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Der Mann im Wald

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Kakashi Hatake Sakura Haruno
15.12.2022
02.02.2023
11
50.046
8
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25.01.2023 5.626
 
Kapitel 8:  Ankunft Teil 2

Die Hitze, die der Körper neben ihr ausstrahlte und sich unter der Decke staute, war schier unerträglich geworden. Es tat Sakura wirklich leid, aber sie musste sich aus der Umklammerung, in der sie sich befand, befreien und etwas Luft an ihren Körper lassen.
Der Morgen war schon vorangeschritten, wie sie feststellte, doch das kümmerte sie nicht wirklich. Streckend und leise gähnend betrachtete sie sich einige Sekunden den blassen Mann, bevor sie mit sich über ein kam ins Badezimmer zu verschwinden und sich selbst eine Dusche zu gönnen. Sie hatte zwar im Zug die Möglichkeit gehabt sich zu waschen, dennoch war die Dusche in den eigenen vier Wänden doch was ganz anderes. Sie drehte das Wasser auf, trat unter den Strahl und lächelte glücklich. Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich unglaublich glücklich, nicht nur, dass Kakashi endlich hier war, sie sich keine Sorgen mehr machen musste, dass man ihn tatsächlich auf einem Scheiterhaufen verbrannte, sondern auch der Gedanke daran in seinen Armen erwacht zu sein fühlte sich großartig an. Sie mochte ihn wirklich, obwohl sie von seiner Geschichte kaum etwas wusste, war seine Gegenwart ihr vertraut. Natürlich waren einige Fragmente seiner Vergangenheit an sie herangetragen worden, doch wirklich Sinn ergab das alles nicht, es fehlten Stücke dazwischen um ein großes Ganzes daraus machen zu können. Die Quelle zu einem vollständigen Bild war Kakashi, die einzig verlässliche obendrein.
Gemütlich wusch sie sich zwei Mal die Haare, genoss das heiße Wasser auf ihrer Haut und putzte sich anschließend drei Mal die Zähne. Mit frischer Kleidung, weiterhin wirklich guter Laue, kochte sie sich einen Kaffee, setzte Teewasser auf und bereitete das Frühstück vor. Frisches Obst, etwas Brot, die Suppe von gestern Abend und einige andere Sachen fanden ihren Platz auf dem kleinen Tisch in ihrem Wohnzimmer. Leise spähte sie in das Schlafzimmer hinein, schmunzelte, als sich genau in diesem Moment der graue Haarschopf zwischen den Kissen aufrichtete und müde im Raum herum blickte. Natürlich, er musste leicht verwirrt sein, schließlich war er gestern nicht wirklich aufnahmefähig gewesen. Vielleicht hatte er sogar weiterhin angenommen zu Halluzinieren.
„Guten Morgen ...“ Sie trat neben das Bett, tastete nach seiner Temperatur und lächelte ihn an.
Hustend setzte er sich auf: „Guten Morgen ...“ Er klang heiser, räusperte sich einige Male, bevor er sich noch immer ungläubig wirkend die Augen rieb: „Du hast mich wirklich da raus geholt ...“
Wenig kräftig, aber bemüht den Anschein zu wahren sprach er aus, was er dachte. Offenbar konnte er es noch immer nicht wirklich glauben. „Wieso nur …? Das war gefährlich, ihr hättet ...“ Sie legte ihm die Finger an die Lippen und brachte ihn zum schweigen: „Ich habe dir schon mal gesagt, dass ich dich mag. Du hast mir geholfen und nun war es an der Zeit, dass ich dir helfe ...“ Seufzend strich sie sich eine Strähne zurück, verwundert bemerkte sie seinen faszinierten Blick. „Stimmt etwas nicht?“ Verlegen schüttelte er den Kopf: „Sie sind rosa ...“
Sie blinzelte: „Wie bitte?“
„Deine Haare … die Farbe deiner Haare, sie sind rosa. Wie Kirschblüten.“ er war leicht errötet, wie sie an seinen Ohren sehen konnte, sie gluckste leicht: „Fällt dir das jetzt erst auf?“
Kurz hielt er inne: „Nein, aber zum ersten Mal leuchten sie richtig.“ mit einem resignierenden Laut griff er sich in die Haare, es schien ihm unangenehm zu sein.
Schmunzelnd wechselte sie das Thema: „Wie fühlst du dich? Ich habe Frühstück vorbereitet, wenn du hunger hast.“
Perplex sah er sie an, es war zwar nicht das erste Mal, dass sie ihn fragte wie er sich fühlte, trotzdem fühlte es sich so an. Unschlüssig ob sie erwartete, dass er ihr sagte, sich gut zu fühlen oder ob sie die Wahrheit wollte. Leise setzte er an: „Ich fürchte, ich bin noch etwas angeschlagen ...“
Wieder blinzelte sie: „Natürlich bist du das …“ es klang für sie selbstverständlich, um deutlicher zu machen, was sie von ihm wissen wollte formulierte sie die Frage um: „ Soll ich dir das Frühstück bringen oder magst du aufstehen? Mir ist beides Recht ...“ Sie lächelte aufmunternd, da er offensichtlich nicht wusste, wie er damit umgehen sollte.

Er schaffte es bis zur Couch, war allerdings nach der kurzen Strecke vollkommen außer Atem. Schweiß trat auf seine Stirn, nicht nur, dass er von den vergangenen Ereignissen geschwächt war, das Fieber riss ihn fast zu Boden. Ihm waren wirklich keine Reserven geblieben.
Beunruhigt betrachtete Sakura sich das Schauspiel. Von blässlich sankt die Hautfarbe auf kreidebleich, bevor er sich schwankend auf der Couch niederließ und augenblicklich die Augen schloss. Innerlich dankbar für heute ein Termin im Krankenhaus bei Tsunade gemacht zu haben, bemühte sie sich darum, seinen Zustand nicht weiter zu erfragen. Langsam hatte sie gelernt, das er bei diesem Thema auf Abwehr schaltete.
Es klingelte an der Tür, was sowohl Kakashi als auch Sakura zusammenfahren ließ. Sie gab ihm ein Zeichen einfach sitzen zu bleiben und eilte zur Tür: „Du bist aber früh Ten....“ Sie brach ab.
Vor ihr stand Tenzou, mit einem Gesichtsausdruck als würde er jemanden ermorden wollen und bei einem kurzen Schwenker mit ihren Augen konnte sie dieses Gefühl durchaus teilen. Sasuke starrte sie finster an, schob sich einfach in die Wohnung. „Pah! Ist das dein Ernst?“
Mit einem schlag war ihre bis eben noch vorhandene gute Laune verflogen: „Mit welchem Unglück haben wir deinen Besuch zu verdanken Sasuke?“ Sie rieb sich die Stirn, die plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen grenzten an eine Migräne, die sie zum ersten Mal auslebte. Alles wäre ihr lieber gewesen nur nicht Sasuke Uchiha, der Kakashi wahrscheinlich genau den Eindruck vermittel würde, den sie ihm gern vorenthalten hätte.
„Er stand vor deinem Haus … ich konnte ihn leider nicht abschütteln.“ Brummte Tenzou schuldbewusst.
„Schon gut, machen wir das Beste draus.“ Sie ließ auch den Braunhaarigen herein und wiederholte ihre Frage von eben: „Was willst du Sasuke?“
Er verschränkte die Arme vor der Brust und deutete mit einem Kopfnicken auf Kakashi, welcher sich scheinbar unberührt ruhig verhielt, weder erhob, noch groß angesprochen fühlte.
„Ist er das? Der Kerl, der dich im Wald fest gehalten hat? Hast du ihn dir als Schoßhund heran gezogen? Oder warum lungert er in deiner Wohnung herum ...“
„Du bist respektlos … Und hörst nicht zu. Er hat mir nichts getan, er ist derjenige, dem ich mein Leben zu verdanken habe.“ Resignierend rieb sie sich weiter die Nasenwurzel, woher kamen nur diese furchtbaren Kopfschmerzen. Allein Sasukes Anwesenheit und dieses herablassende Getue machte sie krank.
„Hast du dir den Kopf verletzt? Offenbar wurde dir das bisschen Intelligenz, dass du besessen hast genommen, wenn du dir einen Kerl ins Haus holst und unseren Vertrag vergisst.“ Er zeigte auf Kakashi: „Das da, ist doch kein Ersatz für mich … Oder bist du so armselig, dass dir ein wildfremder Stecher lieber ist, als meine Wohlhabende Familie?“
Sakura zuckte unter dieser Bemerkung zusammen, ballte die Fäuste zornig: „Was glaubst du eigentlich wer du bist. Nur weil du alles dahergelaufene flachlegst, während du eine Verlobte an deiner Seite hast, heißt das nicht, dass ich herum laufe und das selbe tue. Und selbst wenn ...“ Sie machte ein Schritt auf ihn zu: „ … würde es dich nichts angehen. Meine Eltern haben diesem Vertrag zugestimmt, wir sind noch nicht verheiratet. Ich habe noch ein Jahr um dem zu entkommen, um dir zu entkommen.“

Schneller als alle beteiligten gucken konnten hatte Sasuke ausgeholt, es gab ein klatschendes Geräusch, noch kurz vorher hatte Sakura reflexartig die Augen geschlossen in der Erwartung des Schmerzes, doch der blieb aus. Sie hörte die angestrengte Atmung, spürte Wärme und öffnete langsam die Augen wieder. Vor ihr stand Kakashi, er hatte die Ohrfeige oder besser gesagt den festen Schlag ins Gesicht abgefangen und funkelte den Mann vor sich wütend an. Das rote Augen leuchtete bedrohlich.
„Wie kann das sein? Das ist nicht möglich ...“ Geschockt, fast ängstlich wich Sasuke zurück: „Du bist kein Uchiha, das wüsste ich.“
Überrascht wanderte der Blick von Tenzou und Sakura zwischen den beiden hin und her, worum ging es da gerade?
Mühsam presste Kakashi atemlos hervor: „Obito ...“
Tenzou machte einen Schritt auf Kakashi zu, dieser schüttelte behutsam immer wieder seinen Kopf, offenbar bemüht den Schwindel zu vertreiben, es half nicht, im nächsten Moment sackte er in sich zusammen.
Gerade noch rechtzeitig erreichte er ihn, verhinderte, dass er mit dem Kopf an der Kante des Sideboards anschlug und sich eine weitere Verletzung zuzog.
Sofort beugte sich Sakura über ihn: „Das Fieber ist gestiegen, wir sollten ihn ins Krankenhaus bringen.“
Sasuke versperrte ihnen den Weg: „Halt! Wer ist Obito? Und wieso hat er was mit diesem Auge zu tun …?“ Zornig fuhr sie ihn an: „Deine Fragen sind gerade nicht wichtig. Zudem ist der einzige der sie beantworten könnte, gerade nicht in der Verfassung dir zu Diensten zu sein. Also geh mir aus dem Weg ...“ Tenzou lud sich Kakashi auf den Rücken und eilte an dem Dunkelhaarigen vorbei, Sakura folgte.

Das letzte, an das sich Kakashi erinnerte war dieser komische dunkelhaarige Mann in Sakuras Wohnung. Er war Gewalt bereit und alles andere als freundlich gesinnt.
Beherrscht lauschte er in den Raum hinein in dem er sich befand, sich sicher, nicht mehr in der Wohnung der jungen Frau zu sein. Der Geruch erinnerte ihn an die Zeit bei Danzou, Desinfektionsmittel, kühle um ihn herum. Zudem kam das Fieber, das er überdeutlich spürte und sich einfach nicht abschütteln ließ. Er fühlte sich schwach, kämpfen war in diese Zustand ohne große Erfolgsaussichten. Es grenzte an ein Kraftakt die Benommenheit abzuschütteln und die Augen zu öffnen, weshalb er ein leises stöhnen nicht ganz verhindern konnte.
Im nächsten Moment wusste er, dass sich noch jemand hier befand und eben hatte er unvorsichtiger Weise zu erkennen gegeben, dass er wach war. Der Jemand erhob sich, trat neben ihn. Seine Sicht war verschwommen, weshalb er die Bewegungen ausmachte, allerdings nicht einordnen konnte, zusammenzuckte, als sich kühle Finger auf seine Stirn legten.
„Ganz ruhig, sie haben hohes Fieber …“ Die Stimme war eindeutig weiblich und die Frau musste blonde Haare haben, soviel konnte er sagen. Langsam schob er die Beine über die Bettkante, drückte seinen Oberkörper in eine Sitzende Position: „Sakura … Was habt ihr mit ihr …  gemacht …?“
„Scheiße“ fluchte er innerlich, sein Zustand war lange nicht derartig schlecht gewesen, zudem befand er sich an einem Ort, den er nicht kannte, umgeben von Menschen, dessen Absichten ihm völlig unklar waren. Zu seinem Leidwesen fühlte er sich so unglaublich müde, dass er bezweifelte überhaupt stehen zu können.
Hände griffen nach ihm, übten Druck auf ihn aus, wollte ihn zwingen sich wieder hinzulegen.
„Nicht ...“ nuschelte er, entwand sich dem Griff und rutschte von der Bettkante auf seine Knie, um sich von dort über den Boden Krabbelnd von der Person weg zu bewegen. In einer der Zimmerecken kauerte er sich zusammen: „Ich muss zu Sakura …“
Ein Schatten baute sich vor ihm auf: „Sie müssen vor allem zurück ins Bett … Alles andere hat Zeit ...“ Wieder schob er die Frau von sich, die versuchte ihn auf die Füße zu ziehen. Am Rande hörte er wie die Tür sich öffnete und eine weitere Person sich dazu gesellte. „Sollen ich noch zwei Kollegen rufen und wir tragen ihn zurück? Vielleicht sollten wir ihn fixieren, damit er sich nichts antut.“
Ein seufzen erklang, gefolgt von der Stimme der Blonden Frau: „Nein, auf keinen Fall, das wird sein Trauma nur verschlimmern … er vertraut uns nicht.“ Kurz herrschte Stille: „Schick jemanden, der Sakura her bittet … Ich glaube das wird ihn beruhigen. Bis dahin sollten wir ihm nicht zu nah kommen, lasst ihn einfach dort sitzen.“
Einige Zeit lang schien er einfach nur beobachtet zu werden, was seine Alarmbereitschaft etwas abnehmen ließ, augenblicklich kehrte die Taubheit zurück, die die Müdigkeit mit sich brachte. Zitternd lehnte er sich auf seine Knie, drohte schon nach wenigen Sekunden einfach einzuschlafen.
Im Augenwinkel nah er den Schatten war, der sich erneut auf ihn zu bewegte, hörte die Stimme der blonden Frau: „Nicht aufregen … sie frieren, decken sie sich wenigstens etwas zu.“

Kakashi war tatsächlich in einen Dämmerzustand gefallen, als ihn Sakuras Stimme zurück holte. Sie unterhielt sich mit der blonden Frau, offenbar waren die beiden vertraut miteinander.
„Nein, wir haben uns keine große Mühe gegeben ihn einzusammeln, jede Aktion hätte eine Reaktion seinerseits hervorgerufen, was weder für seinen körperlichen Zustand als seine Psychische Verfassung ratsam gewesen wäre.“ Er konnte hören, das Frust aus er Frau sprach, für den Moment kümmerte ihn das wenig. Es erleichterte ihn einfach, das Sakura hier war, das bedeutete sie war unverletzt, der Dunkelhaarige hatte ihr nichts getan.
„Sakura ..?“ murmelte er kraftlos, bevor er verärgert über seinen erbärmlichen Zustand schnaubte.
Keine Sekunde später war sie neben ihm, ließ sich auf dem Boden vor ihm nieder und lächelte sanft, als er den Kopf in den Nacken legte. Behutsam streckte sie die Hand nach ihm aus und strich ihm die Haare aus der verschwitzten Stirn: „Hey, was machst du für Sachen? Du bist hier sicher, keiner wird dir was tun. Das ist ein Krankenhaus, hier werden deine Wunden behandelt und du bekommst Medikamente, damit dein Fieber runter geht.“
„Schon … doch der Kerl, der hat es auf dich abgesehen … wegen mir ...Ich ...“ er zischte, versuchte sich aufzurichten, scheiterte allerdings an der vorhandenen Schwäche.
„Du meinst Sasuke?“ Kurz schien sie zu überlegen : „Lässt du dich behandeln, wenn ich bei dir bleibe? Dann kannst du sicherstellen, dass mir nichts passiert.“
Überlegend musterte er sie aus seinen glasigen, verschiedenfarbigen Augen, den halb geöffneten Lidern: „Ok ...“
Sakura gab Tsunade ein Zeichen, kurze Zeit später wurde er kräftig an den Schultern gepackt und auf die Füße gezogen, bevor er behutsam auf dem Bett abgesetzt wurde. Freiwillig lehnte er sich zurück, schloss sofort die Augen, das Fieber forderte ihn vollkommen.

„Seine Temperatur hätte ihm eigentlich körperliche Anstrengung unmöglich machen sollen. Er hat inzwischen fast 42° C, wenn wir die Temperatur nicht langsam senken können wir nicht ausschließen, dass er Schäden am Gehirn davon trägt.“ Besorgt musterte Sakura den Patienten, die Worte ihrer Mentorin gaben ihr zu Denken.
„Halb so schlimm ...“murmelte Kakashi: „Bin nur etwas müde … leicht verwirrt.“
Lächelnd fuhr Sakura ihm mit einem kühlen Lappen über die Stirn: „Wem willst du was vormachen?“ Seine Mundwinkel zuckten leicht: „Dachte es beruhigt dich ...“
Sie seufzte: „Gib einfach ruhe und schlaf endlich...“  
Mitleidig betrachtete sie seine Züge, er schlief, endlich. Langsam erhob sie sich, hängte ihm eine weitere Infusion an seinen Zugang und streckte sich auf der Liege aus, die man ihr neben das Bett gestellt hatte. Sie ahnte bereits jetzt, dass es eine unruhige Nacht werden würde, das kannte sie ja schon und sie sollte Recht behalten. Albträume gespickt mit den Körperliche Schmerzen, die er ertragen musste, kämpfte er mit seinem Unterbewusstsein. Sie wagte es nicht ihn zu wecken, hielt lediglich seine Hand, hoffte, dass es ihn unterstützte. Erst als der Name Obito aus seinem Mund kam erinnerte sie sich wieder an Sasukes Reaktion auf das rote Auge. Sie musste unbedingt in Erfahrung bringen, warum Sasuke so überrascht davon war, dass Kakashi dieses Auge besaß.  Aber nicht jetzt, nicht Heute, das hatte Zeit, bis es dem Grauhaarigen besser ging.
Irgendwann musste sie trotz der Geräusche neben sich eingeschlafen sein, denn als sie die Augen aufschlug, war es hell draußen. Sie betrachtete sich Kakahsi einige Momente und freute sich darüber, dass er besser aussah. Deutlich ruhiger als gestern schlief er zu ihr gedreht auf der Seite.
Ihr Herz setzte ein Schlag aus, noch immer hielt er ihre Hand, umklammerte sie regelrecht, als wolle er verhindern, dass man sie ihm wegnahm.
Leise öffnete sich die Tür, Tsaunde trat näher heran und grinste: „Na, der sieht ja etwas besser aus … habt ihr gut geschlafen?“ Sie deutete beiläufig auf die ineinander verschlungenen Hände.
„Offensichtlich beansprucht er dich für sich …“
„Ich hätte nichts dagegen. Ich mag ihn.“ Tsunade hatte in ihrer Tätigkeit inne gehalten und sie leicht erschrocken gemustert. „Leider muss ich bezweifeln, dass er sich Gefühlen überhaupt wirklich bewusst ist, nach allem was er durchgemacht hat.“
„Sakura, meinst du das ernst? Du weißt nicht einmal, wie alt er ist ...“ Noch immer irritiert und verunsichert starrte ihre Mentorin Sakura an.
Sakura seufzte: „Er ist in etwa so alt wie Tenozu-Senpai, also etwa 10 Jahre älter als ich. Inzwischen kennen wir uns schon einige Zeit, schließlich haben wir lange auf engem Raum zusammen gewohnt. Und wenn ich ehrlich bin ist er liebevoller und zugewandter als es Sasuke jemals hätte sein können. Kakashi hat mir das Leben gerettet und wo war Sasuke als ich verschwand? Ino und Hinata, Naruto und Sai waren da als ich gerettet wurde, wo war mein Verlobter?“ frustriert zischte sie: „Kakashi hat sein Leben riskiert um mich in Sicherheit zu bringen, sein ganzer jetziger Zustand ist dem geschuldet.“  
Kopfschüttelnd blickte sie zu Tsunade auf: „Ich möchte sehen, wie es sich für ihn entwickelt, ich möchte, dass er eine Chance bekommt sich ein Leben aufzubauen. Und dabei sollte ihm keiner von uns im Wege stehen. Auch ich nicht.“
Noch immer schlief Kakashi tief, weshalb sie anführte: „Sollte dabei herauskommen, dass er sich hier nicht wohl fühlt, er in seine Hütte im Wald zurück kehren möchte, dann sei dem so.“
Tsunade strich sich über die Haare: „Sakura, sei ehrlich. Hast du dich in ihn verliebt?“
Mit einem Lauten Geräusch wurde schwungvoll die Tür geöffnet: „In die Vogelscheuche? Antworte, bis du in die Vogelscheuche verliebt? Willst du Frau Vogelscheuche werden, in den Wald ziehen und dich von Ast zu Ast schwingen?“ Hämisch grinsend trat Sasuke in den Raum: „Ich glaube tiefer kann man nicht sinken.“
Mit einem mühevollen Laut schreckte Kakashi auf, knurrte, als er trotz, der für ihn plötzlichen Helligkeit, dadurch leicht geblendet, den Dunkelhaarigen sofort erkannte.
