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Fighting

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Carlos Sainz jr. Charles Leclerc Lando Norris Max Verstappen Mick Schumacher Pierre Gasly
16.11.2022
22.12.2022
10
16.388
6
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4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.11.2022 1.558
 
Kapitel 5

Nach dem Gespräch mit Mick fühle ich mich bereit fürs Qualifying, denn eins steht für mich fest, ich werde allen zeigen, was in mit steckt. Ich habe nicht so lange gekämpft um wieder richtig Sport machen zu können um mir das von anonymen Menschen kaputt zu machen, die mich nicht mal kennen.

Motiviert steige ich ins Auto und fahre meine Runden. Die Zeit verfliegt rasend schnell und ich kann es nicht fassen, dass ich mit Platz 14 in Q2 gelandet bin und nun ein weiteres Mal auf die Strecke darf. Es verbleibt noch eine halbe Minute, dann ist die Zeit abgelaufen, ich bin gleich auf der Zielgeraden um meine letzte Rundenzeit zu setzen. Ich weiß, dass ich mich noch verbessern muss, denn aktuell bin ich auf Platz elf direkt hinter Mick. Ich rase auf der Strecke entlang und für diesen Augenblick ist alles andere vergessen. Es gibt nur noch mich und das Auto und sonst nichts. Es fühlt sich an wie vor meinem Unfall damals, einfach nur befreiend. Denn seitdem, habe ich eigentlich immer im Hinterkopf, was passieren kann, doch jetzt ist alles andere unwichtig und ich gebe mein Bestes.

„P8 Hannah“, jubelt mein Renningenieur „Aber Achtung Magnussen, Stroll und Alonso sind noch nicht durch und aktuell hinter dir.“

Langsam fahre ich durch die Boxengasse und drücke innerlich die Daumen, es reicht, wenn nur einer von ihnen schlechter als meine Zeit fährt, dann habe ich es tatsächlich in Q3 geschafft. Mein Ingenieur stellt einen Monitor an mein Auto und ich kann sehen, dass alle außer Magnussen bereits durch sind und meine Zeit gestoppt haben, nun bin ich auf Platz 10. Verzweifelt sehe ich seiner schnellen Runde zu, als er durchs Ziel kommt, blicke ich auf seine Zeit, er ist knapp zwei tausendstel vor mir. Enttäuscht lasse ich die Schultern hängen, immerhin Platz 11 denke ich mir. Plötzlich kommt Lilli jubelnd auf mich zugesprungen.

„Hannaaaaaah“, schreit sie „P10!!!“

„Was??“

Mein Renningenieur kommt zu mir „Ab ins Auto, Magnussens Zeit wurde wegen Tracklimits gestrichen, du bist P10 und damit in Q3.“

„Ach du scheiße“, falle ich in Lillis Gebrüll ein und flitze dann zu meinem Wagen. Mein Renningenieur sieht mir schmunzelnd hinterher.

Letztlich blieb es bei P10, denn gegen die anderen Autos habe ich keine Chance. In der Boxengasse kommt mir Mick entgegen, welcher morgen neben mir auf P9 starten wird. Grinsend schlägt er bei mir ein.

„Wir haben bewiesen, dass wir es draufhaben. Du warst super Hannah“, gratuliert er mir.

„Du auch“, gebe ich lächelnd zurück.

„Oh man, du hättest die Gesichter der Haasleute sehen müssen, als ich gejubelt habe, weil Kevins Zeit gestrichen wurde. Das ist zwar nicht die feine Art und normalerweise freue ich mich für ihn und das Team, aber ich habe mich so für dich gefreut. Denn du hast es verdient.“

„Danke“, ehrlich schaue ich ihn an und Mick drückt mich kurz.

„Hannah? Kommst du? Du hast noch Physio bei mir“, bestellt mich mein Physiotherapeut zu sich.

Mein Lächeln wird ein wenig schmaler und ich verabschiede mich von Mick. Ich trotte Mark hinterher ins Zimmer, wo er mich bittet, mich oberkörperfrei auf die Liege zu legen. Wie schon beim letzten Mal massiert er meinen Rücken, wenn auch vorsichtig.

„Du kannst meinen Rücken ruhig etwas fester massieren“, erkläre ich „Die Narbe sieht zwar unschön aus, aber es ist alles verheilt, so lange du nicht mit deinem vollen Körpergewicht draufdrückst, ist das in Ordnung.“

Mark nickt und arbeitet nun fester weiter. Langsam entspanne ich mich und schließe meine Augen.

Wach werde ich, als ich sanfte Berührungen an meinem Nacken spüre, sowie an der Seite meiner Brüste. Automatisch kneife ich meine Augen zu und spanne mich an.

„Tut mir leid, da bin ich wohl kurz mit der Hand abgerutscht“, entschuldigt sich mein Physio und macht am Rücken weiter.

Entspannen kann ich mich trotzdem nicht mehr und ich bin erleichtert als die Zeit um ist und ich mich schnell ankleiden kann. Knapp verabschiede ich mich bevor ich den Raum verlasse. Dadurch, dass ich es so eilig habe wegzukommen, achte ich nicht auf andere Menschen als ich das McLaren Gebäude verlasse und laufe prompt in eine rotgekleidete Person rein. Mit einem lauten Plumps gehe ich zu Boden.

„Oh, das tut mir leid“, entschuldigt sich die Person und hilft mir hoch. Wieder aufgerappelt stehe ich Charles gegenüber.

„Passt schon“, brumme ich.

„Hannah“, murmelt Charles „Können wir uns unterhalten?“

„Über was? Ich wüsste nichts, was wir zu bereden hätten.“

„Ich möchte mich entschuldigen.“

„Hast du doch gerade schon“, gebe ich irritiert zurück. „Hast du dir beim Zusammenstoß den Kopf gestoßen?“

„Ich meine nicht wegen gerade, sondern wegen früher.“

„Das ist lange her“, murmele ich.

„Ich weiß, aber ich habe dich trotzdem scheiße behandelt und das grundlos, nur, weil ich auf Max sauer war und weil“, entgegenet Charles, verstummt dann aber gegen Ende.

„Und weil?“, hacke ich nach.

„Und weil ich wusste, dass du sein Schwachpunkt bist. Das war dir gegenüber nicht fair und das tut mir leid. Ich habe mich geändert und bin nicht mehr so ein Mensch. Kannst du mir verzeihen?“

„Wie wäre es mit einem Neuanfang?“, schlage ich etwas vor, von dem ich mir nicht sicher bin, ob ich das auch schaffe.

„Das wäre schön“, erwidert Charles und ich sehe Erleichterung in seinen Augen. „Wieso bist du eben überhaupt so schnell aus dem McLaren Gebäude geflüchtet?“

„Ich bin nicht geflüchtet“, widerspreche ich, auch wenn er eventuell sogar Recht hat. „Ich fühle mich momentan nur von allen beobachtet und verurteilt“, nenne ich ihn einen anderen Grund für mein schnelles Verlassen des Gebäudes.

„Sobald das Rennen morgen vorbei ist, wird jeder nur noch von deiner Leistung reden“, macht Charles mir Mut.

„Schauen wir mal“, gebe ich zurück.

„Wir sehen uns“, murmelt Charles und lächelt mir zum Abschied zu.

Ich winke und gehe zu meinem Auto. Dort steht Max, der mich schief grinsend ansieht „Was war das denn? Du hast dich mit Charles unterhalten? Und sahst sogar freundlich dabei aus.“

„Wir haben uns kurz ausgesprochen. Ich denke ich bin eben auch erwachsen geworden“, murmele ich.

„Du? Erwachsen?“, frägt Max ungläubig nach.

„Lach nur, ich bin definitiv erwachsener als du.“

„Vergiss nicht, wer von uns beiden ein Jahr älter ist“, grinst Max.

Ich ziehe eine Grimasse. Er hat mich schon als Kind immer aufgezogen, dass er doch älter sei als ich.

„Jaja“, murmele ich und ziehe eine Grimasse. „Soll ich dich mit zum Hotel nehmen?“, erkundige ich mich bei Max.

„Klaro, deshalb stehe ich hier, du glaubst doch nicht, dass ich einfach so auf dich warte oder?“, ärgert mich Max.

„Ach weißt du was, ich glaube du brauchst noch ein wenig Sport und solltest laufen“, necke ich ihn zurück.

„Vergiss es“, empört sich Max und setzt sich schnell auf den Beifahrersitz.

Grinsend steige ich ebenfalls ins Auto und bringe uns zum Hotel. Schlussendlich nehmen wir den Aufzug, da Max sich weigert die Treppen zu nehmen. Ich glaube, hätte ich ihn dazugezwungen, hätte er wütend mit dem Fuß gestampft und gebockt wie ein kleines Kind.

„Armer kleiner Max, musstest du dich heute schon so viel bewegen?“, betüttele ich ihn nun wie ein kleines Kind, was ihn zum Schmollen bringt.

„Bisschen mehr Mitleid bitte.“

„Du bekommst kein Mitleid, du hast die Pole“, rüge ich ihn. „Immerhin sind wir Konkurrenten schon vergessen?“

„Hannah“, mault Max „Nimmst du mich in den A-arm?“

„Na gut mein armes kleines Baby“, grinse ich.

„Ey!“, empört sich Max „Manchmal zweifele ich echt daran, dass du mich liebhast.“

„Du weißt ganz genau wie lieb ich dich habe“, widerspreche ich ihm. „Übrigens kann Charles sicherlich ein Lied davon singen, wie gemein ich sein kann, wenn ich einen nicht lieb hab.“

„Ja der Arme, der hat bestimmt jahrelang Albträume wegen dir gehabt.“

„Zurecht. Aber du hast auch deinen Anteil daran, dass alles so eskaliert ist denk daran Max. Wärst du nicht gewesen, hätten Charles und ich uns super verstanden.“

„Wer weiß“, entgegnet Max. „Aber jetzt habt ihr euch ja ausgesprochen und ich hab´ mich mit ihm auch schon ausgesprochen also alles palletti. Übrigens ging der Hass irgendwann glaube ich eh nur noch von deiner Seite aus. Denn damals im Krankenhaus war ich nicht dein einziger Besucher, der ständig da war. Wann glaubst du haben Charles und ich uns ausgesprochen? Ganz genau, vor deinen Augen, aber du lagst da noch im Koma und hast es deshalb nicht mitbekommen. Aber dank dir verstehen wir uns inzwischen ganz gut.“

„Na wenigstens euch hat es also was gebracht“, seufze ich und verberge meine Überraschung darüber, dass Charles mich wohl so oft besucht hat.

„Warum hast du das nie erwähnt? Also das mit Charles´ Besuchen?“

„Keine Ahnung, vielleicht will ich dich ja nicht teilen. Mit niemanden.“

„Max, du weißt aber schon, dass ich nicht dir gehöre und dass du sowieso immer zu den Menschen gehören wirst, die ich am meisten liebe.“

Max macht einen Kussmund, weshalb ich ihn schlage „rein brüderlich du Idiot! Da bin ich einmal nett zu dir und dann sowas.“

„Hab dich auch lieb.“


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Ich freue mich über Rückmeldungen (muss auch nichts langes sein) :)
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