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11 Gründe, warum Fanfiktions besser sind als ihr Ruf!

von RamonaXX
Kurzbeschreibung
SammlungAllgemein / P12 / Gen
01.01.2023
30.01.2023
12
8.407
17
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
24.01.2023 691
 
9. Schreiben ist Balsam für die Seele! – Oder: Wie mir das Glück vor die Füße fiel...

Schreiben ist für mich etwas Essentielles. Ich tue es mit Eifer, mit Leidenschaft, setze mir Ziele, beweise Durchhaltevermögen, habe immense Freude daran und ziehe mich selbst aus dem Dreck, wenn es mal nicht rund läuft.

Jemand, der nach dieser Umschreibung zu dem Schluss kommt: „Dann ist Schreiben also dein Hobby.“ Dem kann ich gar nicht laut genug widersprechen. Nein, Schreiben ist kein Hobby für mich! Was wohl an meiner Definition von »Hobby« liegt.

Ein »Hobby« ist für mich etwas, dem ich in meiner Freizeit nachgehe, wenn ich in der Stimmung dazu bin. Habe ich keine Zeit oder keine Lust, dann juckt es mich nicht, wenn angefangene Hobby-Projekte lange brachliegen. Und ist dann doch mal Zeit und Lust im richtigen Maße vorhanden, dann verbringe ich ein paar nette Stunden und wende mich danach gelassen wieder dem Alltagsgeschehen zu.

Das ist für mich ein »Hobby«. Es tut nicht weh, wenn ich nicht dazukommen.


Beim Schreiben empfinde ich sehr wohl so! Ich mutiere – und dass hat meine Umwelt mir mehrfach bestätigt – zu einer unausstehlichen Person, wenn der Alltag mir die Zeit raubt, meine Gedanken aufzuschreiben. Ich brauche das. Egal in welcher Form. Nicht immer ist es eine am PC getippte Fanfiktion. Manchmal ist nur es ein Notizzettel mit einem Plotbunny, das droht davon zu hoppeln...

Es ist Teil meiner Persönlichkeit. Und das nicht erst seit jener bitterkalten, unvergesslichen Nacht, in der ich meinen ersten One Shot schrieb. Gewiss war es meine erste Fanfiktion, aber Geschichten entwickelt, habe ich bereits als Kind. Da flog dann ein Schwein mit einer Rakete zum Mond oder ein Junge verbrachte die Sommerferien auf einem Bauernhof und entdeckte seine Begeisterung für Pferde.

Auch als Teenager schrieb ich weiter. Über den ersten Kuss, die erste Liebe. Solches Zeug. Alles Geschichten, die heute noch auf meiner Festplatte schlummern und nicht dazu bestimmt sind, veröffentlicht zu werden. Ganz im Gegensatz zu meinen geschriebenen Fanfiktions, mit denen mir das Glück praktisch vor die Füße gefallen ist!

Plötzlich gab es da eine Basis, haufenweise interessierte Leser und die Möglichkeit zum Austausch. Außerdem jede Menge neue Anregungen und Inspirationen durch die Werke anderer Autoren. Dennoch ist mir das Schreiben bis heute wichtiger als das Lesen.

Es ist ein natürlicher Drang, auf den ich wenig Einfluss habe. Selbst in meiner so genannten »Schreibpause« habe ich nach kürzester Zeit wieder angefangen Fanfiktions zu schreiben. Gepostet habe ich sie nicht, aber die Ideen sind am laufenden Band aufs digitale Blattpapier geflossen.

Es war eine wichtig Phase, die mich daran erinnert hat, dass sich Gelassenheit viel schöner anfühlt als Erfolgsdruck. Denn Gelassenheit beim Schreiben – und damit meine ich, das losgelöst sein von der Erwartungshaltung Reviews, Sterne und Favoriteneinträge einzusammeln – entsteht durch innere Motivation. Es geht um den Antrieb, sich selbst als Autor mit der Geschichte etwas Gutes zu tun.


Fanfiktion erfüllt diesen Gedenken für mich voll und ganz. Dabei spielt das Fandom eine zweitrangig Rolle. Genießen tue ich das Schreiben von Fanfiktions (und anderen Texten), weil sie mir eine Projektionsfläche bieten, persönliche Themen und Probleme auszufalten und nach Lösungen zu suchen.

Das können große Themen sein oder auch winzige Problemchen. Wichtig ist, sie in einer anderen Dimension, projiziert auf fiktive Figuren, zu einem Ende zu bringen! Tatsächlich kann ich auf eine paar unschöne Erfahrungen aus meinem Leben zurückblicken und sagen, dass sie mich nicht mehr in der gleichen Stärke belasten, seit ich sie in einer Fanfiktion verarbeitet habe.

Schreiben hat (und da empfinden hoffentlich viele Autoren gleich) etwas Heilsames und ist Balsam für die Seele. Nicht umsonst sagt man: »Sich etwas von der Seele schreiben...«

Heute suche ich diese heilsame Wirkung bewusst, manchmal auch noch unbewusst. Auf jeden Fall gibt es mir Gelassenheit, wenn ich mir eine halbfertige Fanfiktion durchlese und feststelle, dass ich mal wieder – trotz all der adaptierten Charaktere – über mich selbst geschrieben habe.


Fazit:
Die Entscheidung welchen Song man spielt, ist häufig eine Frage der eignen Stimmung. Und was als Coversong beginnt, entwickelt sich zu einer unbewussten Interpretation. Oder andersherum, es beginnt als Improvisation und endet in einem Coversong. In jedem Fall tut das Musizieren der Seele gut!
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