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Stumme Schreie innerhalb der Gesellschaft

von Alenanas
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
06.01.2023
27.01.2023
6
2.954
6
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.01.2023 528
 
Oft möchte ich einfach nur heulen. Wenn ich Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden verbringe, geht es mir super toll. Ich lache, ich bin glücklich. Sobald ich allein bin, überfällt mich eine tiefe Traurigkeit. Ich sitze vor meinem Computer, bevor ich ihn nachts herunterfahre, und ziehe meine Beine zum Körper. Ich habe fast das Gefühl, dass mir gleich die Tränen kommen. Ich habe doch nur den Sprach-Chat auf Discord verlassen. Warum fühle ich mich so mies? Bevor mir überhaupt die Tränen kommen, höre ich meine kleine Schwester im Hintergrund. Sie lacht während sie sich ein paar Videos auf YouTube anguckt. Sie ist 8 Jahre jünger als ich und ohne richtige Sorgen. Ich unterdrücke meine Tränen und zwinge mir ein Lächeln auf. Ich sage ihr, dass ich gleich schlafen gehe und sie ihr Video fertiggucken darf. Sie schläft seit den letzten Ferien nur noch bei mir. Ich gehe runter, um meiner Mutter Bescheid zu geben, dass ich mich hinlegen werde. Sie streitet aber schon lauthals mit meinem Vater. Ich sage einfach nur, dass ich schlafen gehen werde und meine Mutter nickt das ab. Ich kehre zurück zu meiner Schwester und lege mich neben sie hin. Sie schläft sehr schnell ein und ich bleibe mit meinen Emotionen allein. Auf meinem Handy erhalte ich eine WhatsApp-Nachricht in der Klassengruppe. Die Englisch-Schularbeit/Klassenarbeits-Noten sind online abrufbar auf WebUntis. Ich öffne die Seite auf meinem Browser am Handy und gucke mir meine Note an. Ich bin durchgefallen. Wenn meine Laune davor noch nicht schon am Boden war, dann ist sie das jetzt. Ich lege mein Handy zur Seite und umarme mein Stofftier. Ich unterdrücke weiterhin meine Tränen, weil ich meine kleine Schwester nicht wecken möchte. Ich möchte für sie stark bleiben. Ich möchte nicht, dass sie meine Tränen sieht oder mitbekommt. Ich habe nämlich Angst, dass sie sich dann nicht traut mit mir über ihre Probleme zu reden, weil sie dann die Sorge hätte, mich damit zu belästigen. Ich möchte für sie da sein. Ganz egal wie es mir geht.
Anscheinend sind ja meine Emotionen immer am falschen Ort. Ich weiß noch, wie ich in meiner Mittagspause mit meiner Mutter telefonierte und dabei in Selbstmitleid verfiel. Mama hat sich so stark beschwert und meinte ich wäre wie mein Vater. Ich habe nichts gegen meine Eltern, ich habe sie echt lieb, aber momentan ist es einfach nur stressig, dass sie sich oft gegenseitig in die Wolle kriegen. Leider sind beide Sturköpfe und deswegen geraten sie oft in ein Streit.
Leider bin ich wegen des Stresses oft in der Schule emotional zusammengebrochen. Peinlicher hätte es echt nicht für mich sein können. Zum Glück stand mir eine Klassenkameradin immer bei. Einmal war ich sogar beim sympathischen Direktor, der mir genau zugehört hat. Er gab mir Tipps, was ich tun könnte. Trotzdem gibt es viele Lehrer, die so viel Druck machen. Sogar runtermachen. Ich weiß nicht, wie oft ich schon als faul oder dumm bezeichnet wurde. Leider habe ich andere Probleme in meinem Leben, sodass ich meistens keine Energie habe, um überhaupt zu lernen.
Wie soll ich denn weitermachen, wenn ich das Gefühl habe, jederzeit in einen Abgrund zu fallen?
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