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Fremde Gewässer

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Het
Bepo OC (Own Character) Penguin Shachi Trafalgar Law
16.11.2022
24.11.2022
2
4.019
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24.11.2022 2.323
 
Als Leah langsam wieder zu sich kam, bemerkte sie kaum etwas, aber sie war anscheinend weich gebettet und ihr Körper schmerzte nicht. War sie nun doch tot? Gestorben durch die Tritte und den Blutverlust, den sie erlitten hatte? Nein, da war noch etwas anderes, sie konnte ein leises Piepsen hören und Stimmen, aber sie hatte keine Kraft sich weiter darauf zu konzentrieren. Die Müdigkeit zog sie wieder zurück in die tiefe Schwärze, also schlief sie wieder einige Stunden, ohne zu träumen. Als die Rothaarige das nächste Mal erwachte, bemerkte sie ein Schmerz, der von ihrer Körpermitte auszugehen schien, wo genau er her kam, war ein Rätsel, das letzte Mal tat ihr nichts weh, da war sie doch tot oder nicht?

Leah kam immer mehr zu Bewusstsein. Ihr Körper war schwer und die Schmerzen wurden stärker und dumpf pochend. Als sie versuchte die Augen zu öffnen, blendete sie helles, grelles Licht, sie kniff die Augen sofort wieder zusammen und versuchte sich an das Licht zu gewöhnen. Es war schwer und dauerte einige Zeit, aber als sie es geschafft hatte, bekam sie einen Überblick, wo sie denn eigentlich gelandet war. Sie sah die Decke an, versuchte an der Lampe, die direkt über ihr hing, vorbeizuschauen, als sie dies geschafft hatte, bemerkte sie den Raum, der komplett gefliest war. Zudem war er sehr sporadisch eingerichtet, an der linken Wand standen Regale mit Büchern, davor ein Schreibtisch aus massivem Holz. Als sie ihren Kopf nach rechts bewegte, sah sie eine weitere Liege. Sie hatte einen schwarzen Bezug, über ihr ebenso eine Lampe, die allerdings nicht eingeschaltet war, daneben standen irgendwelche Maschinen. Hinter der Liege waren einige Schränke mit verschlossenen Türen.

Sie sah also nicht, was sich darin verbarg. Als sie wieder zur Decke schauen wollte, streifte ihr Blick ein großes Gerät, das neben ihrem Bett stand. Auf diesem standen Zahlen und Linien, die Zacken und leichte Kurven schlugen, und auch jetzt erst drang dieses leise piepsende Geräusch erneut an ihre Ohren. Das hatte sie also geweckt! Es dauerte eine Weile, bis sie geschockt feststellte, dass dies ein Herzmonitor sein musste. Sie versuchte sich zu bewegen, schaffte es aber nur mit großen Schmerzen und mit viel Mühe, >> Wo bin ich denn hier gelandet? <<, war das Einzige, das sie sich dachte, bevor sie ihren rechten Arm betrachtete, um den ein Verband gewickelt war, aus dem ein Schlauch ragte. Ihr Blick folgte dem durchsichtigen Schlauch, bis zu einem Beutel, der mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war. Es musste sich also um eine Infusion handeln, sie kniff die Augen zusammen, um die Schrift darauf erkennen zu können. Es fiel ihr allerdings so schwer, dass ihr nach kurzer Zeit die Sicht verschwamm und sie es aufgab.

Als sie weiter fieberhaft überlegte, wie sie denn hierher kam, bemerkte sie auch das etwas um ihre Mitte geschlungen war. Sie hob die Decke, die über ihr lag, ein Stück an und sah nur ein weißes Hemd, >> Woah, das ist aber nicht meine Kleidung! <<, in diesem Moment schwang jedoch die Tür zum Behandlungsraum auf. Leah erschrak sich so sehr, dass das Gerät für ihr Monitoring anfing, heftig loszugehen. Ihr Besucher wurde dadurch auf sie aufmerksam. Er war groß schlank, hatte schwarze Haare und war sonnengebräunt. Seine ganze Bewegung, wie er lief, sah elegant und sehr ruhig aus, als er auf die Rothaarige zu steuerte.

Sein Gesichtsausdruck war entgegen seiner Haltung nicht mehr so freundlich. Er sah müde aus und hatte einen mürrischen Gesichtszug. Als er bemerkte das Leah wach war, blieb der großgewachsene Mann stehen, beobachtete die Rothaarige erst, fast so als ob er dem Frieden nicht trauen würde. Als sie ihren Kopf wieder in seine Richtung drehte, blickten ihr müde stahlgraue Augen entgegen, die anders als seine ganze Körpererhaltung, sehr wachsam waren, als würde er nur auf etwas warten. Nur kurze Zeit später löste sich der Schwarzhaarige aus seiner Starre und trat an die Behandlungs- liege heran. Er notierte sich ihre Werte in einer Akte, dann sah er sie erneut an. Sie hatte smaragdgrüne Augen, das fiel ihm sofort auf, denn solch eine Farbe hatte er noch nie gesehen. „Hast du irgendwo Schmerzen?“, fragte er, seine Stimme passte perfekt zu seinem Aussehen. Sie war, distanziert, tief und klangvoll. „Ja, Mein…“, sie setzte zum Sprechen an, aber ihre Stimme brach wieder ab. Sie musste husten, ihr Hals kratzte und war staubtrocken. Erstmal benötigte sie etwas zu trinken, der junge Mann verstand und ging zum Waschbecken, um ein Glas mit Wasser zu füllen.

Als er zurück kam, versuchte Leah sich etwas aufzurichten. Leider erfolglos, sie sank zurück in die Kissen, zu stark waren die Schmerzen. Der Mann stellte das Glas auf dem kleinen Beistelltisch neben der Liege ab. Er half ihr sich aufzurichten, dann gab er ihr das Glas Wasser, das er zuvor geholt hatte. Sie nahm es dankend an und trank es leer. Als sie das Glas dem großgewachsenem Mann zurückgab, fielen ihr die schwarzen Buchstaben an seinen Händen auf. Sie schluckte, war das wirklich der Mann, an den sie gerade dachte, und der steckbrieflich gesucht wurde? Wenn dem so sein sollte, dann musste sie hier wieder weg, und zwar schleunigst!

Der Schwarzhaarige holte einen Hocker unter dem Beistelltisch hervor und setzte sich darauf, „Du bist seit ca. 8h bei uns, weißt du denn noch was passiert ist?“, wollte er wissen. Die Rothaarige überlegte: Sie wurde angegriffen, ja, daran konnte sie sich noch erinnern. Sie räusperte sich, ihre Stimme klang immer noch leicht rau, „Ich weiß noch, dass drei Männer mich angriffen, aber ich weiß nicht wieso?“ Der Schwarzhaarige gab sich mit dieser Erklärung vorerst zufrieden, den Rest könnte er noch herauffinden. „Okay, aber ich müsste dich noch mal untersuchen, da die beiden Schnitte anscheinend nicht die einzigen Verletzungen sind, die du davongetragen hast.“ Als er Leah offenbarte, was er vor hatte, versteifte sie sich. „Muss das denn wirklich sein?“, sie wollte es nicht, „und vor allem, wer bist du eigentlich?“ Diese Frage brauchte sie nicht zweimal stellen, der Schwarzhaarige fing an böse zu grinsen, „Ich bin Trafalgar Law, Chirurg des Todes.“ Sie versteifte sich. Das durfte jetzt nicht wahr sein! War sie wirklich beim Chirurg des Todes gelandet? Der, der den Ruf hatte, dass nur er allein entschied, welcher Patient auf seinem Operationstisch überlebte, und wer starb!?!

Die junge Frau wurde unruhig, sie wollte nicht als eine seiner Laborratten enden. Mit einem Mal rauschte das Adrenalin durch ihre Adern, der Schmerz verschwand, sie türmte von der Behandlungsliege und stürmte Richtung Tür. Als sie sie aufriss und hinaus wollte, bemerkte sie nicht das große flauschige Etwas, das mitten im Türrahmen auftauchte und ihr somit den Fluchtweg abschnitt. Sie prallte dagegen und federte zurück, mit einem erstickten Aufschrei landete sie auf dem Boden. Ein lautes Knacken war zu hören und die Rothaarige saß wimmernd am Boden.

