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Die scharlachrote Hand

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
19.12.2022
25.01.2023
7
32.479
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25.01.2023 8.069
 
Headhunter

Felis klopfte gerade an die Tür des Fuchsbaus als Nicolas schon um die Ecke des Hauses gestürmt kam. „He da seit ihr ja!“ lachte der rothaarig Junge vergnügt, wobei Felis wusste das er Kelvin und Stormy meinte. Trotzdem winkte er ihr kurz zu, als er schlitternd bei ihnen zum stehen kam. „Ginny hat mir gesagt das du noch bei deiner Tante bist. Die anderen sind alle im Garten und bereden was wegen der Hochzeit von Ron und Judy. Los kommt!“ reif er fröhlich. Ehe Felis sich versah waren die beiden Jungen und dieses seltsame Stofftier um die Hausecke verschwunden. Daher blieb ihr nichts anderes übrig als den beiden zu folgen. Als sie allerdings um die Ecke des Hauses kam blieb sie wie erstarrt stehen. Abrupt schlug ihr Herz schneller, trieb ihr das Adrenalin durch den Körper, der sich auf Flucht einstellte. Ihre Muskeln spannten sich und langsam wollte sie vor dem riesigen Drachen, der im Garten lag, zurückweichen. Das Tier hob den Kopf und blickte zu ihr. Sie rechnete fast mit einem Feuerstrahl der in ihre Richtung zielte. Wobei der Drachen wittern müsste das sie keine Gefahr für ihn war. Wie auch? Als Hexe und als Katze hatte sie keine Chance gegen einen verdammten Drachen!
Unerwartet legte sich eine kräftig Hand in ihren Nacken. „Der, ist harmlos.“ erklang eine Stimme recht amüsiert hinter ihr.
Ruckartig wandte Felis ihren Kopf und blickte in das grinsende Gesicht von Charlie.
„Charlie.“ lachend fiel sie  ihm, nachdem er seine Griff lockerte, um den Hals. Er hatte sich ziemlich verändert. Sein rotes Haar hatte er zu einem Zopf zusammen gebunden, ein vier oder fünf Tage Bart zierte sein Sonnengebräuntes Gesicht, aber seine Augen funkelten noch wie damals. Auch vom Körperbau war er nicht mehr so schlaksig wie früher. Im Gegenteil wohl Proportioniert und hatte durchaus Wirkung.
„Bill sagte mir das du wieder hier bist.“ erklärte er lachend, legte seinen Arm um ihre Schulter, wie auch sie um seine Hüfte und führte sie zu den Anderen die am Tisch saßen.
Neben Sirius und Chantal saß auch noch Bill mit am Tisch. Genau wie Remus Lupin, den Felis ja auch flüchtig kannte. Die Frau neben ihm war ihr völlig unbekannt. Aber sie spürte umgehend das mit dieser Frau etwas war. Sie hatte einen Auraschutz um sich und das hießt meist das jemand seine Magischen Energien verbergen wollte. Warum, würde sie vielleicht noch erfahren.
„Die meisten kennst du sicher?“ fragte Charlie und deutete dann auf die Schwarzhaarige Frau an Lupins Seite. „Zu Lara gehört der Drache.“ erklärte er heiter und setzte sich auf seinen Stuhl zurück. Da kein weitere frei war zog er Felis kurzerhand seitlich auf seinen Schoß, was sie auch nicht großartig zu stören schien.
Das sein Bruder ihn mit einem dämlich grinsen ansah überging Charlie geflissentlich.
„Hey.“ grüßte auch Lara freundlich und streckte ungezwungen ihr Hand der anderen Frau entgegen. Das Mystero Lara längst gesagt hatte, was die Latina war erwähnte sie nicht. Ihr war es ohnehin egal, da sie mit einem weiterem Wandler sicher kein Problem hatte.
„Felis Hold.“ stellte Felis sich selbst vor. „Wobei mir lieb wäre beim Vornamen zu blieben.“
„Mir auch.“ meinte Lara vergnügt. „Ich finde es immer noch seltsam mit Misses Lupin angesprochen zu werden. Oder überhaupt mit Nachnamen.“ fügte Lara hinzu als Remus amüsiert die Augenbrauen hob.
„Ah:“ grinse Felis und sah zu Lupin hinüber. Na da hatte sich der Wolf ja eine wirklich gut aussehende Gefährtin genommen. „Ich bleibe auch lieber nur beim Vornamen. Ist auf jeden Fall kürzer.“ grinse Felis.
„Na Malfoy würde ich auch recht schnell ablegen wollen.“ meinte Charlie, wobei er seine Hände auf Felis Hüften liegen hatte und sein Bruder ihn schon wieder dümmlich angrinste.
Felis lachte laut auf und blickte ihn über ihre Schulter hinweg an. „Na glaub mir Charlie, hin und wieder hat mir der Name sogar Vorteile gebracht.“
„Ich frag lieber gar nicht wobei.“ meinte er schulterzuckend.
„Wie Malfoy? Bist du mit ihnen verwandt“ harkte jetzt auch Remus interessiert nach.
Felis verdreht die Augen. Wie oft musste sie das eigentlich noch klären?
„Hat Dumbledore Ihnen das damals nicht gesagt? Ich bin die Adoptivtochter von Lucius Malfoy.“ erklärte sie schulterzuckend. „Allerdings war ich das schwarze Schaf der Familie.“
„Du.“ bot Remus ihr an, da er sie ja auch nicht Siezte. „Und nein Albus hatte dies nicht erwähnt.“ musste Remus zugeben.
„Wie kommt es das du das schwarze Scharf warst?“ Fragte Lara interessiert.
Felis kicherte und schob den Ärmel ihrer Lederjacke hoch. Im Inneren rechtem Handgelenk konnte man deutlich die Tätowierung erkennen die sie dort trug. Ein Wolf mit leuchtend blauen Augen, hinter dem jetzt auch ein Voller Mond zu sehen war. Ein kleiner Unterschied zu dem das Chantal im Handgelenk trug.
„Sie ist diejenige die nach mir bei Keith die Ausbildung zum Headhunter gegangen ist.“ erklärte Chantal ihrer Freundin über den Tisch hinweg.
„Dazu habe ich noch einige Dinge getan die Lucius nicht sonderlich in den Kram passten.“
„Zum Beispiel mit mir zusammen zu sein.“ murmelte Charlie und das so leise das es höchstens noch Bill hören konnte. Sein Bruder sah ihn auch sofort an und schüttelte leicht den Kopf. Ok, das gehörte wirklich nicht hier her.
Felis tat so als ob sie Charlies Worte nicht gehört hatte, auch wenn es ihr einen kleine Stich versetzte. Schließlich hatte sie damals keine andere Wahl als sich von ihm zu trennen.
„Nico meinte das ihr über eine Hochzeit redet?“ lenkte Felis absichtlich das Thema jetzt in die wohl ursprüngliche Richtung. Sie hatte wirklich keine Lust über ihren Ziehvater zu reden.
