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All You Can Date

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / FemSlash
Kurumi Tokisaki Mana Takamiya
19.11.2022
01.12.2022
12
8.026
 
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24.11.2022 757
 
»Du siehst aus, als hättest du schon tagelang nicht geschlafen … Willst du denn wirklich nicht sagen, was los ist? Ich möchte dir doch nur helfen.«
Das von meinem Bruder zu hören, versetzte mir einen gehörigen Stich ins Herz. Es stimmte. Ich quälte mich nun beinahe zwei Wochen mit meinem … Problem herum.
»Ach, Brüderchen …« Meine Stimme brach. Ich winkte ihn zu mir ins Zimmer und setzte mich auf mein Bett.
»Setz dich.« Seltsam. Diese Stimme klang wirklich nicht wie meine.
»Gut … Okay«, sagte Shido leise. Nun gab es für mich kein zurück mehr.
»Also? Was ist los mit dir, hm?« Er sprach so sanft und traurig, dass es mir innerlich weh tat. Shido und ich, wir waren uns nicht unähnlich … Es zermürbte uns, wenn wir liebgewonnenen Menschen und Geistern natürlich, nicht helfen konnten. Das sollte ich doch eigentlich wissen.
»Shido … Ich … bin abnormal.«
Er schaute mich prüfend von Kopf bis Fuß an.
»Also für mich bist du die Gleiche wie immer.«
»Nicht äußerlich«, seufzte ich frustriert.
»Ich … empfinde etwas für jemanden. ...Nein! Das ist eigentlich schon zu viel, viel mehr … Empfindet jemand etwas für mich. Und… ich weiß nicht, was ich davon halten soll.« Ich atmete tief durch. Nun war es ausgesprochen. Falls Shido denn aus diesem Gefühlschaos in mir schlau werden würde. Ich verstand es ja selbst nicht.
»Verstehe. Jemand hat dir also ein Liebesgeständnis gemacht und du weißt nicht, wie du damit umgehen sollst, richtig?«
»… Genau.« Ich schaute meine Knie an, als ob sie wahnsinnig interessant wären.
Shido nickte leicht.
»Aber das ist doch etwas Schönes.«
»Wie bitte?!« Erschrocken fuhr ich auf.
»Findest du das nicht?«
»Unter normalen Umständen vielleicht schon aber…«, murmelte ich leise. Shido … wartete einfach nur. Er ließ mir Zeit zum Überlegen und Antworten und diese Geduld rechnete ich ihm hoch an.
»Sagen wir mal … Es war ein Mädchen.« Ich blickte ihn an, doch zu meiner Verwunderung war er kaum überrascht.
»Daran ist doch nichts Schlimmes. Es ist ganz normal, dass sich Mädchen auch mal in Mädchen verlieben. Das Gleiche gilt auch für Jungs.«
Wow. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Ich fühlte dennoch die Hitze in meinen Wangen.
»Aber …«
»Hm? Für mich bist du nicht abnormal, Schwesterchen.« Shido lächelte mich aufmunternd an.
»Aber es ist Kurumi ...!«, entfuhr es mir und ich hielt erschrocken meine Hand vor den Mund.
»Waass?!«
»Schrei doch nicht so! Ja, verdammt!« Ich raufte mir die Haare und gab einen verzweifelten Laut von mir.
Als nächstes fühlte ich Shidos Hand auf meiner Schulter. Er drückte ganz leicht, als würde er mir damit Mut geben wollen.
»Selbst wenn es Kurumi ist … Na ja, vielleicht mag sie ja einfach Mädchen lieber als Jungs? Frag doch mal Miku. Ja genau, Miku! Auch sie mag Mädchen gerne. Auf diese Art.«
»Stimmt schon. Also das mit Miku. Aber Kurumi … Sie sah so ernst aus, als sie es gesagt hat. Als würde sie es wirklich so meinen. Und außerdem hat sie mich geküsst.«
»Wow … Sie scheint es ja wirklich ernst zu meinen, mit dir. Wie seid ihr denn verblieben?«
»Sie erwartet eine Antwort von mir, wenn ich dazu bereit bin.« Ich seufzte leise.
»Und was denkst du nun darüber?«
»Ich weiß es nicht … Ich bin einfach nicht gut in solchen Gefühlsdingen!«
»Hey, nicht aufregen, Schwesterchen. Jeder fängt einmal bei null an.« Shido lächelte mich aufmunternd an.
»Mag sein. Wie war das eigentlich bei dir?«
»Was meinst du?«
»Na ja … Bei den vielen Dates, die du hast … Empfindest du etwas für die Geister?«
Nun war es Shido, der errötete und herumdruckste.
»Ich, wie soll ich sagen … Hab euch alle gern. Auch Origami und dich. Natürlich auf eine andere Art, du bist schließlich meine Schwester. Aber wenn ich die Geister damit retten kann, dann tue ich es, egal was es ist.«
»Du liebst sie also? ...Alle?«
»Sagen wir … Ich mag sie sehr gern. Ich bin doch erst sechzehn.«
»Ich weiß. Tut mir leid, Brüderchen.«
»Schon gut.«
»Ich danke dir.« Mit diesen Worten umarmte ich Shido.
»Uah! Nicht so fest«, rief er, doch lachte dabei und strich mir mit einer Hand über den Kopf. Als ich ihn losließ, legte er einen Finger auf meinen Brustkorb. An die Stelle, unter der mein Herz schlug.
»Wenn es sich hier drin gut anfühlt … Dann ist es richtig, Mana«, sagte er feierlich und tippte einmal auf die Stelle.
Ich nickte langsam.
»Werde ich mir merken. Danke.«
»Nicht dafür. Möchtest du mitkommen, zu den Anderen? Ich bereite jetzt das Abendessen zu.«
»Was gibt es denn?«
»Pizza nach Wunsch. Jeder kann etwas beisteuern.«
»Klingt gut.« Ich lächelte. Das erste Mal seit Tagen.
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