Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Plan: eine doppelte Entführung

von Mxr9
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Freundschaft / P16 / Gen
Chin Ho Kelly Danny "Danno" Williams Kona "Kono" Kalakaua OC (Own Character) Steve McGarrett
28.12.2022
05.02.2023
13
37.005
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
24.01.2023 2.788
 
***

Sie haben mittlerweile aufgehört sich über die Situation und vor allem über die Umstände aufzuregen. Sie haben schnell erkannt, dass das nur unnötig Kraft verbraucht und genau das können sie sich nicht leisten. Es ist nach wie vor unerträglich heiß in der Hütte, in der Ayda und Brion immer noch sitzen. Die Mittagshitze hat alles extrem erhitzt und obwohl die Sonne schon lange nicht mehr senkrecht steht, schwindet die Hitze nicht. Im Gegenteil je später es wird, desto mehr nimmt die Luftfeuchtigkeit zu und die Hitze wird gefühlt noch schlimmer, die Luft wird immer erdrückender.

Ayda und Brion haben schon lange aufgehört miteinander zu reden. Sie sind nicht mehr in der Lage dazu, ihre Hälse sind ausgetrocknet und machen in diesem Zustand den Weiten der Sahara heftige Konkurrenz. Der Gedanke, dass sie wenigstens etwas Wasser von ihren Entführern bekommen, war schnell verblasst. Sie konzentrieren sich beide auf eine ruhige Atmung, um ihre Körper möglichst zu schonen und ihre Kräfte möglichst stark und lang zu erhalten. Doch ob sie sich ernsthaft wehren können, in ihrem jetzigen Zustand wissen sie nicht. Das penetrante Vorhandensein des Durstes bringt sie langsam aber sicher in den Wahnsinn. Es führt dazu, dass sie immer öfter an Trinken denken und dabei das Phantomgefühl haben von dem leichten kühlen Nass, dass in ihren Kehlen herunterrinnt und ihren geschundenen Hals benetzt. Diese Gedanken schleichen sich immer öfter in ihre Köpfe und machen die Situation nur noch unangenehmer. Das einzige was sie aufrecht hält ist, dass sie nicht alleine sind. Dass es jemand anderes gibt der genauso kämpfen muss. Alleine das Dasein des jeweils anderen stärkt den Trotz nicht klein beizugeben. Und alles weitere auszuhalten. Sie wissen, dass ihre Freunde alles daran setzen werden, ihnen zu helfen und sie früher oder später auftauchen werden und bis dahin werden sie mit Sicherheit nicht aufgeben. Die Unwissenheit über Jess und Steve ist weiter da und hebt ihre Laune keineswegs, aber es ist auch ein Grund weiter stark zu bleiben, um eventuell sogar noch helfen zu können, sollten sie es auch noch nicht geschafft haben, den Fängen von Odalis zu entkommen. Die Hitze schlaucht den Körper weiter, die Trockenheit schmerzt immer mehr und die Müdigkeit die so langsam in ihnen empor kriecht schwächt sie zunehmends.

***

Mal wieder einmal hat Steve sein Zeitgefühl verloren. Er versucht mit Atemtechniken seine Schmerzen wegzuatmen oder sie wenigstens erträglicher zu machen, aber seine Rippen die bei jedem Atemzug einen Schwall an Schmerzen durch den Körper jagen, hindern ihn daran seine Schmerzen richtig kontrollieren zu können. Die Drogen die immer noch seinen Körper schlauchen und das wenige Essen und Trinken in letzter Zeit schwächen seinen Körper weiterhin und die Position in der sich sein Körper befindet trägt auch nicht gerade positiv seinem Zustand bei. Er weiß nicht wie lange er schon an den Ketten hängt. Das einzige das er zwischenzeitlich gehört hat, war das erneute Quietschen der anderen Tür und paar Sekunden später ein wahnsinniges Lachen, das sich langsam entfernt hat. Die Überlegungen und Versuche sich aus den Ketten zu befreien sind gescheitert. Und so hängt Steve weiterhin in den Ketten und ist gnadenlos Odalis und seinen Männern ausgeliefert.
Eine Sache die ihn nicht im Stich lässt ist sein Gehör. Durch das lange Training während seiner aktiven Navy-Zeit hat er gelernt die Geräusche um sich herum zu filtern. Herauszufiltern, was für ihn in diesem Moment vielleicht sogar Überlebensnotwendig ist. Und so hört er schon von weitem, dass vor dem Raum, indem er festgehalten wird, Schritte zu hören sind. Anfangs sind es nur Schritte einer Person, dann werden es mehr, Steve vermutet von drei oder vier Personen. Der kleine Hoffnungsschimmer, dass diese Schritte die dazugehörigen Menschen an seiner Tür vorbeitragen werden, scheitert kläglich, als er erkennt, dass sie geöffnet wird. Der Eimer in der Hand eines Hereinkommenden, lässt Steve heftig schlucken.

Der nächste Schwall Wasser geht auf ihn nieder. Sein Körper bäumt sich auf, doch die Fesseln um seine Hand- und Fußgelenke und die Hände die ihn an den Schultern auf den Stuhl drücken, hindern ihn an der erlösbaren Bewegung für seine Lungen. Der Gurt der ihm um den Oberkörper gebunden ist und ihn zusätzlich am Stuhl fesselt, hindert ihn beharrlich daran in den kurzen Momenten ohne Wasser atmen zu können. Da – Kein Wasser mehr – Ein viel zu kurzer Moment – Einatmen ist unmöglich – schon wieder Wasser. Das fanatische und wahnsinnige Lachen, das immer und immer wieder seine Ohren erreicht, lässt die nackte Angst in seinen Körper aufsteigen, die dort wiederrum auf die Panik trifft die das Wasser auslöst. Die Schmerzen die die Körperstellen auslösen, an denen er gefesselt ist, nimmt er gar nicht mehr wirklich wahr. Die Eiseskälte des Wassers lähmen all seine Gefühle bis auf die Angst, die Panik, die Atemnot, das wird nur ins unermessliche verstärkt. Es fühlt sich an als ob sein Körper in jedem Moment zerbersten würde. An seinen Sichträndern schlängeln sich kleine schwarze Fäden entlang, die immer größer werden, sie nehmen immer mehr von seinem Sichtfeld ein. Das Wasser bricht unaufhörlich auf seinem Gesicht zusammen, das durchtränkte Tuch hindert den erlösenden Sauerstoff daran in Steves Lungen zu strömen. Wie viel Wasser er mittlerweile geschluckt haben muss, weiß er nicht und wird er vermutlich auch nie erfahren. Sein Sichtfeld wird immer kleiner und sein restlicher Körper kommt auch zu der Erkenntnis, dass Widerstand nichts mehr bringt.

Die Stärke seines Körpers lässt nach. Die Anspannung lässt nach.
Die Worte und Befehle die durch den Raum hallen, nimmt er nicht mehr wahr.
Die Sicht ist schwarz. Der Widerstand ist gebrochen. Die Atmung hört auf.

***

„Halt! Ich bin noch nicht fertig mit ihm, sorgt dafür, dass seine Atmung wieder beginnt!“
Diese Worte, die leise aber dennoch deutlich durch die Tür hindurch dringen, hallen immer und immer wieder durch Jess‘ Kopf. „Atmung wieder beginnt? Ist Steve etwa – Nein das kann nicht sein, Steve kann nicht –, nein, er kann nicht tot sein. Das ist nicht möglich“, die Gedanken in ihrem Kopf hören nicht auf. Sie überschlagen sich. Der kleine Engel in ihr der versucht mit Optimismus an die Sache heran zu gehen und fest davon überzeugt ist, das Steve nicht gestorben ist und solange keine Gewissheit da ist, man sich nicht unnötig herunter ziehen sollte, kommt gegen die Massen an teuflischen und negativen Gedanken kaum an.

