte den Schläger in der Hand.

„Dann können wir ja jetzt endlich zum Dojo“, brachte sie angestrengt heraus, wischte sich mit dem Handtuch über das Gesicht, warf die Schläger wieder in ihren riesigen Rucksack und ging ohne ein weiteres Wort voran.
Der Blonde hielt mit der Wasserflasche vor seinem Mund an und hielt diesen offen.
Hatte Sarada wirklich gewartet ob er auch einen Satz für sich entscheiden konnte?

Sie verließen wenig später seufzend die Halle, wobei beide etwas genervt schauten, als die grelle Nachmittagssonne sie strahlend begrüßte.
Der Weg zum Dojo war ruhig, durchzogen mit schwerem Atmen und Borutos weichen Knien, die die Anstrengungen definitiv nicht mehr gewohnt waren.

Der Uzumaki war schon sehr sehr lange nicht in dem Trainingsdojo der Uchiha, doch der altbekannte Geruch des Holzes war ihm immer in Erinnerung geblieben.
Als Sarada und er, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr miteinander aus kamen hatten seine Trainingseinheiten bei Sasuke abgenommen, denn der schwarzhaarige Hausherr hatte keine Lust mehr auf seine bockige Art gehabt, den Drang sich mit dessen Tochter zu streiten und vor allem sein loses Mundwerk.
Naruto hatte zwar gebettelt, doch Sasuke hatte abgelehnt Boruto weiter zu trainieren.

Er sah zu wie Sarada die spärlichen Lampen des Raumes anschaltete, die Klimaanlage ebenfalls in Betrieb nahm und ihre Tasche fallen ließ.
Sie hatten sich keine Mühe gemacht ihre Sportkleidung zu wechseln, vermutlich würde er im unbewaffneten Kampf sowieso nochmal richtig getreten werden – im wahrsten Sinne.

Boruto stellte sich testweise auf die harten Matten und hob die Arme, denn viel Vorbereitung würden sie nicht benötigen.
„So kämpfe ich nicht gegen dich“, schüttelte sie sofort den Kopf und warf ihm eine Rolle Tape zu.
„Tape deine Beine“, riet sie ihm und kritzelte auf einem Klemmbrett, während er fassungslos blinzelte.
„Ich weiß wohl ziemlich genau, ob ich sowas benötige oder nicht“, erwiderte er bissig.
„Wieso kannst du Trottel nicht einmal auf mich hören?“, knurrte sie leicht, hielt sich eine Hand an den Kopf und wedelte mit dieser umher.
„Wieso glaubst du eigentlich besser zu wissen als ich, was ich kann und was nicht“, erwiderte er grimmig und zuckte zusammen, als sie mit einer schnellen Bewegung auf ihn zu kam.
Eine Hand gegen seinen Brustkorb, ihr Knie in seiner Kniekehle und er sackte bereits nach Vorne, wurde nur noch von ihrem Griff auf den Beinen gehalten, denn sonst wäre er vermutlich einfach auf sein Knie gestürzt.
Boruto fühlte sich als hinge er in den Seilen, der plötzlich Kontakt warm und angenehm, die Nähe beinahe unerträglich nun.
„Wenn ich ernst gemacht hätte, hättest du jetzt einen Muskelriss“, zischte sie an sein Ohr, stemmte ihn an der Brust wieder auf und sah ihn grölend an.
„Deine Beine zitterten von der Anstrengung schon seit der ersten Runde Squash, deine Schuhe haben das falsche Profil oder sind dir eine Nummer zu groß, so kämpfe ich nicht ernst gegen dich“, schüttelte sie genervt den Kopf, krallte sich wieder ihr Brett und den Stift vom Boden, denn beide Objekte hatte sie bei ihrem Ansturm fallen gelassen und legte sie ordentlich auf der Ablage ab.

Etwas verdattert sah Boruto seine ehemalige beste Freundin an.
Entgegen seiner Annahme, dass Sarada ihn die gesamte Zeit ignoriert hatte machte sich in ihm nun das absolute Gegenteil breit:
Sarada beobachtete ihn, sehr sogar, vermutlich jedes Mal, wenn er selbst nicht schaute oder schlicht kurz nicht drauf achtete.
Seine Wangen wurden warm bei der Erkenntnis und ein verschmitztes Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht.
Der Blonde hatte sich die Spannung zwischen ihnen beiden definitiv nicht eingebildet, es war mehr als real, doch wie sollte er sowas jemals zur Sprache bringen.
Wollte er das überhaupt?
Gedankenverloren musterte er wieder ihren Körper, wobei bei den blauen Flecken an ihrem Hals seine Vorstellungen definitiv wieder abschweiften.

