Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

1500 in der Nacht -Die Geschichte eines Zauberers der aus der Dunkelheit kam und sein Herz im Licht fand

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Mix
Albus Dumbledore Marlene McKinnon OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Severus Snape
26.11.2022
05.02.2023
33
48.667
11
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.01.2023 1.500
 
Weihnachten 1983


Marlene schaute aus dem Fenster der Apotheke auf die Straße, es hatte bereits vor Stunden zu dämmern begonnen und nun war es draußen auf der Straße bereits stockdunkel.
Sie öffnete die alte Ladenkasse und holte die Einnahmen für diesen Tag heraus.
Marlene betrieb ihre Apotheke bereits seit einem Jahr und hatte mittlerweile schon einen großen Kundenstamm. Gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten, lief ihre Apotheke sehr gut. Viele ihrer jüngeren Kunden kauften Liebestränke, Gripsschäfungstränke oder auch den Glückstrank Felix Felicis, um ihn zu Weihnachten zu verschenken.
Die älteren Kunden entschieden sich meist für einen Stärkungstrank oder auch Tränke gegen Furunkel. Viele kauften auch Beruhigungs- und Schlaftränke, um das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Verwandtschaft einigermaßen Stressfrei zu überstehen.
Darüber musste sich Marlene allerdings keine Sorgen machen.
Severus und sie würden das Weihnachtsfest, wie auch schon das Jahr zuvor, alleine in ihrem Haus verbringen.
Am zweiten Weihnachtstag würde Poppy sie besuchen kommen. Severus hatte ihnen einen leckeren Truthahn versprochen. Marlene schmunzelte bei dem Gedanken daran. Sie wusste, dass Severus beim Kochen genauso akribisch und genau war, wie in seinem Labor, also würde es sicher interessant werden.
Marlene seufzte, manchmal fühlte sie sich etwas einsam.
Doch sie wusste, warum sie sich ihren alten Freunden nicht zeigen durfte. Viele waren es eh nicht mehr und an die anderen hatte sie keinerlei Erinnerung.  
Sie nahm ihren roten Wintermantel vom Haken und zog ihn an. Dann löschte sie das Licht in den hinteren Räumen und ging zur Ladentür. Marlene starrte auf ihr eigenes Spiegelbild, das ihr von der Tür entgegenblickte. Sie erschrak immer noch leicht, wenn sie sich selbst im Spiegel sah.
Severus hatte darauf bestanden, dass sie ihr Aussehen veränderte, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs war. Am Anfang hatte sie sich ihre Haar- und Augenfarbe magisch verändert. Doch dann hatte sie vor einigen Wochen eine Kundin getroffen, die sie fast nicht erkannt hatte, weil sie total verändert aussah. Überrascht hatte Marlene sie gefragt, wie sie das gemacht hatte. Die Frau hatte gelächelt und ihr erzählt, dass ein Friseur hier in der Stadt ihr die Haare geschnitten und gefärbt hatte.

Eine Woche später war Marlene auch bei diesem Friseur gewesen. Ihre Haare waren nun tiefschwarz gefärbt und der Mann hatte ihr gezeigt, wie sie ihre krausen Haare selbst glätten konnte.
Severus hatte sie, damals sprachlos angestarrt. „Gefällt es dir nicht?“ hatte sie ihn zögerlich gefragt.
Er hatte geschluckt und geantwortet. „Doch mein Herz, aber ich dachte gerade kurz meine Mutter würde in unserem Wohnzimmer stehen!“
Marlene hatte ihn überrascht angesehen und gefragt, ob sie es wieder ändern sollte. Doch Severus hatte sich schnell an die Veränderung gewöhnt und Marlene gab sie die Möglichkeit sich freier und ungezwungener zu bewegen.

