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Oneshot-Sammlung für das nächste Jahr

von Error 666
Kurzbeschreibung
SammlungAllgemein / P12 / Mix
19.11.2022
24.11.2022
2
7.211
 
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24.11.2022 6.958
 
Es war ein lauer Herbsttag. Hermine Granger saß auf einem Stein am Ufer des schwarzen Sees. Drei Wochen waren seit der Großen Schlacht von Hogwarts vergangen. Doch Hermine konnte sich noch lebhaft an den Moment erinnern, in dem ihr Freund Ron gestorben war. In der heulenden Hütte hatte er Snape, den Zaubertrankprofessor, vor Voldemorts Schlange gerettet, und war davei von einem Todesfluch des dunklen Lords getroffen worden. Hermine erinnerte sich, wenn auch etwas dumpf und taub, daran wie Harry sie zur Schule bugsiert und im Raum der Wünsche mit ihr kurz getrauert hatte. Nun war Hermine als Lehrer in Hogwarts. Professorin für Verteidigung gegen die dunklen Künste, nachdem Severus Snape wieder Professor für Zaubertränke geworden war. Immer wenn sie an Ron dachte, machte sich Trauer in ihr breit. Aber nicht nur Trauer – auch unbändiger Hass. Wie Hermine Severus Snape doch hasste! Ron war nur wegen ihm gestorben. Wegen dieser Riesenfledermaus, die mal Haarewaschen sollte. Doch Hermine verbannte den Hass aus ihrem Kopf. Sie begab sich in Richtung Schloss, und betrat einige Minuten später ihr leeres Klassenzimmer. Wie sie so verlassen dasaß, dachte sie über die Kinder nach, die sie und Ron einmal hätten haben können. Und auch schwor Hermine, dass sie niemals mehr jemanden lieben würde. Nie wieder. Bevor sie diese tristen Gedanken weiter verfolgen konnte, betrat einer ihrer Schüler das Klassenzimmer. Henry, ein kleiner Muggelstämmiger. Er fragte: „Professor McGonagall will sie sprechen. Es scheint dringend zu sein“, piepste der Erstklässler. Hermine ging mit schnellen, federnden Schritten hinaus, doch nicht ohne ein „Danke“ an den Jungen. Mit großen Schritten näherte sie sich dem Büro der Schulleiterin. „Kirschkuchen“, sprach sie das Passwort, und schon konnte sie eintreten und die lange Wendeltreppe hinaufsteigen. Oben klopfte Hermine und wurde augenblicklich hereingebeten. Sie betraz das Büro, und Professor McGonagall bot ihr den Stuhl vor ihrem Schreibtisch an. „Ich habe sie rufen lassen, Miss Granger, um Sie darüber in Kenntnis zu setzen, dass Sie eine potenzielle Wahl für den Posten der Stellvertretenden Schulleitung sind.“ Hermine antwortete auf McGonagalls Ankundigung: „Aber…es gibt hier doch auch viele ältere Lehrer, die geeignet wären?“ „Ja, es kommt auch einer der älteren Lehrer in Frage. Severus Snape. Zwischen Ihnen beiden werde ich mich entscheiden müssen.“ Diese Aussage schockierte Hermine. Warum waren sie und dieser Schmarotzer beide in der engeren Auswahl? Doch sie blieb gelassen und bemerkte ruhig: „Er ist doch viel erfahrener als ich. Und er war ja auch schon einmal Schulleiter“. McGonagall antwortete, ebenso beherrscht: „Ja, aber ich und auch die Professoren Flitwick, Slughorn, Binns und Sinistra sind der Meinung, dass auch sie sehr gut geeignet wären. Und nun, machen Sie sich für die Feier heute Abend zurecht. Dort werde ich bekanntgeben, wer von nun an Stellvertretender Schulleiter werden wird.“ Mit einem letzten prüfenden Blcik entließ die Schulleiterin Hermine. Diese ging und bürstete ihr Haar, zog einen schwarzen, bläulich schimmernden Festumhang an und lief schnellen Schrittes zur großen Halle. Alles war wie früher: die Decke, die aussah wie der Himmel draußen, die vier langen Haustische, der Lehrertisch mit Professor McGonagalls Stuhl in der Mitte der langen Tafel. Als Hermine sich auf ihrem Platz niederließ, beobachtete sie die vielen Schüler an den Tischen, und konnte ebenso Snape sehen, wie er wie eine Riesenfledermaus düster zum Tisch flatterte. Ausnahmsweise war aber sein Haar…gewaschen. Und er hatte einen dunkelgrünen Umhang statt seinem gewöhnlichen schwarzen Umhang an. In ihrer gesamten Schulzeit hatte Hermine das noch nicht gesehen. Auch die Schüler und einige Lehrer starrten Snape an. Dieser nahm es scheinbar nicht wahr, sondern ging geradewegs zu dem freien Platz links von Hermine. Sehr zu ihrer Freude kam ihm jedoch Rubeus Hagrid zuvor, der sich neben Hermine niederließ und sofort ein Gespräch über die Zentaurenpopulation im Verbotenen Wald anfing. Snape huschte dennoch zu einem Platz, der genau zwischen McGonagall und Hermine lag. Für ihren Geachmack etwas zu nah an Hermine, sie konnte aber nichts tun. Schon bald erhob sich Professor McGonagall und verkündete mit magisch verstärkter Stimme: „Es ist an der Zeit, eine neue Stellvertretende Schulleitung von Hogwarts zu benennen. Diese Ehre wird zuteil: Hermine Granger., da…“ Der Rest ihres Satzes ging in dem Sturm unter, der in der großen Halle losbrach. Die Slytherins waren empört darüber, dass eine 19jährige ehemalige Gryffindor den Posten anstelle ihres Hauslehrers bekam. Die Gryffindors, Ravenclaws und Hufflepuffs waren entzückt, da alle Hermines Unterricht und ihre Art mochten. Professor McGonagall verschaffte sich wieder Gehör: „Die Wahl fiel auf unsere junge Kollegin, da sie nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei den Schülern und Eltern sehr beliebt ist. Ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre selbstlose Handlungsweise soll so belohnt werden. Auch wird sie, nachdem ich nun Schulleiterin bin, Hauslehrerin von Gryffindor.“ Hermine wurde schwindelig, vor Freude, aber auch vor Bestürzung. Man hatte sich tatsächlich für sie entschieden. Vorsichtig blickte sie in Richtung Snape. Entgegen ihrer Erwartungen sah er nicht aus als hätte er eine Flasche Essig pur getrunken. Er…lächelte sogar und unterhielt sich mit Professor Flitwick. Diesen unglaublichen Umstand musste sie Harry über einen Brief mitteilen. Wen Ron doch nur hier gewesen wäre. Hermine spürte deutlich das Loch, das Rons Tod in ihr hinterlassen hatte. Jetzt musste sie jedoch ruhig bleiben. Ron hätte nicht gewollt, dass sie wegen ihm bei ihrer Ernennung zur stellvertretenden Schulleiterin traurig war. Also setzte sie ein Lächeln auf, und wie die Ettiquette verlangte, stand sie auf und sagte ein paar Worte: „Ich freue mich sehr, das Amt übernehmen zu dürfen, und im Allgemeinen überhaupt hier zu sein. Vielen Dank an alle, die mir das ermöglichen.“ Nach dieser kurzen Rede erschien dann auch das Essen auf den Tellern. Bratkartoffeln, Roastbeef, gebratenes Gemüse. Hermine schlug sich den Magen voll, aber irgendetwas an diesem Tag kam ihr seltsam vor. Was hatte das alles zu bedeuten? Snape hatte ausnahmsweise gewaschene Haare, sah ehrlich gesagt nicht wie eine riesige Fledermaus aus, und sie, Hermine, war statt ihm zur Stellvertretenden Schulleitung erwählt wurde! Nach einem ausschweifenden Nachtisch - und einem langen Vortrag von Hagrid über alle möglichen magischen Wesen – begab Hermine sich in ihr Büro, und korrigierte Aufsätze der Drittklässler. Kappas. Augenblicklich erinnerte sie sich an die Stunden mit Professor Lupin, und…Ron. Doch Hermine konnte nicht mehr an ihn denken. Sie schwebte in eine wohltuende Dumpfheit, und konzentrierte sich auf die Aufsätze. Womöglich war es aber auch nur eine Zustand der Verbitterung, der sich nun zeigte. Hermine konnte das nicht so wirklich unterscheiden. Sie wollte sich gerade in die kleine Schlafkammer begeben, die an ihr Büro anschloss, als es an der Tür klopfte. Seufzend stellte sich Hermine auf Papierkram oder Ähnliches ein, was zu so später Stunde keine schöne Vorstellung war. „Herein!“, rief Hermine. Zu ihrem Entsetzen öffnete nicht Professor McGonagall mit einem Stapel Papier die Tür, sondern Snape! Sofort wirde Hermines Gesichtsausdruck kalt und verschlossen. Reserviert fragte sie: „Was wünschen sie, Professor?“ „Ich wollte Ihnen nur noch einmal gratulieren, Miss Granger…Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Stellung.“ Ein Lächeln – wahrhaftig en Lächeln – machte sich auf Snapes Gesicht breit. Wenn auch ein kleines. Hermines Gehirn raste. Was war mit ihrem Kollegen los? Er musste unter einem sehr schrecklichen Fluch stehen. Was sonst hätte ihn zum Lächeln bringen können? Ungewohnt redselig sprach der schwarzhaarige Lehrer weiter: „Und ich dachte, wir könnten und einmal zum Tee treffen…für die Besprechung von…geschäftlichen Dingen. Wann würde es für Sie denn zeitlich hineinpassen?“ Hermine wäre fast über ihre eigenen Füße gestolpert, so überrascht war sie. Doch nach außen versuchte sie, ruhig und diplomatisch zu bleiben: „Donnerstag, in der dritten Stunde habe ich frei. Was sind es denn für geschäftliche Dinge?“ Hermine beobachtete verwundert, beinahe entsetzt, dass Severus Snape die Worte ausgingen. „Ja, Donnerstag ist gut, ja…nun, geschäftliche Dinge wie…Schüler und so etwas…“ Jetzt schlich sich eine Spur der Unsicherheit auf Snapes Gesicht. Wenige Sekunden später sah er aus, als würde er flüchten wollen. Diesen Umstand ermöglichte ihm Peeves. Er kam gackernd durch die Decke des Büros geschwebt, und kicherte mit gekünstelter Alarmstimme: „Ohhhhh, Severy fragt Herminy nach einem Treeeeffeeeeen, uiuiuiuiui….“ Snape wurde leicht rot, ob vor Wut oder Verlegenheit konnte Hermine nicht sagen. Jedenfalls zischte der Professor: „Hau ab, Peeves, oder ich hole den Blutigen Baron. Miss Granger, ich gehe dann. Guten Abend.“ Und weg war er. Hermine bemerkte erst jetzt die drückende Müdigkeit, und begab sich in ihr riesiges Himmelbett. Es war stockdunkel, als Hermine erwachte. Sie war von einem eigenartigen Geräusch geweckt worden. Schnell stieg sie aus dem Bett, warf sich einen Morgenmantel über und durchquerte schnellen Schrittes ihr Büro. Als sie die Tür zum Korridor öffnete, konnte sie eine Silhouette sehen, die den Korridor hinauf und herunter lief. Um die Aufmerksamkeit der Person nicht auf sich zu ziehen, schlich sich Hermine in einen dunklen Winkel, und beobachtete den Unbekannten. Es schien ein Mann zu sein. Er ließ seinen Blick nachdenklich durch den Korridor schweifen, bis sein Gesicht vom aufgehenden Mond beleuchtet wurde. Snape. Hermine hätte es wissen müssen. Was bei Merlins Barte machte der denn
zu dieser Uhrzeit hier? Passend dazu schlug die Turmuhr. Es schien drei Uhr nachts zu sein. Jetzt sah Hermine auch, was das Geräusch ausgelöst hatte. Abwechselnd brachte Snape einen Patronus hervor, dann löste er einen roten Funkenregen aus. Hermine kombinierte die Tatsachen: Snapes Patronus war wegen dem Tod seiner großen Liebe Lily Potter, Harrys Mutter, eine Hirschkuh wie bei dieser. Die besagte Hirschkuh brach immer wieder aus Snapes Zauberstab hervor…verwandelte sich jedoch alle paar mal. In einen groß gewachsenen Otter, Hermines Patronus. Scheinbar hatte Snape zwei unterschiedliche Patroni, doch wie war das möglich? Hermine spürte, dass sie zurück in ihr Büro gehen sollte. Sie musste schlafen, und sollte ihren Kollegen nicht beobachten. Schluss damit. So leise wie möglich wankte Hermine zurück, und schlief prompt wieder ein. Träume voller Otter und einem wild herumrennenden Snape plagten sie. Am nächsten Morgen war Donnerstag. Schon als Hermine aufstand, spürte sie die Unlust auf dieses Treffen. Was bitte wollte er von ihr? Auch die Sache mit dem Patronus ließ ihr keine Ruhe. In der ersten Stunde hatte sie die Erstklässler Gryffindors und Hufflepuffs, in der zweiten musste sie einige ältere Schüler beim Nachsitzen beaufsichtigen. Viel zu schnell brach die dritte Stunde an, und Hermine machte sich möglichst langsam auf den Weg zu ihrem Büro. Nachdem sie es so lange wie möglich herausgezögert hatte, musste die junge Lehrerin dann doch ihr Büro aufsuchen und setzte sich, da Snape nicht wartend vor der Tür gestanden hatte, hinter ihren Schreibtisch. Dort verweilte Hermine, bis es klopfte. Obwohl ihr Herz vor Aufregung und Neugier bis zum Hals schlug, bat sie die Snape bestimmt und selbstbewusst herein: „Herein!“ „Miss Granger. Guten Tag, wie geht es Ihnen?“, fragte der schwarzhaarige Professor. „Gut, und Ihnen?“, fragte sie, von Snapes Erscheinung leicht verunsichert: Der normalerweise in Gehrock und Umhang herumlaufende Lehrer trug ein hellgraues Hemd, eine dunkelblaue Hose und schicke Schuhe. Seine Haare waren gekämmt und überhaupt nicht mehr fettig, und er sah zugegebenermaßen wirklich sehr gut aus. Als er mit ungewohnt federnden Schritten auf Hermine zu schritt, fühlte sich diese plötzlich wie betäubt. Dumpf. Snapes nächste Geste ließ sie vor Unglauben fast von ihrem Stuhl kippen: er bot ihr seinen Arm an. Noch etwas schockiert hakte sich Hermine bei ihm unter, und Snape führte sie nach draußen. Sie war wirklich froh, ein kurzes, lilafarbenes Kleid statt eines bodenlangen blauen angezogen zu haben, denn der attraktive Lehrer führte Hermine an den See. „Ist es neuerdings Gang und Gebe, für geschäftliche Dinge an den See zu gehen?“ Kaum hatte Hermine das verlauten lassen, bereute sie es. Snape sah jetzt nämlich etwas verwirrt und überrascht aus. „Nun ja…vielleicht wollte ich auch über etwas anderes reden...über was möchten Sie denn reden, Miss Granger?“ Hermine fiel nichts ein. „Sie haben mich um das Besprechen geschäftlicher Dinge eingeladen, und wollen jetzt über etwas anderes Reden?“, es machte Hermine Spaß, den Lehrer, der sie, Ron und Harry immer geärgert hatte, so hilflos zu sehen. Jetzt aber war sie dran. Aufreizend und anmutig strichs sie wie eine Katze um Snape herum, und konnte fühlen, dass ihm das nicht gleichgültig war. Gemeinsam setzten sie dich auf den Stein, auf dem Hermine gestern an Ron gedacht und ihn betrauert hatte. Snape und sie schwiegen, es war aber kein unangenehmes Schweigen. Beide empfanden es wohl als wohltuend, einfach gemeinsam zu schweigen. Nur still nebeneinanderzusitzen. Und als Hermine abends zu Bett ging, musste sie doch zugeben, dass sie Severus Snapes Gesellschaft genossen hatte.

Zwei Tage waren vergangen. Die junge Lehrerin hatte Snape nicht mehr wiedergesehen, schließlich, am Samstagmorgen, fand sie einen Zettel, in Snapes Handschrift geschrieben, auf ihrem Schreibtisch. Samstag Mittagessen in Hogsmeade. Ich werde dich abholen. Er wollte mit ihr…ausgehen? War das sein Ernst? Sie waren beide Lehrer, an erster Stelle ihren Schülern verpflichtet. Hermine wollte es sich nicht eingestehen, aber sie wusste, dass sie Ron nicht mehr liebte. Diese Liebe gehörte der Vergangenheit an, nur einen kleinen Teil hatte Hermine in einem sicheren Winkel ihres Herzens verstaut. Sie wäre bereit für einen neuen Freund, aber Snape war ihr Lehrer gewesen, und Romanzen im Lehrerkollegium waren nicht gerne gesehen. Aber…er war zugegebenermaßen wirklich attraktiv, und Hermine fühlte sich auch ein wenig zu ihm hingezogen. Solche Gedanken aber verbot sie sich. Nein. Er war so viel älter als sie, und ihr Kollege. Was würde Professor McGonagall nur davon halten? Dieser Gedanke brachte Hermine zur Vernunft. Bestimmt wollte Snape nur nett sein. Also zog sie ein lilafarbenes Kleid an, dass etwa bis zu den Knien ging. Als es an der Tür klopfte, lächelte Hermine augenblicklich. „Herein!“, rief sie, und Snape machte auf. Heute in schwarzer Hose und weißem Hemd. Wie selbstverständlich hakte sich Hermine bei ihm unter, und die beiden Lehrer schlenderten runter nach Hogsmeade. Zum Essen kamen sie jedoch nicht: Eine Schar schwarz gekleideter Menschen mit Todessermasken flog auf Besen herum, und Hermine spürte, dass Snape eigentlich unter ihnen sein sollte. Die Todesser hatten nie wirklich an seine Doppelspiel geglaubt – fast alle glaubten, er sei auf ihrer Seite. Wie erwartet flüsterte Snape: „Geh in die Drei Besen, und wenn es sicher ist zurück zum Schloss. Warte nicht.“ Wie betäubt befolgte Hermine die Anweisung. Im Drei Besen war es laut und voll. Trotzdem fand Hermine einen kleinen freien Tisch ganz in der Ecke. Dort nahm sie Platz, bis einige Stunden später ein Auror auftauchte, und verkündete: „Die Todesser wurden vertrieben. Hogsmeade ist jetzt wieder sicher!“ So schnell sie konnte, hetzte Hermine zum Schloss hinauf. Waren alle Schüler in Sicherheit? Was hatte Snape gemacht, auf welcher Seite hatte er gestanden? Ihre Gedanken ordnend, entdeckte die junge Lehrein Professor McGonagall am Tor. „Ahh, Professor Granger. Auf sie habe ich gewartet. Wir müssen sofort einen neuen Lehrer finden, die Schüler sollen nichts verpassen.“ Verwirrt blickte Hermine der Direktorin in die Augen. Diese fragte verwundert: „Haben sie es noch nicht gehört? Professor Snape ist mit den Todessern gegangen. Nachdem er zu ihnen gekommen ist, waren sie plötzlich sehr schnell weg. Wissen Sie“, sie blickte Hermine prüfend an, „wer als letztes Kontakt zu ihm hatte? Sie waren im Dorf, also könnten sie es gesehen haben.“ Der prüfende Blick der Lehrerin war gerechtfertigt. Bei der Ankündigung wären Hermine beinahe die Beine eingeknickt. Sie krächzte: „Ich. Ich war mit ihm im Dorf, und er sagte…“, plötzlich hatte Hermine das Bedürfnis, Snapes letzte Worte an sie zu verschweigen, „nichts weiter. Plötzlich lief er zu ihnen, und ich…wurde von der Menschenmenge in die Drei Besen mitgerissen.“ Bei dieser Lüge fühlte sich Hermine nicht wohl. Aber es waren ihre letzten Worte des Verräters. Es war spätabends, und Hermine saß auf ihrem Bett. Voll Trauer starrte sie an die gegenüberliegende Wand, auf das Bild von ihr, Harry und Ron. Daneben hing ein Bild vom See, dass sie an Snape erinnerte. Obwohl sie ihn nicht gut kannte, vermisste Hermine den düsteren Lehrer. Ein Pochen riss sie aus ihrer Starre der Trauer. Eulenpost. Vorsichtig öffnete Hermine das Fenster, doch statt der weißen Schneeeule Harrys landete eine tiefschwarze Eule auf ihrem Bett, einen Brief im Schnabel. Eher einen Zettel anstatt eines Briefes. Nur wenige Worte standen auf dem Pergament: Miss Granger, es tut mir leid. Wir werden uns wiedersehen, Severus Snape Hermine hatte nicht gespürt, wie sie ins Bett gegangen und eingeschlafen war. Nur an den Zettel in ihrer rechten Hand erinnerte sie sich. Severus Snape. Er lebte, und er hatte ihr geschrieben. Der Gedanke beflügelte Hermine regelrecht, als sie am nächsten Tag in den Unterricht ging. Zuerst musste sie der Dritten Klasse Irrwichte möglichst gut erklären. „Irrwichte nehmen immer die Gestalt deiner größten Angst ein, egal ob das ein Werwolf, Lord Voldemort oder eine andere Person ist. Um sie zu besiegen, ist es immer gut, nicht allein zu sein. So ist der Irrwicht verwirrt, und weiß nicht, wessen Angst er darstellen soll. Dann kannn man ihn mit dem Riddikulus-Zauber besiegen. So“, erklärte Hermine und führte den Zauber aus. Die Schüler konnten ihre Augen nicht abwenden. Plötzlich klopfte es aber. „Herein!“, rief Hermine. Eine aufgeregte Professor McGonagall betrat den Raum: „Professor Granger, sie müssen die Schüler über Professor Snape aufklären, und ich erwarte Sie alle in zehn Minuten in der Großen Halle. Dort bringen sie allen Schülern dieser Schule die wichtigsten Zauber bei.“ Hermine erschrak, beherrschte sich aber und wandte sich an die verschreckten Drittklässler: „Also. Wir bleiben jetzt alle ruhig, es ist alles in Ordnung. Das Problem ist, dass Professor Snape gestern Nachmittag auf die dunkle Seite gewechselt hat“, Hermine hielt kurz inne, da die Schüler wie wild flüsterten, „und jetzt unnauffindbar ist. Er ist vermutlich wieder in Lord Voldemorts ehemaligem Gefolge. Wir gehen jetzt runter, und üben Zauber, falls es Todesseraufstände geben wird.“ Die Lehrerin versuchte nicht, etwas zu verbergen, und gab offen zu, dass Gefahr drohte. Sie sollte die Schüler nicht mit falscher Sicherheit belügen. „Lauft ordentlich und gesittet runter. Keine Hektik! Es droht nicht unmittelbar jetzt ein Angriff“, beruhigte Hermine die schwatzende Schülerschar. Ein besonders streitlustiger Gryffindor rief: „Die besiegen wir locker!“ Hermine beschwichtigte: „Ganz ruhig, es gibt noch keinen Kampf.“ Endlich waren alle in der Großen Halle. Überall wurde wild spekuliert, die seltsamsten Gerüchte gingen um. Am Lehrertisch fiel Snapes Fehlen deutlich auf, aber Professor McGonagall zog die Aufmerksamkeit auf sich. „Schüler und Schülerinnen, Professoren und Professorinnen, Sie sie alle wissen ja um Professor Snapes Wechsel auf die dunkle Seite. Ich bitte die Lehrkräfte, allen Schülern simple Veteidigungs- und auch einge Angriffszauber zu lehren. Protego, Expelliarmus, Stupor und Expecto Patronum sind die Wichtigsten. Professor Granger, zwar sind sie Lehrein für Verteidigung gegen die dunklen Künste, aber ich möchte mit ihnen sprechen. Professor Flitwick, ich übergebe Ihnen und Mr. Abbott vom Aurorenteam die Leitung.“ Erst jetzt fiel Hermine der junge, groß gewachsene Auror am anderen Ende des Lehrertischs auf. Er sah mit seinem dunkelbraunen Haar und dem Hufflepuffgelben Umhang unverschämt gut aus. Jetzt schaute er in Hermines Richtung. Sofort fielen seine bernsteinfarbenen Augen auf. Er zwinkerte Hermine zu, die jetzt gemeinsam mit Professor McGonagall in eine Kammer hinter der großen Kammer verschwand: „Also, Professor Granger, was schlagen sie vor? Ich habe Hinweise auf eine Todesserorganisation, die hinter einem neuen Führer steht. Es ist vermutlich Lucius Malfoy. Der ist zu feige, um sich da rauszuhalten.“ Hermine hatte Ideen: „Wir könnten den Orden des Phönix hierherkommen lassen. Harry, Ginny, Luna, Neville, alle Weasleys, Kingsley und die Auroren würden sicher mitmachen, vielleicht können wir sie vor einem großeren Unglück noch aufhalten.“ Ron spukte durch ihre Gedanken. Er hatte sein Leben gelassen, und bevor Harry…oder Luna…Ginny…Neville…oder sonst jemand…nein. Das musste verhindert werden. McGonagall schien von dem Vorschlag ziemlich viel zu halten, sie nickte und bedeutete Hermine, ihr zu folgen. Das tat Hermine auch, bei dem Auror kameen sie zum stehen. „Jack Abbott mein Name, du kannst mich gern Jack nennen“, bot er an, als er Hermine die Hand schüttelte. Diese nickte, und machte das Angebot ebenfalls: „Dann bin ich für dich Hermine.“ Jack war Hermine sympathisch, sein nettes Lächeln und seine offene Mimik. Die beiden setzten sich zusammen an ein Ende des Lehrertischs, um die Neugründung des Ordens zu besprechen. „Wen kennst du, der mitmachen würde, Hermine?“ „Neville Longbottom, Luna Lovegood, Harry und Ginevra Potter, alle Weasleys inklusive Fleur. Kingsley Shacklebolt, die anderen Auroren.“ Zustimmend nickte Jack, dann fragte er vollkommen unerwartet: „Haben sie heute Abend etwas vor?“ „Nein, warum?“ „Würdest du mir gestatten, dich zum Abendessen auszuführen?“ Hermine bejahte überrumpelt. Jack schien sich zu freuen: „Ich hole sie heute Abend ab, und wir gehen nach Hogsmeade.“

Am späten Nachmittag machte sich Hermine fertig, doch sie wollte ein knielanges rosafarbenes Kleid tragen. Alle anderen ihrer Kleider wollte sie sich für … Snape aufheben. Er hatte ihr doch imponiert, und die Nachricht hatte ihr Hoffnung geschenkt. Plötzlich fiel Hermine auf, dass sie nicht zurückgeschrieben hatte, und die schwarze Eule neben Hermines eigener Schleiereule Agrippa im Käfig saß. Schnell schnappte sich Hermine ein Stück Pergament und ihren Federkiel, und schrieb:

Hallo, geht es dir gut? Wo bist du? Ich habe deine Nachricht erhalten. Schreib zurück. Hermine

Es war Hermine in der Eile schwer gefallen, Snape zu siezen. Deshalb ergänzte sie:

PS: Wäre „Du“ im privaten Umgang in Ordnung?

Hermine faltete das Zettelchen zusammen und band es an das Bein der Eule. Dann öffnete sie das Fenster, und die Eule schwbte in der sanften Abendsonne davon. Wenige Minuten später klopfte auch schon Jack an die Tür, und Hermine ließ sich von ihm nach Hogsmeade bugsieren. In den Drei Besen war es etwas leiser als sonst, vor allem Paare saßen leise flüsternd an den Tischen. Jack geleitete Hermine an einen Tisch in der Ecke. Nachdem sie bestellt hatten, fragte Jack: „Was sind deine Hobbys, wenn du Freizeit hast?“ Hermine überlegte kurz und antwortete: „Das ist unterschiedlich. Lehrerin sein ist außerdem ein Vollzeitjob, gerade als Hauslehrerin und Stellvertretende Schulleiterin“, sie lächelte schief, „aber ich lese sehr gerne.“ Diese Antwort schien Jack zu gefallen. „Könnten sie sich eine Aurorenkarriere vorstellen?“ Hermine aber verneinte: „Ich würde es schon machen, aber der Kontakt mit jungen Hexen und Zauberern würde mir fehlen. Gerade das macht meine Arbeit interessant: zu sehen, wer welche Stärken und Schwächen hat, den Schülern zu helfen,.“ Hermine hatte mit solcher Leidenschaft gesprochen, dass Jack wahrhaftig beeindruckt aussah. Ein Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit, und er nahm Hermines Hand in seine. Der Moment wurde jedoch vom Essen unterbrochen, dass auf sie zuschwebte. Seine Wirkung hatte er aber nicht verloren: Hermine war das erste Mal seit Monaten richtig glücklich. Es waren einige Wochen vergangen. Snape hatte ihr tatsächlich das Du angeboten, und Hermine schrieb ihm einmal pro Woche. Sie würde gerne noch öfter Briefe schreiben, da Snape – oder Severus – über Hogwarts auf dem Laufenden gehalten werden wollte. Mit Jack traf sich Hermine hingegen fast jeden Tag – auch heute wollte er zu ihr kommen. Mit abwesender Miene saß Hermine an ihrem Schreibtisch und korrigierte Hausaufgaben, als Jack hereinkam. „Na, Mine, wie geht es dir?“ Die Angesprochene antwortete glücklich: „Gut, danke, Jack. Und dir?“ „Gut, hast du Lust, mit mir auf eine kleine Party zu gehen? Ein Freund feiert seine bestandene Prüfung zum vollwertigen Auror.“ Hermine war schon lange nicht mehr auf einer Party gewesen, das wollte sie aber ändern: „Natürlich! Wann fängt sie an?“ „In einer Stunde. Genug Zeit zum Fertigmachen.“ Die Lehrerin zog ein zartes, goldenes Cocktailkleid an, dass sie mit Ginny gekauft hatte. Ihre Haare band sie zu einem eleganten, losen Dutt, in den Hermine auch noch etwas Schmuck, kleine goldenen Zweige mit Blüten, steckte. Jack und sie verließen das Schulgelände, um zu apparieren. Jack nahm Hermine bei der Hand, und es fühlte sich an, als würde Hermine durch einen engen Gummischlauch gepresst werden. Die beiden kamen an – es war ein großes, schönes Haus, mit Girlanden geschmückt. Im Garten hingen in den zahllosen alten Bäumen Lampions. Der Gastgeber, ein blonder Mann, der etwas jünger als Jack zu sein schien, begrüßte die Gäste. Auch auf Jack und Hermine lief er mit federnden Schritten zu, und fragte: „Ah, hallo, Jack. Ist das deine Begleitung?“ „Hallo, Anthony, ja, das ist Hermine. Sie arbeitet in Hogwarts, ich wurde ja dorthin verlegt“, antwortete Jack und schaute Hermine dabei liebevoll und zärtlich an. Der Blick jagte ein Schauern durch Hermines Körper. Doch Anthony zog schon weiter, um ein anderes Paar zu begrüßen. Jack geleitete Hermine zu einer hübschen, gemütlichen Bar, die in einem kleinen Pavillion aufgebaut war. So, in Jacks Gesellschaft, mit einem Glas Rotwein in der Hand, machte das Leben Hermine Spaß. Sie erkannte, dass es Ron definitiv gefallen hätte, wenn sie Spaß hatte. Mine riss ihre Gedanken von Ron los und konzentrierte sich auf Jack, und auf ihr viertes Glas dieses Weins. Er war wirklich gut. Aber Hermine wurď zunehmend betrunken. Nach dem fünften Glas hatte sie die Realität komplett ais dem Blick verloren, und ihr Hirn war mit weißem Nebel gefüllt. Sie merkte nicht, wie Jack sie in eine leeres Gästezimmer brachte, in dem sie sich wie mechanisch auf den Schreibtischstuhl setzte. „Was machen wir hier?“, fragte Hermine in einem kurzen Moment der Klarheit. Ohne zu antworten kam der Dunkelbrünette auf Hermine zu und zog sie vorsichtig von ihrem Stuhl hoch. Sie wehrte sich nicht, weshalb Jack das wohl als Zustimmung aufnahm und sie küsste. Heiße, elektrisierende Blitze fuhren durch Hermines Körper, und sie genoss den Kuss. Jack ließ sie los und legte seine Hände um ihre Taille. Du bist eine tolle Frau, Hermine, möchtest du meine Freundin werden?“ „Ja“, wisperte Hermine um die Stimmung beizubehalten. Die beiden schmiegten sich aneinander, und versanken erneut in einen langen Kuss. Hermine hatte plötzlich mehr Gefühle, als sie zählen konnte – trotz Freude, Glück, Sorglosigkeit und Liebe kamen auch Trauer, Verlust, Verrat. Beim Gedanken an Ron und Severus musste sich Hermine zusammemreißen, nicht zu seufzen. In Jacks Armen liegend fand Hermine schließlich etwas Ruhe. Das Erlebnis im Gästezimmer hatte Hermine sehr gefallen. Jetzt saßen sie und Jack nebeneinander auf dem ausladenden Sofa der Villa. Jack fragte: „Willst du meine Freundin werden, Hermine?“ Hermine war überrascht, freute sich aber auch. „Ja“, antwortete sie mit zitternder, brüchiger Stimme. Jack nahm sie in seine starken Arme und hielt sie sanft fest. Nach unzähligen Küssen und Zärtlichkeiten machten sie sich auf den Weg nach Hogwarts. Hermine verabschiedete sich vor ihrem Büro von Jack, indem sie ihm einen federleichten Kuss auf die Wange gab. In ihrem Bett liegend kamen Hermine trotz der Betrunkenheit viele Gedanken in den Kopf. Was würde Severus davon halten, dass sie mit Jack zusammen war? Natürlich, Severus war nie ihr fester Freund gewesen, aber es war, wie Hermine schon von mehreren Leuten gehört hatte, unverkennbar, dass sich Severus Snape verliebt hatte. Jack war ganz anders als er...jung, sorglos, kreativ. Auf der anderen Seite befand sich Severus – erfahren, mutig, schlau. Zwei wunderbare Männer, aber Hermine würde sich früher oder später entscheiden müssen. Mit dem Gedanken an Severus schlief sie ein.

Nur wenige Stunden später riss eine Stimme die junge Lehrerin aus ihren verworrenen Träumen. Professor McGonagalls magisch verstärkte Stimme hallte durch ganz Hogwarts: „Hauslehrer, bitte holt alle Schüler eures Hauses und kommt in die Große Halle. Alle anderen, Geister, andere Lehrer, Hauselfen, Mr. Filch, Sie suchen ohne Umwege die Große Halle auf. Danke.“ Hermine sprang auf, schnappte sich ihren Morgenmantel und zog ihn im Laufen an. Auf halbem Weg fiel ihr die Passwortänderung ein, die diese Nacht durchgeführt werden sollte. So schnell sie konnte rannte sie durch die Gänge, und kam gerade noch rechtzeitig beim Gemälde der Fetten Dame an. „Zitronendropvorliebe!“, brüllte sie. Das Portrait schwang zur Seite und gab ein rundes Loch im Gemäuer frei. Hermine kletterte hindurch und fand etwa 200 Gryffindor-Schüler, fertig in Morgenmänteln, vor. Sie entdeckte die Vertrauensschülerin Sienna Gracehunt, und dankte ihr mit einem Kopfnicken für die Vorbereitung des Hauses. Hermine winkte die Schüler hinter ihr her und bugsierte alle sicher in die Große Halle. Mehrmal zählte sie, und kam zu dem Schluss, dass alle da waren. In der Großen Halle warteten bereits Argus Filch und einige Lehrer. Die anderen Häuser waren noch nicht eingetroffen. „Professor!“, versuchte Hermine, Professor McGonagall auf sich aufmerksam zu machen, „ich würde gerne nach den anderen Häusern sehen!“ McGonagall signalisierte mit einem Nicken, dass sie die Gryffindors übernehmen würde, und Hermine rannte los. Auf den Ravenclaw-Turm zu. Auf halbem Weg traf sie Professor Flitwick mit den Ravenclaws, ihm hatten sich auch die Hufflepuffs und Professor Sprout angeschlossen. Dann traf die Erkenntnis Hermine wie ein harter Schlag. Warum hatte sie die Hufflepuffs und Ravenclaws gesucht? Die Slytherin hatten nicht einmal einen Hauslehrer! Die Lehrerin achtete nicht auf ihr Seitenstechen. Sie rannte einfach nur, und wie sie erwartet hatte waren die Slytherins über das gesamte Kellerstockwerk verstreut. Die Stimme von Professor McGonagall drang erneut durch die Gemäuer: „Wir sind gezwungen, mit der Evakuierung zu beginnen, obwohl das Haus Slytherin noch nicht da ist. Wir bitten die Angehörigen dieses Hauses, sich zu Professor Granger zu begeben, die in die Kerker kommen wird. Die Neue Gemeinschaft Der Todesser, kurz NGDT, greift an. Sie befinden sich unter der Leitung von Lucius Malfoy. Alle Minderjährigen nach Hogsmeade, die anderen können mitkämpfen. Dort im Dorf warten große Aurorenteams unter der Leitung von Mr. Abbott.“ Jack. Der Gedanke an ihn ließ Hermines Herz schneller schlagen. Aber…NGDT…dort musste auch Severus Mitglied sein. Dieser Gedanke löste unglaubliche Angst in ihr aus Hermine verstärkte ihre Stimme ebenfalls, aber nur so stark, dass die Slytherins sie hörten: „Slytherins, bitte versammelt euch an der Treppe neben dem Gemälde von Siegfried den Ewig Siegreichen! Die Vertrauensschüler kümmern sich um die jüngeren Schüler.“ Die ersten Slytherins trudelten ein. Dennoch dauerte es fast zehn Minuten, bis alle da waren. Mit 200 Schülern im Schlepptau raste Hermine den Weg zurück, den sie gekommen war. Die Evakuierung war in vollem Gange, als sie mit den Slytherins durch die Tür schritt. Die Schüler vegrifgen wenigstens jetzt, was zu tun war. Sie teilten sich in Jahrgänge, und die Erstklässler wurden zuerst durch einen Geheimgang nach Hogsmeade geschickt. Dann von zwei bis sechs alle anderen Jahrgänge. Plötzlich traf etwas Schweres die Fenster der Großen Halle. Es war ein riesiger Felsen mit einer Inschrift. Ergebt euch, dann lassen wir euch am Leben…die meisten zumindest. -NGDT Panisch blickten die Schüler um sich, während die Lehrer sie in den Geheimgang schoben. Niemand sagte ein Wort. Sie arbeiten einfach alle in stiller Übereinkunft . So gelang es den Lehrern, alle in Sicherheit zu bringen, bis auf die Siebtklässler, die bleiben und kämpfen wollten. Teams wurden eingeteilt, was Hermine an die Große Schlacht von Hogwarts erinnerte. So viele waren gestorben – Tonks, Remus, Colin Creevey, Fred….Ron. Sie konnte so etwas nicht noch einmal zulassen! Erst zauberte sie sich den dunkelblauen Umhang des Phönixordens an, was alle anderen auf ihren Wink hin ebenso taten, denn die meisten dagebliebenen Schüler gehörten Dumbledores Armee an. Die DA wurde nach der Großen Schlacht zu einer Möglichkeit für Schüler, sich in Verteidigung gegen die dunklen Künste ausbilden zu lassen, und war eine Art „Jugendorganisation“ des Phönixordens. Für Kämpfe wurden extra dunkelblaue Umhänge entwickelt, die man sich jederzeit durch einen geheimen Zauber anziehen konnte. Hermine ließ sich als Leiterin des Angriffsteams einteilen. Immer einer aus dem Verteidigungs- und dem Angriffteam bildeten eine Einheit. Der Angreifer sollte den Todessern wie wild Flüche auf den Hals jagen, der Verteidiger beschützte ihn. Plötzlich traten Harry, Ginny, Luna, Neville, Hannah Abbott, Rolf Scamander, Dean Thomas, Seamus, die Patil-Zwillinge, Cho Chang und alle Weasleys in die Große Halle. Das war gut – aber Harry hätte nicht kommen sollen! Er war das Ziel der NGDT, da war sich Hermine sicher. Die Todesser hatten genau gewusst, dass Harry Hogwarts würde beschützen wollen. Aber es war zu spät. Harry war hier, jetzt galt nur der bevorstehende Kampf und Harrys Schutz. Gemeinsam mit Jack führte sie die Schülerpaare an, die gemeinsam kämpfen würden. Hermine wollte sich aufteilen, und die große Gruppe zum Büro der Schulleiterin und zum Krankenflügel aufteilen. Urplötzlich strömten Todesser ins Schloss, wie eine gigantische Welle schwappten sie durch die Gänge. Hermine suchte fieberhaft mit ihrem Blick nach ihm, aber es war vergebens. Severus war nicht hier. War er nicht mitgekommen? Hatte Lucius Malfoy ihn getötet? Hermine konnte es nicht wissen. Sie lief mit Jack an ihrer Seite durch die Mauern von Hogwarts. Hier und da kämpften Schüler und Todesser, und am Ende des Flurs erblickten sie Ginny, Luna und Neville, wie sie gegen zwei Todesser kämpften. Fenrir Greyback huschte durch die Kämpfe und nahm schließlich Ginny ins Visier. Leicht geduckt schlich er sich von hinten an sie heran – bis Hermine ihn mit einem sauber ausgeführten Stupor umhaute. Jack Abbott hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn und bedeutete ihr, dass sie weiter musste. Ein Geistesblitz ereilte Hermine: Wenn sie den Führer der NGDT umbrächten, würden die Todesser zu kämpfen aufhören. „Wir müssen Lucius Malfoy aus dem Weg räumen“, raunte die junge Professorin, „ohne Führer werden sie nicht kämpfen!“ Jack nickte zustimmend. Plötzlich brachen mehrere Stücke der Decke herunter. Wie eine Katze wichen Jack und Hermine den Trümmern aus, doch es erinnerte sie schmerzlich an Fred Weasley. Er war von solchen Trümmern erschlagen worden. Im Rennen hielten die beiden Ausschau nach Leichen, fanden jedoch vorerst keine. Das bedeutete nicht…an diese Möglichkeiten wollte Hermine nicht denken. Ginny, Luna, Neville – sie sollten nicht sterben. Und Severus, fragte sich Hermine. Severus war vielleicht schon tot, sie sollte für ihn stark sein und seine eventuellen Mörder besiegen. Kraft strömte durch Hermine, pure, tödliche Kraft. Sie spürte ihre Hand in Jacks, und zog ihn weiter zum nächsten Kampf. Nach drei weiteren besiegten Todessern hatten sie Zeit, in einer Nische zu verschwinden und sich kurz zu unterhalten. Jack flüsterte: „Was ist los, Mine? Du zitterst, und schaust dich ständig um.“ Hermine schämte sich dafür, ihn zu belügen, dennoch sagte sie: „Ich…ich habe Angst um Harry. Die NGDT ist wegen ihm hier, und die anderen sind auch in Gefahr. Ein…Freund von mir müsste da sein, ich habe ihn aber noch nicht gesehen. Aber es ist jetzt egal. Wir müssen weiter!“ Hermine zog Jack aus der Nische und das Paar sprintete die Treppen hoch und hinunter. Die meisten Kämpfe waren bereits zu Ende, und Todesser lagen auf dem Boden. Die Verletzten…und…Leichen der guten Seite waren nicht mehr da. Im Erdgeschoss angekommen bot sich eine erschreckende Szene. Vor dem Schloss hatte sich ein riesiger Hügel aus Mauerstücken aufgetürmt, davor waren Menschenmengen versammelt. Links standen etwa hundert Leute in Todessermasken und -umhängen, rechts Dumbledores Armee und deren Unterstützer. Auf dem Felsbrockenberg stand Lucius malfoy. Wut und Hass kochten in Hermine hoch. Dieser Mann hatte dafür gesorgt, dass Severus wieder ein Todesser werden musste! Niemand würde Severus je wieder vertrauen, wegen diesem Mann!. Aber dann stockten Hermines Gedanken. Sie bleiben stehen, und Hermine knickten die Beine weg. Ohne es zu spüren, landete sie in Jacks Armen, und er hielt sie fest. Es wurde ein gefesselter Harry auf den Trümmerhügel gebracht – eher schwebte er, von Fenrir Greybacks Schwebezauber geführt – und Lucius verkündete mit magisch verstärkter Stimme: „Hier ist er, der Junge der überlebte, der Mann, der den Herren gehen ließ. Nun aber ist der Zeitpunkt gekommen, den Dunklen Lord und seine verlorenen Anhänger zu ehren! Mit dem Tod Harry Potters werden die Vorstellungen und die Gesetze des Dunklen Lords endlich unserer Welt verbessern! Ich werde ihn höchstpersönlich aus dem Weg räumen, ohne seine jämmerlichen letzten Worte“, höhnisch sah Lucius Harry an, „jetzt seht gut zu, ihr werdet damit noch viele Schlammblüter töten!“ „Nein. Werden sie nicht. Du warst schon immer engstirnig und feige, Lucius, und daran hat sich nichts verändert.“ Bevor die Menschen unten am Trümmerhügel den Sprechenden erblickt hatten, surrte ein grüner Lichtblitz durch die Luft, der Lucius Malfoy in den Rücken traf. Dieser kippte mit dem Gesicht nach unten um und blieb liegen. Todesser brüllten ein unübersichtliches Chaos brach aus, als hinter Lucius eine hochgewachsene Gestalt mit Todesserkleidung auftauchte. Die Maske glitt zu Boden…und unzählige überraschte Schreie
wurden laut. Hermine rannte los, und kletterte in einem unglaubliche, geradezu nicht realistischem Tempo den Trümmerhügel nach oben. Auf ihre aufgeschürften Hände achtete sie nicht. Sie warf sich, oben angekommen ohne nachzudenken in die Arme von Severus Snape. „Severus!“, flüsterte sie weinend. Und Severus hielt sie in seinen muskulösen Armen fest. Für alle außer Jack war das sicher schön anzusehen. Die Freude und Erleichterung bei Hermine, die Zufriedenheit bei Severus. Das hatte man schon so lange nicht mehr beobachten können. Während aber die Leute auf Hermines Seite anfingen zu feiern, und Professor McGonagall die Schäden am Schloss begutachtete und teilweise reparierte, gingen Hermine und Severus Hand in Hand zu in Hermines Büro. Im Gehen merkte Hermine, dass die NGDT es nicht auf viel angerichteten Schaden oder Tote, sondern auf Harry abgesehen gehabt hatte. Nun endlich alleine und ungestört äußerte Severus seine Gedanken: „Wer war der Mann neben dir?“ Es war keine Spur von Ärger in seiner Stimme zu erkennen, Hermine blieb aber vorsichtig: „Er…war mein Freund. Jack Abbott, vielleicht kennst du ihn. Aber ich denke nicht, dass das funktioniert hätte.“ Severus antwortete nicht, sondern trat vor Hermine und nahm ihr Gesicht in seine Hände. Viel gefühlsvoller als Jack küsste er Hermine. Geradezu fragend, vorsichtig. Hermine schlang ihre Arme um ihn, und genoss die Freude, die der Kuss auslöste. Severus löste sich sanft von Hermine und legte einen Arm um sie. Dann stellte er die Frage, die Hermine ihre Trauer vergessen ließ: „Mine, möchtest du meine Freundin sein?“ Hermine konnte sich später nicht mehr erinnern, ob sie genickt hatte, weil der darauffolgende Kuss ihre Lippen in Anspruch nahm, oder sie einfach zu glücklich zum Sprechen gewesen war.

Drei Wochen später gab es ein großes Treffen des Phönixordens. Severus und Hermine hatten sich viel getroffen, geredet, geküsst und auch mehr als das. Da das Treffen mehr Party als Besorechung war, zog Hermine ein dunkelblaues, bodenlanges Kleid an. Es sah wegen kleiner, weißer Tupfen wie ein Sternenhimmel aus. Das Haar steckte sich Hermine hoch, und eine kleine Haarspange mit Mond durfte auch nicht fehlen. Als Severus Mine abholte, stellten sie das perfekte Paar da. Beide in dunkelblau, und Severus hatte eine weiße Rose am Revers. Die Party sollte in Shell Cottage, Bill und Fleur Weasleys Haus, stattfinden. Das Haus war in dunkelblau und golden geschmückt. Es kam Hermine viel voller vor, als es wirklich war. Überall waren Menschen. „Hermine!“, rief Ginny, mit Harry an der Seite. Bei dessen Anblick raunte Severus: „Ich hole uns etwas zu trinken.“ Amüsant, dachte Hermine. Harry und Ginny fingen ein lockeres Gespräch mit Hermine an, und geleiteten sie währenddesssen nach draußen. Dort waren Pavillions aufgestellt, geschmückt mit Lampinions. Und eine kleine Bühne gab es auch. Aber warum? Niemand wollte eine Rede halten, das hätte Hermine gewusst. Das ergab für sie keinen Sinn. Dann stieg jemand die wenigen Stufen zur Bühne hoch, und…Severus. Das war ohne Zweifel Severus. Mit einem Strauß weißer Rosen. Hermien stockte der Atem, denn mit magisch verstärkter Stimme verkündete Severus: „Wir sind heute ja hier, um den Niedergang des Dunklen Lords und den erneuten Sieg über seine Anhänger zu feiern. Doch es gibt noch etwas, dass hoffentlich gefeiert werden kann. Hermine? Kommst du kurz?“ Hermines Knie wurden weich. Trotzdem schritt sie elegant auf die Bühne…und Severus ging auf ein Knie. „Hermine Jean Granger, möchtest du meine Frau werden?“ Und dann brach der Tumult los. Einzelne Stimmen lösten sixh aus dem Lärm der Umstehenden. „Hermine, der da war eine Todesser!“ „Dieser Fledermaustyp hat dir gerade, aus dem Nichts einen Antrag gemacht, tu das nicht!“ Ein Haufen Leute stürmte auf die Bühne und nahmen Hermine in die Mitte, trotz deren Proteste. Severus richtete sich auf. „Dann auf Wiedersehen. Wenn ich die Frau, die ich liebe, nicht heiraten darf, werde ich mich jetzt verabschieden.“ Mit einem letzten liebevollen Blick tief in Hermines Augen lief er weg. Zum Meer hin, an die tiefen Klippen. Hermine wollte ihm hinterher, sie tobte, doch Harry hielt sie fest. Irgendwer rief Severus hinterher: „Es wird für alle einfacher, wenn du weg bist, Verräter!“ Das hatte unverkennbar Jack gerufen. Tränen strömten über Hermines Gesicht, der Schmerz drohte sie zu überwältigen, als sie mitansehen musste, wie Severus an der Kante stand. Er tat einen Schritt, und verschwand. Viele erkannten erst jetzt, wie ernst er es gemeint hatte. Und dem Ausdruck auf ihren Gesichtern, hatten die Menschen ein schlechtes Gewissen. Hermine brach zusammen. Bill trug sie auf ein weiches Sofa, und Harry setzte sich mit Ginny neben sie. Doch Hermine sprach nicht mit ihnen. Sie starrte nur ausdruckslos in die Ferne. Wie ein gefühlloser Roboter. Nur Hermine wusste, dass sie nur ihr doppelt gebrochenes Herz schützen wollte. Sie hörte auf zu essen, schlief nicht mehr. Bald wurde sie in die geschlossene Abteilung des St. Mungo Hospitals verlegt. Jeden Tag kam jemand von Hermines Freunden zu Besuch. Das schien sie jedoch gar nicht wahrzunehmen. Hermine wurde immer dünner und kränker, und die Heiler mussten den Angehörigen der Patientin schlechte Nachrichten überbringen: Würde Hermine nicht wieder essen und schlafen, würde sie in wenigen Tagen sterben. Das traf alle, die Hermine gekannt hatten, hart. Dann kam aber dieser eine Tag. Schon morgens besuchte Ginny Hermine, und vormittags kam Harry mit Neville. Da dann nachmittags nur Luna vorbeischaute, war das Zimmer am späten Nachmittag leer. Ein unerwarteter Gast trat dann plötzlich wie eine Geist durch die Tür. Leise, anmutig. Er setzte sich an Hermines Bett, und diese begann, sich zu regen. „Ja, Severus“, krächzte sie. Severus Snape wich nicht von Hermines Seite. Diese wurde rehabilitiert und schließlich entlassen. Ginny rief noch am selben Tag an, um mit Hermine deren Hochzeitskleid zu kaufen. Severus und Hermine zogen in ein wunderschönes Haus nahe Hogwarts, und zur Hochzeit trug Severus einen pechschwarzen Anzug. Hermine hatte mit Ginny ein silbern schimmerndes Kleid ausgesucht, Meerjungfrauenlinie. Die Hochzeit fand in Hogwarts statt, während der Weihnachtsferien. Silberner, mondscheinbeschienener Schmuck wand sich um die Gemäuer, und die Sterne schienen nur für das frischvermählte Paar zu leuchten. Den ganzen Abend schwebte Hermine förmlich vor Freude. Das Glück hatte zu ihr zurückgefunden, in Form eines Zaubertrankprofessors. Das Loch, dass Rons Verlust in Hermine hinterlassen hatte, war nun mit einem severusförmigen Flicken ausgebessert. Nicht ganz, aber zu einem Großteil.
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