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N'Aimless - Das Geheimnis des Splitters

von Jessi Li
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Elben & Elfen
23.11.2022
13.12.2022
8
8.587
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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23.11.2022 880
 
Hallo ihr Lieben, kurz zur Info: Die Geschichte besteht aus 8 kurzen Segmenten, die alle aus einer anderen Sicht (nämlich die der einzelnen Teilnehmer der Elfen-Gruppe) erzählt werden, damit man Einblick in die verschiedenen Gedanken bekommt. Ich bin noch am Überlegen, in welchem Abstand ich die einzelnen Segmente hochladen werde, vielleicht alle zwei Tage, da es ja schon recht kurze Kapitel sein werden. Oder direkt jeden Tag eines? Mal sehen ...
Viel Spaß beim Lesen, ich bin auf eure Gedanken gespannt!

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Erster Splitter

Finnigan Row mochte seinen Job beim Black Whole Military. Die Bezahlung für Elfen wie ihn war gut, er bekam eine Wohnung zur Verfügung gestellt und sein Einsatzgebiet in Mildorf war auch okay. Es war schon immer sein Traum gewesen, in der allbekannten Hauptstadt von Kashara zu arbeiten – und zu leben. Das Schlimmste, was man hier fand, waren Jugendliche, die nachts Unruhe stifteten.
Seine neue Mission brachte seinen ruhigen Alltag komplett durcheinander. General Generalis hatte sich höchstpersönlich bei ihm gemeldet und ihm den Auftrag zugeteilt. Zusammen mit Leutnant Echo sollte er sich auf den Weg zur weit entfernten Hafeninsel Lom machen, um dort zwei Elfen des gläsernen Volkes zu treffen. Doch Leutnant Echo war nie bei ihm angekommen. Jetzt galt es, den Verschwundenen zu finden – und zwar schleunigst. General Generalis duldete keine Verzögerungen.
Finnigans Blick fiel auf den kleinen Spiegel an der Wand, der nur Platz für Gesicht und Schulteransatz bot. Nervöse Augen blitzten ihm entgegen, lange silberne Haare waren zu einem hohen Pferdeschwanz zusammengebunden. Täuschte er sich oder hatte er durch die letzten Jahre in Kashara ein wenig Farbe bekommen? Ginge er jetzt zur Militärstation auf der Bastard zurück, stäche er heraus wie ein Plasmastrahl im schwarzen Himmel.
„Miau!“
Finnigan stöhnte. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Alles sträubte sich in ihm, als er zur Haustür ging. Je näher er der Tür kam, desto lauter wurde das Gejammer und als er sie schließlich einen Spalt aufzog, zwängte sich ein Katzenvieh herein, das aussah wie eine lebende Fellkugel ohne Gesicht. Finnigan strich sich mit der Hand übers Gesicht. Die Tür aufzumachen war immer noch besser, als sich den ganzen Tag dieses Jammern durch das dünne Holz anzuhören.
Gestern war der Kater vor seiner Wohnung aufgetaucht. Seitdem rückte er Finnigan nicht mehr von der Seite und strich ständig an seinen Beinen herum. Überall in der Wohnung fand er helle Katzenhaare! Das merkwürdigste war allerdings die offensichtliche Appetitlosigkeit des Katers. Der Thunfisch, den Finnigan ihm aus heilloser Überforderung hingestellt hatte, war ignoriert worden. Auch der Speck, der vom Frühstück übriggeblieben war, interessierte den Kater nicht. Ein äußerst untypisches Verhalten.
Stattdessen machte er es Finnigan schwer, sich für den Tag fertigzumachen. Beim Anlegen seiner rot-schwarzen Uniform schlüpfte ihm das Tier sogar in ein Hosenbein!
Als Finnigan schließlich die Wohnung verließ, drängte sich der Kater zwischen seinen Beinen hindurch und lief zu Finnigans Auto, das am Straßenrand parkte. Wie ein Hund wartete er darauf, hineingelassen zu werden. Und als Finnigan die Fahrertür öffnete, machte der Kater einen Satz auf den Beifahrersitz und rollte sich darauf zusammen. So schnell würde er ihn wohl nicht loswerden. Mit einem Seufzer startete Finnigan den Motor.

Nach zwei Stunden Fahrt kamen die beiden in einem kleinen Dorf am Rande von Mildorf an. Hier gab es nur ein paar alte Bauernhöfe und jede Menge Felder. Es war kälter als in der Stadt und leichter Frost überzog die abgeernteten Maisfelder.
Finnigan parkte am Rand der Straße und stieg aus. Als die kalte Luft auf sein Gesicht traf, schob er sich das Visier seines Helms automatisch herunter. Einen Moment lang beschlug die Innenseite des Sichtfensters; die interne Mechanik brauchte immer einen Augenblick, um auf plötzliche Temperaturunterschiede zu reagieren. Nach einem leisen Flimmern, das Finnigan in den Ohren brannte, hatte er freie Sicht. Durch die Technik erweiterte sich sein Blickfeld um ein paar Grade. Praktisch wenn man eine Person finden musste.
Dem Kater schien die Kälte nichts auszumachen. Flink lief er immer ein paar Meter vor Finnigan, während dieser die Felder absuchte. Es dauerte nicht lange, da hatte er den Leutnant gefunden. Der Körper des alten Mannes lag reglos da, Frost ließ ihn mit seiner Umgebung verschmelzen. In der Brustplatte seiner Uniform prangte ein etwa faustgroßes Loch, anscheinend von seiner eigenen Plasmapistole, die er noch in der Hand hielt. Spuren eines Kampfes waren keine zu sehen. Es dauerte eine Weile, seine steifgefrorene Uniform zu durchsuchen. Der Plasmaschuss hatte die automatische Wärmemechanik außer Gefecht gesetzt. Die Karte, die er Finnigan hätte überbringen sollen, hatte er natürlich nicht mehr bei sich.
Sofort wählte Finnigan die Nummer des militärischen Sekretariats und ließ sich zum General durchstellen.
„Sir, Leutnant Echo ist tot.“
„Übermitteln Sie mir Ihren Standort, Soldat, ich schicke sofort ein Team und einen neuen Partner für Ihre Mission. Wenigstens haben die Gläsernen noch den anderen Teil der Karte, es gibt also noch Hoffnung.“
Erst als Finnigan wieder in seiner Wohnung war und sich aus seiner engen Uniform geschält hatte, fiel ihm der fehlende Kater auf.

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Da ist Finnigan den Kater wohl schneller los als gedacht, wo der wohl hin ist? Lasst es mich wissen, auch was ihr generell über die Story denkt, ich freue mich über Kommentare^^ Bin auch am überlegen, ob ich die anderen Geschichten aus der gleichen Welt hochladen soll. Naja, mal schauen ob Interesse besteht :D

Bis dann!
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