Sie zog die langen, glatten Haare aus ihrem Mantelkragen und warf sie nach hinten.
Als sie erneut zur Tür blickte, erschrak sie.
Ein Mann stand dort im Dunkeln vor der Tür und schaute zu ihr.
Marlene konnte sich nicht bewegen.
Sie war wie erstarrt.
Was wollte dieser Mann so spät noch vor ihrem Laden, und warum sah er sie so an.
Sie ließ ihren Zauberstab langsam vom Ärmelinneren in ihre Hand gleiten und machte einen Schritt von der Tür zurück.
Sie wollte kein Aufsehen erregen, doch dieser Mann machte ihr angst.
Er sah heruntergekommen aus, doch seine Augen wirkten aufgeweckt und wach. Es sah aus als ob er schmerzen hätte, als er langsam die beiden Treppenstufen zur Tür hochging.
Er streckte seine Hand aus und drückte die Türklinke runter. Langsam trat er durch die nun offene Tür, die Glocke über der Tür ließ ein Läuten hören und Marlene beobachtete den Fremden mit angehaltener Luft.

„Tut mir Leid, dass ich Sie so spät noch störe Miss.“ Er seufzte. „Es war nicht meine Absicht Sie zu erschrecken. Sind Sie die Besitzerin dieser Apotheke?“ Er sah sie abwartend an.

Marlene nickte, sie holte tief Luft und streckte den Rücken durch. Innerlich machte sie sich bereit in der nächsten Sekunde einen Schockzauber auf den Fremden zu wirken.

„Ja, ich bin Eileen Prince, mir gehört diese Apotheke. Was wollen Sie von mir?“

Der Fremde trat einen Schritt näher und räusperte sich.
„Wenn ich Ihnen nun sage, dass ich einen ganz speziellen Trank für jemanden mit Lykanthrophie benötige, wissen Sie was ich meine und rufen nicht die Auroren?“

Marlene sah ihn verwundert an. „Erstens warum sollte ich die Auroren rufen, Sie haben mir ja nichts getan, zumindest bis jetzt nicht. Und zweitens, Ihnen ist schon klar, dass bereits morgen Vollmond ist? Dieser Trank würde Ihnen also nichts mehr nützen!“

Der Fremde seufzte, „Sicher Miss Prince, ich habe den Trank bereits 5 Tage lang genommen, nur leider ist die Flasche durch... durch ein Missgeschick zerbrochen und ich benötige einen neuen für heute und morgen!“

Marlene betrachtete den Fremden immer noch skeptisch. Sie konnte eine Platzwunde über seinem Auge erkennen und sein Jackenärmel hatte einen Riss. Außerdem waren seinen Knöchel an den Fingern aufgeplatzt.

„Ich nehme an dieses Missgeschick ist bei einem Kampf passiert? Da hatte wohl jemand etwas gegen Werwölfe!“

-„Ich kenne kaum einen Menschen, der nichts gegen uns hat!“

Marlene hob eine Augenbraue und blickte den Werwolf nachdenklich an.
„Ich habe nichts gegen Werwölfe, die meisten sind ja nicht freiwillig zu einem geworden. Aber so gerne ich Ihnen helfen wollen  würde, ich habe keinen Wolfsbanntrank vorrätig. Ich stelle ihn nur auf Bestellung her, er ist sehr teuer und die meisten Zauberer, die an Lykanthrophie leiden, können ihn sich nicht leisten…“

Der Zauberer stöhnte, „10 Galeonen, ich weiß! Wie lange würde es dauern, wenn Sie sofort mit der Herstellung beginnen?“

Marlene sah ihn überrascht an. „Mindestens zwei Stunden, und das auch nur, weil ich die meisten Zutaten schon vorbereitet habe. Das Dilys Derwent-Hospital hat einige Flaschen bei mir in Auftrag gegeben.“

Der Mann sah Marlene flehend an. „Ich muss den Trank innerhalb der nächsten 2-3 Stunden trinken. Wären Sie so gütig und würden für mich länger Arbeiten und den Trank herstellen, Miss?“

Marlene war hin und her gerissen. Sie wollte dem jungen Mann helfen. Sie hatte ihn eingehend beobachtet und er schien nicht älter als 25 Jahre, also hatte er wohl ihr Alter, doch er wirkte abgekämpft und müde.

