Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Spiegelzwillinge II - Das erkaltete Herz

von diamond99
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Catarina Loss Lorenzo Rey Magnus Bane
04.12.2022
25.01.2023
8
17.660
7
Alle Kapitel
41 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
25.01.2023 2.728
 
Vertrauen

Alecs Worte gingen Magnus nicht aus dem Sinn.
Er versuchte sich abzulenken, indem er weiter fieberhaft nach Catarina und Ragnor suchte, doch die Lage blieb unverändert: Egal, was Magnus auch versuchte, er war einfach nicht in der Lage auch nur den Hauch eines Lebenszeichens von den beiden zu orten.
Frustriert hatte Magnus es schließlich aufgegeben und war ins Wohnzimmer zurückgekehrt. Er wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bis Asmodeus von der Flucht der beiden Verräter erfahren würde. Fast erwartete er, dass sein Vater bereits da sein würde, als er den Raum betrat und ertappte sich dabei, dass er erleichtert war, als er die Räumlichkeiten leer vorfand.
Er war frustriert, wütend und gereizt, doch noch viel mehr als das alles, war er vollkommen verwirrt. Seine Gedanken fuhren Achterbahn, so sehr er es auch versuchte, gelang es ihm doch nicht, Alecs Worte aus seinem Kopf zu vertreiben.
Mit einem Aufseufzten ließ Magnus sich schwer auf die Couch fallen. Er lehnte sich zurück und legte den Kopf in den Nacken. Mit geschlossenen Augen atmete er langsam ein und aus. Die Anspannung in seinem Körper ließ merklich nach. Ohne wirklich darüber nachzudenken, murmelte er einen Zauberspruch, den er in den letzten Jahren schon sehr oft angewandt hatte. Das „Sehende Auge“ wurde er von den Hexenwesen genannt. Die Magie, die er verbrauchte, war immens, doch ein zu hoher Magieverbrauch zählte schon lange nicht mehr zu Magnus´ Problemen. Er zog seine Kraft aus einer dunklen Quelle und die schien nahezu unerschöpflich zu sein. Hatte es ihn vor zwei Jahren noch eine Menge Kraft gekostet, sie sich immer wieder zu eigen zu machen, war es für Magnus mittlerweile schon eine instinktive Nebenhandlung geworden und so einfach wie zu atmen.
Er spürte, wie der Zauber ihm Magie entzog, doch beinahe sofort wurde sie wieder erneuert. Die Dunkelheit hinter seinen geschlossenen Augenlidern veränderte sich. Ein rötliches Licht begann sich vor seinen Augen auszubreiten und schließlich gelang es Magnus Formen wahrzunehmen, die mehr und mehr Gestalt annahmen, bis Magnus sein Wohnzimmer vor seinem inneren Auge sah. Sein innerer Blick glitt langsam nach rechts und links. Magnus atmete durch. Er hatte es schon so oft getan, er wusste genau, wie er sein inneres Auge nun zu steuern hatte, um an jeden Ort in seinem Reich gelangen zu können. Es war eine hohe Stufe der Hellseherei und verlieh ihm die Macht, alles, was in diesem Moment in seinem Reich geschah, sehen zu können. Ein einziges Mal hatte er mit diesem Zauber versucht, auch die gesegnete Welt auszuspähen, doch alles, was er gesehen hatte, war ein strahlend helles Licht gewesen, dass ihn vollkommen blind gemacht hatte. Selbst als er den Zauber abgebrochen und die Augen wieder geöffnet hatte, war seine Sicht noch beeinträchtigt gewesen. Es war eine harte Lektion gewesen, die ihm klar gemacht hatte, dass auch er nicht mächtiger als die Engel der Nephilim war. Denn natürlich war es ihre Segnung gewesen, die ihm den Blick auf diese Hälfte der Welt verwehrt hatte.
Doch im Moment hatte Magnus auch nicht den Wunsch, seine Gegner auszuspionieren. Ebenso wenig wollte er in seinem Reich nach dem Rechten sehen.
Magnus entspannte sich noch etwas mehr. Er ließ zu, dass sich sein Geist vollständig öffnete. Es war riskant das zu tun, das wusste er. In diesem Zustand bekam er nichts von seiner Umwelt mit und nur zu leicht könnte sich jemand diesen Umstand zunutze machen.
Bisher waren stets Ragnor und Catarina an seiner Seite gewesen, wenn er diesen Zauber angewandt hatte...
Magnus keuchte und riss die Augen auf. So plötzlich aus seiner Trance gerissen, verschwamm seine Umgebung vor seinen Augen und Magnus´ Hand krallte sich in seine Haare, als ein dröhnender Schmerz durch seinen Kopf zog.
„Verdammt!“, fluchte er lautstark, sein Gesicht war verzehrt vor Schmerz und Wut. Mit einem Klirren zerbarst die kleine Lampe auf dem Beistelltisch neben ihm.
Magnus schloss die Augen. Tief durchatmend rieb er sich die Schläfe und wartete ab, dass der Schmerz in seinem Kopf nachließ.
Als der Schmerzanfall vorbei war, erhob Magnus sich und trat gemessenen Schrittes an das Fenster. Er sah nicht wirklich etwas, als er hinausschaute. Seine Gedanken waren bei Ragnor und Catarina.
Abgesehen von jenen zwei schrecklichen Jahren, die er im Kerker der Nephilim zugebracht hatte, waren die beiden immer an seiner Seite gewesen, seit sie einander vor so vielen Jahren kennengelernt hatten. Sie waren vor der Spaltung seine besten Freunde gewesen. Und nach der Spaltung...
Dann waren sie zu Untergebenen geworden. Aber auch da hatte Magnus sie noch immer als Freunde betrachtet. Er hatte ihnen blind vertraut. Die Tatsache, dass er sich in seinen Trancesitzungen von ihnen hatte beschützen lassen, bewies dass. Niemand hatte in dieser Zeit bei ihm sein dürfen, noch nicht einmal Asmodeus. Doch die beiden schon. Instinktiv hatte er gewusst, dass sie seine Hilflosigkeit nicht ausnutzen würden.
Und das hatten sie auch nie.
Magnus seufzte und wandte sich vom Fenster ab. Zum ersten Mal erstarrte er nicht, als er Alec mitten im Zimmer stehen sah.
„Alexander...“, sagte er leise.
Alec nickte ihm zu.
„Sprich deinen Zauber aus“, sagte er dann sanft, „Ich werde aufpassen.“
Magnus runzelte die Stirn.
„Ausgerechnet du?“, fragte er, wobei er versuchte, seiner Stimme einen harten Klang zu verleihen, „Wie könnte ich dir meinen Schutz anvertrauen?! Du hast mich schon einmal verraten...“
„...und dafür bezahlt“, unterbrach Alec den Hexenmeister, „Gib mir eine Chance. Lass mich dir beweisen, dass du mir vertrauen kannst.“
Magnus ballte die Hände zu Fäusten.
„Ich kann NIEMANDEM vertrauen!“, stieß er hervor, „Wenn ich etwas in der letzten Zeit gelernt habe, dann DAS!“
Alec blieb ruhig. Die Trauer in seinen Augen nahm an Intensität zu, so sehr, dass Magnus den Blick abwenden musste.
„Lass mich dich vom Gegenteil überzeugen“, sagte Alec leise.
Zögernd schaute Magnus wieder in Alecs Gesicht.
„Du weißt doch gar nicht, was das für ein Zauber ist. Was, wenn ich gerade versucht habe, deinen Parabatai zu töten?“
„Das kannst du nicht“, erwiderte Alec, „Auch du kannst dich nicht über die Macht der Engel hinwegsetzen. Jace ist in Sicherheit.“
Einen Moment lang starrte Magnus Alec schweigend an. Dann wandte er sich mit einem unterdrückten Schnauben ab. Seine Lippen hoben sich zu einem schwachen Lächeln.
„Da hast du recht“, gab er mit leisem Widerwillen zu.
Er ging zurück zur Couch und ließ sich darauf nieder.
„Ich kann ohnehin nie sicher wissen, ob du da bist oder nicht, wenn ich einen Zauber ausspreche“, stellte er fest.
Alec legte den Kopf schräg.
