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Die zwei Professoren-Detektivinnen und der widerwärtige Weihnachtsraub

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Parodie / P12 / Gen
20.11.2022
02.12.2022
13
6.536
1
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26.11.2022 707
 
"Ach Mist, jetzt sind wir auch nicht schlauer", jammerte Catilynn, "Jetzt sind wir so weit gelaufen, und müssen den ganzen Weg auch wieder zurück!".

"Ich wünschte, wir hätten unseren fahrbaren Untersatz hier", stimmte Sincerily zu. Normalerweise sind sie nämlich bei ihrer Detektivarbeit immer in ihrem knallgelben VW Beetle unterwegs. "Aber weißt du was? Lass uns doch erstmal einen Glühwein trinken, und dann sehen wir weiter", schlug sie vor.

Dazu sagte Catilynn nicht nein. Während sie also an einem Stehtisch einen Glühwein genossen, bekamen sie im Laufe des Abends am Nachbartisch etwas Interessantes mit: Ein Mann mit Schnurrbart erzählte lauthals in einer Gruppe, dass bei ihm ebenfalls eingebrochen und die Geschenke geklaut wurden. Die beiden Detektivinnen klinkten sich sofort in das Gespräch ein, und erfuhren dass alle aus der Gruppe auch davon betroffen waren.

Dass sie scheinbar Teil einer ganzen Einbruchsserie sind, brachte Sincerily zum nachdenken. Da die umstehenden Leute alle schon älter waren und niemand besonders heiß aussah, war sie nicht abgelenkt - und schon kam ihr ein Geistesblitz: "Ja, natürlich, wieso bin ich nicht früher drauf gekommen? Ich glaub ich hab den Fall gelöst! Der Täter war - der Grinch!".

"Der Grinch?", fragte Catilynn skeptisch, "Den gibt es doch nur im Film".

"Klar, natürlich, aber es muss jemand aus der Stadt gewesen sein der Weihnachten am meisten hasst. Ich schlage vor, dass wir mal bei den Leuten hier herumfragen, wer der größte Weihnachtsgrinch von Aspen ist".

Der größte Weihnachtsgrinch von Aspen war schneller gefunden als gedacht. In der ganzen Stadt gab es nämlich nur ein einziges Haus, das nicht über und über mit Lichterketten überworfen war. Darin wohnte Randy Bedford. Endlich hatten sie ihn, den Übeltäter! Leise umschlichen die beiden Detektivinnen sein undekoriertes Haus, das nicht einmal einen Weihnachtsbaum enthielt. Jetzt mussten sie ihn nur noch lang genug beobachten, und schon würden sie Beweise für seine Missetat finden.

Vom Fenster aus beobachteten sie, wie Randy mit mürrischer Miene vor dem Fernsehen im Sessel saß. Er hatte dunkles, lichtes Haar und war etwas rundlich. "Ach, ich hasse Weihnachten richtig, auf allen Programmen dasselbe", grummelte er mit der Fernbedienung in der Hand.

Gerade betrat seine Frau das Wohnzimmer: "Liebling, findest du nicht dass wir wenigstens eine Kerze anzünden sollten? Wenigstens heute abend".

"Nein, Dinge die mit Weihnachten zu tun haben kommen mir nicht ins Haus!".

"Was ist nur los mit dir... unter dem Jahr bist du der großzügigste und netteste Mensch der Welt, aber vom ersten Advent bis drei Könige hast du jedes Jahr schlechte Laune".

"Aber du weißt doch, dass mir seit ich denken kann jedes Jahr vor Weihnachten ein Unglück passiert. Mir ist deshalb alles was mit Weihnachten zu tun hat einfach unsympathisch. Wenn andere das feiern wollen, okay, aber das Schlimme ist ja dass man dem einfach nirgends entgehen kann!".

"Naja, dann eben nicht... Hier, ich bringe dir mal deinen Anti-Weihnachts-Eierflip", sagte sie und gab ihm eine Tasse in die Hand.

"Danke Schatz. Dieses Getränk, das absolut nichts mit Weihnachten zu tun hat, wird mich ablenken und auf andere Gedanken bringen", sagte er zufrieden.

Sincerily entfernte sich wieder vom Fenster, und Catilynn folgte ihr verwundert. Als sie das Grundstück verlassen haben, fragte Catilynn was los sei. Sie wären doch gerade so nah dran, eine Spur zu finden! Doch Sincerily erklärte:

"Randy kann es nicht gewesen sein. Hast du es nicht gesehen? Er hat einen verletzten Fuß, und neben dem Sessel lagen Krücken! Mir ist es aber auch erst aufgefallen, als ihm seine Frau das Getränk gebracht hatte... In dem Zustand hätte er nie bei uns durch das Wohnzimmerfenster klettern können, und selbst wenn sähen die Spuren auch anders aus".

"Aha, der verletzte Fuß muss also eins von diesen Unglücken sein, von denen er erzählt hatte", erkannte Catilynn. Eifrig schrieb sie alles mit ihrem babyblauen Stift auf die letzte verbliebene Seite ihres rosa Notizblocks. Wie immer in Schönschrift. "Dann müssen wir weitersuchen. Vielleicht gibt es ja noch ein anderes nicht-dekoriertes Haus in Aspen, mit einem viel größeren Weihnachtsgrinch", antwortete Catilynn und sie machten sich auf die Suche.
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