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Ein Jahr

von Terrier
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Romance / P18 / Het
Kriminalhauptkommissar Peter Faber Kriminalhauptkommissarin Martina Bönisch
13.11.2022
07.12.2022
20
17.728
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25.11.2022 629
 
Circa zwei Stunden später zeigten sich erste Zeichen von Müdigkeit bei Faber. Er fuhr den nächstmöglichen Rastplatz an. Er rüttelte vorsichtig an Martinas Schulter: „Hey, aufwachen. Außerhalb von Dortmund mutierst du wohl zum Murmeltier…“ Diese schlug völlig verschlafen die Augen auf: „Oh, da bin ich wohl
kurz eingenickt, sorry Faber“ Faber versuchte ein kleines Lächeln: „Is schon gut. Bin ja froh, dass du überhaupt mal geschlafen hast.“ Dann kletterte er nach hinten, öffnete seinen Rucksack, und zog zu Martinas völliger Verwunderung ein schwarzes Sakko heraus. Mit den Augen suchte Martina das Wohnmobil nach seinem Parka ab, und stellte fest, dass sie selbst mit dem Ding zugedeckt worden war… Sie sah Faber verständnislos an: „ Was wird denn dass, wenn es fertig ist?“ Faber zog das Sakko glatt und antwortete: „Tarnung Martina, ich geh jetzt mal was zu essen holen, und muss kurz aufs Klo, willste mit?“ Martina grinste: „Zum Essen holen ja, ansonsten bevorzuge ich die Damentoilette Faber.“ Sie kroch aus ihrer Position, und spürte jeden Knochen. Draußen vertrat sie sich kurz die eingeschlafenen Füße. Dann betrat sie mit Faber die Raststätte.

Drinnen herrschte noch kein reger Betrieb, am einem der Tische war ein alter Mann, der einsam eine Bratwurst aß, ansonsten war nur noch der Mann da, der gerade Dienst hatte. Martina verzog sich auf die Toilette. Faber sprach mit dem Diensthabenden Mann. Als Martina wieder kam, drückte Faber ihr zwei Portionen Currywurst mit Pommes in die Hand, und ging selbst Richtung Toilette. „Hallo junge Frau, ich hab ihrem Mann schon gesagt, dass es viel zu früh ist, um einen Campingplatz anzufahren. Die haben meist erst ab 9:00 oder 10:00 Uhr auf. Wenn Sie bis dahin Pause machen möchten, können sie sich gern bei mir auf den Parkplatz stellen, und noch ein paar Stunden schlafen. Sie sehen beide aus, als hätten sie es nötig.“

Martina bedankte sich, und sah auch schon Faber um die Ecke kommen. Der sagte dem Mann, dass sie das Angebot annehmen würden. Dann gingen sie zurück zum Wohnmobil, parkten es schnell um, und aßen dann die Currywurst. Faber gähnte sperrangelweit. „Es wäre wirklich gut sich nochmal aufs Ohr zu legen“ meinte er. Er schob den Tisch weg, und klappte das Sofa aus. Martina spielte kurz mit dem Gedanken auf das Hochbett über der Fahrerkabine zu klettern. Faber erriet ihren Gedanken und meinte: „Das ist glaub ich keine so gute Idee, man könnte dich von außen sehen, dass könnte unsere Tarnung kaputtmachen, der Mann im Restaurant denkt, wir sind verheiratet, und außerdem ist das da oben nix für deinen Rücken“ fügte er etwas zu schnell hinzu.

„Was hast du dem Typ da drin erzählt?!“ meinte Martina. „Naja, dass ich dich das erste Mal zu einem Urlaub mit Wohnmobil überreden konnte, und dass wir seit zehn Jahren verheiratet wären“ meinte Faber, und guckte plötzlich etwas unsicher. Martina stöhnte auf: „Och Faber, jetzt müssen wir diese Tarnung dann aufrecht halten, dass ist ja super! Hättest du nicht vorher fragen können, ob ich da mitmachen will?“  Faber grinste plötzlich minimal: „Du warst auf dem Klo, da konnte ich schlecht fragen, oder? Seine Augen blitzten für einen Moment auf.

Martina gab sich geschlagen: „Na gut, wenn ich dir damit eine so große Freude mache, dann soll es halt so sein. Dann rutsch mal zur Seite, und wehe, du klaust meine Decke.“  Faber tat sein bestes, aber das Sofa war klein. So musste er sich trotz allem ziemlich eng an Martina quetschen. Er sah sie schließlich an und legte den Arm um sie. „Ok so, oder ist das zu nahe für dich?“ Martina drehte sich zu ihm um: „Nee, passt schon Faber, alles gut“  murmelte sie. Sie lagen eine kurze Zeit still da, dann schliefen beide ein, jeder fest umfangen von der Wärme des anderen.
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