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Fallen Stars

Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Clarke Griffin Dr. Abigail "Abby" Griffin Lexa Marcus Kane Octavia Blake Raven Reyes
24.11.2022
23.01.2023
4
10.538
5
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.12.2022 2.808
 
Heyho,

Da bin ich mal wieder mit einem neuen Kapitel zur Fortsetzung von Rising Stars. Hoffentlich war der Einstieg nicht zu slow xD

Wie dem auch sei viel Spaß beim 2ten Kapitel und vllt liest man sich ja in den Reviews, würde mich freuen :D

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2.Kapitel



Jeder Tag wurde schwerer. Clarke’s Kopf war voll mit Gedanken, sie malte sich Szenen aus, auf welche schreckliche Art und Weise Lexa gestorben sein musste, wie sich dieser Albtraum wohl für hatte anfühlen müssen. Immer wieder begann die blonde Frau, mitten aus dem nichts heraus, zu weinen. Sie konnte nicht unter Menschen gehen, stieß ihre Freunde von sich weg und ließ selbst ihre Mutter nicht mehr an sich heran. Clarke verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer. Anya war ausgezogen, da ihr eigenes Zimmer fertiggestellt wurde und nun war die Blonde noch mehr allein.

Alles fühlte sich für sie an als wäre sie in einem Traum gefangen, der nicht enden wollte.

Tage und Wochen vergingen, doch ging es Clarke nicht besser. Raven hatte mittlerweile begonnen als Ingenieurin/ Mechanikerin auf der Mecha Station zu arbeiten genauso wie Lincoln und Anya. Jeder sollte eine Arbeit zugeteilt bekommen, jedoch hatte Marcus davon abgesehen Clarke in die Mechanik zu schicken, da ihr mentaler Zustand dies nicht erlaube. Sie war in Behandlung bei einer sogenannten „Therapeutin“, doch weigerte sich die Blonde auch nur eine einzige Sitzung wahrzunehmen. Man solle sie doch einfach ein wenig trauern lassen, sagte sie immer und immer wieder.

Konnte man Clarke jedoch einfach so trauern lassen? Immerhin zog sie sich zusehends immer mehr von allem zurück. Lincoln war der einzige, der ab und an noch ein Wort aus seiner ehemals so gesprächigen Freundin herausbekam, sonst schottete sie sich vor allem und jedem ab.



Clarke saß allein an ihrem Tisch und starrte das fade Essen an, welches sie allesamt jeden Tag serviert bekamen. Es war nur das nötigste um sie am Leben zu halten und einigermaßen zu sättigen, damit alle auch fit für die Arbeit waren. Die blonde Frau stocherte gedankenverloren in dem Frass herum, bemerkte nicht, dass sich Raven und Lincoln zu ihr setzten.

„Hey Clarkie“, kam es leise von der Latina, die ihre beste Freundin nicht wiedererkannte. Der Verlust von Lexa nahm Clarke viel mehr mit als alles was Raven und sie jemals zusammen hatten durchmachen müssen.

Die Blonde sah Raven an. Ihre blauen Augen schienen leer - nichts sagend.

„Du musst etwas essen, sonst fällst du uns noch um“, schaltete sich Lincoln ein, der besorgt auf Clarke herabschaute. Der junge Mann konnte ihre Reaktion zur jetzigen Situation absolut verstehen und nachvollziehen.. immerhin war Lexa immer eine seiner besten Freunde gewesen und so mussten auch alle anderen damit klarkommen, dass sie als einzige der Gruppe nicht mit hergekommen war.

„Sag mir nicht was ich tun soll. Ich weiß schon was ich mache“, entgegnete Clarke ihm ausdruckslos und öffnete die metallene Flasche, die auf dem Tisch stand, um einen großen Schluck zu nehmen. Sie verzog ihr Gesicht als sie die brennende Flüssigkeit hinunterschluckte und erntete entsetzte Blicke von ihren beiden Freunden.

„Clarke.. was ist da drin?“, fragte Lincoln leise, während Clarke die Augen verdrehte und mit den Schultern zuckte: „Nichts was dich zu kümmern hätte“

Raven sprang plötzlich auf und schnappte sich die Flasche aus Clarke’s Hand um einmal daran zu schnuppern. Kaum hatte die Latina ihre Nase auch nur in die Nähe der Öffnung gebracht, zuckte sie schlagartig zurück und begann angeekelt zu würgen.

Bevor Lincoln die Flasche in die Hände bekam, stand Clarke auf und holte sich zurück was ihr gehörte.

„Hab doch gesagt, dass es euch nichts angeht und jetzt lasst mich einfach in Ruhe. Ich komm schon klar“, nuschelte die Blonde, bevor sie einen weiteren Schluck nahm und leicht taumelnd in einem der Gänge verschwand.

„Keine Ahnung was das war, aber gesund sicherlich nicht!“, empörte sich Raven, die in ihrem geteilten Zimmer auf und ab wanderte, die Hände in ihre Seite stützte und seufzte. Octavia hatte ihr die ganze Zeit aufmerksam zugehört. Die junge Soldatin machte sich, genau wie alle anderen, große Sorgen im Clarke’s Gesundheit.

„Ich hab gehört, dass einige hier illegal sowas wie Likör machen.. der soll stärker sein als alles, was wir von der Erden noch kennen“, die Brünette stoppte und sah angewidert zu Boden.

„Das kann doch aber beim besten Willen nicht ihr einziger Ausweg sein.. wir haben Lexa doch alle verloren“, erwiderte Raven und sah aus dem runden Fenster, welches direkten Blick auf die vor Radioaktivität triefenden Erde gewährte.

Octavia stand auf und lief langsam zu ihrer Freundin, um sie zärtlich von hinten zu umarmen. Raven entspannte merklich und schloss für einen Moment die Augen.

„Wir haben nicht den Menschen verloren, den wir am meisten lieben. Du und ich sind zusammen.. denk doch mal daran, was Clarke und Lexa alles miteinander durchgemacht haben, obwohl sie kaum länger als wir zusammen sind. Ich kann sie schon verstehen.. glaube ich hätte die selbe Reaktion, wenn du nicht hier wärst“, sprach Octavia ruhig. Ihre Stimme klang leise nach in Raven’s Ohr und die junge Latina begann darüber nachzudenken.

Sicher.

Sie alle hatten Lexa auf die eine oder andere weise gemocht, jedoch hatte Clarke die brünette Frau schon mehr als einmal gehen lassen müssen und dieses Mal war mit Abstand das schlimmste mal.

Raven drehte sich in Octavia’s Armen herum, sodass sie dieser in die bläulichen Augen sehen konnte. Sie strich ihr eine runterhängende Strähne hinters Ohr und gab der jungen Soldatin einen langen Kuss, bevor die Ingenieurin meinte: „Ich hoffe wir bekommen unsere Clarke irgendwann wieder zurück..“

Diese saß auf ihrem Bett, lehnte mit dem Rücken an der Metallwand. Sie sah aus dem Fenster, starrte immer und immer wieder die Erde an, als ob sich irgendwas verändern würde, wenn sie das tat.

Die Blonde spielte mit dem kleinen Gummiband herum, was sie seit neustem ums Handgelenk trug. Clarke hatte ihn irgendwo gefunden und ließ seitdem nicht mehr von ihm ab. Ihre Gedanken begannen gerade wieder verrückt zu spielen – ließen ihre Emotionen komplett überkochen. Je länger die 21-jährige hier saß und aus dem Fenster starrte, desto schlimmer wurde es. Sie fing an das Gummiband gegen ihr Handgelenk zu schnippen, solange bis es anfing zu schmerzen und einen roten Streifen hinterließ.

Die Schmerzen halfen dabei, ihre Tränen zu unterdrücken, wann immer sie sich wagte an Lexa zu denken. Irgendwie wollte Clarke vergessen, einfach alles loswerden und nie wieder an sie denken.. doch trug sie Lexa’s Nachnamen und auch einen schimmernden Ehering, der sie tagtäglich an die schöne Brünette erinnerte, mit der sie in nur einem Jahr so viel gemeinsam durchgemacht hatte. Clarke wollte so gerne glauben, dass sie noch am Leben war und dass sie irgendwie wieder zusammenfinden würden, doch war das überhaupt möglich?



Erneut verstrichen Wochen – Monate – und es wurde immer deutlicher, dass Clarke in ein Loch gefallen war, aus dem sie von allein nicht wieder herauskommen würde. Der Alkohol schien Raven’s Platz als ihr bester Freund einzunehmen, denn Clarke stieß die junge Ingenieurin nur noch von sich weg. Sie wollte keinen mehr sehen, mit keinem mehr reden, hatte tägliche emotionale Zusammenbrüche, demolierte ständig irgendwas im Suff oder hatte Wutausbrüche. Die Sorge ihrer Freunde wuchs mit jedem Tag und so begannen Raven und Octavia nach irgend einem Ausweg zu suchen, um Clarke das Leben ohne Lexa etwas leichter zu machen.

Vor einigen Tagen hatte Raven bei einem Einsatz außerhalb der Ark etwas seltsames mitbekommen. Anscheinend war ein sogenanntes Dropship gestartet und zur Erde geflogen. Das kleine Ding sag aus wie eine Rettungskapsel und war kaum groß genug für mehr als eine Person. Wen hatten sie da runter geschickt und wer wäre überhaupt dumm genug in die verseuchte Atmosphäre der Erde einzutreten?

Raven kam durch die Luftschleuse wieder ins Schiff und zog ihren Raumanzug aus. Sie sah auf die Uhr und bemerkte, dass tatsächlich bald Feierabend war. So schnell sie konnte packte sie sich wieder in ihre Arbeitssachen, um mit ihrem Boss Sinclair zu sprechen. Die junge Ingenieurin wollte unbedingt wissen, was in dieser Kapsel war.

Raven sprintete zum Headquarter der Mecha Station und fand ihren Vorgesetzten an seinem Computer, den er gerade abschaltete.

„Hey Sir, ein Wort?“, fragte Raven, total außer Puste. Der Mann mit dem leicht ergrauten, lockigen Haar nickte und sah seine jüngere gegenüber freundlich an. Er zeigte auf den Stuhl am anderen Ende seines Tisches und deutete Raven, dass sie sich setzten solle. Ohne nachzudenken tat die Latina genau das und versuchte zu Atem zu kommen.

„Ich hoffe der Einsatz draußen lief gut?“, antwortete Sinclair mit einer Gegenfrage, woraufhin Raven enthusiastisch nickte: „Oh ja, Sir! Er war ein voller Erfolg.. hab alles angeschlossen bekommen“

Sie schluckte und sprach weiter: „Allerdings ist mir etwas komisches aufgefallen… Ich habe eine Art Rettungskapsel zur Erde fliegen sehen. Können sie mir vielleicht sagen, was das war?“

Sinclairs Gesicht veränderte sich. Er hatte Raven die ganze Zeit aufmerksam zugehört und alles in sich aufgenommen, mit dieser mehr als offenen Frage schien er jedoch nicht gerechnet zu haben. Seine Augen spiegelten Überraschung und einen Hauch des Entsetzen wider, was der jungen Frau nicht entging.

„Ach das.. Ja ehm..“, stotterte Sinclair. Er fuhr sich nervös durch die Haare und schluckte schwer, „das war nichts, nur ein Bot, der die Ehm.. Atmosphäre testen soll“

Sinclair schien vollkommen von der Rolle zu sein, was Raven stutzig werden ließ. Die junge Ingenieurin entschloss sich jedoch nicht weiter nachzubohren und wünschte ihrem Vorgesetzten stattdessen einen schönen Feierabend.

Auf dem Weg zurück in die Station, in der sie schlief lief ihr Octavia über den Weg, welche Raven ohne ein Wort schroff am Arm packte und in die dunkle Ecke eines anderen Ganges zog.

„Autsch, was soll das denn?“, fauchte Raven und hielt sich ihren Arm, auf dem die andere Frau einen Handabdruck hinterlassen hatte. „Mach leise! Ich hab was gesehen und das beunruhigt mich..“, antwortete Octavia scharf, bevor sie sich umsah, in der Hoffnung keiner würde sie bemerken. Immer wieder liefen Menschen an ihnen vorbei, doch diese schienen beide Frauen zu ignorieren oder nicht wahrzunehmen.

„Warte.. du hast das Dropship auch gesehen?!“, fragte Raven aufgeregt, den Schmerz an ihrem Arm hatte die junge Frau offenbar komplett vergessen. Ihre Frage ließ ein Fragezeichen auf dem Gesicht ihrer Freundin auftauchen, was Octavia’s Gegenfrage überflüssig machte.

„Nein… hab ich nicht… wobei das auch komisch ist. Ich dachte wir fliegen erst in frühestens 100 Jahren wieder da runter?“, überlegte Octavia laut und Schütte damit auch Raven’s Verwirrung.

„Wenn du das nicht gemeint hast, was ist es dann, was dich beunruhigt? Geht es um Clarke?“

Die junge Soldatin winkte ab und meinte nur: „Quatsch. Clarke’s Verhalten beunruhigt mich schon seit Wochen, dazu kann man nichts neues sagen“, sie holte tief Luft und sprach weiter: „Dr. Griffin, Präsident Kane, Jaha und auch dein Boss treffen sich regelmäßig in einem komplett abgesicherten Bereich, zu dem keiner außer ihnen Zugang zu haben scheint.. zumindest meine Schlüsselkarte funktioniert dort nicht und du weißt, dass ich fast überall Zugang habe…“

„Sinclair? Das würde auf seine komische Reaktion auf meine Frage dem Dropship gegenüber, eine Antwort geben..“, begann auch Raven zu überlegen.

Es sollte ein deutliches Signal sein, dass Octavia’s Schlüsselkarte nicht an der Tür funktionierte , denn die Wachen hatten überall Zugang, außer zum Zimmer der Obrigkeiten..

„Kannst du mir zeigen wo sie hingehen? Ich will mir das etwas genauer anschauen“, sagte Raven mit einem funkeln in den Augen. Octavia nickte zustimmend und führte ihre Freundin an der Hand in eine der vielen anderen Stationen der Ark.



Clarke saß wieder einmal vor dem kleinen Runden Fenster in ihrem Zimmer und starrte die Erde an. Kaum zu glauben, dass eine Fehlfunktion alles zerstört haben sollte.. die blonde Frau wollte gar nicht genau darüber nachdenken, doch fragte sie sich immer und immer wieder, wie diese riesige Raumstation in nur ein paar Stunden dafür bereit war, Tausende von Menschen aus verschiedenen Ländern aufzunehmen. Es musste Monate, wenn nicht sogar Jahre gedauert haben, um diese zu errichten und hier oben herrschte bei Clarke’s Ankunft kein sichtliches Chaos, wie man es vielleicht erwartet hätte..

Irgendwie vermutete sie einen Haken, doch griff Clarke in letzter Zeit lieber zur Flasche anstatt sich darüber Gedanken zu machen was hier wirklich los war.

So auch jetzt. Zum tausendsten Mal hatte sie sich heute schon neuen Alkohol geholt und ihren Flachmann damit gefüllt. Ihre Gedanken verschwammen immer mehr, je mehr sie von dem ekelhaften Zeug trank und genau das war ihr Ziel..

Im Suff hatte Clarke einen Weg gefunden in einer Art Traumwelt zu leben. Sie stellte sich vor mit Lexa hier zu sein und auf die Erde zu blicken, vielleicht sogar mit ihr darüber zu lachen, was für eine absurde Situation das gerade war. Unaufhörlich schnippte die junge Frau das Gummiband an ihrem Handgelenk, bis es die Haut darunter fast zerstört hatte. Immer öfter passierte dies in letzter Zeit und Clarke war aufgefallen, dass ihr Blut eine ungewöhnliche Farbe angenommen hatte.

Es war schwarz. So schwarz wie die Nacht.

Die Blonde schien sich in ihrem betrunkenen Zustand kaum etwas aus dieser, doch großen Veränderung zu machen, hatte es also auch noch keinem erzählt.. kein Wunder. Sie sprach auch kaum noch ein Wort mit den anderen – vermied es in deren traurige oder sorgenvolle Gesichter zu blicken.

Viele ihrer Freunde schienen schon über diesen Albtraum hinwegzusehen. Anya vergrub sich in Arbeit, während Nyko fast den ganzen Tag hinter einem Computerprogramm saß. Vielleicht war das deren Weg um die Trauer zu bewältigen.. doch Clarke war in ein tiefes Loch gefallen, aus dem sie allein wohl nicht mehr herausfinden konnte.

Der Verlust ihrer frisch angetrauten Ehefrau hatte ihr den Boden unter den Füßen weggerissen und die 21-jährige versuchte ihre Trauer so gut es ging zu ertränken. Etwas anderes fiel ihr hier oben auch nicht ein, keine Arbeit der Welt würde sie so sehr beschäftigt halten, dass sie Lexa auch nur für ein paar Minuten hätte vergessen können. Lincoln trieb Sport um einen klaren Kopf zu bewahren, was er Clarke ebenfalls wärmstens ans Herz gelegt hatte, doch auch das würde scheitern, dachte die blonde Frau bei sich.

Kein Ausweg schien so gut wie der Alkohol, auch wenn Clarke wusste, dass nur schlechtes aus solch einer Sache werden konnte. Vielleicht würde sie doch den Sport versuchen.. vielleicht.



Raven und Octavia huschten durch die Gänge um keine allzu große Aufmerksamkeit zu erregen. Es sollte ja schließlich keiner wissen, dass sie einen womöglich versteckten Raum entdeckt hatten.

„Dort hinten ist die Tür.. vielleicht ist es auch so eine Art Beratungsraum für Ingenieurtechnik.. davon wird doch immer noch sehr viel gebraucht hier oben“, versuchte Octavia eine Erklärung für die Tür am Ende des dunklen Ganges zu finden.

Raven zog ihre Freundin voran und blieb kurz vor dem Scanner für die Schlüsselkarten stehen.

„Wenn es so ist, dann sollte wohl wenigstens ich Zugang haben…“, flüsterte die Latina leise. Mit leicht zitternden Händen führte sie ihre Karte an den Scanner und ein rotes Licht erschien: Keine Berechtigung“

Bevor irgendeine der beiden etwas sagen konnte hörte Octavia Fußstapfen und drängte Raven eilig hinter die nächste Wand, um nicht gesehen zu werden. Sie presste ihre Hand auf die Lippen der Latina um sie ruhig zu halten.

Um die Ecke kam Jaha. Der Vizepräsident sah entspannt und ausgeglichen aus, so als ob er gerade gute Nachrichten erhalten hätte. Als er weit genug von den beiden Frauen weg war ließ Octavia Raven los, welche sofort drauf los redete: „Was ist da hinter dieser Tür und warum haben weder du noch ich Zugang dazu? Das macht doch alles keinen Sinn“

Es wurde wieder ruhig. Raven schien nachzudenken und lief vor Octavia auf und ab. Auch die Soldatin dachte darüber nach, was sie hinter dieser Tür finden würden, sollten sie Zugang dazu bekommen. Was konnte bloß so geheim sein?

Raven stoppte plötzlich ihr durch-die-Gegend-gewandere und hob ihren Zeigefinger in die Luft.

Octavia lachte, trotz dem Ernst der Lage und meinte: „Wir sind doch nicht mehr in der Schule, babe. Du musst dich nicht melden, wenn du was weißt“

Auch Raven musste kurz lachen, kam dann jedoch gleich wieder zu ihrem ernsten Gesicht zurück: „Ich denke ich kann herausfinden, wie wir hier reinkommen, ohne die Tür öffnen zu müssen“

„Ach und wie soll das gehen, Madame Oberschlau?“

„Ich arbeite als Ingenieurin und Mechanikerin.. das bedeutet ich habe Zugang zu sämtlichen Blaupausen dieses Schiffes, kann also auch Lüftungskanäle ausmachen, durch die du kriechen kannst“, erwiderte Raven siegessicher und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Erstaunt und etwas empört kam von Octavia: „Ich?“, während sie dabei auf sich zeigte.

„Ja du. Du kriechst schließlich schon beruflich überall hin“, lachte Raven und fiel ihrer Freundin in die Arme. „Ich hasse dich, weißt du das?“, erwiderte Octavia lächelnd und drückte Raven einen langen Kuss auf die Lippen, bevor die beiden Frauen sich wieder voneinander lösten und Raven eilig zurück ins Büro ihres Chefs rannte, um die Baupläne der Ark zu besorgen.
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