„Mehr oder weniger. Ron und seine Zukünftig wollen nicht heiraten bis auch Harry dabei sein kann. Er ist Rons Trauzeuge.“ klärte Chantal ihre Kollegin auf.
„Wann wollen die beiden den heiraten?“
„In knapp zwei Monaten.“ antwortete aber Sirius.
„Bis dahin sollten die drei doch wieder wach sein, oder?“ fragten blickte Felis in die Runde. Eigentlich wollte sie ihren Bruder so schnell wie möglich wieder wach haben und auch ihrer Schwägerin um sie dann wirklich kennen lernen.
„Das hoffen wir. Bran versucht seit Tagen alles um die Zauber von diesem Ding runter zu bekommen.“ meinte Lara wobei man ihr ansah wie frustriert sie war nicht helfen zu können.
„Es macht mich wahnsinnig nichts tun zu können.“ grummelte sie.
„Liebes, keiner von uns kann da was machen. Wir müssen alle abwarten“ Remus legte seinen Arm auf die Lehnte ihres Stuhles und strich sanft über ihre Oberarm.
„Ich weiß. Trotzdem. Wozu beherrsche ich diese ganzen Zauber wenn ich sie nichts einsetzten kann?“
„Warte ab, deine Zeit kommt sicher auch noch.“ Orakelte Chantal missmutig. „Du glaubst nicht wirklich das diese Hexe, die sich für Voldemort ausgibt, die Füße still hält. Der Angriff auf Harry war nur der Anfang. Da kommt noch mehr.“
„Toll! Chan, du weißt genau das ich mich nicht einmischen darf. Also kann ich wieder nur im Hintergrund stehen und abwarten.“ Lara sah die Halb Vampirin dabei missmutig an und wie zu Bestätigung ihres eigenen Frustest, grollte auch Mystero ungehalten.
Unwillkürlich zuckte Felis zusammen und sah zu dem Drachen hinüber. Das er ihr doch etwas Unbehagen bereitete, wollte sie sich nicht anmerken lassen. Trotzdem war ein mulmiges Gefühl in ihr, auch wenn sie zugeben musste das dieser Drache wunderschön war.
„Man gewöhnt sich an ihn.“ grinste Remus vergnügt zu der Latina hinüber. Er hatte sehr wohl mitbekommen wie verunsichert sie auf Mystero reagierte.
„Wenn du das sagst.“ meinte Felis und sah erneut zu dem Drachen um den Kelvin und Nico herumrannten. Der Stoffpegasus stand auf dessen Vorderpfote und kicherte vergnügt.
Na ja wenn die Kinder schon so unbedarft mit diesem Tier umgingen sollte sie wohl davon ausgehen das er friedlicher war als die denen sie bisher begegnet war.
„Und ich bin ja auch noch da.“ schmunzelte Charlie und ernte gleich von mehreren Seiten belustigte Blicke, aber vor allem von Lara.
„Als ob ein einzelner Drachenwächter bei Mystero reicht.“ kicherte sie vergnügt.
Charlie zuckte nur mit den Schultern. Natürlich wusste er das diesen Drachen, wohl nur ein oder zwei Dutzend Drachenwächter gleichzeitig schlafen legen konnten. Trotzen wollte er es gesagt haben,  
„Aber woher wisst ihr von der Hexe?“ fragte Felis unvermittelt.
Umgehend setzte ein betretendes Schweigen ein, wobei Chantal nach Momenten die Augen verdrehte. „Ihr könnt ihr vertrauen.“ verbürgte sie sich bei ihren Freunden für ihre Kollegin, auch wenn das eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Schließlich wussten auch Remus und Sirius was Felis damals getan hatte. Aber Menschen konnten sich ändern.
„Einer der damaligen Spitzel in Voldemorts Reihen hat uns Informiert.“ gab Remus zu und beobachtete Felis dabei genau. Diese grinste ihn aber nur an.
„Ich glaub auch das ich dann weiß wer.“
„Es würde mich nicht überraschen wenn du noch ein paar mehr kennst.“ Schmunzelte Sirius. Er spielte dabei auf ihren Ex an, ebenso wie auf ihren Ziehvater.
„Stimmt.“ erwiderte sie nur grinsend. Mehr würde sie nichts sage!
„Sowas sag lieber nicht zu laut wenn mein Bruder Ron da ist. Er ist Auror.“ meinte Ginny. Sie war in diesem Moment in den Garten gekommen und trug dabei Cheyenne auf dem Arm.
„Darf ich dir deine Nichte vorstellen. Cheyenne Cassiopeia.“
Felis sprang umgehend von Charlies Schoß und nahm Ginny das kleine Mädchen ab. „Bist du süß.“ murmelte sie verzück. „Du siehst ja aus wie deine Mum.“ Felis kitzelte den Bauch des Babys das freudig gluckste und sie zahnlos anstrahlte. „Auch wenn ich deinen Dad dafür erwürgen könnte das er dich mit dieser dämlichen Traditionsnamen gestraft hat. Aber wenigstens hat er einen schönen Namen ausgesucht.“
„Hey!“ reif Sirius gespielt beleidigt. „So dämlich ist das gar nicht. Mein Name ist schließlich auch danach ausgewählt worden.“
Felis sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen spöttisch an. „Klar. Das kommt ja auch von deiner Seite der Familie. Narcissa war schließlich auch eine entfernte Cousine von dir.“
„Wieso auch?“ harkte Remus nach.
Felis grinste und zuckte unschuldig mit den Schultern. „Mein Vater war Roderic Flaming. Und der ist in erster Linie mit Jupiter Black verwand, wenn auch unehelich. Der glaube ich dein Großonkel ist.“ dabei sah sie zu Sirius der gerade versuchte den Stammbaum seinen Familie irgendwie in sein Gedächtnis zu rufen.
„Könnte stimmen. Ist mir aber auch eigentlich egal.“ meinte er nachdenklich. Schließlich waren die meisten alten Familien über Ecken verwandt und wenn sie dann noch auf die Reinheit des Blutes bestanden, dann ohnehin.
„Botschafter Flaming war dein Vater?“ Remus war überrascht und fragte sich jetzt erst recht wie die junge Frau dann zu den Malfoys gekommen war. So weit Remus wusste war Roderic Flaming in der Botschaft in Südamerika beschäftige gewesen und bei einem Brand ums Leben gekommen. Ebenso seine Frau und ein Freund der Familie.
Felis nickte lediglich.
„Hast du den auch so einen Traditionsnamen?“ fragte Ginny neugierig, woraufhin Felis zu ihr sah. „Ja. Aber den verrate ich nicht.“
Ginny schmunzeln heiter. „Dann frage ich deinen Bruder.“
„Mach. Du wirst keine Antwort bekommen. Weil er das gar nicht weiß.“ kichert Felis und blickte abermals zu Cheyenne hinunter. „Und der passt auch nicht so schön wie deine Zweitnamen meine Süße.“ Ein weiteres Mal kitzelte sie das Baby das glucksend seinen Ärmchen nach ihr ausstreckte.
Der restliche Nachmittag verging wie ihm Flug und Felis fühlte sich so wohl wie schon lange nicht mehr. Selbst der Drache, zu dem Charlie sie später, begeistert wie ein kleiner Junger, hinübergezogen hatte, machte ihr und vor allem der Katze in ihr, kaum noch Angst. Er schien in ihr auch keine Gefahr zu sehen. Was Felis wirklich beruhigte.
Dazu verstand sie sich auch sehr gut mit Lara. Sie war nicht nur eine nette Frau auch eine sehr interessante und mächtige Hexe, die einiges verbarg. Zwischenzeitlich hatte Felis auch herausgefunden das es sich bei Lara um eine Weiß Magierin handelte. Eine 'Wächterin des Siegels'. Es war wirklich interessant mit was für Leuten ihr Bruder sich angefreundet hatte. Sie waren bei weitem eine Bessere Gesellschaft, als die mit denen er sich sonst abgegeben hatte. Wobei Felis sich durchaus bewusst war das Draco auch diese Verbindungen mit Sicherheit nicht kappen würde. Nicht nachdem was sie inzwischen wusste. Es wäre ineffektiv.
Felis stand gerade mit Chantal zusammen und unterhielt sich mit ihr, als eine Leise 'plopp' und der erschrockene Aufschrei von Ginny, sie beide herumfahren ließ.
Vor ihnen am Boden kauerte ein Mädchen. Höchsten siebzehn Jahre alt. Ihr Gesicht war Rußgeschwärzt und sie blutete aus mehreren Wunden an den Armen.
„Chantal....“ keuchte die Kleine und sah zu der Halb Vampirin auf, die sofort zu ihr sprang. „Alexej... wir können ihn nicht bändigen.“ Tränen rannen dem Mädchen die Wangen hinunter und fahrig wischte sie sich durchs Gesicht. „Thua und ich können uns nicht wandeln. Die bringen uns sofort um, aber ...“
„Mia, was ist los? Was ist mit Alexej?“ versuchte Chantal etwas aus Mia herauszubekommen, nur war das Mädchen so verstört das sie kaum sprechen konnte.
Inzwischen war jedes Gespräch, das noch vor Augenblicken geführt wurde verstummt.
Aber auch Felis war sichtlich irritiert. Für sie deutlich, haftete die Witterung von Alexej an Mia. Aber warum hatte er seine Schülerin angegriffen und verletzt?
Schnell trat sie zu Seite als Lara aufsprang und sich ebenfalls neben dem Mädchen auf die Wiese hockte und begann sich um ihre Verletzungen zu kümmern.
Mia schluckte schwer und stöhnte als Lara einen Zauber über ihren Arm sprach, trotzdem sah sie Chantal an. Sie musste erzählen was passiert war!
„Es gab einen Anschlag auf ein Ballett in Moskau. Nadja ...sie war heute Abend in einer Vorstellung …“ erneut rannen Mia die Tränen die Wangen hinunter „Alexej tobt. Er hat sich gewandelt. Thua und ich konnten nichts machen. Er ist auch auf uns losgegangen.“ Sie schluchzte unterdrückt auf. „Die Auroren werden ihn umbringen!“
„Scheiße!“ fauchte Chantal unbeherrscht, wobei sich ihre Augen gelb verfärbten. „Habe ich es dir nicht gesagt?“ dabei sah Chantal zu Lara auf, die nur stumm nickte. Dann wanderte der Blick der Halb Vampirin zu Felis. „Ich hole eben meine Waffen von zu Hause.“ Und schon disapparierte sie.
Felis selbst griff nur nach hinten an das Gürtelholster und zog ihre Pistole, kontrollierte sie und ließ sie wieder verschwinden. Das dies die Andern Irritierte war ihr durchaus bewusst, schließlich nutzten die nur die Zauberstäbe als Waffen. Nur war das der Katzen Wandlerin herzlich egal. Sollten die denken was sie wollten.
Felis atmete noch mal ein und hockte sich zu Mia. „Du hält dich gleich zurück. Alexej übernehmen Chan und ich. Ich will das du versuchst bei den dortigen Auroren oder auch bei den Polizisten herauszubekommen ob Professor Rossoff wirklich im Theater war. Wenn ja will ich wissen wo sie gesessen hat und mit wem sie da war. Wenn nicht machst du dich mit Thu'baan auf die Suche nach ihr. Wir jagen für Alexej!“
„Verstanden.“ Das Mädchen nickte, bemüht sich jetzt zusammen zu nehmen. Felis lächelte aufmunternd und erhob sich, wobei sie zu Ginny sah, die die Hand vor den Mund geschlagen hatte als Nadjas voller Namen fiel. Daher wand Felis sich an sie.
„Du kennst Nadja?“ Ginny schüttelte aber den Kopf.
„Kennen nein. Ich würde gerne. Professor Rossoff ist eine ziemlich bekannte Forscherin auf dem Gebiet der Zaubertränke und mir natürlich als Professorin im selben Fach ein Begriff. Ich hoffe ihr ist nichts passiert.“
„Das hoffe ich auch nicht. Ich habe keine Ahnung was Alexej dann tut. Ähm, er ist ihr Bruder.“ erklärte Felis schnell für die, die es nicht wussten.
„Waren das nicht die Geschwister die euch geholfen haben zu Animagi zu werden?“ fragte Remus an Sirius gewandt, der ebenfalls recht blass dastand.
„Ja Nadja hat uns mit etlichen Kräuter und dem ganzen Kram versorgt.“ er sah zu Felis. „Ich komme gleich mit. Dieses mal auf jeden Fall.“ Deutlich klag dabei heraus das er sich nicht noch einmal darauf einließ die Headhunter nicht zu begleiten.
„Mach das mit deiner Frau aus.“ erwidert Felis nur darauf, denn sie würde sicher nichts da zusagen wenn Chantal nicht wollte das Sirius sie begleitete. Dies stand ihr so nicht zu.
„Das werde ich.“ nickte Sirius verbissen. Ein 'plopp' verriet das diese jetzt zurückgekehrt war.
„Los.“ verlangte Chantal nur und Felis nickte, während sie nach dem Arm der immer noch erschöpften Mia griff. Wie immer übernahm Chantal jetzt erst die Führung da sie die nächst älteste Schülerin ihres Lehrmeisters war. Seit Keith Tod war zwar Alexej der Meister ihrer Hunter Linie, aber für Felis und auch Thu'baan galt noch die alte Rangstruktur. Erst bei Mia, Alexejs Schülerin änderte sich das geringfügig, auch wenn das Mädchen selbst auf das hören musste was Thu'baan ihr befahl.
„Ich komme auch mit.“ Sirius trat entschieden zu seiner Frau, die mit einem seufzen nickte. Sie hatte jetzt keine Zeit mit ihm zu diskutiere!
„Wenn du meine Hilfe brauchst, melde dich.“ sagte Lara ehe ihre Freundin verschwand. Die Halb Vampirin nickte nur und disapparierte. Gefolgt von Felis die Mia mit sich nahm.
„Ich sag ja. Ich steh wieder da und kann nichts machen.“ Lara ließ sich von Remus in den Arm ziehen, der ihre Niedergeschlagenheit spüren konnte. Auch wenn er ihr nicht wirklich helfen konnte, wollte er sie wenigstens versuchen etwas zu trösten.

