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Winterkälte

von Ruffy22
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Bob Andrews Jelena Charkova Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
11.01.2023
04.02.2023
13
21.421
7
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Dieses Kapitel
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25.01.2023 1.560
 
Am nächsten Morgen war Bob schon wach, bevor sein Wecker klingelte. Er drehte sich um und sah zu Peter.

Der zweite Detektiv hatte in der Nacht einen Alptraum und hatte im Schlaf um Hilfe gerufen. Bob war sofort aus dem Gästezimmer zu ihm geeilt. Er weckte Peter auf und versuchte ihn zu beruhigen, was anfangs gar nicht so einfach war. Doch nach einigen Minuten ließ sich der zweite Detektiv in Bobs Arme sinken und beruhigte sich endlich. Peter fragte Bob schließlich, ob er nicht bei ihm bleiben könnte. Und natürlich tat er das. Er blieb so lange neben Peter liegen, bis dieser wieder eingeschlafen war. Dann holte er sich die Matratze aus dem Gästebett samt Decke und Kissen und legte sich vor Peters Bett. Und immer, wenn Bob merkte, dass Peter wieder unruhiger wurde, streichelte der dritte Detektiv ihm sanft übers Gesicht. Und es half.

Peters Wecker würde erst in einer halben Stunde klingeln. Kurzerhand entschied Bob sich dazu, leise aufzustehen und runter in die Küche zu gehen. Er setzte Teewasser auf und bereitete ein kleines Frühstück vor. Es war sogar noch Zeit übrig, so dass Bob sich im Bad frisch machen und sich anziehen konnte. Erst kurz darauf hörte er Peters Wecker. Er ging wieder zurück in die Küche, bestückte beide Tassen mit Teebeuteln und heißem Wasser und setzte sich.

Peter schaltete seinen Wecker aus und sah nach Bob. Er lag nicht mehr bei ihm. Der Zweite ließ sich noch einen kurzen Moment ins Kissen fallen und dachte an die Nacht zurück. Als Bob sich an ihn schmiegte und ihn festhielt. Er wünschte sich genau diesen Moment zurück. Dann sah er, dass Bob die Matratze vor sein Bett gelegt hatte. Er schmunzelte. Dann stand er langsam auf, um nachzusehen, wo Bob war. Der zweite Detektiv zog sich seine Sweatshirt-Jacke über und schlurfte aus dem Schlafzimmer. Er ging die Treppe hinunter und streckte die Nase in die Luft. Dann sah er, dass in der Küche bereits Licht an war. Er ging einen Schritt schneller die Treppe runter und sah Bob, der an einem fertig gedeckten Frühstückstisch saß und mit Tee in der Hand auf ihn wartete.

„Guten Morgen“, sagte der dritte Detektiv.

„Guten Morgen. Du hast uns ein kleines Frühstück gemacht? Sag mal, wie lange bist du denn schon wach?“

„Eine gute Stunde, wieso?“

„Ohje .. du konntest wegen mir nicht schlafen, oder? Das wollte ich nicht.“

„Nein, es ist alles gut. Ich war einfach schon vor dem Wecker wach und dachte mir ich lass dich noch etwas schlafen und überrasche dich mit einem kleinen Frühstück. Ein bisschen Nervennahrung vor der Reise schadet sicher nicht.“

„Danke. Übrigens tut es mir leid, dass ich dich letzte Nacht geweckt hab. Hab gar nicht bemerkt, dass ich geschrien habe.“

„Hey, es ist alles in Ordnung. Ich war da, als du mich brauchtest, das allein zählt. Und jetzt trink deinen Tee und lass uns ein Brötchen essen, bevor es kalt wird.“

„Danke Bob.“

Die beiden lächelten sich an und aßen dann in aller Ruhe ihr Brötchen.

„Also, letzte Nacht, ehm. Als du dich zu mir ins Bett gelegt hast. Ich fand das sehr schön“, sagte Peter verlegen. Bob grinste.

„Ich fand das auch sehr schön.“ Kurz zögernd rutsche Bob dann mit seinem Stuhl zu Peter rüber. Ihre Blicken klebten aneinander. Peter lächelte, während Bob seine Stirn an Peter legte. Sie streichelten ihre Nasen aneinander, ähnlich wie bei einem „Eskimo-Kuss“. Bob neigte seinen Kopf ein wenig und nahm all seinen Mut zusammen.

Doch er kam nicht so weit. Peters Handy klingelte, weshalb sich der zweite Detektiv erschreckte. Es war Justus, der anrief. Bob ließ kurz den Kopf hängen und Peter ging genervt ans Telefon.

„Ja, Justus. Wir sind wach.“

„Nette Begrüßung Zweiter, dir auch einen guten Morgen. Moment. Hast du gerade „wir“ gesagt? Ist Bob schon bei dir?“

„Ja. Ich hatte ihm angeboten hier zu übernachten, damit er nicht unnötig hin und her fahren muss.“

„Okay. Umso besser. Dann macht euch mal in Ruhe fertig. Bis gleich.“

„Bis gleich.“

Die beiden sahen sich an und lachten. Typisch Justus. Ruft im unpassendsten Moment an.

„Geh du schnell unter die Dusche, ich räum hier auf“, sagte Bob. Peter nickte, stand auf und drehte sich doch noch mal zu Bob um.

„Ja?“, sagte dieser.

„Ich komme darauf zurück“, zwinkerte der Zweite und ging mit einem verschmitzten Grinsen die Treppe rauf.

Bob grinste. „Das hoffe ich doch“, flüsterte er vor sich hin.

Nachdem Bob das Geschirr weggeräumt hatte, ging er nach oben, um die Koffer zu holen. Auch im Schlafzimmer und im Gästezimmer räumte er ein wenig auf. Er schulterte seinen Rucksack und schob Peters und seinen Koffer an die Treppe. Einen nach dem anderen trug Bob die Treppe hinunter und stellte sie in den Flur. Dann setzte er sich noch einen Moment auf die Couch.

Kurz darauf hörte er, wie Peter abfahrbereit zu ihm kam.

„So, ich wäre dann so weit. Danke, dass du meine Koffer mit runtergenommen hast.“

„Sehr gerne, kein Problem. Ich bin auch so weit fertig. Wollen wir dann los zu Justus?“

„Von wollen würde ich jetzt nicht unbedingt sprechen, aber ja, wir können los.“

Peter drehte sich um, schulterte Bobs Rucksack und nahm seinen Koffer.

„Ist das wirklich in Ordnung, Pete? Wir können sonst auch einfach hierbleiben, das kläre ich schon mit Justus“, sagte Bob.

„Auch wenn das sehr verlockend klingt, noch mehr Zeit mit dir allein zu verbringen, glaube ich nicht, dass Justus damit einverstanden wäre. Und solange du da bist, ist alles gut.“ Peter lächelte und zwinkerte erneut zu. Bob verstand.

Die beiden packten die Koffer in Bobs Käfer, gingen noch mal durchs Haus, um zu prüfen ob auch alles aus ist und fuhren dann los. Keine 15 min später waren sie am Schrottplatz angekommen. Das Licht in der Zentrale brannte.

„Guten Morgen!“, rief Peter und stieg durch die Tür in die Zentrale. Bob folgte ihm.

„Guten Morgen ihr zwei“, antwortete Justus. „Und? Habt ihr alles dabei? Nichts vergessen?“

„Nein, alles da“, antwortete Bob.

„Perfekt. Das Taxi müsste auch jeden Moment da sein. Lasst uns schon mal raus und die Koffer zusammenstellen.“ Kehrt wendend ging Bob wieder zurück und schloss den Käfer wieder auf.

Die Drei räumten das Gepäck aus dem Wagen und vergewisserten sich noch einmal, ob auch die Zentrale richtig zu war. Alles war aus und die Fenster waren zu.

Das Taxi kam pünktlich vorgefahren und der Fahrer half den dreien noch, das Gepäck zu verstauen. Dann ging es los.

„Ich bin schon richtig gespannt Kollegen! Vielleicht finden wir bei der Besichtigung von Mias Haus schon erste Spuren. Oder wir könnten gleich mit den Nachbarn sprechen.“

„Alles mit der Ruhe Erster. Erst mal müssen wir da ankommen. Und dann sehen wir weiter“, sagte Peter.

Die restliche Fahrt bis zum Flughafen verlief ruhig. Justus schlug etwas in einem Reiseführer nach und Bob und Peter schliefen noch ein wenig. Nach etwa 30 min. waren sie da. Sie luden das Gepäck aus, bezahlten den Fahrer und gingen in die Eingangshalle vom Flughafen. Dort gingen sie zum Terminal und gaben das Gepäck auf. Dann folgte die Sicherheitskontrolle und anschließend die Suche nach dem richtigen Abflug-Gate.

Kurze Zeit später hatten sie es gefunden. „Ah, hier ist es Kollegen. Nr. 2006. Unser Flug geht in 1,5 Stunden, wir haben also noch etwas Zeit. Am besten wir setzen uns hiervon in das Cafe“, sagte Justus und schritt voran.

Die drei bestellten eine Cola und besprachen das weitere Vorgehen nach der Landung in Norwegen.

„Ich schlage vor, wir lassen uns vor Ort erst einmal alles von Mia zeigen. Das Haus, die Umgebung. Eventuell können wir noch mit den Nachbarn sprechen, dass entscheiden wir dann spontan. Wir sollten vielleicht auch nicht so viel Aufsehen erregen. Das könnte die Ermittlungen beeinträchtigen.“, erläuterte Justus.  

„Wieso das?“, fragte Bob.

„Naja, wir wissen ja nicht, wer derjenige ist, der da sein Unwesen treibt. Es könnte jemand sein, der in direkter Nähe wohnt. Und wenn es dann die Runde macht, dass Detektive vor Ort sind, könnte ihn das verscheuchen. Oder provozieren. Beides wäre nicht von Vorteil.“

„Stimmt“, antworte Bob.

„Glaubst du wirklich jemand wäre so blöd, als direkter Nachbar so ein Theater zu veranstalten? Das würde doch irgendwann auffallen“, ergänzte Peter.

„Manchmal ist das Offensichtliche die beste Tarnung, Zweiter. Der nette Nachbar von nebenan, der keiner Fliege etwas zu leide tut. Einfacher geht es nicht.“

Peter stimmte dem zu. Solche Fälle hatten sie oft, in denen es oft die Personen waren, von denen man es am wenigstens erwartet hatte.

Die drei tranken noch ihre Cola aus und vertraten sich ein wenig die Beine. Sie bummelten ein wenig durch die Duty-Free Shops, holten sich noch etwas beim Bäcker und setzten sich dann ihren Abflugbereich, bis das Boarding begann.

Kurze Zeit später wurden sie auch schon aufgerufen, sich an ihrem Gate einzufinden. Die Drei schritten durch die Gänge und saßen bereits wenige Minuten später im Flieger.

Bob und Peter saßen zu ihrer Freude direkt nebeneinander. Justus saß in der Reihe nebenan. Nachdem die ersten Sicherheitshinweise vorgestellt wurden und die Stewardessen allen zeigten wie man die Sauerstoffmasken und Schwimmwesten richtig benutzte, setzte sich die Maschine in Bewegung.
Peter nahm Bobs Hand und sah ihn an.

„Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich Bob.

„Ja. Solange du da bist, ist alles in Ordnung.“ Die beiden lächelten, sahen kurz zu Justus, der ebenfalls völlig entspannt in seinem Sitz saß, dann hob die Maschine ab.
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