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Die Eine (Fortsetung des gleichnamigen OS)

von Black Owl
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / Het
Astoria Greengrass Draco Malfoy
08.01.2023
03.02.2023
3
7.996
7
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.01.2023 2.779
 
Danke an Sarah Malfoy XD & Suppenfan für die ersten beiden Reviews <3 Viel Spaß beim Lesen. <3<3<3





Kapitel 2
Draco gab es nicht gerne zu, aber er hatte sich die ganze Sache anderes vorgestellt und vor allem einfacher. Er hatte natürlich alles vorbereitet und ihr die Unterlagen gegeben. Sie hatte sich knapp bedankt, bevor sie die Sitzung des Studentenrates eröffnet und geleitet hatte. Sie hatte ihn ansonsten, wie üblich, wenn er sie nicht provozierte, eiskalt ignoriert. Scheiße, verdammt, vielleicht hatte Blaise recht gehabt. Vielleicht war es eine dumme Idee. Wobei, dumm war sie nicht. Vielleicht hätte Draco nur schon Wochen zuvor aufhören müssen, sie zu provozieren. Vielleicht, aber nur vielleicht hatte er es übertrieben. Aber er mochte es. Sie herauszufordern und ihre Argumente anzuhören. Er musste selbst jetzt schmunzeln, wenn er daran dachte, wie rot sie immer vor Wut wurde. Wie ihre Augen regelrecht Funken versprühten.

Er hatte sich kaum auf die Sitzung selbst konzentrieren können und war daher regelrecht zusammengezuckt als Astoria sie, als beendet erklärte und die meisten Studenten bereits den Saal verließen. Astoria nicht. Sie packte gerade ihre Sachen zusammen, während sie mit zwei Studenten sprach. Draco kannte die Beiden. Matthew Brown und Sienna Audley. Sienna studierte wie Astoria und er selbst Alchemie. Matthew besuchte auf der Uni die Wirtschaftsfakultät. Das wusste er nur, weil dieser Kerl ständig um Astoria herumschlich und Draco sich über ihn informiert hatte. Er schulterte seine Tasche und ging auf die kleine Gruppe zu. Sienna, die ihre dunkelblonden Locken zu einem lockeren Dutt trug, entdeckte ihn zuerst.
„Malfoy“, meinte sie knapp und Greengrass fixierte ihn kurz, während Matt strahlte.
„Kommst du mit?“

Draco runzelte die Stirn und Astoria seufzte Matts Namen.
„Wir gehen noch in den Pub. Gleich um die Ecke. Hast du Lust?“, erklärte der junge Mann in Dracos Alter.
„Sicher.“
Greengrass seufzte genervt, sagte aber nichts weiter, sondern hakte sich bei Sienna ein. Draco kannte den Pub nicht, denn sie aufsuchten. Er lag in einer Seitengasse und war zum Brechen voll. Es wurde gelacht, getrunken, gespielt und es musizierten sogar einige. Draco erkannte viele Studenten und wurde hier und da begrüßt oder mit einem Nicken kurz wahrgenommen. Matt organisierte ihnen ein Ecktisch und zog los, um Bier zu ordern.
„Die Versammlung war doch ein großer Erfolg. Es waren fast alle Mitglieder da“, sprach Sienna.
„Nun, besser als das letzte Mal auf jeden Fall“, sagte Astoria und feuerte ihre Tasche unter die Sitzbank, auf der sie mit Sienna saß.
„Habt ihr mit der Arbeit schon angefangen, für Dee?“
„Fast fertig“, ließ Draco sie wissen und Sienna schien beeindruckt.
„Tatsächlich.“
„Ja. Hier und da noch etwas ausbauen. Aber ansonsten fertig und selbst?“

Sienna seufzte.
„Ich verzettle mich aktuell mit der Erklärung gestützt auf Joseph Duchesne.“
„Duchesne war ja auch mehr ein Heiler als Alchemist. Seine Thesen sind Schrott“, meinte die Brünette knapp und Sienna boxte Astoria, bevor sie sich beide angrinsten.
„Du bist heute ein richtiges gemeines Stück. Absolut auf Krawall aus, oder?“
Astoria zuckte die Schultern und Sienna sah sie fragend an.
„Auf wen baust du auf. Erzähl schon?“
„Eckstein“, meinte sie knapp und Dracos Brauen wanderten nach oben.
„Eckstein? Ein aktueller Alchemist? Ist das nicht… sehr risikoreich?“
„Damit komme ich klar, Malfoy“, meinte sie lapidar und Sienna klopfte auf den Tisch als Matt mit dem Bier kam.
„Du Lebensretter. Aber wo ist unser Essen?“
Draco runzelte die Stirn und Matt setzte sich neben ihn und fuhr sich dabei durch sein braunes, dichtes Haar.
„Habe ich schon geordert.“
„Jaaaa!“, kreische Sienna fast und Astoria klatschte etwas Beifall.
„Was für eine Begeisterung für Essen aus dem Pub“, stellte Draco skeptisch fest und Matt gluckste.

„Chili Cheese Fries sind hier die Besten. Schon probiert?“
Draco runzelte die Stirn.
„Hört sich an wie Chili, Käse und vermutlich so was wie Pommes?“
„Malfoy, ernsthaft?“, fragte Astoria gegen. „Du hast das noch nie gegessen?“
„Noch nie“, versprach er ruhig.
„Du wirst es lieben“, versicherte sie und Draco grinste.
Er würde lieber etwas anderes mehr lieben, aber das ließ sie aktuell ja nicht zu. Sie ließ ja nicht einmal eine Freundschaft zu.
„Worüber habt ihr geredet?“, wollte Matt wissen.
„Über Astorias Arbeit für einen Professor und unsere Fassungslosigkeit darüber, dass sie alles auf Ecksteins Theorien setzt“, fasste Draco zusammen und Matt runzelte die Stirn.
„Das ist doch dieser Alchemist. Dieser Großmeister.“ Sie nickten alle drei und Matt nippte an seinem Bier. „Er tritt dieses oder nächstes Jahr von seinem Amt zurück.“
Sienna verschluckte sich und Astorias Augen wurde groß.
„Woher weißt du so etwas, Matt?“

„Meine Großtante ist mit ihm befreundet“, meinte Matt achselzuckend und Draco gluckste.
Er hatte einfach mal eine Verwandte, die mit einem der größten Alchemisten ihrer Zeit befreundet war. War das zu fassen?
„Insgesamt hören zwölf Alchemisten auf“, meinte Sienna. „Zwölf Stellen, die besetzt werden müssen.“
„Beste Karten für uns“, fügte Astoria hinzu und Sienna schüttelte schnaubend den Kopf.
„Englands Großmeistereien stellen keine Frauen ein. Mehr als achthundert Jahre lang schon nicht mehr.“
„Plätze in den Lehranstalten sind auch nicht gerade viele zur Verfügung für Alchemisten“, fügte Astoria hinzu.
„Was habt ihr dann vor, wenn ihr etwas lernt, was keine Zukunft für euch hat?“, wollte Matt wissen.
„Ägypten, mein Lieber“, meinte Sienna gelassen. „Denen ist egal, ob weiblich oder männlich. Hauptsache, du kannst dein Wissen anwenden und weiter vermehren.“ Sienna blickte zu Astoria. „Du wirst es schwerer haben, wenn du wirklich in Europa bleiben möchtest.“

Sie schnaubte.
„Quatsch. Wenn England weiterhin so Antiquar bleibt, werde ich nach Heidelberg gehen.“
„Deutschland?“, fragte Draco irritiert.
„Rausitz“, meinte sie knapp und Draco lachte falsch auf.
Er kannte den Namen. Jede der sich etwas in Alchemie auskannte, kannte den Professor.
„Rausitz hat seit gut dreißig Jahren keinen mehr bei sich aufgenommen und ihn gelehrt.“
„Er ist der beste Freund meines Großvaters gewesen. Er wird mich aufnehmen, wenn es sein muss.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Mach dir keine Sorgen, Malfoy. Meine Pläne stehen schon fest.“
Er wollte etwas sagen und wurde unterbrochen, als eine Kellnerin ihnen eine Riesen Platte mit Chili Cheese Fries auf den Tisch stellte, gefolgt von drei Schalen mit verschiedenen Saucen. Crème fraîche mit verschiedenen Kräutern und Knoblauch, Sour Cream mit Schnittlauch und Draco glaubte Honig herauszuschmecken und Käsesauce, die eindeutig nicht sein Fall war.

Matt erzählte von irgendeinem Streich, denn sie irgendeinem Professor gespielt hatten und Sienna fragte wegen des nächsten Quidditchspiel nach, während sie aßen und wollte wissen, wann die nächste Party bei wem geplant war und Matt schien in der Sache ganz gut eingedeckt zu sein mit den wichtigsten Informationen. Sienna boxte erneut Astoria in die Seite, als sie plötzlich leise sagte.
„Tori, da ist Josh.“ Sie wandten die Köpfe und Draco sah einen jungen Mann an der Bar stehen, mit dunklem Haar und hellblauen Augen. Wer zur Hölle war Josh? „Geh rüber zu ihm“, verlangte Sienna aufgeregt und Astoria schien noch tiefer auf ihrem Platz zu rutschen.
„Nein“, nuschelte sie und Sienna grinste breit, während Astoria schweigsam an ihrem Bier nippte.
„Weißt du, er kann nicht deine Gedanken lesen“, meinte die Blonde amüsiert und rief plötzlich durch den ganzen Pub. „Hey Josh!“
„Sienna“, schimpfte Astoria und wurde rot als Josh sich zu ihnen wandte und grinsend die Hand hob zum Gruß.
„Merlin, ist das Peinlich“, nuschelte Astoria und Matt gluckste rau.

„Nur ein wenig.“
„Überhaupt nicht“, versicherte Sienna und Matt meinte wenig überzeugend.
„Stimmt, es ist überhaupt nicht peinlich, wenn du durch den ganzen Laden brüllst, damit ein Kerl auf Astoria aufmerksam wird.“
Dracos Augen verengten sich als der Kerl rüber geschlendert kam, mit einem Bier in der Hand.
„Hi“, meinte er in die Runde und grinste dann Astoria noch breiter an. „Hallo Astoria.“
Diese hob nur etwas die Hand zum Gruß und schenkte verdächtig viel Aufmerksamkeit ihrer Flasche.
„Und Josh, wann gibst du die nächste Party?“, fragte Sienna und er grinste breit.
„Etwa in zwei Wochen. Wenn ihr wollt, einfach wie immer vorbeikommen. Aber keine Garantie auf gar nichts.“ Er wandte den Kopf als jemand nach ihm rief, eine Gruppe von jungen Männern. „Ich muss los. Man sieht sich. Astoria“, fügte er erneut hinzu und grinste dabei schelmisch, bevor er ging.
Die Brünette seufzte und meinte knapp
„Einfach nur noch peinlich.“
„Hey, er weiß deinen Namen noch.“
„Halt die Klappe Sienna.“, fügte sie hinzu und Matt gluckste.

Draco fragte nicht weiter nach, aber er nahm sich vor neue Nachforschungen zu betreiben bezüglich Josh. Nach dem Essen verabschiedeten sich vor dem Pub und Draco folgte Astoria, während die anderen beiden eine andere Richtung einschlugen.
„Müsstest du nicht auch in die andere Richtung?“, fragte sie nach einer Weile irritiert und er zuckte die Schultern.
„Ich begleite dich nachhause.“
Sie lachte etwas falsch auf.
„Okay. Tu, was du nicht lassen kannst, Malfoy.“
„Das macht ein Gentleman“, fügte er hinzu. „Außerdem solltest du so spät nicht allein nachhause gehen.“
Sie rollte mit den Augen.
„Also erstens, bin ich alt genug und eine fähige Hexe.“
Daran zweifelte er nicht. Die Welt war trotzdem dunkel und schlecht. Er musste es wissen. Er hatte mit der puren Bosheit und Dunkelheit unter einem Dach gelebt.

„Und zweitens, du bist wirklich vieles, aber sicher kein Gentleman“, fuhr sie fort und er gluckste rau. Ihre Augen blickten ihn wieder an. Er liebte ihre Augen. „Ich weiß nicht, was du im Schilde führst, Malfoy. Aber ich nehme dir diese Waffenstillstand-Sache nicht ab. Du planst irgendetwas.“
„Denkst du nicht“, meinte er gelassen. „Dass wir beide mit unserem Studium genug zu tun haben. Glaubst du wirklich, ich hecke irgendeinen hinterhältigen Plan aus, nur um dich zu ärgern?“
„Ja“, antwortete sie und er lachte. Sie war wirklich manchmal unfassbar. „Ich traue dir nicht“, fügte sie hinzu und er seufzte.
„Ich kann mich nur wiederholen. Ich entschuldige mich und ich mein Friedensangebot ernst. Ich möchte mich mit dir vertragen und aufhören zu streiten.“
Sie blieb vor der Haustür des Wohnhauses stehen und sah ihn an.

„Und ich wiederhole mich auch nochmal, Malfoy. Ich glaube dir kein Wort.“ Sie stieg auf die erste Stufe und klopfte ihm dann auf die Schulter. „Aber ich danke dir trotzdem fürs Nachhause bringen. Gute Nacht Malfoy“ Sie ging nach oben und blieb an der Haustür erneut stehen. „Und auch Danke für die Vorbereitung für die Sitzung.“
Er nickte und meinte dann ruhig.
„Ich wünsche dir auch eine Gute Nacht, Astoria.“
Sie schien ihn einen Augenblick zu fixieren, bevor sie aufsperrte und das Haus betrat. Er seufzte schwer. Gut, das hier würde definitiv nicht leicht werden. Aber er liebte ja Herausforderungen und Astoria Greengrass war eine Herausforderung. Ansonsten wäre sie ihm vermutlich nicht sofort aufgefallen.






Sie war spät dran. Viel zu spät. Zumindest für ihren Zeitplan. Sie wollte heute noch in die Bibliothek. Der Tag war lang, es gab heute mehrere Vorlesungen und Seminare zu besuchen. Sie fuhr sich durch ihre wilden Haare, die heute so gar nicht wollten, wie sie wollte, und griff dann nach ihrer Jeans, um hineinzuschlüpfen.
„Und er hat dich nachhause gebracht?“, fragte Elisa, die immer noch im Pyjama umherlief.
„Elisa…“
„Aber das ist doch so nett von ihm.“
Astoria seufzte genervt, während sie auf und ab sprang und dann ihre Jeans erfolgreich schloss.
„Das ist nicht nett. Das ist berechnend. Der Kerl ist nicht nett, Elisa.“
Der blonde Lockenkopf folgte ihr, als sie ihre Tasche packte und in den Flur ging.
„Du bist immer so aggressiv gegenüber ihm eingestellt. Er hat sich entschuldigt und dir geholfen. Und er hat Blumen mitgebracht. Richtig schöne Blumen.“
Die Eliza in der Küche auf den Esstisch gestellt hatte.

Astoria ließ ihre Umhängetasche auf den Boden klatschen und griff nach ihrer Lederjacke.
„Hör zu, Elisa, Draco Malfoy ist ein arrogantes, selbstverliebtes und egoistisches Arschloch.“ Elisa zuckte bei den Worten zusammen. „Davon abgesehen hat er mittelalterliche und sexistische Ansichten. Also glaub mir, er ist nicht nett.“
Elisa schien da wenig beeindruckt zu sein.
„Ich glaube, dass du dich irrst. Er ist ein netter Kerl. Du musst ihm eine Chance geben.“
Astoria rollte dabei nur lachend die Augen und sagte nichts weiter dazu. Elisa zwar zu gut für diese Welt und vermutlich auch ein wenig naiv und vor allem geblendet von Malfoys gutem Aussehen. Sie drückte Elisa kurz, packte ihre Tasche und verließ mit schnellen Schritten die Wohnung. Himmel, wieso hatte sie den Wecker nur ausgeschaltet, ohne gleich aufzustehen. Ihr ganzer guter Zeitplan ging für heute flöten.

Die kühle Vormittagsluft schlug ihr entgegen, als sie aus dem Haus trat und sie erschauderte kurz. Sie dachte gerade darüber nach, ob sie statt zu Fuß den Bus oder das Rad nehmen sollte als jemand
„Guten Morgen“ sprach und sie regelrecht von der Eingangstreppe auf den Bürgersteig vor Schreck sprang.
Ihr Herz klopfte schnell und Malfoy grinste sie an.
„Bist du verrückt?“, fragte sie keuchend.
„Ich wusste nicht, dass du so schreckhaft bist.
War das sein verdammter Ernst?
„Was… was zur Hölle tust du hier?“
„Ich habe mir gedacht, ich hole dich ab und wir gehen gemeinsam zur Uni.“ Sie sah ihn einfach nur an. War das ein verdammter Scherz? Er trat auf sie zu und hielt ihr einen der zwei Becher entgegen, die er in den Händen hielt. „Ist nur Kaffee“, meinte er, als sie sich nicht rührte.
Sie kniff die Augen etwas zusammen.
„Wieso nicht den anderen Becher?“
Er zog irritiert eine Braue nach oben und sah auf den anderen Becher.
„Nun, weil er schwarz ist, mit zwei Stück Zucker. Er gehört mir.“ Er blickte auf den Becher, den er ihr geben wollte. „Und der mit Milch ist und drei Stück Zucker.“
Woher zur Hölle… wusste er, wie sie ihren Kaffee trank.

Er sah ihr wieder ins Gesicht, mit diesem seltsamen, milden, charmanten Lächeln. Das sicherlich alle täuschte, aber sie fiel darauf nicht rein.
„So trinkst du doch deinen Kaffee, nicht wahr?“
Sie röntgte ihn, bevor sie zögerlich den Kaffee entgegennahm und kleinlaut
„Danke“, sagte.
Es war zu früh für diesen Scheiß. Eindeutig zu früh und sie fühlte sich nicht ausgeschlafen. Sie nippte zögerlich an dem Gebräu und er schien es zu bemerken.
„Er ist nicht vergiftet. Ich schwöre es.“
„Was machst du hier?“, fragte sie erschöpft.
„Habe ich dir doch schon gesagt. Ich hole dich ab.“
Sie sah unsicher die Straße auf und ab.
„Wie lange stehst du hier schon? Unsere erste Vorlesung ist erst um kurz nach zehn.“
Er grinste.
„Nicht so lange, wie du glaubst. Du bist immer an diesem Tag zuvor in der Bibliothek. Ich konnte mir daher ungefähr ausrechnen, wann du aufbrechen würdest.“ Er sah auf seine Armbanduhr und seine Stirn zog sich kraus. „Wobei ich mir schon Sorgen gemacht habe, ob meine Berechnungen stimmen.“
„Ich habe verschlafen“, sprach sie genervt und schüttelte dann den Kopf. Wieso zur Hölle sagte sie ihm das? „Malfoy, das wird nicht gehen.“
„Was? Dass wir gemeinsam zur Uni gehen? Ich denke, das geht ganz gut.“

„Ich habe keine Zeit und keine Nerven jetzt dafür, um mit dir zu diskutieren“, erwiderte sie und wandte sich um, um loszugehen.
Malfoy folgte ihr. Sie nippte erneut an dem Kaffee und war verwundert, wie gut er war. Definitiv nicht die Brühe, die es am Campus gab.
„Ich hätte da mal zwei Fragen“, fing er an, als sie über die erste Kreuzung gingen.
„Und die wären Malfoy?“
„Wieso beziehst du dich auf Eckstein?“
„Wirklich? Das treibt dich um?“, sprach sie amüsiert gegen. „Warum ich Eckstein für meine Arbeit benutze?“
„Seine Theorien sind bekannt. Aber seine Arbeiten sind wenig. Wenig worauf man sich stützen kann bei einer Arbeit. Nicht wahr?“
„Seine Theorien sind dafür am genauesten und belegbar, im Gegenteil zu vielen anderen. Und er hat sich mit der Thematik sein ganzes Leben lang auseinandergesetzt.“
Er war gut, um mit seinen Argumenten die Arbeit zu stützen.

„Ah ja“, meinte er und sie blickte zur Seite und damit an.
„Du siehst das nicht so?“
Er lächelte milde.
„Ich sage dazu nichts. Ich halte mich da raus. Ich kenne seine Arbeiten nicht so gut, wie du.“
Er log mit Sicherheit. Sie konnte ihn nicht ausstehen, aber sie wusste, dass er gebildet war und seine Kompetenzen gerade in diesem Bereich mehr als nur ausreichend waren.
„Und die zweite Frage?“, hakte sie nach.
„Wer ist Josh?“
Sie stolperte beinahe, fing sich aber.
„Warum ist das wichtig?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Einfach so.“
Sie lachte klar.
„Einfach so? Niemals.“
„Er studiert mit uns an der Uni der?“, fuhr er unbeeindruckt fort.
„Kommunikation und internationale Zusammenarbeit“, bestätigte sie.
„Kennst du ihn schon lange?“
Sie blieb stehen und er lief ihr beinahe hinein.
„Was wird das? Fragestunde über Josh Prince?“
In seinen Augen regte sich etwas.
„Prince also?“
„Es geht dich nichts an.“
„Du stehst auf ihn, oder?“
Sie spürte, wie sie glühte und ihre Wangen rot wurden.
„Ich stehe auf niemanden, Malfoy. Ich habe mein Studium und alles andere ist mir scheiß egal.“
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