„Wehe du kommst ihr zu nahe.“ zugegeben er klang selbst in seinen Ohren wenig bedrohlich, doch der Versuch zählte, um seinen Standpunkt deutlich zu machen.
Erneut Lachte Sasuke hämisch auf: „Und? Wie willst du das verhindern … Eins sei hier mal klar gestellt, sie ist meine Verlobte ...“ Überlegen wirkend verschränkte der Dunkelhaarige die Arme vor der Brust und trat an das Bett.
Ein Abgrundtiefes, komplett resignierendes Seufzen verließ die Kehle des Grauhaarigen: „Ob du es glauben möchtest oder nicht, das hab ich verstanden. Wenn du es weiterhin wiederholst, wird es langsam unglaubwürdig.“
„So hat der Wilde Affe das wirklich verstanden?“ Sasuke beugte sich vor: „Dann frage ich mich, wieso du deine dreckigen Hände noch immer an ihr hast?“
Sakura zuckte zusammen, doch anstatt sie loszulassen, festigte er den Griff an ihrer Hand. Kakashi gab ihr die Sicherheit, die sie gerade brauchte, ihr Herz schlug wie wild in ihrer Brust.
„Ich möchte dich etwas fragen … Was ist sie für dich? Nach allem, was ich gesehen und gehört habe, interessiert mich das wirklich.“ Der Grauhaarige rieb sich die Stirn, lehnte sich zurück, unterließ es allerdings sich hinzulegen. Sasuke schwieg, weshalb Kakashi leise lachte: „Ah, ich verstehe.... Und dieses andere Mädchen? Was ist sie für dich?“
Ein Ruck ging durch Sasukes Körper: „Lass Karin daraus ...“ zornig ballte er die Fäuste.
Kakashi wurde wieder ernst: „Glaubst du, Karin würde die Show, die du hier abziehst, gefallen? Wenn dir was an dem Mädchen liegt, solltest du sie vielleicht besser behandeln. Sakura hat deutlich gemacht, dass sie dich nicht möchte. Du hast versucht Hand an sie zu legen. Ist das der Eindruck, den du bei deiner Karin erwecken möchtest?“
Wütend griff sich Sasuke in die Haare: „Halts Maul, was weißt du schon? Du bist ein Eremit, ein Einsiedler. DU ausgerechnet DU hältst mir hier einen Vortrag?“
Müde stieß Kakashi die Luft aus: „Ja, ausgerechnet ich. Ist dir aufgefallen, dass ich dir mit zwei Gezielten Fragen, alles abgerungen habe, was ich wissen muss?“
Tsunades Ader auf der Stirn pulsierte, Sasuke ging ihr gerade immens auf den Geist, wenn er sich nicht gleich zusammen riss würde sie ihn eigenhändig hinaus befördern. Der Fremde Mann mit den silbrigen Haaren hingegen blieb vollkommen gelassen, es gefiel ihr, wie er seine Karten einsetzte, obwohl er kein Blatt auf der Hand hatte. Schmunzelnd blickte sie auf die junge Frau vor sich, die Hände der beiden hatten sich nicht einen Millimeter gelöst, geschickt schützte der Grauhaarige das Mädchen ohne Druck auf sie auszuüben. Das war schon wirklich faszinierend.
„So? Und was weißt du?“ erneut verschränkte der Dunkelhaarige die Arme vor der Brust.
„Du magst Karin wirklich, mochtest sie wahrscheinlich schon, bevor die Verlobung mit Sakura in Kraft getreten war. Ihr wollt beide aus dem Vertrag raus, das ist offensichtlich, nur die Möglichkeiten sind begrenzt. Es würde die Reputation deiner Familie beschmutzen, wenn Sakura einfach einem anderen Mann verfallen würde, weshalb du, in der Annahme sie würde genau dies öffentlich tun, ungehalten wurdest.“
Ohne ein weiteres Wort machte Sasuke auf dem Absatz kehrt und verließ den Raum, während Kakashi stöhnend tiefer rutschte.
Perplex starrte Sakura ihrem Verlobten hinterher: „Woher wusstest du das?“
„Eins und eins ergibt auch fernab von Konoha 2.“ Wieder rieb er sich die Stirn: „ Eine Frage stellt sich mir allerdings. Wieso hast du dich darauf eingelassen? Mochtest du ihn wirklich?“
Das stahlgraue, glasige Auge musterte sie intensiv. Sakura blies die Luft zwischen den Zähnen hindurch: „Ja und nein. Diesem Vertrag habe ich zugestimmt, weil ich unbedingt Medizin studieren wollte. Ich musste meinen Eltern versprechen, an die Familie zu denken und zu heiraten. Sollte ich das bis zu meinem 25. Geburtstag nicht getan haben, tritt die Verlobung mit dem Uchiha-Clan in kraft. Diese wollten eine Verlobungsdauer von 2 Jahren, nah Ablauf dieser, würden wir heiraten und wären verpflichtet die Ehe aufrecht zu halten.“
Kakashi richtete sich entsetzt auf: „Wie alt bist du jetzt?“
Lachend drückte sie ihn zurück: „Noch nicht ganz 26 ...“ Sie lachte noch mehr, als er erleichtert die Luft ausstieß: „Dann bleibt uns ja noch etwas Zeit ...“
Sakura stutzte, er schien sich wieder müde zu fühlen, zumindest sanken seine Lider immer mal wieder aufeinander. Wahrscheinlich war dies nicht der beste Zeitpunkt, dessen war sie sich bewusst, doch die Frage brannte ihr auf der Seele: „Was meinst du damit, uns bleibt noch etwas Zeit?“
Matt schmunzelnd sah er zu ihr auf: „Keine Sorge, ich habe keine Absichten dich unter Druck zusetzen … Ich meinte lediglich, einen Ausweg für dich und Sasuke zu finden. Nur ...“ seine Hand sank neben ihn: „ … vielleicht etwas später.“ Tatsächlich schlief er einfach ein, weshalb sie ihn weiterhin fragend einige Zeit betrachtete, in der Hoffnung seine kryptischen Äußerungen, würden für sie einen Sinn ergeben. Sie schreckte erst hoch, als sie den amüsierten Laut hinter sich hörte und direkt in das belustigte Gesicht ihre Mentorin blickte. „Oh ich kann dich langsam verstehen Sakura, er ist wirklich ein interessanter Mann. Schnelle Auffassungsgabe und hochintelligent wie es scheint. Ich glaube, wenn er sich gut anpasst, stehen ihm hier alle Wege offen.“ Aufmunternd legte sie ihre Hand auf die Schulter und flüsterte: „Vielleicht möchtest du ihm ja sogar beim Anpassen behilflich sein.“ Zwinkerte, bevor sie äußerst gut gelaunt, einfach ging.
Sakura blieb verwirrt zurück.

In den nächsten zwei Tagen, schaffte sie es nicht mit Kakashi auch nur drei Sätze zu sprechen, da dieser sich kaum aus seinen Schlafphasen zurück kämpfen konnte. Sie gönnte es ihm, wusste um das Erschöpfungssyndrom und deren Folgen, fand es aber in Anbetracht ihres Fragenhagels im Kopf, mehr als ätzend. Gestern war sie zum ersten Mal wieder in ihrer Wohnung gewesen um dort zu übernachten. Der Zustand ihres Gastes hatte sich deutlich verbessert, die Albträume und das Fieber waren abgeklungen, weshalb es nicht mehr nötig war, ihm ein Sicherheitsseil zu reichen. An diesem Morgen nahm Sakura sich vor, mit Kakashi ihre Liste abzuarbeiten, sollte dieser soweit fit sein. Behutsam klopfte sie an die Tür und schob sie leise auf, als sie nichts hörte.
Wie die Tage zu vor auch, lag er mit geschlossenen Augen im Bett. Sie trat näher heran und beugte sich leicht vor, doch bevor sie ihm ihre Hand auf die Stirn legen konnte, murmelte er: „Bin wach … mir geht es besser.“ Daraufhin öffnete er verschlafen die Augen und sie grinste: „Du siehst aus wie ein Turnschuh … ein ausgelatschter.“ Sie streckte ihm die Zunge raus und er schmunzelte: „Na vielen Dank auch.“ Gähnend richtete er sich auf, nahm das Glas mit Wasser dankend entgegen und leerte es: „Wie geht es dir? Brauchst du nicht auch mal eine Pause? Ich meine, seit Tagen sitzt du neben mir … du hast doch bestimmt noch andere Verpflichtungen?“ Kurz hatte sie gedacht, er wolle ihr durch die Blume sagen, sie müsse ihm nicht so auf die Pelle rücken. Doch das leichte erröten seiner Ohren zeigte ihr was anderes. Anscheinend meinte er es wirklich so, er war unangenehm berührt von dem Gedanken ihr zur Last zu fallen.
„Keine Sorge, ich mache das wirklich gern und da fällt mir auch gleich was ein.“ Sie kramte in ihrer Tasche: „Es gibt einige Dinge, die wir leider jetzt schon besprechen müssen.“ Sie zog ihren kleinen Notizblock hervor und reichte ihn weiter: „Das ist eine Liste, die wir abarbeiten sollten, wenn du entlassen werden kannst. Einige Papiere habe ich dir schon besorgt, damit wir dich anmelden und versichern können. Alles weiter wie Wohnung, Arbeit, Möbel, Kleidung, darum würden wir uns kümmern, wenn du dich erholt hast.“
„Du hast dir viele Gedanken gemacht, wie ich sehe ...“ Er rieb sich überfordert den Kopf.
Sie hob beschwichtigend die Hände, konnte nicht verhindern, dass ihr leicht die Gesichtszüge entglitten und ihr das Herz in die Hose sank: „Keine Sorge, dass sind alles keine Gründe die dich hier halten müssen. Es entscheidet hier niemand über deine Zukunft außer dir. Dir sollen nur alle Türen offen stehen ...“
Verlegen gab er zu verstehen: „Sakura, ich habe nie ein Schule besucht, geschweige denn sie abgeschlossen. Hier leben so viele Menschen, was ist wenn ...“ Er brach ab, Sakura verstand auch so worauf er hinaus wollte.
„Kakashi. Deine Ängste habe ich nicht vergessen und ich kann mir vorstellen, dass das was man dir Jahrzehnte lang erzählt hat, deine Entscheidungen nicht vereinfacht.“ Sie zögerte, fuhr dann fort: „Gib mir noch etwas Zeit, dann kann ich dir hoffentlich alles schlüssig erklären. Für den Anfang ...“ Sie reichte ihm das Buch vom Dämon in den Bergen.
„Ich kenne das Buch ...“ er blickte sie fragend an. „Ich weiß, aber hier ...“ Sie öffnete die Mitte des Buches und zeigte ihm die Karte: „Diese Karte, sieh sie dir genau an, sie zeigt dir worauf ich hinaus möchte.“
Minimal zuckte seine Gesichtsmuskulatur, während der Rest seiner Mimik wie versteinert blieb. Diese Reaktion hatte sie erwartet. Es musste furchtbar schmerzhaft sein, diese Dinge zu erfahren. Auf einem Bild sehen zu können, dass das gesamte Leben auf einer Lüge basierte.
Einige Momente wartete sie, bevor sie erneut ansetzte: „Deine Kraft, ist nicht die eines Dämonen. Du kannst dein Chakra verwenden, wie die Menschen, die auf dieser Seite der Bergkette leben. Du bist wie wir.“ Er reagierte weiterhin nicht auf sie, weshalb sie es erneut versuchte: „Deine Kraft, dein Chakra ist unglaublich....“
„Stopp … Sollte ich mich doch in dir getäuscht haben?“ skeptisch schoben sich seine Augenbrauen zusammen.
Sie wich zurück: „Wie meinst du das?“
„Ich habe dich schon einmal gefragt, weshalb du mir hilfst … sollte das der Grund sein? Wollt ihr wieder irgendwelche Experimente durchführen? Wollt ihr das Auge?“ Enttäuschung und Zorn ließ sich deutlich aus seinem Gesicht ablesen, weshalb Sakura instinktiv das Gespräch abbrach: „Nein, das möchte keiner von uns. Vielleicht ist es besser, wenn ich dich mit deinen Gedanken alleine lasse.“ Sie reichte ihm den Block mit ihren Notizen für ihn, ihrer Adresse und etwas Geld: „Wenn du dich besser fühlst und mir vertraust, bist du mir herzlich willkommen. Ich ahne, wie sich das für dich anfühlen muss, niemandem mehr trauen zu können.“ Irgendwie fühlte sie sich zu tiefst verletzt, konnte es ihm aber auch nicht verdenken. Sakura öffnete leise die Tür, für den Moment würde er auf sich allein gestellt sein, seine Entscheidungen treffen und vor allem seine Gedanken sortieren müssen.

Am nächsten Morgen erfuhr Sakura, dass Kakashi noch am selben Tag gegen ärztlichen Rat aber mit Zustimmung von Tsunade das Krankenhaus verlassen hatte.
Es riss ihr ein riesiges Loch in die Brust, weil sie befürchtete ihn nicht wieder zu sehen, eine Vorstellung, die sie zugegebenermaßen nur schwer ertrug.
Tage lang versuchte sie heimlich, sich über seinen Verbleib ein Bild zu machen. Fragte beim Einwohnermeldeamt, ob er sich hatte registrieren lassen, bekam allerdings keine Auskunft. Sie fragte bei dem Zugbetreiber nach, ob der Mann mit den auffälligen grauen Haaren mit einem der Züge Richtung Norden gefahren war, doch auch hier konnte man ihr nicht weiterhelfen.
„Du siehst aber ziemlich unglücklich aus ?“ Die Stimme hinter ihr ließ sie aufblicken, nachdem sie sich zerknirscht auf eine Bank hatte sinken lassen. „Tenzou-Senpai?... Bin ich ehrlich gesagt auch. Ich habe mir das mit Kakashi etwas einfacher vorgestellt ...“ schwach lächelte sie: „Aber was soll´s … Es war ja zu befürchten, dass er sich verraten vorkommt, wenn er die Wahrheit erfährt.“
Tenzou ließ sich ächzend neben sie sinken: „Ja, das war zu befürchten und tatsächlich kann ich ihn da wirklich gut verstehen.“ Verzweiflung packte sie, sie vergrub sich in ihren Händen: „Ich kann ihn auch gut verstehen, nur kratzt es an mir, dass er denkt ich wäre unehrlich zu ihm gewesen und hätte wie jeder andere in seinem Leben, keine guten Absichten.“
Erstaunt legte Tenzou seine Finger an sein Kinn: „Das klang bei ihm vollkommen anders ...“
„Wie bitte?“ Die grünen Augen blickten auf.
„Er ist vorübergehend im ANBU-Wohnheim untergekommen, Tsunade-Sama hat ihm dort ein Zimmer besorgt. Soweit ich weiß und wir sehen wirklich nicht viel von ihm, darf er in einigen sonder Tests seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und bekommt seine Abschlüsse, wenn er diese besteht.“ Zufrieden grinsend, beim Anblick der perplexen Frau lehnte er sich zurück und faltete die Hände gemütlich über seinem Bauch: „Er hat mir meine Sachen zurück gegeben und meinte, er wäre dir gegenüber wohl nicht ganz fair gewesen.“ Mit einem Auge musterte er ihre Züge: „Ich kenne ihn ein bisschen, für seinen Geschmack war er schon zu viel auf Hilfe angewiesen. Gib ihm Zeit sich selbst auf die Beine zu bringen ...“ Müde gähnend richtete er sich auf: „Entschuldige mich Sakura, ich werde mich wohl etwas ausruhen gehen … mein Tag war lang.“
Sie sah ihm nach. Eine Minute, dann zwei. Alleine die Tatsache, dass Kakashi noch in Konoha war ließ die dunklen Gewitterwolken wie Zuckerwatte wirken. Selbst die vereinzelten Regentropfen, die das nahende Unwetter ankündigten, vertrieben das zufriedene Lächeln auf ihren Lippen nicht.
Nun lag es in seinen Händen. Sakura fragte sich, ob es eine Testreihe für Fälle wie ihn überhaupt gab, oder ob Tsunade, aus ihrer Neugierde und Interesse an dem Mann heraus, extra für ihn alles in die Wege geleitet hatte.

Der nächste Morgen begann mit Regen, so wie der gestrige Tag endete, trotzdem begab sie sich hochmotiviert zu ihrer Mentorin. Schon vor dem Hokagetempel bemerkte Sakura die veränderte Atmosphäre, irgendwas versetze die gesamten Mitarbeiter in helle Aufregung. Selbst die Jounin schienen ungewöhnlich gesprächig. Sie schob sich an den Menschen vorbei, duckte sich unter einigen Papierstapeln hindurch und presste sich an der Wand entlang zur Tür der Hokage.
„Sind die Zahlen hier wirklich korrekt?“ Fassungslos klang die Stimme, die gedämpft durch die Tür zu ihr nach draußen drang.
„Ja, wir haben die Ergebnisse drei Mal überprüft ...“ Sie konnte förmlich sehen, wie Iruka, ihr ehemaliger Akademielehrer, mit eingezogenem Kopf und Schweißperlen auf der Stirn vor der Hokage versuchte seine Ergebnisse zu rechtfertigen.    
„Das glaube ich ja nicht ...“ die Frau klang begeistert, nicht verärgert, wie Sakura feststellte.
„Bitte glauben sie mir doch Tsuande-Sama … Ich habe ihn die ganze Zeit überwacht, nicht nur, dass er schneller fertig war als wir geglaubt haben, er hat nicht eine Frage falsch beantwortet.“ Der Mann holte Luft: „Die gesamte ANBU-Einheit Ro hat ihn unter Beaufsichtigung von Tenzou-Senpai, während der Taijutsu, Ninjutsu und Genjutsu Testungen begleitet, er hatte herausragende Fertigkeiten.“ Wieder eine kurze Pause: „Es laufen die Strategie und Diplomatie Prüfungen … Aber bei dem was ich stichpunktartig gesehen habe, werden die Ergebnisse ähnlich sein.“
„Wie kann das sein? Er hatte lediglich Möglichkeiten sich auf Basiswissen zu Konoha vorzubereiten und erzielt trotzdem bessere Ergebnisse als Mitglieder unserer ANBU-Teams ..“ Tsunade lachte laut los, die Begeisterung ihrer Mentorin brachte Sakura vor der Tür zum schmunzeln.
„Schön, dass sie das so begeistert Hokage-Sama, ich frage mich trotzdem was das für ein Kerl ist.Wo haben sie den Aufgegabelt.“ Iruka stöhnte genervt, als die Frau nur gluckste: „Der ist nicht von mir, den hat Sakura sich angelacht und ich muss gestehen sie hat einen ausgezeichneten Geschmack.“
Sakura lief rot an, nahm den selben Weg den sie gekommen war eilig wieder zurück, sie musste an die frische Luft. Sie sog die kühle, Feuchtigkeit geschwängerte Luft ein und grinste während sie diese geräuschvoll wieder entweichen ließ.

„Wer oder Was bist du eigentlich? Niemand schneidet einfach mal so, bei diesen Test mit absoluter Punktzahl ab ...“ Sakura zuckte zusammen ließ ihren Blick durch die Gegend schweifen und blieb an dem Mann mit den silbrigen Haaren hängen. Im ersten Moment hatte sie gedacht, er würde beschimpft werden, doch die ANBU schlugen ihm kameradschaftlich auf die Schulter und fragten ihm bewundernd Löcher in den Bauch. Kakashi fühlte sich deutlich unwohl, die ganze Aufmerksamkeit um seine Person schien ihm nicht ganz geheuer. Er lächelte allerdings tapfer und bemühte sich die Fragerei zu überstehen.
Traurig lächelnd senkte sie ihren Blick, ihren ersten Impuls zu ihm hinüber zu laufen unterdrückte sie. Am Liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen, hätte ihn fest gedrückt und ihm gesagt wie großartig er ist. Doch er wollte den Weg ohne sie gehen, sonst hätte er sich bei ihr gemeldet.
Vielleicht und das entsprach wirklich ihrer Hoffnung, war er in der kurzen Zeit schon besser angekommen, als sie gedacht hätte. Es wirkte fast, als würde er zu diesem halsbrecherischen selbstmordgefährdeten Trupp der ANBU dazu gehören. Gequält wechselte sie die Straßenseite, ob er sich für diesen dunklen Weg entschied? Lieber hätte sie ihn an der Universität gesehen, als Professor oder Berater der Hokage, denn wenn sie was wusste, dann das er wirklich fähig war, was diese Test ergaben. Kopfschüttelnd schlug sie den Heimweg ein. Im Grunde war es seine Entscheidung, sein Leben, in dem er hoffentlich endlich ankam.
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