„Tape. Deine. Verfluchten. Beine. Und zieh diese Schuhe aus“, insistierte sie nochmal, rief ihn aus dem Abgrund der Töne und Empfinden zurück, nur um ihm das Band erneut fest gegen die Brust zu drücken, während sie selbst aus den Sportschuhen schlüpfte.
Seine Augen fielen auf ihre Unterschenkel, die sie bereits zum Beginn des Trainings stabilisiert hatte und stumm ließ er sich mit dem Hintern auf die Matten fallen, um es ihr gleichzutun.
„Du kannst aber auch nach Hause gehen“, schlug sie nochmal vor und verschränkte die Arme, während sie geduldig wartete.
„Nein“, brachte er zwischen zusammengepressten Lippen heraus.
„Ich will trainieren, wenn ich ehrlich bin... Macht es mir viel Spaß“, ergänzte er ehrlich und wand den Blick ab.
Eigentlich hatte er sie provozieren wollen, hören wollen, dass sie die Elektrizität zwischen ihnen genauso spürte, doch es stellte sich als problematischer heraus als er gedacht hatte.

Sarada zuckte die Schultern, nahm ihm gegenüber Stellung und legte den Kopf schief.
„Angriff oder Verteidigung?“, fragte sie und Borutos Gedanken rasten sofort los, während er sich wieder auf die Beine rappelte und zu seinem Missfallen gestehen musste, dass die Tapes seine weichen Knie unterstützten und die Schwarzhaarige vermutlich recht gehabt hatte, dass ihn das vor einer schnellen Verletzung bewahren würde.

„...du musst wissen ob du einen Angriff startest oder geduldig in der Verteidigung bleibst. Diese Situation versuchen richtig abzuschätzen ist eine der Grundregeln der Selbstverteidigung.

Boruto schnaubte über die Worte seines Großvaters.
Dieser war wahrlich ein Meister des Abwartens, nur um im richtigen Zeitpunkt zuzuschlagen, doch der jüngere Uzumaki war anders.
Er war impulsiv, spontan, erfinderisch, das komplette Gegenteil von Sarada oder seinem Großvater.

„Angriff“, brachte er heraus, ehe er die altbekannte Haltung einnahm und sie ihre Fußstellung sofort in die Verteidigung wechselte.
Vermutlich spiegelte es auch ihre Situation am Besten wieder:
Boruto griff an, versuchte die Offensive zu suchen, den Kontakt, während Sarada ihm immer wieder entschlüpfte, sich duckte, um Schutz zu suchen und jeglicher Konfrontation aus dem Weg ging.
Doch wie sollte er an sie heran kommen?

Sarada nickte ihm zu und kurz wartete er ein paar Sekunden, ehe er zuschlug.
Es war ruckartig, es war nicht im Rhythmus, es war verkrampft – auf beiden Seiten, wobei Boruto nicht gedacht hätte, dass es sich so anfühlen würde, sobald sich ihre Haut berührte.
Er biss die Zähne aufeinander.
Es störte ihn selbst so sehr, dass es ausgerechnet Sarada war mit der er solch eine Dynamik entwickelt hatte, alles nur weil er sich ein paar Bier zu viel genehmigt hatte.

Wie konnten sie so kurz davor sein die Kontrolle zu verlieren und dennoch bei jeder Berührung unangenehm zusammenzucken?
In welcher verkorksten Welt passte das zusammen?

Frustriert schlug er mit einem zu großen Schwung zu, sodass er seinen Fehler direkt bereute, Saradas Bein flink seines wegzog und er von ihr innerhalb einer halben Sekunde auf den Boden gewirbelt wurde.
Es war ein Reflex der Schwarzhaarigen gewesen, er sah es in ihrem eigenen überraschten Blick, als sie ihn fest auf die Matte unter sich pinnte.
Boruto sah sie kurz trocken herunterschlucken, ehe sie wieder die Stimme erhob.
„Deine Beine knicken zu schnell weg. Wir beenden das Training. Außerdem solltest du wirklich besser auf deinen Körper hören“, seufzte sie und stemmte einen Arm neben seinem Kopf auf die Matte.

„Wenn dein Gegner sich dem Sieg nahe fühlt wird er angreifbar, offener, die Sicherheit sorgt dafür, dass er weniger aufmerksam ist.“

Boruto schwang sich mit seinem Gewicht zur Seite, zog die Schwarzhaarige mit sich, die überrascht japste und grölte, als sie nun diejenige war, die auf den Boden gepinnt wurde, beide Arme im Griff des Blonden.
„Witzig, das von derjenigen zu hören, die sich so sehr dagegen sträubt, was ihr Körper ihr mitteilt“, grinste er leicht an ihr Gesicht.  
Sein Herz explodierte beinahe, es war gewagt, noch gewagter als die Konfrontation direkt vor der Trainingshalle, doch er war sich so sicher, dass es nicht nur ihm so ging.
Diese Anziehung – diese toxische Zuwendung gerade zu dieser Person.
„Von mir aus kannst du diese Runde als gewonnen ansehen“, presste sie die Worte zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Boruto schüttelte langsam den Kopf.
„Du weißt ganz genau, dass es mir nicht darum geht.“
Sarada schnaufte, wobei die warme Luft sein Gesicht streifte und ihm eine Gänsehaut verpasste.

„Geh runter von mir“, grölte sie tief, blitzte ihn durch die Brille an und bewegte ihre Handgelenke hin und her, um ihrer Bitte Nachdruck zu verleihen.
„Sag mir doch einfach was dein scheiß Problem ist! Warum bist du nur so stur?“, brüllte er ihr beinahe ins Gesicht, worauf es sich wütend verzerrte.
„Weil ich dich nicht ausstehen kann!“, keifte sie zurück.
„Du bist so eine unerträgliche Zicke!“
„Sagt der Idiot, der anscheinend schwer von Begriff ist. Geh runter von mir!“, knurrte sie und befreite sich aus seinem Griff, um ihn nachfolgend von sich herunter zu werfen.
Mit einem Sprung stand Sarada wieder auf den Beinen, schnappte sich ihre Wasserflasche und Tasche.
Sie war wütend, sie war verwirrt, ihr Körper sprach sich gegen ihren Kopf aus, wollte zurück in die Wärme, die sein Körper ausstrahlte und ihr weiter versprach.

„Ich kann es nicht fassen, dass ich dich auf der Klassenfahrt geküsst habe!“, rief er selbst wütend aus, anscheinend wütend auf sich selbst, während er schwerfällig wieder auf seine Beine kraxelte.
„Ausgerechnet dich“, spuckte er noch hinterher und raufte sich die Haare.

„Glaubst du ich wollte von dir geküsst werden?!“, fragte sie fassungslos zurück und ließ die Tasche wieder reflexartig fallen.
„Glaubst du, ich hätte mir das ausgesucht, dass gerade du es warst?“, fügte sie hinzu und schubste ihn an der Brust ein Stück nach hinten, quer durch den Trainingsraum.
„Glaub mir, wenn ich könnte würde es ungeschehen machen“, blökte sie noch hinterher.
Wieder ein Schubser, Boruto strauchelte rückwärts gegen die Wand neben der Tür zum Büro.
„Aber du fasst es nicht, dass du mich geküsst hast?!“, fragte sie schrill und warf die Arme in die Luft.
Borutos Augen fixierten sich wütend auf ihr, warf selbst die Arme geschlagen in die Luft, die er dann auch tief in seine Lunge einatmete.
„Glaub mir ich fasse es auch nicht, dass du mitgemacht hast!“, brüllte er nun angesäuert, wirbelte mit den Armen herum.
„Aber der wahre Unglaube herrscht in mir, dass ich geglaubt hatte du würdest vernünftig darüber sprechen können! Sarada doch nicht! Du frisst es lieber in dich hinein und ignorierst mich! Das kannst du besonders gut! Jetzt und vor drei Jahren schon!“
Seine Stimme war laut, sein Tonfall war verletzt und die Schwarzhaarige stockte in der Bewegung.
Bei der Erinnerung von vor drei Jahren sprudelte alles gleichzeitig wieder hoch, allen voran ihre eigene Verletztheit und ihr Unbehagen.

„Ich fasse es einfach nicht, dass ich betrunken fast mit dir geschlafen hätte!“, ärgerte sie sich laut über sich selbst, deutete mit dem Zeigefinger auf seine Brust und machte nachfolgend über sich selbst eine abfällige Handbewegung.
„Glaub mir ich fasse es auch nicht, dass ich es nüchtern noch immer durchziehen würde“, antwortete er reflexartig, wobei beide Parteien des Streits ihren Mund schlossen.

Ein paar Sekunden bewegte sich keiner, ehe Saradas Lachen die Halle erfüllte.
„Hörst du dir überhaupt selbst zu?“, fragte sie belustigt und winkte mit einer Hand ab.
„Du und ich?“, bei der Frage kam sie ihm näher, sah ihn durchdringend an und schüttelte dann den Kopf.
„Träum weiter, Uzumaki.“
Sarada lächelte schief, klopfte ihm auf die Schulter und drehte sich von ihm weg, um ihre Tasche wieder aufzuheben, doch genau das schien wieder den impulsiven Boruto herauszulocken.
Seine Arme schlangen sich von hinten um ihre Hüfte, er zog sie nah an sich heran und das Lachen blieb ihr bei dem Kontakt im Hals stecken.

„Oh, glaub mir, wenn ich aufhören könnte davon zu träumen, wäre es leichter“, brummte er an ihren Nacken, seine Atemzüge verursachten ihr heiße Schauer und sie schluckte trocken herunter.
Anscheinend hatte der Blonde keine Lust mehr auf ihre Ablehnung, keinen Nerv darauf, dass sie beide so taten als würden sie vor der Spannung zwischen ihnen weglaufen können.
Sollte sie sich nun ekeln, dass er von möglichen Ausgängen der Nacht in Kirigakure geträumt hatte?
„Kannst du dir nicht jemanden suchen, der dich leiden kann?“, atmete sie aus, wobei sie versuchte mit aller Macht das leichte Zittern in ihrer Stimme unter Kontrolle zu bringen.
Nein, es ekelte sie nicht, denn sie wusste ja genau wie es sich anfühlte von diesen Gedanken und Träumen nicht wegzukommen, dem heißen Verlangen nach dem Aufwachen zu entkommen.
„Hm“, machte er nachdenklich, ließ seinen Atem über ihre Schulterpartie fahren und atmete selbst gefrustet aus.
„Vermutlich“, antwortete er schlussendlich.
„Das würde vermutlich jedoch nichts an der Spannung zwischen uns ändern“, summte er und lockerte einen Arm, um die Finger seiner Hand über ihren Hüftknochen kreisen zu lassen.
„Außerdem weiß ich ja, dass du es eigentlich auch willst“, grinste er leicht, denn sie spürte seine Lippen federleicht über ihrer Haut, wie die Mundwinkel sich verzogen und er belustigt ausatmete.
„Ich will dich nicht“, betonte sie grimmig.
„Oh, ich weiß“, antwortete er direkt und wirbelte sie in seinen Armen herum.
„Und ich weiß was du willst“, sagte er tief und Sarada biss sich bei dem Tonfall auf die Unterlippe.
Boruto wusste tatsächlich ganz genau worauf sie ansprang oder er hatte Glück, doch sie vermutete eher, dass seine Beobachtungen aus dem Club ins Schwarz trafen.
Leider war Sarada sehr neugierig, sodass sie sich nur selbst „Und was ist das?“ fragen hörte, worauf Boruto ihr ein schiefes Lächeln schenkte.
„Balance“, erwiderte er beinahe direkt, packte ihre Hände und führte sie auf seinen Oberkörper, ließ sie dort liegen und löste selbst die Finger um ihre, ließ ihr die freie Wahl ob und wie sie nun ihre Hände nutzen würde.