***

Während alle die Shrimps und die anderen Leckereien die Kamekona und sein Cousin Flippa mitgebracht haben, vertilgen, stellen sie sich alle vor und die Taskforce erklärt in knappen und klaren Worten die momentane Sachlage. Die Seals erfreut es genauso wenig, dass bisher so wenige, genau genommen eigentlich gar keine Hinweise oder gar Beweise existieren. Doch sie haben alle jemanden für den sie alles machen würden, das Sealteam von Phips für Ayda und Jess, denn die zwei jungen Frauen werden wie zwei vollwertige Mitglieder dieser kleinen Sealfamilie gesehen und das Sealteam von Wade kämpft für McGarrett, die haben schon öfters mit diesem Seal zusammengearbeitet und es war jedes Mal ein Vergnügen. Und Wade persönlich sieht McGarrett immer als einen seiner Schützlinge an und würde für ihn genauso viel durch machen, wie er für einen anderen aus seinem Team machen würde.
Sie sitzen alle noch eine Weile zusammen und genießen für den kurzen Moment die Sorglosigkeit, doch keiner kann sich ernsthaft entspannen, das geht erst wenn sie wieder zu hundertprozentig komplett sind.

Sie haben sich gerade dazu aufgerafft wieder zu arbeiten, als Dannys Handy anfängt zu klingeln, alle schauen erwartungsvoll zu ihm, als er es aus seiner Hosentasche hervor zieht und aufs Display schaut, „Es ist Paul, Paul Kellermann, entschuldigt mich kurz.“, mit diesen Worten macht er sich direkt auf den Weg in sein Büro. Und wie schon bei dem Telefonat davor, dreht er dieselben Runden beim Telefonieren.
„Paul, danke für dein Rückruf, ich hoffe du hast etwas herausgefunden?“, kommt Danny gleich zum Wichtigen,
„Hi Danny, ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht was ich damit anfangen soll und ob das euch weiterhilft weiß ich auch nicht, aber als ich die Akten von dem damaligen Fall gesucht habe, sind mir noch weitere Akten von Fällen vor die Füße gefallen, an die ich nicht mehr gedacht hatte und ehrlich sie auch am liebsten sofort wieder vergessen will. Aber dabei ist mir wieder eingefallen wie schwer die Zeit damals war, der Einsatz von dem Phips erzählt hat, war nur der Kopf einer ziemlich langen Schlange. Es folgten noch weitere Fälle, die nicht minder erschreckend und gefährlich waren und es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir das meiste endlich überstanden haben. Als es dann aber wieder tatsächlich etwas ruhiger wurde, haben wir, also Ayda, Jess und ich, uns des Öfteren unterhalten, wie die Fälle gelöst wurden, was dabei alles schief und was alles gut verlaufen ist. Welche Entscheidungen richtig waren und welche nicht. Wir haben da den eigenen Ballast ausgesprochen und geteilt, seitdem pflegen wir diese Gespräche weiterhin, weil sich so einiges leichter zu ertragen lässt und man weiß, dass man nicht alleine ist und es immer jemanden gibt mit dem man reden kann. Zumindest, um aufs eigentliche zurück zu kommen, haben wir uns damals auch über das Thema Erreichbarkeit unterhalten, gerade in Ausnahmensituationen wie Geiselnahmen oder Undercover Einsätze oder so und da haben sie mir folgendes gesagt:
2208,  nur diese Zahlen.
Sie meinten, sollte es jemals geschehen, dass man sie sucht und nicht findet, dann soll ich an die 2208 denken und die Familie fragen. Aber wirklich nur im aller äußersten Notfall.
Ich habe es damals so hingenommen und auch nicht weiter nachgefragt was die Zahlen bedeuten, da sie mir ziemlich deutlich klar gemacht haben, wie wichtig es ist, dass ich genau das eigentlich nie nutzen darf. Und ich ehrlich gesagt, bis heute gehofft habe nie darauf zugreifen zu müssen. Aber ich schätze jetzt ist ein Zeitpunkt an dem es gerechtfertigt ist.“
„Alles klar, ich danke dir Paul ich habe mir das Ganze notiert. Weißt du welche Familie sie meinen? Die von Ayda bzw die von Jess?“
„So wie sie Familie in diesem Zusammenhang benutzt haben, schätze ich eher, dass sie unsere, also das Sealteam meinen. Ich werde hier aber auch noch weiter Nachforschungen anstellen.“
„Okay, ich werde die Jungs darauf ansetzen, danke nochmal und ich halte dich auf dem Laufenden.“
„Ich danke euch für die ganze Arbeit, solltet ihr nichts dazu finden, melde dich bei mir dann kann ich die Familien der zwei fragen. Ich würde das nur gerne so weit wie möglich heraus zögern, da ich die Familien nicht unnötig in Aufruhr versetzen will.“
„Klar, das ist selbstverständlich! Wir hören voneinander.“

Damit ist das Telefongespräch zwischen Danny und Paul beendet. Danny schnappt sich den Zettel von seinem Schreibtisch und begibt sich wieder zu den anderen, „hört mal alle her, ich hatte Paul ja um Informationen gebeten bezüglich der Peilsender, anfangs ist er nicht fündig geworden, als er jetzt gerade angerufen hat, hat er mir aber erzählt, dass Ayda und Jess ihm für den äußersten Notfall folgende Zahlen genannt haben: 2208. Paul hat keine Ahnung für was sie stehen, aber sie sollen uns wohl helfen ihren Aufenthaltsort bestimmen zu können.“, er sieht erwartungsvoll in die Runde, in der Hoffnung, dass die anwesenden Seals mehr wissen, doch die ihm entgegenblickenden Gesichter, lassen in ihm wieder etwas Enttäuschung aufkeimen. „hat er denn sonst nichts gesagt?“, fragt Tom, einer aus dem deutschen Sealteam. „Das einzige was sie damals wohl noch gesagt haben, sei das wir DIE Familie fragen sollen. Ich habe Paul gefragt, er denkt die zwei meinen damit euch, ihre Seal Familie.“. „Das macht es jetzt nicht unbedingt leichter, die Zahlen könnten für alles stehen, Passwörter, Schließfachnummern, Vorwahlnummer, Entsperrcode für alle möglichen Geräte. Um alles abzuchecken, brauchen wir viel zu lang.“, meldet sich Sascha ebenfalls ein Seal aus Deutschland. „dann heißt es jetzt Teamwork. Phips, du und dein Team, ihr versucht euch zu erinnern, ob und wenn ja in welchem Zusammenhang Ayda und Jess je diese Zahlen verwendet oder erwähnt haben bzw haben könnten. Gleichzeitig setzt ihr euch bitte daran, bei euch in Deutschland welche an die Leitung zu bekommen, die Schließfächer, Postfächer, Adressen abklappern die in irgendeine Art und Weise damit in Verbindung stehen könnten. Wade, du und dein Team, werdet zwei losschicken, die auch hier Schließfächer, Postfächer und Adressen abklappern werden, Ayda und Jess haben mittlerweile eine entsprechende Verbindung hier zu den Inseln, ich könnte mir vorstellen, dass sie auch für hier schon entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben könnten. Jeweils einer aus euren zwei Teams und du Kono, ihr setzt euch zusammen und versucht weitere Orte oder Codes zu finden, wo die vier Zahlen passen können. Miri, da du die einzige Frau aus eurem Team seid, würde ich dich bitten dir die Sachen von Ayda und Jess durch zu sehen, vielleicht findet ihr da Hinweise, vorausgesetzt, dass ihr euch sicher seid, dass ihr damit die Privatsphäre von den zwei nicht zu sehr verletzt. Ich fahre mit dir dann zusammen zu Steves Haus, wo ihre Sachen sind und ich schau mich dabei gleich auch nochmal bei Steve um. Chin du bist bitte immer erreichbar, sei es für die Kriminaltechnik, das HPD, Gerichtsmedizin oder der Gouverneur, du hast solange ich weg bin hier die Leitung. Ich bin für alle erreichbar.“, Danny klatscht in die Hände und sofort fängt der ganze Haufen durcheinander zu wuseln. Sie setzten sich in den eingeteilten Teams kurz zusammen, stellen einen Schlachtplan auf und beginnen sofort mit der Arbeit. Keine zehn Minuten später, ist die Anzahl an Leuten deutlich geringer geworden und alle anderen sitzen weit in den Tiefen der Arbeit.

***

Als er nach dem unendlich langen und erbarmungslosen Waterboarding wieder zu sich gekommen ist, wurde er gerade von Odalis‘ Handlangern am Ende seines Gefängnisses an die Wand gekettet. Er sitzt zwar auf dem Boden, aber seine Hände sind hinter seinem Rücken in Ketten festgelegt und er spürt wie wieder Schmerzen aufkommen, dank der unnatürlichen Position.

So wie die paar einzelnen Worte ein Gefühlschaos und tausende von unbeantworteten Fragen zuvor in Jess hervorgerufen haben, bekommt Steve jetzt auch etwas zu hören, dass bei ihm dasselbe auslöst nur, dass in ihm zusätzlich das Schuldgefühl eiskalt und erbarmungslos den gesamten Körper einnimmt. Die Folter der eigenen Gedanken machen ihn fertig und das Wissen, dass auf dieser Insel irgendwo seine Freunde herumrennen und alles dafür tun werden zu helfen, ist zwar da, kommt aber gegen all das Negative nicht an.
Denn die Schreie die bis zu ihm durchdringen, erschüttern ihn zutiefst.

Die Schreie hallen immer und immer wieder in seinen Ohren nach. Es sind keine arg lauten oder gar langen Schreie, aber sie sind triefend vor Schmerz. Das schlimmste daran ist aber, er kennt die Stimme die in den Schreien versteckt ist. Diese Stimme die einer guten Freundin von ihm gehört und die nur wegen ihm hier festsitzt.
Die nur wegen ihm dieser Folter und diesen Schmerzen ausgesetzt ist.
Die nur wegen ihm den Blicken von Odalis ausgesetzt ist und sich dagegen nicht wehren kann.
Die nur wegen ihm in diesem Drecksloch festsitzt.
Er gibt sich selber die Schuld und lässt sich von ihr innerlich auffressen. Er redet sich ununterbrochen diese Worte ein, die Gedanken an die anderen, sind schon bei dem ersten Ton der aus dem anderen Raum zu ihm durchgedrungen ist, vollkommen verblasst. In seinem Kopf überschlagen sich die vorwurfsvollen und sich schuldgebenden Worte und die Fragen wie es hätte anders laufen können und warum er die anderen mit reingezogen hat.

Doch dann ist plötzlich Ruhe.
In seinem Kopf. In seinem Raum. Keine Geräusche oder Schreie sind mehr zu hören.
Stille.

Sein Kopf ist leer. Das einzige was er noch hört ist sein eigener stoßartiger, ängstlicher Atem.
Doch dann steigt ein Gefühl in ihm auf, von dem viele der festen Überzeugung sind, dass es in Steve nicht existiert, nicht existieren kann: Angst.
Ihn ergreift plötzlich die klare, nackte Angst, da ihm bewusst wird, dass kein Schreien auch einfach bedeuten kann, dass kein dazugehöriges Leben mehr existiert. Dieser Gedanke steht plötzlich mitten in der unendlichen Leere in seinem Kopf. Auch wenn er es sich nicht eingestehen will, so abwegig ist der Gedanke nicht einmal, denn ihm selber erging es vor kurzer Zeit nicht anders. Auch aus ihm ist für einen Moment der letzte Funke gesprungen und der Gedanke, dass es bei Jess genauso sein könnte, treibt ihn in den Wahnsinn. All der Optimismus, der normalerweise in ihm wohnt, ist verloren. All der Kampfgeist und Überlebenswille, der normalerweise in ihm wohnt, schwindet plötzlich immer weiter. Ein Gedanke taucht auf und bohrt sich schmerzvoll in die bereits, durch die vorherigen Gedanken, entstandene Wunde, er wurde von den Leuten hier ins Leben zurückgeholt, weil er wichtig für Odalis ist, weil Odalis in ihm noch einen Nutzen sieht, schließlich wurde er auch entführt, aber was werden sie machen, wenn Jess ihren Löffel abgeben muss? Wird sie auch zurückgeholt? Ist sie wichtig für Odalis oder ist sie einfach nur Kollateralschaden?

„Kollateralschaden“
Seine Gedanken kreisen nur noch darum.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast