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Forever?

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Fred Weasley OC (Own Character)
12.01.2023
02.02.2023
6
10.701
1
Alle Kapitel
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24.01.2023 1.472
 
Die Zeit, die Elisabeth mit dem sprechenden Hut auf ihrem Kopf verbrachte, verging quälend langsam. Bei den Schülern vor ihr hatte es nicht so lange gedauert. Sie hatte inzwischen ihre Augen geschlossen und presste ihre Lippen angestrengt aufeinander. „Hmm, jetzt weiß ich, was ich mit dir mache“, wieder Stille. „RAVENCLAW!“, verkündete der sprechende Hut laut. Professor McGonagall nahm ihr den Hut vom Kopf. „Sie können sich an den Ravenclaw Tisch setzen, Miss Sullivan“, sprach die Hexe neben ihr, die den Hut nun in der Hand hielt. „Wir würden gerne fortfahren.“ „Entschuldigung, Professor“, murmelte Elisabeth, stand auf und warf Draco einen Blick zu. Was er wohl dachte? Er lächelte ihr zu und sie dachte zumindest, dass es ein wirklich ehrliches Lächeln war, dass er sich für sie freute. Sie ging langsam nach unten zum Tisch der Ravenclaws und setzte sich neben das blonde Mädchen, das eben als Luna aufgerufen worden war.

„Du siehst traurig aus“, Luna versuchte offensichtlich, mit ihr zu reden. „Oh, da ist Ginny. Sie hat im Zug bei mir gesessen.“ Elisabeth schüttelte kurz den Kopf. Wie konnte Luna innerhalb von ein paar Sekunden zum nächsten Gesprächsthema wechseln? „Gryffindor!“, verkündete der Hut und der Tisch ganz rechts in der großen Halle begann, laut zu applaudieren. Elisabeth sah vier Jungen mit genauso roten Haaren, wie die von Ginny. Das mussten ihre älteren Brüder sein. Sie beobachtete Ginny und sah neben ihr einen Jungen mit schwarzen Haaren. Als sie genauer hinsah, erkannte sie eine Narbe auf seiner Stirn. DIE Narbe. Das war als dieser Potter, von dem Draco in seinem Briefen erzählt hatte. „Du starrst so. Hast du noch nie Jungen gesehen?“, fragte Luna und stupste Elisabeth an der Schulter. „Oh, tut mir leid. Ich bin übrigens Elisabeth Rose, aber nenn mich bitte nur Rose. Elisabeth sagen nur meine Eltern.“ „Ich bin Luna“. Elisabeth sah sie an. Erst jetzt erkannte sie, wie außergewöhnlich das Mädchen neben ihr eigentlich aussah. Obwohl sie sich unterhielten schien sie mit den Gedanken ganz woanders zu sein. Ihre blonden Haare fielen über ihre Schultern und unter den Haaren blinkten Ohrringe hervor. Waren das etwa Radieschen?

Die lauten Gespräche an den Tischen verstummten fast komplett, als plötzlich das Essen auf den Tischen vor den Schülern erschien. Elisabeth kannte gutes Essen von zuhause, doch das, was sie nun vor sich hatte übertraf alles, was die Hauselfe ihrer Eltern jemals zubereitet hatte. Sie konnte über die Tische hinweg Draco sehen, der sich während dem Essen mit seinen Freunden unterhielt und zwischendurch ebenfalls zu ihr hinübersah. Gerade, als Luna mit ihrem Essen beschäftigt war, zeigte Draco mit dem Finger auf sie, bevor er sich den gleichen Finger neben den Kopf hielt und eine kreisende Bewegung machte. Dabei rollte er die Augen nach oben und lachte dann in Elisabeths Richtung. Die zuckte nur mit den Schultern. So bescheuert fand sie Luna gar nicht. Aber vermutlich würde sie jeden aus ihrem Haus mögen, solange sie ihre Freizeit nicht alleine verbringen musste. Obwohl sie Einzelkind war, hatte sie nie wirklich gelernt, alleine zu sein, da sie und Draco sich fast täglich gesehen hatten, seit sie denken konnte.

„Sullivan also“, sagte ein Junge, der plötzlich hinter ihr stand, vorwurfsvoll. „Bist du auch so eine, wie dein Vater?“ Elisabeth drehte sich um und schaute nach oben. Hinter ihr stand ein Junge, der einen Umhang mit blauer Innenseite trug. Er war sicherlich einen Kopf größer als sie, wenn sie sich hinstellen würde. Sie kniff die Augen zusammen und zog eine Augenbraue hoch, während sie zu ihm raufschaute. „Und du bist…?“, fragte sie. Die Frage nach ihren Eltern wollte sie möglichst umgehen. Sie wusste von Draco, dass einige der anderen Schüler nichts von den Eltern der beiden hielten und den dunklen Lord verabscheuten. Elisabeth hatte sich nie viel daraus gemacht. Sollten doch alle denken, was sie wollten. Sie wusste schließlich, wo sie hingehörte und, dass der dunkle Lord irgendwann zurückkehren würde, um die magische Welt zu verbessern. „Ich bin Michael. Und? Bist du jetzt auch so eine wie dein dreckiger Vater?“ „Hör auf, so über meinen Vater zu sprechen!“, wehrte Elisabeth sich lautstark. Das Essen war inzwischen beendet und einige der Schüler waren bereits zu ihren Schlafsälen gegangen. Sie wollte Streit und große Aufmerksamkeit an ihrem ersten Tag auf jeden Fall vermeiden. „So jemand wie du hat in unserem Haus nichts verloren!“, rief Michael jetzt etwas lauter. „Du gehörst nach Slytherin, genau, wie alle anderen, die du-weißt-schon-wem folgen.“ Elisabeths Augen verengten sich immer weiter. Sie stand langsam von der Bank, auf der sie noch saß, auf und stieg über sie drüber, um sich direkt vor Michael zu stellen. Er war tatsächlich nicht so groß, wie es aus dem Sitzen heraus ausgesehen hatte. „Was willst du von mir?“, presste sie zwischen den Zähnen hervor. „Ich will wissen, ob du genauso“ – „Das habe ich verstanden! Was willst du machen, wenn´s so ist? Oder wenn nicht? Ich glaube nicht blind alles, was mein Vater sagt, falls du das hören möchtest!“ Sie spürte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten, der Kloß in ihrem Hals wurde immer größer.

„Lass sie in Ruhe, Williams!“ Draco. Sie spürte seine Hand auf ihrer Schulter und sofort fiel ein Teil ihrer Anspannung von ihr ab. „Natürlich bist du so eine! Sonst würde Malfoy dich jetzt nicht verteidigen!“ „Williams, kümmer dich um Leute in deinem Alter. Komm, Lizzy“, den letzten Satz hatte er, im Gegensatz zu dem zuvor, leise, aber bestimmt gesagt. Die Hand auf ihrer Schulter zog sie langsam in Richtung des Ausgangs. „Bis später“, flüsterte Luna hinter ihr her. Elisabeth lächelte sie als Antwort kurz an, drehte sich dann um und folgte Draco nach draußen, der inzwischen ihre Hand gegriffen hatte. Nachdem sie die große Halle verlassen hatten, spürte Elisabeth, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen. „Dieser Idiot“, schimpfte Draco, „mach dir da bloß nichts draus, der Blutsverräter wollte dich nur verunsichern!“ „Was ist so schlimm am dem, was unsere Väter sind?“ „Gar nichts. Die verstehen nur alle nicht, was das Richtige ist“, sagte Draco leise, drückte ihre Hand fester und legte seinen anderen Arm um ihre Schulter, um sie an sich heran zu ziehen. „Wir sind auf der richtigen Seite – wir werden immer auf der richtigen Seite sein. Zusammen. Weißt du noch? Wie unsere Eltern immer gesagt haben?“, Elisabeth musste lächeln. Sie erinnerte sich noch genau an den Tag, an dem sie unerlaubterweise auf einen der Bäume des Parks geklettert war. An diesem Tag hatte sie das erste Mal Ärger mit Dracos Vater und seine Mutter hatte zum ersten Mal das gesagt, was Draco grade zu ihr gesagt hatte. Aber aus Dracos Mund hörte es sich anders an. Vertrauter. Und Fremder. So, als könnten sie beide dieses „für immer“ nicht einhalten. „Danke Draco“, sagte sie leise, ihr Kopf ruhte noch immer auf seiner Schulter. „Komm, ich bringe dich zu deinem Gemeinschaftsraum, es ist spät und du musst doch morgen ausgeruht sein für deinen ersten richtigen Schultag“, sagte Draco und löste seine Umarmung. Er legte ihr eine Hand auf den Rücken und schob sie in Richtung des Ravenclaw Turmes.

„Schade, dass ich dich hier alleine lassen muss“ „Bist du böse, dass ich nicht in Slytherin bin?“, Elisabeth war sich selber noch immer nicht sicher, ob sie zufrieden war mit der Entscheidung des sprechenden Hutes. Und was würden ihre Eltern denken? Sie musste einfach wissen, was Draco davon hielt. Sie rechnete mit allem, traute sich nicht, ihm in die Augen zu schauen. Er begann, zu sprechen: „Quatsch, du bist nicht in Gryffindor, das ist die Hauptsache! Slytherin wäre zwar besser gewesen, aber du sagst doch immer, dass du schlauer bist als ich. Deshalb bist du auch in Ravenclaw. Wie dein Vater.“ „Danke, dass du mich hergebracht hast. Schlaf gut“, sagte sie leise und umarmte Draco, bevor dieser sich umdrehte, um zu seinem Schlafsaal runter in die Kerker zu gehen. Sie sah an die Tür, an der ein großer Türklopfer hing. „Du musst nur anklopfen!“, rief ein Mädchen hinter ihr. „Komm, ich zeig es dir. Ich bin übrigens Cho, heute hat mein drittes Schuljahr angefangen. Du bist neu, oder? Mach dir nichts draus, was Williams gesagt hat. Du hast dir deine Familie schließlich nicht ausgesucht.“ Was sollte das bedeuten, sie habe sich ihre Familie nicht ausgesucht? Also, das stimmte ja. Aber warum betonte Cho das so sehr?

„Zu mir sind auch alle komisch“, Luna lag gedankenverloren in ihrem Bett und hatte in den letzten Minuten, mehr oder weniger aufmerksam, wie Elisabeth vermutete, zugehört, wie sie sich über Michael beschwerte und darüber, dass er sie gar nicht kannte. „Ich mag dich, Rose. Und ich finde dich auch überhaupt nicht komisch“, Elisabeth fragte sich leise, wie jemand so abwesend sein konnte und trotzdem genau die richtigen Dinge antwortete. Der Mond schien durch die großen, gebogenen Fenster ihres Schlafsaales und schloss bald die Augen, wohlwissend, wie turbulent die nächsten ersten Wochen in Hogwarts werden würden.
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