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Von negativen Gedanken umzingelt

von Kia Sturm
Kurzbeschreibung
OneshotAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
24.11.2022
24.11.2022
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802
 
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24.11.2022 802
 
"Depressionen.
Komisch, dass sowas einen Menschen komplett aus der Bahn werfen kann oder?
Nur ein kleiner Gedanke kann so groß werden, dass man wie in einen Strudel gezogen wird. Man vergisst alles, was einen mal glücklich gemacht hat und man springt nur noch von negativen Gedanken zu negativen Gedanken.
Innerer Schmerzen, die irgendwann in einer gefühlslosen Hülle landen, lassen sich so gut wie gar nicht abstellen. Irgendwann nach Minuten, Stunden, Tagen kommt dann das Nichts. Oder das Ende. Aber das Ende zeigt nur an, dass bald der nächste Sturm losgeht. Diese Angst davor wird dann ein ständiger böser Schatten sein, der überall mit hingeht, wo man selbst ist. Man kann ihn nicht abschütteln oder verdrängen. Und auch wenn mal die Sonne scheint, so bleibt dieser Schatten doch immer noch da. Vielleicht ganz klein oder versteckt, aber er ist noch da.
Ja, da können auch keine lieb gemeinten Worte mehr helfen. "Alles wird wieder gut", "Ich liebe dich, so wie du bist" oder "ich bin für dich da". Am Ende wird einem dann doch bewusst, dass man auf sich alleine gestellt ist.
Man muss das Problem selbst lösen, denn Weg finden, der einen da raus helfen kann.
Natürlich kann man Unterstützung dabei bekommen. Therapie, die Familie oder Freunde,Klinik oder Medikamente können natürlich unterstützen. Aber sie können nur das und nicht mehr. Sie können die Depression nicht wegzaubern oder sofort behandeln.
Manches braucht seine Zeit.
Oh man, wie dieser Spruch nervt oder?
Aber es stimmt leider irgendwie. Kleine Schritte führen zum Ziel. Manchmal biegt man auch mal falsch ab oder verläuft sich, aber man kann zurückgehen und einen neuen Pfad ausprobieren. Und das braucht Zeit.
Eine Depression ist etwas, wovor niemand sicher ist und welches einem das Leben kaputt machen kann oder im schlimmsten Fall sogar das Leben beenden kann.
Vielleicht sollten wir versuchen uns keine Schuld daran zu geben. Manche Ängste und Sorgen haben sich so in die Persönlichkeit eines Menschen verhäddert, dass es eine lange Zeit und viel Geduld braucht, um diese zu lösen und zu überwinden.
Und auch wenn diese Worte vielleicht unangebracht sind, sollte man sich vielleicht auch mal fragen, ob man auch Angst davor hat, die Depression zu verlieren. Denn dann wird von einem viel mehr erwartet oder verlangt.  
Ich meine damit nicht, dass man es bewusst macht.
Meistens passiert das unbewusst. Man merkt nicht, dass man so der eigenen Heilung im Weg steht.
Das muss natürlich nicht immer der Fall sein.
Ich möchte damit nur sagen, dass man versuchen sollte, seine Gefühle und damit die Depression besser zu verstehen. Denn man wird erst Dinge bemerken, wenn man sie kennt und versteht.
Ein Beispiel hilft vielleicht meinen Gedanken eine Form zu geben.
Bevor man den Führerschein macht, hat man als Kind wahrscheinlich eher selten auf die Schilder geachtet. Natürlich weiß man, das sie da sind, aber das Verständnis dafür fehlt noch. In der Fahrschule lernt man dann diese Regeln und wie wichtig sie sind. Plötzlich achtet man als Beifahrer auf alles. "Mama/Papa, hier ist 30er Zone. Du fährst zu schnell". Viele kennen das wahrscheinlich oder?
Sich bewusst werden, worum es geht, das ist die Idee, die vielleicht ein hilfreicher Weg sein könnte.
Ich möchte nur Menschen mit einer Depression ermutigen. Denn jedes Thema und jedes Problem ist wichtig. Und nur weil es anderen vielleicht schlechter als dir geht, heißt das nicht, dass du nicht genauso wichtig bist.
Und das ist vielleicht ein guter Zeitpunkt für das Ende.
Nur noch ein paar Sätze, versprochen.
Ich möchte noch sagen, dass Sie das nicht alleine schaffen müssen. Sie sind wichtig und richtig. Und ja, ich weiß, dass ich eben gesagt habe, dass solche Worte meistens nicht helfen, aber es tut glaube trotzdem gut, es mal zu hören. Sie sind nicht alleine. Hilfe zu suchen ist ein guter Start und für ein schönes Leben können Sie etwas tun. Und wenn Sie es gar nicht versuchen, können Sie gar nicht gewinnen oder?
Jedes Leben, egal wie Alt, welcher Stand oder welche Kultur, ist ein wunderschöner Weg, denn man nur erkennen kann, wenn man darauf achtet.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag"

Und damit endete der Vortrag von Prof. Dr. .... mhm, wie genau sie heißt, dass weiß die Studentin in der ersten Reihe leider nicht. Die Dozentin ist noch neu an der Uni und gibt bis jetzt nur einen Kurs. Heute war die erste Sitzung. Schnell packen alle Studenten ihre Sachen ein und verlassen den Hörsaal. Die Dozentin bleibt zurück, macht den Beamer aus und packt ihren Laptop in ihre Aktentasche. Beim verlassen des Raumes achtet sie darauf, dass das Licht aus ist. Jetzt ist der große Hörsaal völlig leer. Nur das Licht einer einzelnen Straßenlaterne erhellt etwas den größtenteils dunkeln große Saal.
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