„Einerseits Kontrolle, du gibst gerne den Ton an“, hauchte er und Saradas Finger krallten sich instinktiv in sein Shirt.
„Andererseits...“, begann er, stieß sich von der Wand ab, nur um sie beide herumzudrehen, sodass Sarada mit dem Rücken an die Wand gepresst wurde.
„..willst du verzehrt werden“, sein Gesicht war dabei schon gefährlich nahe.
Sarada wusste was der Blonde tat.
Er versuchte das Spiel, welches sie angefangen hatten, in seine Endrunde zu führen, setzte alles auf das Ass in seiner Hand, seinen Beobachtungen und er hoffte so sehr, dass er richtig lag.
Sie sah es in seinen Augen.
„...gewollt werden...“, fuhr er fort und ließ seine Hände locker auf ihrer Hüfte liegen.
„...jemanden, der mit dir mithalten kann, wenn du es brauchst“, beendete er seinen Satz und sah sie dann interessiert an.
„Würdest du sagen, dass das einigermaßen hinkommt?“, fragte er, wobei sie ihn herunterschlucken sah und unter ihren Händen sein Herz intensiv schlagen spürte.
Boruto meinte es ernst und er war aufgeregt, wobei sie nicht ausschloss, dass ihr Herz nicht auch drohte zu explodieren.
„Und du meinst diese Anforderungen treffen auf dich zu?“, fragte sie leise und sah wieder das Grinsen auf seinem Gesicht, welches ihre eigene Atmung rapide beschleunigte.
„Keine Sorge..“, lachte er, packte wieder nach ihrer Hüfte und zog sie diesmal fest an sich heran.
„Ich lerne schnell“, versprach er und stieß mit seiner Nase gegen ihre.
Sarada schloss kurz die Augen, atmete tief durch, so als würde das ihre Atmung, die schneller umhersprang als ein heftig geworfener Flummi, beruhigen.

Entgegen all der Gedanken, die sie die letzten Tage davon abgehalten hatten, schlang sie ihre eigenen Arme um seinen Nacken und presste ihre Lippen fest auf seine, was er sofort mit einem Seufzen annahm und sich eng an sie presste, da er diese Handlung eindeutig als Aufforderung verstand.
Entgegen ihres ersten unbewaffneten Kampfes flossen hier die Bewegungen einfach ineinander, dabei war es völlig egal, dass sie im Dojo der Uchiha standen, dass sie noch immer in verschwitzten Sportklamotten waren und dass es verdammt nochmal der blöde Boruto Uzumaki war, der ihre Küsse mit demselben Eifer und demselben Verlangen erwiderte, sich unter ihre Führung begab, ohne es auch nur einmal zu hinterfragen.
Leider musste Sarada zu ihrer Schande geschehen, dass es sich wirklich gut anfühlte ihn zu küssen, auch ohne den Einfluss von Alkohol.
Sarada presste ihre Hände auf seinen Brustkorb, schob ihn leicht von sich.
„Nur Sex“, atmete sie schwer aus.
„Nur Sex“, erwiderte er genauso atemlos.
„Kondome?“, fragte sie sofort hinterher, worauf Boruto gehetzt nach seiner Tasche griff, seine Geldbörse heraussuchte, während Sarada schon dabei war mit dem Schlüssel das Büro aufzuschließen.
„Du nimmst aber trotzdem die Pille oder?“, fragte er neugierig, als sie die Tür ungeduldig aufstieß.
„Natürlich“, zischte sie, schlug sich die Hand vor den Kopf, da sie wirklich im Begriff war mit diesem Vollidioten zu schlafen.
„Aber wer weiß wo du das Ding schon reingesteckt hast“, ergänzte sie woraufhin er beleidigt schnaubte, seine Hände schon den leichten Knoten an ihrer Sportshorts lockerten, gleichzeitig beinahe über die unordentlichen Sachen auf dem Boden stolperte, während sie beide gehetzte und schlampige Küsse austauschten, niemals zu weit voneinander entfernt strolchten, in der Befürchtung, dass sich jetzt doch noch einer von ihnen umentscheiden könnte.

„Nur damit das klar ist....“, begann sie, zog ihn an seinem Shirt, bugsierte ihn mit einem Schubser auf dem großen Sessel, den sie sich extra fürs Lesen besorgt hatte und zog sich ihr eigenes Oberteil über den Kopf, während der Blonde sie schon begierig auf seinen Schoß zog.

„..ich kann dich trotzdem nicht ausstehen“, brachte sie heraus, Boruto nickte eifrig mit dem Kopf und zog sie wieder in einen fiebrigen Kuss.
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