„Doch, das kannst du. Du hast jetzt ein Gefühl für meine Anwesenheit entwickelt.“
„Ja“, sagte Magnus leise, wobei er den Kopf in den Nacken legte und die Augen schloss, „Das stimmt wohl...“
Seine Stimme wurde leiser, während Magnus sich immer mehr entspannte. Unterschwellig überraschte es ihn, wie leicht ihm dies fiel, denn Alec hatte Recht: Er hatte tatsächlich ein Gespür für die Anwesenheit des Shadowhunters bekommen. Und so spürte er Alecs Anwesenheit auch jetzt nur zu deutlich. Doch seltsamerweise störte es ihn nicht. Im Gegenteil. Alecs Anwesenheit gab ihm die Ruhe und Sicherheit, die ihm vor wenigen Minuten noch gefehlt hatten.
Erneut sprach er den Zauber mit leiser Stimme aus und konnte einen Augenblick später das Wohnzimmer vor seinem inneren Auge sehen. Obwohl Magnus die Anwesenheit von Alec spürte, war er in seiner geistigen Sicht jedoch nicht zu sehen. Einen kurzen Moment verspürte Magnus den Drang seine Augen zu öffnen und sich zu versichern, dass Alec noch immer im Raum war und ihn sein Gefühl nicht täuschte. Doch sofort stieß er diesen Gedanken wieder von sich.

Was interessierte es ihn, ob Alec im Raum war, oder nicht?!

Das Bild vor seinem inneren Auge flackerte und verschwamm zunehmend. Mit einem innerlichen Ruck rief Magnus sich selbst zur Ordnung. Er musste sich entspannen, seinen Geist vollständig öffnen, ansonsten würde der Zauber ihn zwar eine Menge Kraft kosten, aber fehlschlagen, so wie es gerade eben der Fall gewesen war.
Magnus´ geistige Wahrnehmung stabilisierte sich im selben Moment, als der Hexenmeister sich wieder entspannte.
In seinem Geist erhob er sich in die Luft. Er glitt bis an die Decke – und im nächsten Moment durch sie hindurch. Er verließ den Palast. Immer höher stieg er, sein Reich unter ihm schrumpfte zu der Größe einer Miniaturstadt zusammen. Schon so viele Male hatte er diesen Zauber angewandt, es fiel ihm nicht schwer, sich in der Trance zu bewegen. Doch was er nun plante, das tat er tatsächlich zum ersten Mal.
Er wusste nicht einmal, ob es funktionieren würde. Aber wie hatte einst jemand zu ihm gesagt? Du weißt nie, was du kannst, bevor du es versuchst.
Magnus presste seine Augenlider fest aufeinander. Mit aller Vorstellungskraft, die er besaß, beschwor er jenen Dimensionsstrudel hervor, der ihn aus der Parallelwelt zurück nach Hause gebracht hatte. Und tatsächlich: Ein Portal von der Größe einer Hand erschien vor ihm. Es wuchs rasend schnell und einen Moment später konnte Magnus durch den Strudel sehen. Jedoch vermochte er nicht mehr, als ein paar Schemen zu erkennen. Ohne zu zögern setzte sich Magnus in Bewegung und glitt durch den Strudel.
Ganz tief in seinem Unterbewusstsein war ihm klar, dass er noch immer in seinem Zimmer auf der Couch saß. Doch sein Geist war an keine räumliche Begrenzung gebunden. Diese Gewissheit bekam Magnus in dem Moment, als er das Portal verließ. Es brauchte nur einen kurzen Rundumblick, damit sich Magnus sicher sein konnte, dass er nicht länger auf sein Reich hinunterschaute. Das imaginäre Portal hatte ihn genau dorthin gebracht, wo er hinwollte.
Die Welt, die er unter sich sah, war keine Dämonenhölle.
Es war eine ganz normale Welt, mit ganz normalen Menschen, Tieren und Pflanzen. Diese Welt war nie der Zerstörungswut eines Dämonenfürsten zum Opfer gefallen.
Zumindest bisher noch nicht.
Magnus ließ sich etwas nach unten schweben. Sein Blick glitt von links nach rechts. Es dauerte nicht lange, bis er fand, wonach er suchte:
Das Institut der New Yorker Shadowhunter.
Zielsicher glitt Magnus darauf zu – und keuchte überrascht auf, als er von einer unsichtbaren Barriere zurückgestoßen wurde.
Ungehalten knirschte er mit den Zähnen.
„Verdammte Engel!“, zischte er wütend.
Vorsichtig glitt Magnus wieder näher an die Gemäuer des Institutes heran, seine Hand tastend ausgestreckt. In dem Moment, als die dunkle Magie seiner Seele auf den Schutzwall traf, erkannte er seinen Irrtum.
Diesmal waren es nicht, die Engel, die ihn hinderten einen Blick auf die Geschehnisse zu werfen.
Es war seine eigene Magie.
Oder zumindest jene Zauberkraft, die er genutzt hatte, bevor er sich seinem Vater anschloss und Schwarze Magie zu nutzen begann.
Es gab keinen Zweifel: Sein anderes Ich aus dieser Welt hatte dieses Institut magisch geschützt.
Magnus ballte die Hände zu Fäusten. So wie er jetzt war, konnte er nicht auf seine Magie zurückgreifen. Das hier war nicht mehr als ein Traum. Eine Illusion.
Und deshalb konnte er diesen Bann auch nicht brechen.
Magnus runzelte nachdenklich die Stirn.
Vielleicht musste er das ja gar nicht.
Vielleicht, wenn er....

„MAGNUS!“
Erstickt keuchte Magnus auf und fuhr nach vorn.
Mit der Intensität eines Hammerschlages wurde er sich der Wirklichkeit um sich herum bewusst. Sein Körper, seine Magie, der Teppichboden, auf den er gerade unsanft aufprallte...
„Bist du verrückt?!“, fuhr er Alec an, welcher neben ihm kniete. So plötzlich aus der Trance gerissen, schwindelte es ihm und haltsuchend krallte er seine Finger in das Couchpolster. „Du kannst mich doch nicht einfach...“
„Asmodeus!“
Allein dieser Name reichte, um Magnus verstummen zu lassen. Doch sein Verstand fühlte sich noch vollkommen konfus an, nachdem er so plötzlich aus der Trance gerissen wurde, dass Magnus nicht begriff, was Alec ihm sagen wollte.
„Was ist mit ihm?“
„Er ist auf dem Weg hierher!“, antwortete Alec eindringlich, „Ich versuche schon seit einigen Minuten dich zu wecken, doch du...“
Alec unterbrach sich, als Magnus sich hastig auf die Füße kämpfte, seine Jacke zurecht zog und sich den Staub abklopfte. Noch immer fühlte er sich etwas flau im Magen, doch er wusste, das würde innerhalb weniger Augenblicke vergehen.
Kaum, dass Magnus seine Fassung wiedergewonnen hatte, klopfte es an der Tür.
Alec verzog das Gesicht. Mit vor der Brust verschränkten Armen ließ er sich auf die Couch fallen.
„Oha, der verehrte Prinz kann also doch hin und wieder anklopfen.“
Magnus warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Ich habe ihn gebeten, mich bis zur Urteilsverkündung von Catarina und Ragnor allein zu lassen. Für gewöhnlich respektiert er das.“
Alec rollte die Augen und wandte den Blick ab. Eine respektlose Geste, die Magnus unter normalen Umständen niemandem durchgehen gelassen hätte.
Doch was war im Moment schon normal...?
Mit einem halbherzigen Kopfschütteln wandte sich Magnus von Alec ab und trat an die Tür, um seinen Vater hineinzulassen.
„Was ist passiert, Magnus?“, fragte Asmodeus, ohne sich mit einer Begrüßung aufzuhalten.
Seine Stimme klang hoheitsvoll wie immer, Magnus vermochte weder Ärger, noch sonst irgendetwas herauszuhören, was auf die Laune seines Vaters hätte schließen lassen können.
Dementsprechend vorsichtig ergriff er das Wort.
„Wenn es um die Flucht von Catarina und Ragnor geht...“
„Natürlich geht es darum!“ Nun hob der Dämonenprinz tatsächlich ein wenig seine Stimme. „Im ganzen Schloss, ach was, in der ganzen Stadt spricht man davon! Wie sind die beiden entkommen? Und wie kann es sein, dass du sie nicht schon längst wieder eingefangen hast?!“
„Ich habe...“
Magnus unterbrach sich und biss sich auf die Unterlippe. Wie Nadelstiche spürte er den anklagenden Blick seines Vaters.