„Was ist mit der Bezahlung? Können Sie sich den Trank überhaupt leisten! 10 Galeonen sind übrigens Wucher, Sie sollten den Trank von keinem kaufen, der 10 Galeonen verlangt und die Tränke auf dem Schwarzmarkt sind von so schlechter Qualität, dass es ein Wunder ist, dass diejenigen, die sie trinken nicht tot umfallen! Ich verkaufe meine Tränke für 5 Galeonen, haben Sie die oder nicht?“

Der Zauberer sah sie zerknirscht an. Er wühlte in seiner Hosentasche und holte eine Hand voll Münzen hervor. Seine Wangen färbten sich rot, als er zu zählen begann.
„32 Sickel und 58, nein 59 Knuts!“ sagte er zögerlich und hielt ihr die Hand hin.

Marlene seufzte, „Das sind gerade einmal 2 Galeonen…“

Weiter kam sie nicht, weil sie aus dem Hinterzimmer ein leises plopp hörte.
Sie sah zu dem Zauberer und dann zum Hinterzimmer.
„Das wird mein… mein Mann sein, er macht sich sicher Sorgen, wo ich bleibe! Geben Sie mir Ihren Zauberstab und rühren Sie sich nicht von der Stelle, ich sagen ihm nur schnell bescheid, dass ich noch einen eiligen Auftrag rein bekommen haben!“

Ohne zu zögern reichte der Zauberer ihr seinen Zauberstab und Marlene verschwand nach hinten.
Es war Mosley, der sich um seine Herrin gesorgt hatte. Er blieb zur Sicherheit im Verborgenen da.
Marlene kehrte zu dem Fremden zurück und zog ihren Mantel aus. Sie nahm den Zauberstab des Fremden und steckte sich damit ihre Haare zu einem Knoten hoch.

„Sie bekommen Ihren Zauberstab später zurück, jetzt brauchen Sie ihn erstmal nicht. Haben Sie Erfahrung mit dem brauen von Tränken? Sind Sie auf eine Schule gegangen?“

-„Tatsächlich hatte ich das große Glück in Hogwarts zur Schule gehen zu dürfen!“

Marlenes Herz blieb fast stehen - Hogwarts! Kannte dieser junge Mann sie vielleicht? Würde er sie womöglich erkennen?

-„Wo sind Sie zur Schule gegangen, Miss? In Hogwarts auf jeden Fall nicht, an so eine hübsche Hexe hätte ich mich ganz sicher erinnert!“  

Marlene atmete auf, „Im Ausland, so wollen wir jetzt mit dem brauen anfangen, die Zeit für Sie läuft schließlich.“

Marlene und der Fremde begannen damit den Zaubertrank zu brauen.
Während der Arbeit erzählte ihr der Werwolf einiges von sich, welche Träume er damals hatte und von seiner Zeit in Hogwarts. Marlene genoss es den Geschichten des Fremden zuzuhören.
Sie stellte sich vor, sie wäre gemeinsam mit ihm dort gewesen und vielleicht war sie es ja auch.
Der Trank war fertig und der Zauberer starrte sie nun schon eine Weile gedankenverloren an, während sie den Trank abfüllte.

„Dankeschön, ich kenne nicht viele Menschen, die so freundlich zu einem Werwolf sind, wie Sie!“

Marlene lachte auf, „Mal sehen, ob Sie mich immer noch so nett finden, wenn Sie Ihre Schulden bei mir abarbeiteten. Ich erwarte Sie morgen um 8 Uhr hier in der Apotheke.“

Er lächelte und reichte ihr die Hand, „Sehr gerne, mein Name ist übrigens Remus Lupin!“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast