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Schwere Entscheidungen im Advent

von Lady0409
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie / P12 / Gen
Dr. Sabine Petersen Jens Blank OC (Own Character)
01.12.2022
03.02.2023
25
40.313
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24.01.2023 2.370
 
Kapitel 22
das ausgesetzte Findelbaby

14. Dezember 2009
Mehrere Tage lang hatten Jens und Sabine gegenüber ihren Freunden Jan, Madeleine, Johnny und Tatjana den Mund gehalten und genossen die erste Zeit von Sabines erneuter Schwangerschaft ganz für sich alleine.
„In zwei Tagen ist es endlich soweit. Der allererste Termin beim Frauenarzt zum Ultraschall. Wir werden zum ersten Mal unser zweites Baby sehen. … Dich sehen wir bald, mein kleines Baby.", seufzte Sabine mit einer hörbaren Vorfreude in der Stimme und legte sich an diesem Morgen, als sie die drei Kinder in den Kindergarten gebracht hatten und mit Minnie im meterhohen Schnee im Wald spazieren gingen, ihre Hand auf den Bauch. „Übermorgen sehen Papi und Mami Dich endlich. Und dann zeigst Du Deinem Papa, dass Du nicht Ben, Emil oder Dominik heißen willst. Du bist unsere kleine Prinzessin Josephine. Oder unsere kleine Prinzessin Annabell. … Annabell, das ist doch ein schöner Name für unser zweites Kind."

„Unser Sohn wird doch nicht Annabell heißen, Sabine.", erklärte Jens mit strenger Stimme und schaute zu seiner Cocker Spanielhündin, die aufgeregt durch die hohen Schneehaufen hüpfte und die fallenden Schneeflocken mit der Schnauze einzufangen versuchte.
Fröhlich bellte Minnie beim Spielen und schien komplett in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein, weswegen Jens die Hündin liebevoll auf sich aufmerksam machte und zu sich und Sabine zurückrief.
„Minnie… Minnie, komm mal her. … Minnie, komm mal zu Frauchen und Herrchen…", rief der erfahrene Pilot die Hündin vorsichtig und Minnie spitzte die Ohren, um ihr Herrchen zu finden.
„Minnie, meine Große. Na komm mal zu mir, mein Mädchen.", sprach Jens die freudig bellende Hündin noch einmal an und schnell drehte sich Minnie um, um zu ihrem Herrchen und ihrem Frauchen zu rennen.
Sogleich ging Jens in die Hocke und streichelte über das Fell der Hündin, um sie für ihr wirklich sehr schnelles Zurückkommen zu loben und zu belohnen.
„Du bist ein tolles Mädchen, Minnie. Ich bin stolz auf Dich. Ganz lieb bist Du nach meinem Rufen zu Herrchen und Frauchen wieder zurück gekommen. Da können wir Dich wirklich ganz beruhigt von der Leine lassen.", lobte Jens das Tier und gab ihr ein Leckerchen, das Minnie sehr liebte. „Ja, meine artige Große. Das hast Du Dir wirklich redlich verdient."

„Lass sie doch ruhig noch einmal rennen. Sie braucht doch den Auslauf. … Heute Abend ist die Kleine sonst so aufgedreht und kommt überhaupt nicht mehr zur Ruhe, wenn sie eigentlich schlafen soll. Jetzt hat sie die Möglichkeit, sich hier im Schnee auszutoben.", seufzte Sabine und Jens strich seiner Hündin noch einmal über das seidig glänzende Fell, bevor er die Hündin sogleich noch einmal in den Schnee schickte.
„Geh' doch gleich wieder spielen, meine Große. Wir fahren dann auch gleich wieder zurück nach Hause. Und heute Nachmittag holen wir Anton und die Zwillinge wieder nach Hause. … Minnie, mein Schatz. Geh’ spielen. Schau mal, wir haben doch Deinen Ball auch mitgebracht. Willst Du denn vielleicht ein bisschen mit Deinem Ball spielen?", fragte Jens mit einem erneuten sanften Streicheln über den Rücken der Hündin seinen Hund, doch sogleich bellte Minnie und lief für einen Moment wieder zum Spielen in den Schnee, bevor sie zurückkam, aufmerksam zu ihrem Herrchen schaute und noch immer darauf wartete, dass sie wieder zum Spielen losgeschickt wurde.
„Was ist denn jetzt plötzlich mit Dir los, Minnie? Willst Du jetzt wieder nach Hause? Wird es Dir hier zu kalt, mein großes Mädchen? Willst Du denn vielleicht doch wieder zurück ins warme Haus? Oder möchtest Du vielleicht… möchtest Du noch ein bisschen weiterspielen?", erkundigte sich Jens bei der Hündin, die sich plötzlich, während Sabine und Jens einige Schritte weiter gingen, in den Schnee setzte und nicht mehr weiterlaufen wollte.
„Minnie… Minnie, Schatz. Komm mit, meine Große. Komm. Jetzt wird es Dir doch, wenn Du Dich da vorne in den Schnee setzt, ganz kalt am Popo. Und dann wird mein großes Mädchen vielleicht auch noch krank. Das wollen wir aber ganz ganz schnell verhindern. … Komm mit, meine Große. Wir gehen jetzt wieder zurück nach Hause. Es wird Zeit. Wir wollen doch heute Nachmittag unseren Anton und unsere beiden Mädchen… die liebe Maja und unsere brave Liane vom Kindergarten abholen."

Schnell rannte die knapp ein halbes Jahr alte Minnie, als ihr die Strecke, die sich Sabine und Jens bereits von der Hündin entfernt hatten, zu ihren Besitzern und ließ sich von Jens belohnen.
Nachdem der Pilot die Hündin einladend gekuschelt und mit Leckerlis verwöhnt hatte, klinkte er nun, ohne es seine Hündin merken zu lassen, die Leine in das Brustgeschirr von Minnie ein und führte die Hündin in Richtung Zuhause zurück.

„Sabine, willst Du denn vielleicht jetzt lieber die Leine von unserer Minnie in die Hand nehmen und die Kleine führen? Das gefällt der Kleinen doch auch sehr, wenn Du sie an der Leine hältst. Und außerdem ist unsere kleine Prinzessin Minnie ja auch Dein Hund; ich habe sie Dir geschenkt.", bot der Pilot seiner geliebten Lebensgefährtin an, als ihre Hündin plötzlich wie von einer Tarantel gestochen zu einem Baum rannte.

„Minniee… Minnie, warte. Was machst Du denn? Was machst Du denn jetzt hier für Sachen? Du bist doch noch nie…. Komm her, mein kleines Mädchen. Was machst Du denn für Sachen? Kommst Du her!“, rief Jens die nervös bellende Hündin noch einmal, doch Minnie schien nicht mehr auf ihr Herrchen hören zu wollen, weswegen Sabine und Jens ihrem Hund folgten.

„Du… Du sollst her… Was ist denn das für… Was ist denn das für ein Hund?“ Erschrocken schaute Sabine, als Minnie endlich direkt vor einem großen Baum stehen geblieben war, auf den Fund ihrer Hündin. „Was ist das denn? Was ist denn das… Was ist denn das für ein Hund? Wie hast Du den denn gefunden?“

Am Boden direkt vor der Ärztin lag ein kleiner braun-weißer Bernhardinerwelpe, wohl sogar etwas jünger, als ihre eigene Hündin Minnie, fiepend auf der linken Pfote, auf der ein kleiner roter Fleck Blut zu sehen war, leckend.

„Jens… Jens! Komm mal bitte her, schnell… Hier ist ein verletzter Hund; scheinbar mit einer Verletzung an der Pfote! Ein kleiner Welpe. Der Hund hat sich scheinbar etwas eingetreten; ich brauche Deine Hilfe!“, rief Sabine ihren Lebensgefährten und ging in die Hocke, um den jungen Hund zu beruhigen und sich die Verletzung an der Pfote anzuschauen.
Allerdings ließ der Welpe sich erst einmal von Sabine nicht anfassen und das Hundekind versteckte sich ängstlich hinter dem Baum, an dem es angebunden war.

„Du brauchst doch gar keine Angst zu haben, kleine Maus. Ich kümmere mich um Dich.“, beruhigte die erfahrene Notärztin den Welpen und atmete tief durch, als ihre eigene Hündin Minnie zu dem unbekannten Artgenossen ging und neugierig an dem Hund schnüffelte.
Glücklicherweise konnte Minnie den Bernhardinerwelpen dadurch wirklich beruhigen und sehr brav kam der Hund wieder zu Sabine gelaufen, um sich untersuchen zu lassen.
„Na… Na, da bist Du ja, mein Mädchen. Ein toller Hund bist Du, Du kleine Maus. … Minnie… Hör auf den anderen Hund anzubellen.“, wandte sich die Ärztin an ihre Hündin, doch der andere Hund ließ sich glücklicherweise von dem hektischen Bellen von Minnie, die sich im Hintergrund hielt und eifersüchtig darauf zu sein schien, dass sich ihr Frauchen um den anderen Hund kümmerte, nicht verunsichern.
„Ja, Minnie, meine Große. Du bist ein ganz ganz liebes Mädchen. Aber Du musst jetzt leider einmal kurz bei Deinem Herrchen bleiben; ich kümmere mich in der Zwischenzeit um das arme Hundebaby hier…“, sprach Sabine liebevoll mit ihrer kleinen Hündin und atmete tief durch, als sie auf die verletzte Vorderpfote der Hündin deutete. „Schau mal, mein Mädchen. Der andere Hund hat sich an ihrem Pfötchen verletzt.“

Kurz winselte der kleine Welpe, der wohl schon sehr brav zu sein schien und dank der vorsichtigen Bewegungen von Sabine keine Angst vor der erfahrenen Ärztin zu haben schien, als Sabine die vordere Pfote begutachtete.
Mit einem beunruhigten Blick auf den jungen Bernhardiner wandte sich die erfahrene Notärztin sogleich an ihren Lebensgefährten: „Ich glaube, wir haben jetzt scheinbar einen Einsatz. Zumindest geht es dem Welpen im Moment anscheinend nicht so besonders gut. Die kleine Maus scheint etwas stärkere Schmerzen in der verletzten Pfote zu haben; deswegen hechelt der Welpe auch sehr stark. … Ja, ich weiß. Deine Schmerzen scheinen im Moment wirklich sehr stark zu sein… und dann bist Du natürlich sehr gestresst und hechelst. … Ja, Du kleines Mäuschen… Mäuschen, zeig’ mir doch noch einmal kurz Dein Pfötchen hier vorne. Ich schaue mir nur kurz das Beinchen einmal an, damit wir Dir helfen können.“, bat die Ärztin die nervös hechelnde Hündin und nahm die verletzte Pfote in die Hand, um sich die Wunde am linken Vorderbein genauer anzusehen. „Es tut Dir bestimmt sehr weh, ich weiß das doch. Aber ich helfe Dir jetzt, damit es Dir schon bald wieder besser geht. Du brauchst nicht mehr zu weinen. … Oh, einen kleinen Nagel hat sich die liebe Maus hier in die Pfote eingetreten. Das kann schlecht ausgehen…“

„Kannst Du denn dem armen Hundebaby denn vielleicht schon hier helfen? Oder sollen wir die Kleine lieber mitnehmen und zur Sicherheit zum Tierarzt fahren?“, erkundigte sich Jens bei seiner Lebensgefährtin und beobachtete seine geliebte Ehefrau, die die kleine Hündin noch einmal kurz anschaute und über die Behandlung der Hündin nachzudenken schien.
„Ich… Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, Jens. Aber ich denke, wir sollten besser… wir sollten die Kleine wohl besser zum Tierarzt bringen. Und dann… Oh, das sieht aber wirklich sehr schlimm aus, Du armer Spatz. Was ist denn nur… Was ist denn nur mit Dir passiert? Wer bist Du denn eigentlich? … Komm mal zu mir, Du armer Spatz. Hast Du Dir an Deinem Pfötchen ganz ganz schlimm weh getan?"
Vorsichtig nahm Sabine die linke Vorderpfote des jungen Welpen, nachdem sie die Leine aus dem Halsband ausgeklinkt hatte, kurz in die Hand und begutachtete für wenige Augenblicke noch einmal die Verletzung des Welpen. „Na, was machen wir denn jetzt hier mit Dir? Du musst doch nur ein kleines bisschen tapfer sein und dann wird alles wieder gut.“, beruhigte die erfahrene Ärztin den Welpen, als sie erblickte, dass der andere Hund mit seiner eigenen Leine an dem großen Baum angebunden war und sich eine etwas tiefere Rissverletzung an der linken Vorderpfote zugezogen hatte.
„Na, Du kleiner Spatz. Wie geht es Dir denn? Und wie kommst Du denn plötzlich hierher? Und wo ist Dein Frauchen oder Dein Herrchen? … Ja, ist ja gut. Ich kümmere mich jetzt um Dich. … Jens, kannst Du denn bitte unsere kleine Maus einmal kurz hier festhalten. Dann sehe ich mir die Verletzung an."

Jens band die Leine von Cocker Spanielhündin Minnie, die sich inzwischen daran gewöhnt zu haben schien, dass ihr Frauchen sich im Moment um den anderen Welpen kümmerte, an einem Baum fest und streichelte dann sanft über den Rücken des kleinen Welpen.
„Oh, was hast Du denn hier an Deiner Pfote? Was ist denn das? … Ja, Du armes Mädchen, es geht Dir gleich wieder gut. … Ich werde die Wunde auf jeden Fall erst einmal säubern, dann verbinden wir sie mit einer Binde und anschließend fahren wir mit dem Hund am besten sofort zur Tierärztin. Die kleine Maus hat vielleicht einen Chip unter die Haut verpflanzt bekommen und damit kann man dann die Besitzer raus finden. Manche Züchter lassen bei ihren Welpen so etwas schon vor der Abgabe machen. … Und unsere kleine Prinzessin Minnie bekommt zu ihrer nächsten Impfung auch einen Chip eingesetzt.", wusste Sabine und atmete tief durch, als sie daran dachte, dass schon bald die nächste Impfung ihrer Hündin anstand.
„Bald ist es soweit, dass wir mit unserer Minnie wieder zum Tierarzt gehen müssen. Dann gibt es mal wieder eine kleine Spritze für Dich. Aber Du bist so ein tapferes Mädchen, dass Du die Impfung bestimmt gut aushalten wirst. … Ich glaube an Dich, mein Mädchen.“

Noch einmal bellte Minnie los und sah, als hätte sie die Aussage von Sabine, dass es schon bald wieder zum Tierarzt gehen würde, verstanden, nervös hechelnd zu ihrem Frauchen, die behutsam über das Fell des Bernhardinerwelpen streichelte und sich dann noch einmal ihrer Hündin zuwandte: „Das ist doch… Das ist ja wirklich ein ganz lieber und artiger Hund, meine Kleine, hm? Da können wir uns ohne Probleme das verletzte Pfötchen noch einmal ganz genau anschauen. … Na… Na, Du kleine Maus. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben; ich schau mir nur noch einmal genauer Deine Pfote an. Zeig doch einmal her, was Du hier gemacht hast… Vielleicht kann ich Dir jetzt schon helfen.“, atmete Sabine tief durch und hob die linke Vorderpfote der Hündin hoch, was dem Bernhardiner allerdings gar nicht so besonders zu gefallen schien.
Nervös hechelte der Welpe und fiepte, als Sabine die Pfote etwas zu weit zu sich zog, lautstark los, was die Ärztin dazu brachte, ihren Lebensgefährten in die Angelegenheit hineinzuziehen.
„Das arme Hundebaby hat sich scheinbar hier beim Warten auf ihr Frauchen oder ihr Herrchen an ihrer Pfote verletzt. Da steckt ein kleiner Nagel drin… Minnie, mein kleiner Schatz. Sitz…“, wies die Ärztin ihre eigene Hündin an und artig setzte sich der Cocker Spaniel auf dem Weg hin, während Sabine die Leine des Bernhardiners in die Hand von Jens drückte.

„Ich denke, wenn Du die kleine Maus hier ein bisschen festhalten würdest, dann kann ich mir die verletzte Pfote der Kleinen noch einmal genauer anschauen und versuchen, den Nagel aus der Pfote zu ziehen. Ich glaube, im Moment hat sie noch ein bisschen Angst vor mir… und besonders auch vor der Behandlung. … Zwar bist Du ein ganz ganz tapferes Hundebaby… Ich schaue mir… Ich schaue mir aber jetzt hier einmal kurz Dein Pfötchen an. Und das könnte Dir weh tun. … Aber ich helfe Dir ganz schnell, damit Du wieder gesund wirst.“, seufzte Sabine und streichelte kurz, als sie eine Pinzette aus ihrer Beckentasche herauszog, über das Fell der Hündin. „Das wird Dir jetzt wahrscheinlich ein bisschen weh tun. Aber ich werde Dir helfen, damit Dir das Pfötchen nicht mehr weh tut. … Du musst jetzt ein bisschen tapferer sein. Aber zusammen schaffen wir das. … Du bist ja auch schon ein ganz toller und artiger Hund, kleine Maus.“
„Wahrscheinlich… Wahrscheinlich merkt die kleine Maus sowieso schon, dass Du es eigentlich nur gut mit ihr meinst…“, vermutete Jens, als Sabine auffiel, dass der Hund an seinem Halsband einen Zettel trug.
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