Er senkte den Kopf etwas, damit sein Vater ihm nicht direkt in die Augen schauen konnte. Aus den Augenwinkeln sah er Alec vom Sofa aufstehen und näher treten.
„Das dürfte schwer zu erklären werden“, stellte der Shadowhunter fest.
Magnus ballte die Hände zu Fäusten. War Alec eigentlich schon immer so... unverschämt gewesen?!
Sich innerlich einen Ruck gebend, hob Magnus den Kopf und schaute seinem Vater in die Augen.
„Ich weiß noch nicht genau, was geschehen ist“, stattete er Bericht, „Die Wache sprach von einem Hexenmeister, der die beiden befreit haben soll. Seither sind sie unaufspürbar, jeder meiner Tracking-Zaubersprüche ging ins Leere.“
Asmodeus runzelte die Stirn.
„Welcher Hexenmeister sollte denn in der Lage sein, deine Schutzwälle zu durchbrechen?“
Magnus schluckte hart. Mehr und mehr fühlte er sich wie auf glühenden Kohlen.
„Ich... Das weiß ich noch nicht. Meine Nachforschungen sind noch nicht abgeschlossen.“
Asmodeus bedachte seinen Sohn mit einem stechenden Blick.
„Sind die beiden wirklich so gut getarnt – oder kann es sein, dass du dir bei der Suche nicht wirklich Mühe gibst?“
Magnus erwiderte den Blick ohne mit der Wimper zu zucken.
„Was unterstellst du mir, Vater? Dass meine frühere Freundschaft zu den beiden mich daran hindert mit der nötigen Härte gegen sie vorzugehen? Ich versichere dir, jegliche freundschaftlichen Gefühle, die ich zu Catarina und Ragnor hatte, sind in dem Moment erloschen, als ich von ihrem Verrat erfuhr.“
Asmodeus maß seinen Sohn einen langen Augenblick lang mit prüfenden Blick. Dann wurden seine Züge weicher und er legte Magnus eine Hand auf die Schulter.
„Dann ist es ja gut, mein Sohn. Ich werde darauf vertrauen, dass du eine Lösung für das Problem finden wirst. So wie immer. Aber lass dir nicht zu lange Zeit. Ein noch unerobertes Königreich wartet auf dich.“
Ohne eine Antwort von Magnus abzuwarten, ließ Asmodeus seine Hand von Magnus´ Schulter gleiten und verließ gemessenen Schrittes das Zimmer.
Geräuschvoll atmete Magnus aus, als sich die Tür hinter dem Höllenprinzen schloss. Dann wandte er sich mit wütender Miene Alec zu.
„Du bist wirklich keine große Hilfe, weißt du das?!“
Alec legte den Kopf schräg.
„Ich bin nicht hier um dir zu helfen, Magnus. Das hier ist meine Strafe und ich habe beschlossen, sie zu nutzen, um dich zu retten.“
„Ich muss nicht gerettet werden, wann begreifst du das endlich?!“, fuhr Magnus auf.
Scheinbar vollkommen gelassen blieb Alec regungslos stehen, als direkt über ihm eine Glühbirne explodierte und die feinen Splitter durch ihn hindurch rieselten. Langsam senkte er den Kopf und schaute auf die Überreste am Boden. Dann hob er den Kopf und schaute Magnus in die Augen. Sein Blick war von einer ähnlichen Intensität, wie es gerade eben bei Asmodeus der Fall gewesen war, doch gleichzeitig war da noch etwas anderes, was Magnus nicht in Worte zu fassen vermochte.
„Du, von allen Kreaturen und Lebewesen auf dieser Welt, hast es am meisten nötig, gerettet zu werden“, beharrte Alec. Sein Blick wurde sanft. „Und von allen hast du es am meisten verdient.“
Magnus öffnete den Mund, um vehement zu widersprechen, doch direkt vor seinen Augen löste sich Alec innerhalb eines Herzschlages in nichts auf.
Gereizt stieß Magnus ein Knurren aus.
„Ich hasse es, wenn er das tut!“
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast