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Trust me

von sunrise82
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Het
29.12.2022
30.01.2023
33
44.346
22
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
25.01.2023 1.061
 
Mila sieht auf ihr Handy, wollte eigentlich in ihr Auto steigen und zu Noa fahren. Die Nachricht ist von ihm <Hi Nani. Du kannst ja mit dem Schlüssel schon hineingehen, ich komme gleich nach. Bringe nur kurz Nanuk zu meiner Schwester, Jason hat so sehr gejammert, weil er ihn seit 4 Wochen nicht mehr gesehen hat. Bis später. LG Noa> Sie kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Der Kleine hat an diesem grossen Hund einen Narren gefressen. Wer könnt es ihm verübeln, Mila versteht Jason. Nanuk ist wirklich ein grosser Kuschelbär, genau wie sein Besitzer. Der ihr sogar vor gut einer Woche, den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben hat, genau wie er einen zu ihrem Haus hat. Ein nächster Schritt von Bedeutung und Vertrauen zueinander.

Mila war schon oft bei Noa und er bei ihr, sie wechseln immer mal wieder ab. Aber Nanuk geniesst es in ihrem Haus und Garten, da hat er mehr Platz, als in der Wohnung. Sie fährt die ihr vertraute Strassen entlang und parkt in der Nähe des Wohnblocks. Betritt das schmale Treppenhaus und geht in den dritten Stock hinauf, schliesst auf. Dieser ihr bekannte Duft nebelt sie ein, es duftet einfach nach Noa und auch ein klein wenig nach Nanuk. Was sie lächeln lässt, kurz macht sie sich im kleinen Badezimmer frisch. Hört die Wohnungstür gehen, was ihre Mundwinkel noch mehr anheben lässt und sie verlässt den Raum „Da warst du aber schnell, Noa… ich…“

Gefühlt weicht Mila alles Blut aus dem Kopf, sie erstarrt. Nein, das kann nicht sein. Sie reibt sich die Augen, das muss ein schlechter Traum sein. Aber er ist immer noch da. Die alt bekannte Panik ergreift Besitz von ihrem Körper, mehr als ein „Stefan“, bringt sie nicht hervor, selbst dies kommt nur erstickt, aus ihrer wie zugeschnürten Kehle „Mila… Mila… Mila… das, was du gemacht hast, war gar nicht nett. Ich brauchte eine ganze Weile, um dich zu finden und auf den richtigen Zeitpunkt zu warten… aber jetzt habe ich dich“, die Worte sind eisig, genau wie seine blauen Augen, welche sie durchdringend ansehen. Es ist komisch Deutsch zu hören, seine Stimme zu hören, welche ihr einen unangenehmen Schauer über den Rücken jagt.

Ihr Herz schlägt ihr gefühlt bis zum Hals, als dieses Monster näher kommt. Mila ist wie gelähmt vor Schreck, ihr Mund staubtrocken. Sie sollte nach Hilfe rufen, ihr Telefon, sie muss Hilfe holen. Aber ihr Körper gehorcht ihr nicht. Ein brennender Schmerz an der Wange, lässt sie rückwärts taumeln und zu Boden stürzen „Du kleines Miststück, mich einfach zu verlassen. Das wirst du bereuen… und dann sehe ich dich sogar mit einem anderen Mann… du verdammte Schlampe, du gehörst mir ganz alleine. Und diesen Kerl mache ich kalt… niemand fasst meine Frau an. Und schon gar nicht reichst du die Scheidung ein…“

Er kommt ihr immer näher, nur nach des nach sickern seine Worte zu ihr durch. Noa, als Stefan von ihm spricht, ist es wie, wenn ihr jemand einen Schwall kaltes Wasser über gegossen hat. Die Angst und Panik beherrscht immer noch ihren ganzen Körper. Aber noch was regt sich in ihr. Widerstand und der unbedingte Wille, Noa zu beschützen, was absurd klingt. Mila schreit vor Schmerzen auf, als sie etwas, oder besser gesagt, der Fuss von Stefan ihre Rippen trifft. Noa, das Training. Sie versucht sich zu sammeln, tief durchzuatmen, was nicht leicht ist, jeder Atemzug schmerzt. Konzentrieren, sie muss sich konzentrieren, das ist nicht Stefan. Sie ist hier im Training und er nur ein normaler Angreifer, redet Mila sich zu.

Sie rafft sich auf, was seine Augen immer grösser werden lässt. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich viel zu schnell. Adrenalin pumpt durch ihre Adern, Angst und zugleich auch Wut „Oh… du bist widerspenstig geworden, Mila. Dann werde ich noch mehr meine Freude an dir haben“, bei seinen Worten dreht es ihr fast den Magen um. Sie nimmt die Kampfposition ein, ihre Deckung hoch. Was Stefan nur höhnisch grinsen lässt. Er kommt näher und will nach ihr greifen, doch sie schlägt seine Hand weg und ihm mit der Faust ins Gesicht. Wutentbrannt wischt er sich über den blutenden Mund „Du Miststück, das wirst du bereuen!“, wird er laut.

Ihr rauscht das Blut in den Ohren, ihr Körper ist zum Bersten angespannt. Angst, Furcht und Kampfeswille mischen sich miteinander. Alles andere blendet Mila aus, auch die Schmerzen, welche sie vorhin verspürt hat, sind wie weggewischt. Sie beobachtet Stefan, wie er sich auf sie zubewegt. Bemerkt das Zucken in seiner Schulter, was einen Schlag anzeigt. Gekonnt weicht sie aus, tritt nach und er kracht über den Beistelltisch Richtung Küche. Viel zu schnell, als dass Mila Zeit hätte zu flüchten, steht er wutentbrannt auf. Der Zorn sprüht regelrecht aus seinen Augen, was Mila leer schlucken lässt.

„Verschwinde von hier und lass dich nie wieder in meiner Nähe blicken, Stefan…“, kommt es versucht stark aus ihrem Mund. Mit solcher Gegenwehr hat er nicht gerechnet, es macht ihn noch wütender „Du verdammte Schlampe, wenn ich dich erwische, dann wirst du mich anbetteln, dass ich dich erlöse. Aber das werde ich nicht tun, diesen Gefallen tue ich dir nie“, zischt er ihr entgegen. Sein Gesicht ist zu einer Fratze verzogen, nichts erinnert mehr, an den Mann, den sie vor Jahren kennengelernt hat. Er greift nach rechts und Mila sieht nur noch etwas aufblitzen, dann einen stechenden Schmerz am Arm, auch wenn sie versucht hat auszuweichen. Dieser Mistkerl hat zu einem Messer gegriffen. Gefühlt springt ihr Herz fast aus dem Brustkorb, ihr wird leicht schwindelig. Sie muss sich konzentrieren, wie im Training, versucht sich vorzustellen, dass Noa hier ist und ihr dabei zusieht, ihr die nötige Kraft gibt.      

Stefan stürmt auf sie zu, dieses Mal sieht sie den Angriff kommen. Wert das Messer ab, schlägt es ihm sogar aus der Hand, was sie am Klirren auf dem Boden vernehmen kann. Ohne gross nachzudenken, schnappt sie sich einen der Stühle und schlägt mehrmals auf Stefan ein. Er sackt stöhnend zusammen und bleibt regungslos liegen. Vor Erleichterung, atmet Mila ein paar Mal tief durch. Langsam begreift sie, was eben passiert ist. Es ist alles zu viel, viel zu viel. Gefühlt jede Kraft weicht aus ihrem Körper und ihre Beine geben unter ihr nach. Bekommt kaum noch Luft, als würde jemand auf ihren Brustkorb drücken. Der Raum fängt sich an zu drehen, bis sie die Schwärze verschlingt.
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