Als sie nach oben blickte, um zu sehen, was ihr den Weg versperrte, erstarrte sie und blickte einer riesige weiße Schnauze entgegen! Sie war halb geöffnet, weswegen zwei spitze Zahnreihen zu sehen waren. Vor ihr stand ein riesiger Polarbär! Leah fing an zu zittern und wimmerte ein ersticktes „Oh Gott, nein, ich will noch nicht gefressen werden!“, als sie rücklinks davonrobbte, um weiter von dem Ungetüm wegzukommen. Dieses bewegte sich zu ihrem Glück nicht weiter vom Fleck, sondern ließ nur betrübt die Ohren hängen und murmelte ein „Entschuldigung“, welches sie in ihrer Panik kaum verstand. Da sie immer mehr in die Nähe des Chirurgen rückte, ergriff dieser die Chance, um sie an den Armen zu packen. Womit er allerdings nicht rechnete, war, dass sich die Frau erschrak und um sich zu schlagen versuchte. Er konnte gerade so noch einen Schlag abhalten, den er sonst mitten ins Gesicht bekommen hätte.

Von dem Lärm im Behandlungsraum angezogen, steckte eine weitere Person den Kopf zu Tür herein: Er hatte eine ulkige Mütze auf und unter dieser lugten rote Haare hervor. Als der Arzt ihn sah, rief er ihm nur ein hastiges „Shachi, komm her, ich braucht dich hier“ zu. Schnell eilte der junge großgebaute Mann zu seinem Kapitän, um ihm zu unterstützen. Der Mützenträger nahm Law die zappelte Rothaarige ab, die sich sehr gegen den Griff Shachis wehrte. „Nein lass mich los, argh, fass mich nicht an“, zeterte die junge Frau. Nur ihre Bitte wurde leider nicht erhört, im Gegenteil: Je mehr sie sich wehrte, desto mehr musste der junge Mann sie festhalten, „Jetzt hör endlich auf so zu zappeln, du machst alles nur noch schlimmer, als es eigentlich ist!“, meckerte das für sie unbekannte Crewmitglied, da sie sich immer wieder versuchte aus seinem Griff zu winden. Der schwarzhaarige Chirurg hingegen, war bereits auf dem Weg, um eine Spritze mit Diazepam aufzuziehen. Er schätzte ihr Gewicht, da er nicht genau wusste, wie viel sie wirklich wog.

Als er sich dann erneut seiner Patientin zuwendete, war sich noch immer nicht ruhiger geworden, was die Gabe des Beruhigungsmittels unausweichlich machte. Er kniete sich zu ihr und seinem Crewmitglied, und ergriff ihren Arm. Als Leah bemerkte, was er da vorhatte, versuchte sie ihm ihren Arm zu entreißen. „Halt still“, zischte er nur, woraufhin sie dem Chirurgen eine Schimpftirade an den Kopf warf. „Verdammt!“, sie versuchte erneut ihren Arm wegzuziehen, „Nein, lass mich endlich los, ich will das nicht! Fass mich bloß nicht an!“ Als er ihren Arm endlich fest im Griff hatte, und sicher war, dass sie ihn nicht mehr wegziehen konnte, desinfizierte er die Armbeuge und setzte gekonnt die Nadel an der nächstbesten Vene an, die er finden konnte.

Ein Stich folgte, dann floss das Mittel in ihren Körper. Es sollte nicht lange dauern, bis sie sich beruhigt hatte. „Was war das!“, fauchte die junge Frau, weiter jedoch kam sie nicht, da ihre Stimme abbrach und die gesamte Welt um sie herum anfing sich zu drehen. Das Sprechen fiel ihr schwer, ihre Atmung wurde flacher und ruhiger, ihr Körper entspannte sich langsam wieder. Sie war zwar weiterhin ansprechbar, aber schien sich nicht wehren zu können. Der Arzt hob sie hoch und legte sie erneut auf den Behandlungstisch nieder. Ein leichtes Zittern durchfuhr ihren Körper, sie hatte Angst, da sie wehrlos vor einem Piraten lag, von dem sie nicht einmal wusste, ob er ihr etwas antun würde.

„Ich weiß das du mir gerade nicht wirklich vertraust, aber ich glaube, du bist im Moment auf uns angewiesen, deswegen lass mich dir einfach helfen!“, erklärte Law ihr mit viel Nachdruck, um ihr klarzumachen, wie es um ihre Gesundheit stand. Wenn sie sich weiter so dagegen wehrte, könnte er sie auch einfach unbehandelt lassen, und auf der nächstbesten Insel absetzen, aber dies konnte er mit seiner Verpflichtung als Arzt nicht vereinbaren! Er hatte sich einmal geschworen, so vielen Menschen zu helfen, wie möglich! Dies war zwar noch vor seiner Zeit als Pirat, doch wollte er diese Philosophie nicht aufgeben. „Shachi, ich glaube, ab hier brauche ich deine Hilfe nicht mehr. Du kannst wieder deiner eigentlichen Arbeit nachgehen.“ Der Bemützte nickte nur und verschwand mit einem kurzen „Aye Käpten!“

Der Chirurg wandte sich wieder seiner Patientin zu. Ein zögerliches Nicken ihrerseits, veranlasste ihn dazu mit der Untersuchung zu beginnen, er holte sich alle nötigen Utensilien, zog Handschuhe über und desinfizierte sich vorher aber die Hände. Er schob den Kittel, den er ihr bei ihrer Ankunft auf seinem Schiff übergezogen hatte nach oben. Zuallererst tastete er ihren Bauch ab, als seine kalten in Gummi verhüllten Hände ihren Bauch berührten, durchlief ihr Körper erneut ein Zittern. Er war sich nicht sicher, ob es an seinen kalten Händen lag, oder ob sie tatsächlich so große Angst vor ihm hatte.
Als der Arzt ihn abtastete, bemerkte er das er viel zu fest war. Er sah der Rothaarigen in die Augen, „Sag mir, ob das hier wehtut“, er drückte an einer Stelle nahe an ihrer Leiste. Sofort verzog sie das Gesicht, mit einem Wimmern bestätigte sie seine Vermutung. Das war nicht gut! Er zog einen Rollwagen mit einem Ultraschallgerät heran, „Das wird jetzt kurz kalt“, auch wenn er sie vorgewarnt hatte, zuckte sie zusammen, als das kalte Gel ihren Bauch berührte.

Er nahm den Ultraschallkopf und untersuchte ihren kompletten Bauch auf innere Blutungen oder anderen Beschädigungen an Organen, aber er konnte einfach nichts finden. Es war ihm ein Rätsel, wie konnte ihr etwas wehtun, wo er nichts fand? „Moment mal!“, dachte er laut, hatte es nicht vorhin, als sie gestürzt war, ein merkwürdiges Geräusch gegeben? Es fiel dem Schwarzhaareigen, wie Schuppen von den Augen. Wenn er nach Etwas suchte, das aber mit einem Ultraschall nicht zu sehen war, dann konnte es sich nur um etwas an den Knochen handeln. Er holte sich sein mobiles Röntgengerät, um von der Wirbelsäule und der Hüfte Aufnahmen zu machen. Als die Bilder entwickelt waren und er sie auf seine dafür vorgesehene Halterung des Lightboards steckte, konnte er zunächst nichts Besonderes ausmachen. Die Wirbelsäule sah gut aus, keine Brüche oder Sonstiges, anders sah es aber bei der Hüfte aus.

Law trat zu seiner Patientin heran, um ihr zu erklären, wie es um ihre Gesundheit stand. Er suchte Augenkontakt mit der Rothaarigen, sie jedoch wich seinem Blick aus, „Also mit deiner Wirbelsäule ist alles in Ordnung. Es gibt keine Frakturen oder Quetschungen. Es wurden auch keine Nerven oder Gefäße verletzt.“ Die Rothaarige schaute zu dem Chirurgen, er hielt inne. Als ihre Blicke sich trafen, bemerkte er, dass sie müde aussah. Sie hatte glasige Augen, welche durch die Schmerzen herrührten. „Dein Hüftbein ist horizontal gebrochen. Der Bruch ist glatt und hat sehr wenige Splitter gebildet“, er sah sie noch eindringlicher an, „Es sollte also mit genug Schonung von allein zusammenheilen, dafür müsstest du aber an Bord bleiben!“

Law konnte sich denken, dass sie es vielleicht nicht toll finden könnte, die Zeit ihrer Genesung auf seinem Schiff verbringen zu müssen, aber er war ihr noch die Rettung aus dem See schuldig, zumal sie ohne ärztliche Hilfe noch in der Gasse verblutet wäre. Das konnte er mit seinem inneren Arzt nicht ausmachen. Er war zwar Pirat, aber in erster Linie liebte er die Arbeit als Chirurg...
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