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Plötzlich Vater und noch plötzlicher verliebt

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P18 / Gen
Cormac McLaggen Harry Potter Hermine Granger Severus Snape
17.11.2022
08.12.2022
10
11.315
14
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.11.2022 1.117
 
Hallo, habt ihr schon gewartet? Danke für die Unterstützung bei der Geschichte. Ist mir eine Freude :3

Hermine ging immer wieder vor dem Eingang der Kneipe auf und ab, hielt an und lugte durch das Fenster. Viel sehen konnte sie bei dem schummrigen Licht nicht. Also startete sie einen neuen Versuch und hastete zur Tür, indem sie sich gut zuredete. "Das kann doch nicht so schwer sein. Du hast schon schlimmere Sachen hinter dich gebracht."
Die Kneipe war wenig besucht. Hermine erspähte Snape an einem abgelegenen Tisch. Er hatte seine Hände um einen Bierkrug gelegt und schien ganz in der goldgelben Flüssigkeit versunken. Als die junge Frau jedoch seinen Tisch ansteuerte und ihren Mantel über einen Stuhl legte, wachte er wie aus einem Traum gerissen auf und seine Gesichtszüge entgleisten regelrecht.
"Was tun Sie denn hier?"
"Ich habe nach Ihnen gesucht", sagte Hermine unbeirrt und setzte sich zu ihm.
Ihr Gegenüber inspizierte sie ausführlich mit seinen schwarzen Augen. Nach Jahren als Außenseiter in der Zaubergemeinschaft schlummerte verstecktes Interesse in ihm. Dann feixte er: "Wofür den weiten Weg? Wird Ihnen Hogwarts zu klein?"
Unschuldig die Achseln zuckend, nutzte sie die Gelegenheit. Fangen wir damit an.
"Das nicht. Aber um Hogwarts geht es."
Er zögerte erst. Noch bevor sie ihn aufklären konnte, lehnte er ab. "Ich bin nicht interessiert."
"Sie haben ja noch gar nicht gehört, was ich Ihnen anbieten möchte", antwortete Hermine und hoffte, dass es diplomatisch rüber kam. Sie wurde jedoch abgelenkt, als sie ihr Gegenüber genauer ansah: Er hatte einen dunkelgrünen Strickpullover und eine schwarze Jeans an. Seltsam. Sie erinnerte sich nur an schwarze Roben. Auch machte er gar nicht so sehr den Eindruck, nur knapp dem Tod entkommen zu sein. Er musste sich gut erholt haben seitdem.
Zynisch rüttelte er sie wach. "Muss ich raten? Zwei Jahre später stehen Sie bei mir auf der Matte und fragen, ob ich wieder unterrichten will."
"Erwischt. Fragen Sie sich gar nicht, wie ich Sie gefunden habe?"
"Was hat Sie denn abgehalten, eher vorbei zu kommen?"
Sie haben gut reden. Seit einem Jahr wissen Sie, dass James nicht Harrys Vater ist. Haben Sie mal daran gedacht, es Harry zu sagen?
"Ein voller Terminplan", flunkerte Hermine übereilt.
Snape lachte auf. "Sie mischten schon damals überall mit. Warum sollte das jetzt anders sein. Ich glaube trotzdem nicht, dass Sie überarbeitet sind. Hogwarts hat die aufregendste Zeit hinter sich."
"Es gibt immer was zu tun."
"Soll ich mich langweilen? Ich bin kein Anfänger, ich war Spion", sagte er maßregelnd.
"Unbestritten." Aus diesem Grund war ihr schleierhaft, was er den ganzen Tag machte. Hatte er irgendein Hobby, mit dem er sich beschaftigen konnte? Haustiere? Besser nicht. Besonders geduldig war er damals nicht gewesen.
Snape lehnte sich zurück und trank sein Bier, als der Kellner zum Tisch kam. Hermine bestellte für sich selbst auch ein Bier und startete einen neuen Versuch. "Wir brauchen Unterstützung in Zaubertränke. Nachdem mehrere Kandidaten abgesprungen sind, waren wir gezwungen, eine Alternative zu finden."
Snape hob einen Mundwinkel und grinste fies. "Hogwarts leidet unter Lehrermangel? Ist ja ganz was Neues. Sollte es nach dem großen Sieg nicht so sein, dass sich die Einrichtung vor Angeboten gar nicht mehr retten kann?"
Hermine unterdrückte ein Luftschnappen. "So war es am Anfang auch. Aber dann hat sich rausgestellt, dass viele Betrüger unter den Bewerbern waren. Neugierige Reporter und dergleichen. Sogar aus Amerika!"
"Ja, das kann ich mir vorstellen", sagte Snape verstimmt. Er schien kein Freund der Klatschpresse und das wertete Hermine als gutes Zeichen.
Da eben der Kellner mit ihrem Bier kam, wartete sie mit dem nächsten Schachzug. Es war an ihr, dran zu bleiben. Hogwarts brauchte einen guten Lehrer und Snape hatte so lange dort unterrichtet, dass es etwas geben musste, was ihm daran wichtig war. Jetzt bloß keinen Fehler machen.
"Haben Sie noch gar nicht von selbst daran gedacht, wieder zurück zu kommen?"
"Jaa, habe ich", sagte er gedehnt.
Ihre Augen befanden sich auf gleicher Höhe. Hermine war auf ihrem Stuhl nach vorne gerutscht und hielt sich am Bierkrug fest. Konnte sie riskieren, ihm zu sagen, dass Harry selbst Zaubertränke unterrichtete?
"Was ist daraus geworden?"
"Ich hörte auf, die Nachrichten über Hogwarts zu lesen, als ich sehen musste, wer neuer Direktor wurde."
"Sie würden uns und den Schülern einen großen Gefallen tun. Harry unterrichtet Zaubertränke jetzt selbst. Uns blieb nichts anderes übrig."
"Er selbst?" Snape war laut geworden. Er berührte abwechselnd mit zwei Fingern seinen Nasenrücken, als er es merkte. Hermine hatte den Eindruck, dass es ihm half, entspannter zu werden. "Er hatte kein Talent für Zaubertränke", sagte er pragmatisch.
"Er war gar nicht so schlecht", kam Hermine zur Verteidigung ihres besten Freundes.
Snape hob eine Augenbraue. "Darüber werden wir uns nicht einig."
Da sie das Thema nicht vertiefen wollte, erklärte sie: "Wir hatten keine Alternative. Muggelkunde ist Pflichtfach geworden und wird von mir unterrichtet. Ron hat Quidditch bekommen und Harry zusätzlich zum Posten als Direktor Zaubertränke. Ron ist mit den Gewohnheiten der Muggel nicht genügend vertraut und Harry fehlt das nötige Fingerspitzengefühl für sensible Themen. Was hätten wir da machen sollen?"
"So gesehen klingt alles nach einer vernünftigen Lösung", musste auch Snape zugeben. "Abgesehen von Zaubertränke."
"Geben Sie sich einen Ruck. Sie wären uns eine große Hilfe."
Er grinste spöttisch. "Der Schule schon. Aber nicht Ihrem Direktor. Wir hatten uns schon früher nicht viel zu sagen. Glauben Sie, dass sich das dadurch ändert?"
"Harry weiß, dass wir Sie brauchen. Er wird Ihre Arbeit so wenig wie möglich beeinflussen", versicherte Hermine guten Mutes. Harry nahm seine Pflichten in Hogwarts sehr genau und er wusste, dass sie keinen besseren Lehrer für Zaubertränke bekommen konnten.
Snape bewegte den Kopf hin und her und dachte mehrere Minuten nach. "Dann wird er nichts dagegen haben, wenn ich ihn gelegentlich daran erinnere."
Hermine strahlte vor Freude. "Heißt das, Sie kommen zurück?"
"Ja", sagte er gleichmütig. "Aber erst werde ich meinem neuen Arbeitgeber eine Liste mit Arbeitsbedingungen schicken. Wenn er damit einverstanden ist, sehen wir uns bald in Hogwarts."
"Sie können gleich nächste Woche einziehen. Ich kümmere mich darum."
Hermine kehrte zuversichtlich nach Hogwarts zurück. Sie hatte Snape zwar nicht auf seine Vaterschaft angesprochen, doch ihr erstes Ziel war erreicht. Jetzt hieß es nur noch Eile mit Weile. Sogar wenn Harry einen Kopfstand machte, würde das nichts beschleunigen.
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