~***~


Als die vier auf der Straße in Moskau auftauchten herrschte das Chaos. Ein Feuer loderte heiß in den Himmel. Krankenwagen, Heiler, Polizei und Auroren rannten umher. Schrien Befehle. Zauber, wie Muggel, rannten panisch durcheinander oder standen weinend an den Absperrungen. Überall lagen Trümmer des vor Hitze explodierten Gebäudes.
Einige Körper, mit Laken abgedeckt hatte man am Rand der Unglücksstelle aufgereiht.
Und über allem loderte der grüne Totenkopf.
Fassungslos sahen Sirius, Chantal und Felis sich um. Das letzte mal als sie so etwas sahen war zu Voldemorts Glanzzeiten. Vor mehr als elf Jahren.
„Der Beginn eines Krieges.“ murmelte Sirius. „Ich hatte gehofft solche Bilder nie wieder sehen zu müssen.“ Ehe seine Frau oder auch die beiden anderen Frauen etwas sagen konnten hörten sie schon das Brüllen eines Bären. Eines sehr mächtigen, wütenden und aggressiven Bären. Am Ende der Straße konnte sie den einen oder anderen Menschen sehen der schreiend durch die Luft segelte. Noch schien keiner der Auroren auf die Idee gekommen zu sein, den wütenden Wandler mit Schock Zaubern zu Räson zu bringen.
Also sollten sie jetzt so schnell wie möglich handeln!
„Oh Verdammt!“ fauchte Chantal und wand sich an Felis. „Gut das es Dunkel ist.“
Felis wusste was die Worte für sie bedeuteten. Sie nickte, holte tief Luft und leitete die Wandlung ein. Innerhalb von Augenblicken stand ein schwarzer Jaguar auf der Straße.
Überrascht sah Sirius zu der groß Katze hinunter die sich gerade streckte um ihre Muskeln aufzulockern. Er hatte nicht damit gerechnet das sie sich so einfach verwandelte.
Remus durchlitt dabei immer starke Schmerzen und würde sich auch nicht so friedlich verhalten wie Felis es jetzt tat. Ehe er aber diesbezüglich etwas sagen konnte wand sich seine Frau an ihn. „Wenn du schon hier bis, hilf uns. Felis und ich kümmern uns jetzt um Alexej. Versuch du mit Mia zusammen irgendwas heraus zu finden. Ich schicke euch Thu'baan.“ befahl sie mehr als das sie ihn darum bat. Zeitgleich deutete sie mit der Hand die Straße hinunter und umgehend setzte sich der Panter in Bewegung, der innerhalb von Augenblicken im Schatten der Häuser verschwunden war.
Noch immer überrascht über die Autorität in Chantals Stimme, sah Sirius seinen Frau an. Das kannte er nicht von ihr. Auch wenn er zugeben musste das er sie noch nie als Headhunter miterlebt hatte. Es war interessant zu sehen wie sie die Führung übernahm, der auch er sich jetzt unterwarf. „In Ordnung.“ nickte er wobei er Mia ansah. „Was bist du Mia?“ wollte er wissen ehe er sich in den Hund verwandeln würde. Das Mädchen blickte sich verlegen und auch eine Spur ängstlich um. „Harpyie.“ flüsterte sie und nur Sirius recht guten Ohren war es zu verdanken das er sie verstand.
„In Ordnung, du solltest dich nicht wandeln. Du sprichst mit den Auroren ich sehe mal was ich finde.“ Und damit wandelte sich Sirius zum Hund. Verstört sah Mia zu Chantal die trotz allem kichern musste. „Animagus.“ sagte sie nur und rannte dann zu dem tobenden Bären hinüber, bevor er noch jemanden ernsthaft verletzte oder umbrachte!

~***~


Wimmern, vor Schmerzen und Angst lag Nadja da. Richtig begriffen was passiert war hatte sie noch nicht. Aber sie wusste das sie hier sterben würde wenn niemand ihr zu Hilfe kam. Nur was sollte sie tun? Sie war Wissenschaftlerin. Hatte einen Professorentitel in Kräuterkunde und Botanik, zwei Doktorentitel in Alchemie und Zaubertränke.
Sie war in der Forschung tätig und das mit Leib und Seele. Das lag ihr, das war ihre Welt. Sie beherrschte diese Zauber im Schlaf und die wenigsten konnten dabei mit ihr mithalten. Sie wusste unzählige Tränke und Pflanzen die ihr jetzt hätten helfen könnten. Nutzloses Wissen. Hier gab es nichts was sie zum wachsen bringen konnte. Um sie herum war nur Beton und Stein, nicht ein Stück Holz, das ihr gereicht hätte um daraus einen Baum entstehen zu lassen.
Sie wimmerte erneut als ein Stechender Schmerz durch ihren Körper lief. Tränen rannen ihr aus den Augenwinkeln, die sie verzweifelt versuchte zurück zu halten. Noch mehr Flüssigkeitsverlust konnte sie sich nicht erlauben. Sie fühlte ja jetzt schon den Durst in ihrer Staubigen Kehle. Was konnte sie nur tun?
Sie war in der normalen Zauberei nie so gut wie andere Hexen und Zauberer. Dazu hatte sie den Umgang damit zu spät gelernt und sich dann auf andere konzentriert. Sie beherrschte nur die einfache Grundlage der normalen Zaubererei. Jetzt wünschte sie sich das nicht so vernachlässigt zu haben. Aber sie hatte sich Kopfüber in das Studium gestürzt, das sie auf Empfehlung hin in Helsinki beginnen durfte, das sie daran niemals gedacht hatte. Hätte sie doch nur ein bisschen mehr um die Zauber gekümmert die Elias ihr gezeigt hatte.
Unbeherrscht schluchzte sie auf. „Alexej, hilf mir.“ flehte sie leise, auch wenn sie wusste das ihr Bruder sie nicht hören würde. Er war nicht mal in Moskau. Er war mit Mia, seiner ersten eigenen Schülerin auf der Jagt nach einem Gerichtsflüchtling. Ein einfacher Job, wie er ihr gesagt hatte. Ein guter Einstieg für das gerade mal siebzehnjährige Jährige Mädchen, die bei ihnen mit im Haus lebte, genau wie Thu'bann. Sie würde ihren Bruder und die anderen beiden wohl nie wieder sehen. „Es tut mir leid Aljoscha“ flüsterte sie wobei sie sich so gut es ging die Tränen von den Wangen strich.
Gib niemals auf, Nadeschda. Dunkel klang die Stimme ihres Bruders in ihren Gedanken wieder. Wie er sie ernst ansah, als sie ihr Studium der Kräuterkunde schmeißen wollte. Das er sie mit ihrem richtigen, und nicht mit ihrem Kosenamen ansprach hatte es damals noch ernster gemacht. Sie hatte nicht aufgegeben. Sie hatte gekämpft und am ende das Studium als Beste gemeistert. Er war so stolz auf sie gewesen.
Ein lächeln huschte über ihr dreckverschmiertes Gesicht. Sie würde ihn auch jetzt stolz machen. Sie würde so lange kämpfen wie es ging. Er würde wissen das sie nicht aufgegeben hatte. Also was blieb ihr? Nichts außer ihrem Zauberstab den sie in den Händen hielt. Sie konnte sich nicht apparieren. Was konnte sie stattdessen? Sie konnte versuchen Hilfe zu holen auch wenn ihr diese Zauber nur selten gelungen war. „Expecto Patronum“ flüsterte sie in die Staub verhangene Luft. Ein silberner Schleier brach aus der Spitze ihres Zauberstabes, verformte sich und blieb in der Luft vor ihr stehen. „Such jemanden der mir helfen kann.“ bat sie und schloss die Augen. Ein brummen verriet ihr das ihr Zauber verschwunden war.

~***~


Unruhig lief ein große schwarz, zottige Hund über den Platz. Niemand achtete auf ihn, da jeder der ihn sah, ihn für einen Streuner hielt. Die Nase hatte er tief an Boden und folgte den unterschiedlichsten Fährten. Wie so oft war Sirius fasziniert davon wievielt er als Hund von der Welt wahrnehmen konnte. Genauso wie sein menschlicher Verstand mit den Instinkten des Tieres arbeitete. Er war nicht nur äußerlich ein Hund. Er war ein Hund.
Gerüche die er als Mensch nicht mal erahnen konnte, standen ihm jetzt deutlich in der Nase. Erzählte ihm Dinge die er nicht sehen konnte. Zeigten ihm Bilder, die im Laufe der Jahre immer ausgeprägter und umfangreicher geworden waren. Es war seltsam einen Geruchspartikel in der Nase zu haben und von seinem Gehirn einen visuellen Abgleich zu bekommen ohne den dazugehörigen Mensch, Tier oder Gegenstand, direkt zu sehen. Auch sah er nicht grau in grau, wie oft behauptet wurde. Er konnte durchaus in Farbe sehen. Nur etwas gedämpfter und dazu mit einem Farbdefizit. Etwas Grünes das unbewegt auf etwas grünem lag konnte er nicht erkenne, aber das war äußerst selten der Fall.
Jetzt hingegen folgte er einer Fährte die ihn in eine Seitengasse parallel zu dem Theater führte. Er wusste nicht was seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt hatte aber er folgte ihr trotzdem.
Der widerliche Geruch von Schwefel bohrte sie plötzlich und unerwartet in seine Nase. Niesend blieb er stehen. Sah sah sich um und entdeckte eine schwarz verbrannte Schneise, die sich direkt auf das Theater zubewegt hatte. Deutlich witterte er neben schwarzer Magie auch noch etwas für ihn unbekanntes.
Unschlüssig blieb er stehen und verwandelte sich. So stand Sirius jetzt in einer Gasse die die Rückseitige Ansicht einiger Lager und Geschäftshäuser bildete. Um ihn herum Mülltonnen, Kartonstapel, Unrat und ein paar Kellereingänge. Unbeleuchtete Fenster. Daher sah er sich noch einmal die Gebäuden an, die von dem Feuer nicht betroffen waren. Seltsam. Hätte das Feuer nicht um sich greifen müssen? Aber nichts. Alle Gebäude die außerhalb der Schneise lagen waren unversehrt. Dazu kam noch die schwarze Magie, mit diesem Einschlag von unbekannten Energien die er sich so nicht erklären konnte.
Ein leises Brummen an seinem Ohr, ließ Sirius reflexartig mit der Hand danach schlagen um es zu vertreiben. Nachdenklich ging er erneut zu der Schneise hinüber, zog seinen Zauberstab als das erneute Brummen an seinem Ohr erklang.
„Ah. Geh weg.“ murmelte er und schlug erneut nach dem Brummer. Dieser attackierte ihn jetzt aber gerade zu. Flog brummend um ihn herum. Mal dichter mal weiter weg. Als Sirius ihn endlich entdeckte stutzte er. Es war ein silberner Käfer. So silbern wie nur ein Patronus Zauber war! „Komm her.“ Er hielt die geöffnete Hand vor sich und der Käfer landete auf seiner Handfläche. Der Zauber war ein recht großer Käfer mit der Färbung und der Form eines Knopfes?! Jäh dämmerte es ihm. Er schloss die Hand, machte auf dem Absatz kehrt und rannte die Straße hinunter.
Schon von weitem sah er den wirklich riesigen Bären der auf den Hinterbeinen stand und wütend brüllte. Um ihn herum schlich der Jaguar und hielt ihn davon ab irgendjemand andrem nachzusetzen als ihm. Und auch Chantal konnte er sehen, sie diskutierte aufgebracht mit einem Mann der alles andere als gut Gelaunt wirkte. Sie versuchte wohl die Auroren davon abzuhalten den Bären einfach umzubringen.
Schlitternd kam Sirius zum stehen, als er nur gut Zehn Meter hinter einigen Männern stand die die Schaulustigen abhielten dem Bären zu nah zu kommen.
„Alexej!“ rief Sirius laut, wobei er nach Atem rang. „Hör auf!“ Umgehend hatte er jetzt die Aufmerksamkeit des Bären. Als dieser aggressiv brüllend auf ihn zukam stieße Sirius einige der Männer zu Seite und stellte sich direkt in den Weg des rasenden Tieres. Niemand hielt ihn auf, zu groß war die Angst vor dem Bären.
„Alexej, ich bin es Sirius. Hör auf zu toben und hör mir zu!“ Sirius schluckte doch als der gut drei Meter große Bär vor ihm auf den Hinterbeinen stand. Aber gut. Alexej hatte ihm und James das damals ja gesagt. Nur heute glaubte Sirius nicht mehr daran das er als Mensch schnell genug laufen konnte um ihm zu entgehen, was er als Teenager noch behauptet hatte.
„Sirius bist du bescheuert?!“ schrie Chantal panisch und setzte wie auch der Jaguar dem Bären nach. Sirius hob aber nur seine Hand und brachte damit seine Frau und auch den Jaguar dazu stehen zu bleiben. Sein Blick ging nach wie vor zu dem Bären, der wirklich innehielt und grollend zu ihm hinunter blickte.
„Sie lebt!“ sagte er und öffnete die Hand mit dem Patronus Zauber.
„Was?“ reif Chantal. „Woher....?“
„Das ist Nadjas Patronus.“ erklärte er seiner Frau ohne sie dabei anzusehen.
„Woher weißt du das?“ wollte sie wissen und kam langsam zu ihm hinüber. Der Jaguar blieb hinter dem Bären, jederzeit zum Sprung bereit.
„James und ich haben ihr damals den Zauber gezeigt wie man einen Käfer in einen Knopf verwandelt. Ihr Erster Versuch endete mit einem Knopf der sechs Beinen hatte und weglaufen wollte.“ erklärte Sirius ruhig. Chantal stand inzwischen neben ihm. „Sieh dir den Patronus an.“ verlangte er von seiner Frau.
„Stimmt. Es ist ein Knopf .. Käfer.“ meinte sie überrascht und sah zu Alexej, der jetzt auf seine Vorderpfoten fiel und witternd den Zauber in Sirius Hand anblickte.
„Alexej sie lebt. Der Zauber könnte nicht mehr existieren wenn sie tot wäre. Also reiß dich jetzt zusammen und such sie!“ verlangte Chantal von ihm, dann wand sie sich an Sirius. „Wo hast du den Käfer gefunden?“
„In einer Gasse nicht weit von hier.“ Sirius wand sich um und lief den Weg den er gekommen war zurück, gefolgt von dem Bären, seiner Frau und dem Jaguar.
Mia und Thu'bann, die plötzlich zwischen den Menschen auftauchten vertraten den Auroren den Weg und verstrickten deren Chef in eine ausufernde Diskussion über die Zuständigkeit der Auroren oder Headhunter. Wohl wissend das sie damit den Anderen Zeit verschafften.

