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365 Tage Challenge

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
01.01.2023
21.09.2023
264
124.081
8
Alle Kapitel
286 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.05.2023 604
 
"Ich liebe dich, Simon. Schon seit einer Ewigkeit! Unter den Umständen kann ich nicht länger mit dir zusammenarbeiten."
Die direkte Ansprache, die ich von seiner langjährigen Assistentin Theresa erhalte,  lässt mich sprachlos zurück. Kaum, dass diese Worte ihre Lippen verlassen haben, huscht sie aus dem Raum und ich sitze wie bestellt und nicht abgeholt in meinem Büro.
Seitdem ich in dieser Firma arbeite, ist sie meine Assistentin und hat mit keiner Silbe erwähnt, dass sie mehr für mich empfindet.
Oder es gezeigt?
Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu blind, um all die Anzeichen zu bemerken. Seufzend fahre ich mir mit der Hand kurz über das Gesicht, bevor ich mich abrupt erhebe.
"Therese, warte!" Ich verlasse mein Büro, um Therese an ihrem Arbeitsplatz noch zu erwischen. Als sie mich bemerkt, sieht sie kurz auf.
"Worauf?", will sie knapp wissen, während sie damit weiter macht, ihre Habseligkeiten in einen Karton zu packen.
"Ich will nicht, dass du gehst ", fange ich an, doch Theresa schüttelt nur den Kopf.
“Es ist besser so, Simon. Ich kann nicht so weitermachen wie bisher”, wiegelt sie meinen Gesprächsversuch direkt wieder an.
Als sie fertig gepackt hat, sieht sie mich erneut kurz an. “Es tut mir leid”, fügt sie hinzu, bevor sie die Firma verlässt.
Und mich.
Minutenlang stehe ich an Ort und Stelle, starre förmlich auf die Tür. Auch dann noch, als sie längst zu ist.  
“Was bitte war das gerade?” Die Stimme unseres gemeinsamen Chefs Raphael, welcher inzwischen zu meinem besten Freund geworden ist, sorgt dafür, dass ich aus meiner Lethargie erwache.
“Theresa ist gegangen”, erwidere ich lediglich und drehe mich zu ihm um. Seine rechte Augenbraue hebt sich und das tut sie immer, wenn er etwas nicht versteht. “Und warum ist sie gegangen?”
“Weil sie nicht mehr mit mir zusammenarbeiten will.” Ich zucke nur kurz mit den Schultern und dränge mich an ihm vorbei, um mich in meinem Büro zu verkriechen. Die Worte Theresas hallen in meinen Ohren nach und das auch noch nach Tagen. In der Firma habe ich kaum einen klaren Gedanken fassen können und das ist auch Raphael nicht verborgen geblieben.
“Du brauchst Theresa und das längst nicht nur als deine Assistentin. Du liebst sie”, stellt er fest, als ich ihm davon erzählt habe, wie es mir nach ihrer Kündigung ergangen ist. Vor allem gefühlsmäßig.
Jetzt, wo ich auf dem Weg zu Theresas Wohnung bin, lasse ich mir seine Worte durch den Kopf gehen und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr gestehe ich mir ein, dass Raphael Recht hat.
Ich habe mich in meine Assistentin verliebt und brauche sie an meiner Seite und in meinem Leben.
Vor ihrer Wohnung hole ich tief Luft und drücke auf die Klingel neben ihrem Mann. Ich drücke mich gegen die Tür, als der Summer ertönt und laufe die wenigen Stufen zu ihrer Wohnung empor.
“Falls du gekommen bist, um mich wieder zurück in die Firma zu holen, kannst du gleich wieder gehen”, empfängt sie mich und ich schüttelte kurz den Kopf.
“Nein. Ja, ich bin hier, um dich zurückzuholen, aber nicht als meine Assistentin”, antworte ich und kann sehen, wie sich ihre Stirn runzelt.
“Als was dann?”, erfolgt ihre knappe Antwort, bevor sich ihre Augen weiten, als sie meine Worte vernimmt. “Als meine Freundin.”
“Ich glaube, dass musst du mir genauer erklären”, murmelt sie, während sie an die Seite tritt, um mich in ihre Wohnung zu lassen.
Immerhin wirft sie mich nicht direkt wieder hinaus und das ist ein besseres Zeichen, als ich erwartet hätte. Oder mir hätte vorstellen können.
Alles andere wird sich im Laufe des Gesprächs ergeben, da bin ich mir fast sicher.
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