Sirius öffnete erneut die Hand und hob sie etwas an um den Knopfkäfer anzusehen. „Wo müssen wir suchen?“ wollte er wissen. Der Zauber brummte, erhob sich in die Luft und flog zu einem gesprungenem Kellerfenster in dem er verschwand.
„Ok Felis, achte auf die Umgebung.“ befahlt Chantal. Der Panter fauchte leise, lief auf eine der großen Mülltonnen zu, sprang darüber zu einem der Vordächer und verschwand erneut im Schatten der Gebäude.
„Alexej mach die Tür auf.“ dabei deutete sie auf die Tür die den Zugang zum Keller versperre. Sie schien aus massiven Holz zu bestehen. Ohne weiteres ging der Bär die Treppen hinunter und rammte sich mit voller Kraft gegen das Holz. Ein lautes knirschen erzählte deutlich davon das die Tür aus den Angeln brach und mit einem lauten Knall landete sie im Inneren des Lagerhauses.
„Ähm... Alohomora? Wäre einen gute Alternative gewesen?“ fragte Sirius während er seine Frau und dem Bären folgte.
„Klar. Aber das geht so schlecht in Tiergestalt und wenn wir zusammen jagen bin ich auch nicht immer in der Nähe der Anderen. Also müssen wir uns anders helfen. Reine Gewohnheit.“ grinste sie wobei Sirius seinen Zauberstab zum leuchten brachte. Weder sie noch Alexej brauchten dies wirklich, da sie beide eine gute Nachtsicht hatten.
„Stimmt wohl.“ musste Sirius dann auch zugeben. Schließlich war er ein Animagus und konnte sich so verwandeln wie er es brauchte. Die Gestaltwandler konnten das ja nicht. So weit er wusste würde Felis bis zum Morgen einen Katze blieben, da sie ja von der Nacht abhängig war, wie Remus vom Mond. Alexej würde wieder zum Menschen werden sobald er sich beruhigt hatte und bei den anderen beiden wusste er es einfach nicht.
Plötzlich brummte der Bär aggressiv auf und riss dadurch die Aufmerksamkeit der beiden auf sich. Schnell trabte er durch den Raum und durch einen offenen Zugang in ein Labyrinth aus Kellergängen. Zielstrebig einer einzigen Spur folgend.
Sirius und Chantal mussten sich beeilen hinter dem riesigem Tier herzukommen. Die Luft war stickig und man konnte Betonstab im Licht des Lumos Zaubers erkennen.
„Wenn ich mich nicht irre laufen wir auf das Theater zu.“ murmelte Chantal und ließ ihren Blick in die angrenzenden Kellereingänge wandern. Sirius hatte durchaus gemerkt das sich seinen Frau in ihrer andere Form gewandelt hatte um noch mehr von der Umgebung wahrzunehmen als sie es ohnehin tat.
„Ja aber in einem Bogen.“ meinte Sirius hustend. Der Staub in der Luft brannte in den Lungen. „Es muss von hier einen Zugang geben“
Das wütende brüllen des Bären ließ Chantal etwas schneller gehen und als sie um die Ecke kam, hinter der Alexej grade verschwunden war, verstand sie seine Wut. Der Gang war eingestürzt und versperrte ihnen den Weg. „Mist!“ fauchte Chantal und trat neben den Bären, der ihr bis zu Brust reichte. Dunkel grollend wollte der Bär anfangen an den Beton und Holzbalken zu scharren als sie ihm die Hand auf die Rücken legte. „Sei still Alexej.“ befahl sie ihm. Das Tier riss den Kopf hoch und schnaubte ihr wütend ins Gesicht. „Ich kann keinen Herzschlag hören wenn du hier so einen Lärm machst.“ fauchte sie ihn ebenso an. „Beruhige dich endlich damit du dich zurückverwandeln kannst.“ verlangte sie dann um einiges ruhiger, dann schloss sie die Augen und ließ sich ganz auf ihre Vampirischen Sinne ein. Umgehend schlug ihr der Geruch von Blut in die Nase. Nicht viel und nicht lebensbedrohlich zumindest nicht von der Menge ausgehend. Neben dem knirschen des Betons hörte sie aber einen Herzschlag. Einiges von ihnen entfernt aber deutlich, da die Frequenz zu hoch war. Glücklicherweise noch kräftig genug das derjenige nicht in akuter Lebensgefahr schwebte.
„Ich höre einen Herzschlag und rieche Blut. Ob es Nadjas ist kann ich nicht sagen. Ich kenne den Geruch ihres Blutes nicht. Aber das Blut das ich rieche hat einen süßeren Unterton und ich würde sagen das es zu einer Frau gehört.“
„Ok, und wie kommen wir jetzt zu ihr?“ fragte Sirius von hinten. Er könnte sich nicht mal als Hund durch die Lücken Quetschen die der Beton und die Holzbalken gelassen hatten.
Chantal sah zu ihm hinüber und zuckte mit den Schultern. „Ich denke das müssen die vom Bergungsteam machen.“
„Thu'baan.“ keuchte Alexej der es gerade geschafft hatte sich zurück zu verwandeln. Er hockte am Boden und sah zu Chantal auf.
„Schön das du dich wieder im Griff hast.“ lächelte Chantal erleichtert. Langsam erhob sich der Mann und selbst Sirius musste noch auf sehen.
War der damals eigentlich auch schon so riesig?
Alexej maß sicher zwei Meter, wenn nicht noch mehr und hinter dessen muskulösen Breite konnte Sirius sich bestimmt zweimal verstecken. Das braune Haar war kurz aber die dunklen Augen leuchteten aufmerksam.
„Danke.“ nickte der Mann Sirius zu. „Ich freu mich dich mal wieder zu sehen.“ brummte er dunkel, dann wanderte sein Blick besorgt zu den Betonbalken. „Thu'baan müsste es schaffen zu ihr … oder wer immer da liegt, zu kommen. Ich konnte zwar auch etwas Blut riechen aber es war zu verfälscht um zu erkennen ob es Nadjas ist.“
„Gut ich hole ihn.“ meinte Chantal und wollte sich apparieren, leider ging dies nicht. „Hier ist eine Apparier Blockade.“ Sie schnaufte wütend. „Kein wunder das sich niemand in Sicherheit bringen konnte. Ich lauf eben.“ und damit machte sie kehrt und rannte die Gänge zurück.

~***~


Lucy Sattler saß an ihrem Schreibtisch über einigen Tabellen als ein Schatten über sie fiel. Innerlich verdrehte sie die Augen, den schon seit einer geraumen Weile ging ihr Ignatius, ihr Chef gehörig auf den Zeiger. Sie konnte auch nicht schneller arbeiten als sie es schon tat!
„Verdammt noch mal. Jetzt reicht es aber Igna ...“ Wütend blickte sie auf und erstarrte. Sie blickte nicht in das hutzelige Gesicht ihres Chefs, sonder in das des obersten Chefs. „Minister.“ sie schluckte, wobei sie auch fühlte wie sich ihre Wangen rot färbten. „Es tut mir leid. Ich dachte...“
„Schon gut Miss Sattler.“ grinste Noah Ivory vergnügt. „Ich fühle mich nicht von Ihnen angesprochen.“
„Es ist normalerweise auch nicht meine Art. Aber Ignatius treibt mich heute in den Wahnsinn.“ Sie hatte sich wieder gefangen und lächelte jetzt. „Was kann ich für Sie tun Minister Ivory?“
„Ich wollte Sie bitten mich zu einer Besprechung zu begleiten, als Protokollantin. Loreley ist nach Hause gegangen. Ich befürchte sie hat sich einen Virus eingefangen.“ erklärte Ivory.
Für Lucy war es nicht ungewöhnlich das man sie oder einen ihrer Kollegen bat Protokoll zu führen, wenn die Sekretäre verhindert waren. Sie hätte nur nicht damit gerechnet das der Minister persönlich auftauchen würde um sie um diesen Dienst zu bitten.
„Natürlich Minister. Wann?“
Noah grinste. „Wenn es Ihnen nichts Ausmacht. Jetzt?“
„Äh.. ja natürlich.“ Lucy stand auf und suchte sich einige Pergamente und Federn zusammen. In dem Moment in dem sie fertig war kam Ignatius in ihr Büro gestürmt.
„Lucy wie weit bist du mit...“ er verstummte als er sich dem Minister gegenüber sah. „Minister Ivory. Welche Ehre Sie in unserem bescheidenem Archiv anzutreffen.“ begrüßte er den anderen Mann. „Was kann ich für Sie tun?“
„Oh. Ich habe mir schon die Hilfe gesucht die ich brauch.“ Noah sah zu dem Hauptarchivar hinunter. Der Mann reichte ihm gerade mal bis an den Oberschenkel. Sein hageres und faltiges Gesicht zierte ein schlohweißer Backenbart. Die Halbglatze wurde von ebenso weißen Haaren bekränzt. Ein Blick aus lila -farbeden Augen huschte zu seiner Assistentin hinüber ehe sie sich wieder auf Noah richteten.
„Dann bin ich zu erfreut.“ erklärte der Gnom mit einem schmalem lächeln.
„Ignatius, erwarten Sie Miss Sattler heute nicht mehr zurück. Ich weiß nicht wie lange die Besprechung dauern wird. Daher werde ich sie danach nach Hause schicken.“
„Natürlich Minister. Ganz wie Sie wünschen.“
„Sehr schön.“ nickte Noah zufrieden, wobei er mit der Hand auf die Tür deutete um die Dame den Vortritt zu lassen.
Schnell eilte Lucy aus ihrem Büro. Es machte ihr gerade eine diebische Freude Ignatius so von dem Minister abgebügelt zu sehen. Heute hatte ihr Chef das auf jeden Fall verdient!
An der Tür zum Besprechungszimmer des Minister trafen sie auf Frank Bir, der allen Anschein auf sie gewartet hatte. Sie nickte ihm nur mit einem lächeln zu, das er freundlich erwiderte ehe er ihr und dem Minister die Tür öffnete.

„Vielleicht sollten wir Mr. Potter einmal um eine öffentliche Stellungnahme bitten? Ich denke das würde die Zauberergemeinschaft beruhigen. Schließleiche ist es nicht Voldemort.“ fragte Yvette Blanc, die Französische Ministerin an Ivory gewandt. Nicht nur sie schien diese Meinung zu haben, auch einige der anderen anwesenden Minister nickten zustimmend.
„Mr. Potter kann gerade gar nichts sagen. Er liegt mit der Australischen Pünktchengrippe im Bett.“ Warf Marcus MacMillion der Australiens Minister ein, bevor Ivory etwas sagen konnte. Wie die meisten Anderen konnte auch der Engländer sich unter dieser Aussage von ihm nichts vorstellen. Daher blickte Noah ihn wie alle anderen interessiert an.
„Autsch.“ Entfuhr es Lucy und überrascht wand sich Noah zu ihr um, da sie mit Frank in seinem Rücken saß.
„Haben Sie sich etwas getan Lucy?“ wollte er von seiner Ersatz Protokollantin wissen.
„Nein. Entschuldigung Minister Ivory. Ich wollte nicht unterbrechen.“ Die junge Frau sah ihn mit rotem Gesicht an und blickte dann verlegen auf die Pergamente dessen Schreibfeder gerade verharrte.
„Kann ich davon ausgehen das Sie wissen unter welcher Krankheit Mr. Potter leidet?“ Fragte Noah amüsiert über ihr verlegendes Gesicht nach. Lucy nickte langsam und sah wieder auf.
„Ich hatte die australische Pünktchengrippe als Kind.“ bestätigte sie und ließ ihren Blickte zu Minister MacMillion hinüber wandern. „Darf ich fragen welcher Faktor?“
„Acht.“ Sagte Marcus ruhig und sah wie die junge Frau das Gesicht verzog. „Und wie hoch war Ihr Faktor?“ wollte er dann wissen. Nie im Leben hätte Marcus damit gerechnet hier jemanden zu treffen der schon unter dieser Grippe zu leiden hatte. Sie kam einfach nicht oft genug in anderen Teilen der Welt vor, als das sie als bekannte Krankheit gelten würde.
„Sechs.“ gab die junge Frau Auskunft und kratze unbewusst über ihren Unterarm.
„Und das ist schon nicht sehr angenehm.“ musste Marcus zugeben.
„Nein. Bestimmt nicht. Ich musste vier Wochen in der Klinik bleiben, damit ich meine Geschwister nicht anstecke.“
„Und was bedeutet das für Mr. Potter?“ fragte Noah an Marcus gewandt.
„Das er mit hohem Fieber, einem sehr stark juckendem Ausschlag und anderen Schmerzen zu kämpfen hat. Seine Frau sagte mir das er kaum sprechen kann und nur in einem abgedunkelten Raum liegt. Sehr bedauerlich, da er gerade unsere Quiddisch Nationalmaischaft als Trainer übernommen hat.“ gab Marcus freimütig Auskunft.
„Glaubst du wirklich nur durch Potter als Trainer, mal nicht aus der Vorrunde zu fliegen?“ wollte Artjom Romanow, der Russische Minister, amüsiert wissen.
Australien war das letzte mal 1966 Weltmeister geworden, danach mussten sie eine Niederlage nach der anderen einstecken. Durch Glück hatten sie sich zwar noch einmal 1994 qualifiziert, aber seit dem war es wieder sehr Still um die Spieler geworden.
„Ein Versuch ist es wert.“ grinste Marcus vergnügt. Dazu hatte er die anderen Minister wunderbar von Potter abgelenkt. Schließlich wollten weder er noch Albus, das es bekannt wurde das es tatsächlich einen Anschlag auf den jungen Mann gegeben hatte. Das Chaos wollte sich niemand von ihnen beiden vorstellen.
„Aber jetzt bitte mal wieder zurück zu dem warum wir hier sitzen.“ Italiens Minister, Lorenzo DeLuka zwirbelte nachdenklich an seinem imposantem Schnauzbart. „Wir wissen das Voldemort tot ist. Aber nicht warum irgendjemand mein sich für ihn ausgeben zu müssen. Was bezweckt derjenige?“
„Das liegt doch wohl auf der Hand.“ meinte Yvette Blanc. „Die wollen Panik verbreiten und es gelingt ihnen. Selbst in Paris stand das Dunkel Mal am Himmel. Die Presse zerreißt sich das Maul, über die angebliche Inkompetenz unserer Auroren. Das aber Todesser schon seit Voldmorts Vernichtung immer mal wieder Muggel angegriffen haben, wird nicht erwähnt. Noch ist es recht ruhig, aber wir wissen alle das sich dies schnell ändern kann. Wir haben es ja schon zweimal mitgemacht. Wobei Voldemort sich ja mehr auf England eingeschossen hatte, auch wenn ich glaube das dies nicht so geblieben wäre.
Grindelwald hingegen hat es ja vermieden England ebenfalls anzugreifen. Und wir wissen auch warum. Er hatte Angst vor Dumbledore.“ Yvette ließ ihren Blick zu Ivory wandern. „Wo ist er eigentlich? Ich bin davon ausgegangen das auch er heute hier ist.“
„Ich muss zugeben ich auch.“ warf Romanov ein, wobei auch Patrick O'Connel der Irische Abgesandte, nickte.
„Professor Dumledore konnte aus persönlichen Gründe heute nicht nach London kommen.“ erklärte Noah gelassen. „Er lässt sich bei Ihnen entschuldigen.“
„Sag mal Marcus hattet ihr in Australien das Dunkle Mal nicht markiert? Warum sind deine Auroren nicht sofort zu Stelle gewesen als man das Einkaufszentrum gesprengt hat?“ wollte Lorenzo DeLuka wissen.
„Waren sie. Das Dunkle Mal ist nach wie vor bei uns markiert. Aber es muss nach der Explosion beschworen worden sein. Als meine Auroren apparieten standen sie schon im Chaos....“ Es klopfte an der Tür des Besprechungszimmers und ohne Aufforderung trat ein weiterer Auror, Ron Weaslesy, unter die Tür. „Entschuldigung das ich stören muss.“ Umgehend sprang Frank auf und verließ das Zimmer mit Ron, der ihm mit ernstem Gesicht anblickte. „Was ist los?“ wollte Frank von Ron wissen.
„Es hat einen Anschlag auf das Mayla Theater in Moskau gegeben. Vollbesetzt und bisher kein Überlebender. Das Dunkle Mal lodert.“
„Verdammt. Danke. Ich gebe es weiter. Warte in meinem Büro.“
Ron nickte wobei Frank schon wieder in das Besprechungszimmer ging. „Minister Romanov Ihre Anwesenheit in Moskau wird dringend benötigt. Es gab einen Anschlag auf das Mayla Theater. Das Dunkle Mal lodert über dem Platz.“ erklärte Frank ruhig an den angesprochenen Minister gewandt. Dieser stieß einige russische Flüche aus und erhob sich. Ebenso Ivory.
„Frank Sie begleiten Minister Romanov und übergeben Ihn den Russischen Auroren zu Sicherheit.“
„Natürlich Sir.“ bestätigte Frank und wartete auf den Minister, der in Windeseile seine Sachen zusammenpackte und den Raum ohne Gruß verließ. Frank folgte ihm bis in die Halle, aus der er sie beide ins Hauptquartier der Russischen Kollegen apparierte.

~***~


Lu lehnte mit verschränkten Armen am Türrahmen. Sie betrachtete den Mann der vor ihr auf einem Stuhl gefesselt da saß. Noch hatte er sein Bewusstsein nicht zurück. Aber das würde sich in Absehbarer Zeit ändern.
Sie lächelte. Er wäre nur der erste der Druiden, dessen Wissen und Leben sie sich nehmen würde. Sein Zirkel würde als erstes Fallen. Der Stein der das Gebirge zum Einsturz brachte.
Sie trat auf den alten Mann zu. Optisch sah man ihm sein Alter kaum an. Man würde meinen er hätte den Herbst seines Lebens gerade erst erreicht.
Ergrautes kurze Haare, ein gut gestutzter kurzer, ebenfalls, graumelierter Bart. Eine fein geschwungene Nase. Und volle Lippen, die seine Frau sicher gerne geküsst hatte. Aber Lu wusste das dieser Schein trog, denn dieser Mann war über ein Jahrhunderte alt. Durch die Magie alterten sie anders, langsamer als die Muggel. Noch einer ihrer Vorteile gegenüber diesen minderen Geschöpfen.
Aber die Magie würde ihm nicht helfen. Im Gegenteil. Sie würde ihn vernichten. Seinen Körper als eine lehre Hülle zurücklassen, der verrottete und zu Staub zerfiel. Der Kreislauf des Lebens.
Schon fast zärtlich ließ Lu ihren Zeigefinger über die Wangenknochen ihres Opfers gleiten. Fühlte die warme Haut die bald erkalten würde. Erneut huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.
Zeit, das Ritual vorzubereiten.
Sie wand sich ab und verließ die Zelle, die unterhalb ihres Hauses lag. Mit eiligen Schritten ging sie in ihr Zimmer und in dessen Bad um zu duschen.
Danach warf sie sich die scharlachrote rituelle Robe über, ein sichtbares Zeichen für den Orden dem sie angehörte. Dem Zirkle der Scharlachroten Hand.

Nur langsam erwachte Jasper aus der Bewusstlosigkeit. Er stöhnte leise, da ihm der Kopf dröhnte. Was war passiert? Grade hatte er doch noch im Ballett gesessen und jetzt?
Er blinzelte. Verschwommen erkannte er das er in eine Zelle saß und als er begriff was seinen Augen ihm zeigte keuchte er entsetzt auf.
An den Wänden prangerten blutrote Arcanum Zeichen. Bann Zeichen. Dunkel und verboten. Und eigentlich sollten sie Vergessen sein. Als Oberer seines Zirkels kannte er sie noch. Die jüngere Generation nicht mehr. Sie durften nicht weiter gegeben werden.
Reflexartig wollte er aufspringen nur gelang ihm das nicht. Erst jetzt nahm er wahr, das man ihn auf dem Stuhl gefesselt hatte. Erneut keuchte er, während sein Blick in dem kleinen, nur durch eine Fackel mäßig beleuchteten Raum, huschte. „Bei allen Schutz Geistern.“ stieß er hervor als er bemerkte das sein Stuhl im Zentrum eines Heptagramm stand.
„Die, nutzen dir jetzt auch nichts mehr.“ erklang eine Stimme. Zeitgleich entflammten Kerzen an den Spitzen des Heptagramm.
Erschrocken sah Jasper auf. Eine zierliche Gestalt trat aus dem Schatten einer Ecke. Eindeutig war dies eine Frau, was auch schon ihre Stimme vermuten ließ. Sie war in eine scharlachrote Robe gehüllt. Dazu trug sie einen der Umhänge die bei den Zauberern in Mode waren. Ihr Gesicht war durch die Kapuze, die sie tief trug, nicht zu erkennen.
Seine Atmung beschleunigte sich als ihm bewusst wurde zu welchem Orden sie gehören musste. Einem Orden der nicht mehr existierte. Nicht mehr existieren dürfte.
Er schluckte hörbar als sie vor ihm stehen blieb.
„Was willst du von mir?“ fragte er wobei er hörte wie seinen Stimme zitterte. Er war kein Krieger. Kein Kämpfer, der seine Ängste zurück stellen konnte. Er war nur ein Heiler.
„Dein Wissen.“ erklärte sie ruhig. Irritiert sah Jasper sie an. Was wolle sie mit seinem Wissen? Sie gehörte einem Orden an, den es nicht interessiert hatte zu heilen. Im Gegenteil.
„Ich bin ein Heiler. Welches Wissen sollte ich dir geben können?“
„Nicht das Wissen über deine Heilkunst. Das Interessiert mich nicht. Ich will dein Wissen über die Zirkel und Orden. Ich will wissen wo sie ihre Schulen haben. Wo sie leben.“
Ein Schauer rann durch Jaspers Körper bei dem Plauderton in dem sie mit ihm sprach. Es machte die Situation noch beängstigender als sie ohnehin schon war. Trotzdem schüttelte er den Kopf. Er würde seine Brüder und Schwestern nicht verraten. Weder einen der anderen Druiden, noch eine der Priesterinnen.
„Nein.“ sagte er so fest wie möglich. Lieber würde er sterben als den Eid zu brechen.
Leise lachend ging die Frau um ihn herum, blieb hinter ihm stehen. Fast zärtlich legte sich ihre schlanke Hand um seinen Hals. Zwang seinen Kopf in den Nacken.
„Glaub mir, du wirst mir dein Wissen geben.“ erklärte sie sanft aber sehr überzeugt.
„Nein. Das werde ich nicht.“ Schwer schluckte er, als erneut ein leises lachen erklang. Nach wie vor konnte er nicht sehen wer sie war, der Schatten war zu dicht um ihr Gesicht zu erkennen. „Wer bist du?“
„Dein Tod.“ flüsterte sie dann ließ sie ihn los und trat wieder vor ihn. „Du wirst mir geben was ich will. So oder so. Es liegt nur an dir wie du sterben wirst.“ langsam griff sie an die Kapuze ihres Umhanges. „Aber ich werde dir zeigen wer dein Tod ist.“
Schwarzes, langes Haar quoll unter der Kapuze hervor als sie diese nach hinten schob.
Erschrocken riss Jasper die Augen auf. „Du.“keuchte er und Panik stand jetzt deutlich in seinem Gesicht. Das konnte nicht sein!
„Ja, ich.“ lächelte sie und noch ehe Jaspar wirklich reagieren konnte, riss sie ihm das Hemd auf. Als ihre Hand die Haut über seinem Herzen brühte schrie er vor Schmerzen.

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