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Facettenreich

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Familie / P16 / Het
Caroline Forbes Elena Gilbert Elijah Mikaelson Finn Mikaelson Jeremy Gilbert Kol Mikaelson
13.11.2022
01.02.2023
14
32.910
4
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25.01.2023 2.718
 
Kapitel 12: Elena Gilbert V



„Man mag in der Liebe heikel sein, man verzeiht in ihr doch mehr Fehler als in der Freundschaft.“ (Der französische Schriftsteller Jean de La Bruyère)



Mystic Falls, Donnerstag, der 28. Oktober 2010


Es klingelte und Elena brauchte eine Weile bis sie fertig war, um aufzumachen. Bis dahin klingelte es noch einmal. Als Damon Salvatore auf der anderen Seite der Tür stand, hob sie eine Augenbraue hoch: „Oh, ich hätte nicht gedacht, dass du weißt, wie man eine Klingel benutzt.“

Damon sah nicht glücklich aus. Er war vollkommen verärgert und ließ es gleich heraus: „Du hast dein Haus jemand anderes überschrieben, damit ich nicht mehr hereinkommen kann? War das wirklich nötig? Ich dachte, wir sind Freunde, Elena.“

„Wir sind Freunde“, bestätigte Elena ihm. „Auch wenn du das manchmal zu vergessen scheinst. Und das Haus gehört immer noch Jeremy und mir. Bonnie hat nur einen Zauber gesprochen, damit ich ein- und ausladen kann, wen ich will.“

Erkennend grinste Damon böse und sie konnte den ganzen Vorwurf darin erkennen. „Dann stehe ich also auf der Ausladen-Liste?“

„Da du keine Grenzen kennst, Damon“, begann Elena ruhig und sachlich. „War es an der Zeit, dass ich dir Grenzen setzte.“

Es schien, dass er ein wenig fassungslos war und er dachte stirnrunzelnd nach. Es dauerte ein wenig länger, bevor er nachfragte: „Geht es um die lächerliche Sache, als ich am Dienstag dich geweckt habe und du mich angeschrien hast? Sowas habe ich schon öfters gemacht.“

„Ja, und es war noch nie in Ordnung“, stellte Elena klar. „Weder am Dienstag noch davor. Ich habe dir mehrfach gesagt, dass ich das nicht will. Unglaublich das ich überhaupt sagen muss, dass ich solch ein Verhalten nicht gutheiße.“

Aber bisher hatte Damon alle Proteste ihrerseits einfach überhört. Jetzt hatte sie endlich einen Hebel, um ihn zu zwingen einige Grenzen des Abstands einzuhalten. Es war nicht viel, was sie gegen einen Vampir tun konnte, aber es war immerhin ein Anfang.

„Also… dann war es das jetzt? Ich bin ausgeladen, aus deinem Leben verbannt?“, fragte Damon sauer nach. „Du hast ja jetzt die Urvampire als Beschützer, die dich sofort verraten werden, wenn sie die Gelegenheit haben. Stefan und ich sind aus dem Rennen.“

Am liebsten hätte Elena geschrien. Seine dumme Aussage brachte so viele Themen aufs Blatt, die er verdrehte und die sie ausführlich klären mussten. Anscheinend war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. „Erstens die Urvampire, Damon, sind nicht alle schlecht. Ja, ich hasse Klaus noch immer und nein, er wird demnächst nicht in mein Leben eingeladen. Über Elijah weiß ich, was du sagen willst. Er hat uns beim Opfer verraten, deswegen bist du sauer auf ihn. Verstehe ich, aber versteh auch ihn. Klaus hat ihn gesagt, dass er ihn mit seinen Geschwistern wieder vereinen würde. Sieh mir in die Augen und sag mir, dass du dasselbe nicht für Stefan getan hättest.“

Abwartend sah sie Damon an und legte den Kopf ein wenig schief, als sie merkte, dass er tatsächlich nichts sagte. Das war gut, fand sie. Endlich hörte er ihr einmal zu. „Ich mag Elijah, das werde ich nicht leugnen und ich wüsste auch nicht, wieso ich mich dafür rechtfertigen müsste. Finn und Kol kennst du nicht, also kannst du dir kein Urteil über sie erlauben. Rebekah wird demnächst sicher nicht meine Busenfreundin, denn sie ist immer noch sauer auf mich, weil ich ihr in den Rücken gestochen habe. Was deine Idee war, übrigens. Falls du dich daran erinnerst. Doch ich bin es die sich damit auseinandersetzen muss. Das tue ich, kein Problem. Dann aber verbitte ich mir deine Meinung, wie ich darüber zu empfinden habe. Rebekah will auch nur ihr Leben hier leben, also lass sie in Ruhe. So versuche ich es auch zu handhaben.“

Natürlich sah Damon nicht zufrieden aus, aber sie war noch lange nicht fertig. „So viel zu den Urvampiren. Zweitens: Stefan. Stefan hat versucht mich umzubringen. Er gab mir Vampirblut und fuhr beinah über die Brücke, bei der meine Eltern gestorben sind. Selbst wenn er das alles nicht ernst meinte, so hat die Aktion an sich mich dazu gebracht es als Bruch zwischen uns zu betrachten. Das und die Ruhe der letzten Tage, haben mich dazu gebracht tiefer darüber nachzudenken. Das war das endgültige Ende. Es ist vorbei. Stefan und ich. Ich versuche ihn nicht mehr zu retten und ich warte auch nicht mehr darauf, dass er wieder der alte Stefan wird. Selbst wenn er wieder so wird, wie ich ihn geliebt habe, so ist das, was zwischen uns war, für immer zerstört. Ich muss mir so viel Selbstachtung bewahren.“

Sobald die Hoffnung in Damons Augen aufblitzte, wusste Elena das sie weitersprechen musste. Das konnte nicht so weitergehen. „Drittens und das ist sehr wichtig. Also hör zu“, forderte sie ihn auf. „Ich bin es leid, dass ihr beide zu glauben scheint, dass wenn es nicht der eine von euch ist, dass es der andere sein muss. Anscheinend glaubt ihr irgendein verdrehtes Anrecht auf mich zu haben und dass ich gezwungen bin zwischen euch zu entscheiden. Das bin ich nicht. Nur weil es nicht Stefan ist, bedeutet das nicht, dass du es bist. Ich würde das einerseits aus moralischem Sinne nicht machen, weil ich es widerlich finde, wie beispielsweise Katherine euch behandelt hat. Andererseits seid ihr beide doch nicht die einzigen Optionen in meinem Leben. Niemand auf der Welt ist gezwungen nur zwischen zwei Männern auszusuchen. Warum sollte ich es sein?“

Damon war sichtlich erschüttert. Gebrochen und bereit wütend zu werden. Aber Elena war noch lange nicht fertig. „Viertens: Du an sich. Damon, ich kann niemals mit dir zusammen sein. Ja, da ist etwas zwischen uns. Nein, das leugne ich nicht. Aber Damon wir können nicht zusammen sein. Du hast einmal Jeremy getötet.“ Damon wollte den Mund aufmachen, aber sie war schneller: „Und du fragtest mich, ob ich dir dafür vergeben würde. Das wollte ich nicht, aber ich habe es. Doch vergessen habe ich es nicht. Dann hast du mich einmal mit deinem Blut gegen meinen Willen gefüttert, obwohl du wusstest das ich es nicht wollte. Du hast mich gefragt, ob ich dir je dafür vergeben würde. Ich glaubte dir das nie vergeben zu können, aber ich tat es. Aber vergessen habe ich es nicht.“ Langsam bildete sich Erkenntnis auf seinem Gesicht ab und sie wusste das es Zeit für den letzten Punkt war. „Und dann ist da noch etwas. Caroline.“ Erschrocken weiteten sich Damons Augen, als sie den Namen aussprach. „Sie hat nie mit mir darüber gesprochen, aber es ist mir nicht entgangen. Caroline hasst dich und für was auch immer du ihr angetan hast, sollte ich dich auch hassen. Das kann ich allerdings nicht“, gab Elena zu. „Dafür hast du zu viel für mich getan. Aber ich kann niemals mit dir zusammen sein. Ehrlich gesagt, will ich das auch nicht.“

Erschüttert drehte Damon sich völlig sprachlos um und war dabei von ihrer Veranda zu gehen. „Fünftens: Ich will mit dir befreundet sein“, erklärte sie ehrlich. Damon drehte sich zu ihr und sie konnte die Tränen in seinen Augen erkennen. „Du bist nicht aus meinem Leben ausgeladen. Ich brauche Abstand, die Einhaltung von Grenzen, du in meinem Leben bedeutet nicht Stefan darin und ich verlange das du meine Entscheidungen akzeptierst. Wenn du das alles kannst, dich bei Caroline entschuldigst, sie es annimmt und du mir Zeit gibst, dann bist du in meinem Leben willkommen.“

Vielleicht war Elena mal wieder viel zu versöhnlich, aber sie hatte gründlich darüber nachgedacht. Damon hatte sich in ihrem Leben bewiesen, aber wenn Caroline nicht ihren Segen gab, dann konnte sie es nicht wagen. Eine Freundschaft, keine Romanze. Die konnte sie allein wegen der persönlichen Verbrechen gegen sich nicht guten Gewissens eingehen.

Als Elena die Tür schloss, schien es nicht so endgültig zu sein. Das hatte sie auch nicht gewollt. Sie war nur in die übernatürliche Welt hineingeraten, weil sie das „endgültig“ nicht mehr ertragen konnte. Das Telefon brachte sie von weiteren Gedanken ab.

„Hast du gehört, was gestern Abend passiert ist?“, fragte Caroline statt einer Begrüßung, nachdem Elena abgenommen hatte. „Also spät in der Nacht?“

„Ja, Alaric hat Meredith Fell erstochen“, gestand Elena Caroline und eigentlich auch sich ein. „Nimueh fand sie und rief Kol an, der sie geheilt hat. Sie war schon sehr nah am Tod.“

Elena musste sich zwingen nicht zu weinen. „Was passiert jetzt?“, fragte Caroline aufgeregt nach. „Alaric ist-“ „Ich weiß es nicht“, gab sie zu. „Ich weiß nicht, was mit meinem Vormund passieren soll, der eine zweite Persönlichkeit zu haben scheint.“

„Tut mir leid, Elena“, meinte Caroline viel ruhiger. „Das Leben sollte wieder normal sein. Abgesehen von Alaric scheint es sehr normal zu sein. Was hast du heute gemacht?“

„Letzte Vorbereitungen für Jeremys Party, dann habe ich gelernt“ Ein klärendes Gespräch mit Damon gehabt „und jetzt gehe ich zur Stadtversammlung, wo ich mir etwas über den Kürbisschnitzwettbewerb anhöre.“

„Solider Plan“, stimmte Caroline zu. „Wir treffen uns dann dort.“

Immer noch kämpfte Elena damit nicht in Tränen auszubrechen. Wenn es eine Lösung für Alarics neu ausgelöste dunkle Seite geben würde, dann wäre ihr Leben wirklich fast normal. Zumindest ohne direkte Gewalt oder Bedrohung ihres Lebens und das ihrer Lieben. Etwas resigniert zog sie einen Mantel an und machte sich auf den Weg. Jeremy hing wieder mit Kol ab und es erleichterte sie, dass sie Freunde waren. Auch das schien so gewöhnlich schön.

Auf der Stadtversammlung war es nicht so voll wie sonst. Anscheinend hatte das Thema am Dienstag die meisten immer noch abgeschreckt. Jeremy und Kol wollten nicht kommen, daher setzte Elena sich zu Caroline und Bonnie.

„Wer ist sie?“, fragte Caroline sogleicht und deutete auf eine rothaarige Person weiter vorne. „Weißt du, wer sie ist?“

Unwissend zuckte Elena mit den Schultern. Die Frau saß neben Finn und unterhielt sich mit ihm. „Nein.“ „Sie war mit ihm schon im Grill. Ich habe sie gesehen, als ich mit Matt gesprochen habe. Anscheinend wohnt sie in Klaus‘ Villa.“ An Carolines Tonfall konnte Elena erkennen, dass ihr das Thema sehr nahe ging. Anscheinend störte sie irgendwas daran.

„Das FBI ist nichts gegen dich“, meinte Elena halb amüsiert. „Vielleicht wäre das die perfekte Berufswahl für dich.“

Zornig sah Caroline sie an, was sie zum Kichern brachte. „Elena.“ Ihr Herz schlug bei der Stimme sofort höher und langsam drehte sie sich um. „Elijah.“

Ihn zu sehen bedeutete immer… das etwas los war. Aber die letzten Male war es nicht so gewesen. Seine Anwesenheit vermittelte ihr immer Ruhe. Nicht bei ihrem Herzen, aber in ihrem Verstand, weil sie wusste, dass sie mit jemand vernünftigen redete. Mit den beiden Komponenten sah sie Elijah jetzt noch lieber als vorher.

Als Elijah sie anlächelte, schlug ihr Herz ein wenig schneller und sie konnte nicht anders als es zu erwidern. Beinah hätte Elena nach seiner Hand gegriffen, ohne wirklichen Grund, da unterbrach Caroline ihren Moment: „Wer ist sie, Elijah?“

Ruhig kam Elijah zu ihnen, seine Hände lässig in seinen Hosentaschen vergraben. Er schaute nicht einmal in die Richtung, in die Caroline deutete, bevor er antwortete: „Ihr Name ist Sage.“ Elenas Herz schlug schneller, als Elijah neben ihr Platz nahm und ihr einfach nur nahe war. Ihre Hände begannen beinah zu schwitzen. Sie fühlte sich so… wahnsinnig nervös. Es war schon lange her das sie sich so gefühlt hatte. Aber es war auch noch nie so schlimm gewesen.

Caroline war mit der Antwort nicht zufrieden. Sie runzelte die Stirn und sprach: „Ein paar mehr Informationen wären schon praktisch.“ Lächelnd wanderte Elijahs Blick von Elena zu Caroline. Sie bemerkte, wie intensiv er war, aber bei Caroline schien er nachsichtig amüsiert zu sein. „Vor neunhundert Jahren waren die beide ein Paar“, erzählte Elijah ihnen und befriedigte damit Carolines Neugierde. „Sie war die einzige Person, die er je zu einem Vampir verwandelt hatte.“

Das war eindeutig etwas bedeutungsvolles. Caroline schien überrumpelt von der Offenbarung zu sein und nicht besonders glücklich. „Sind die beiden immer noch ein Paar?“ In Elijahs Augen blitzte etwas auf, wie als würde er etwas bei Caroline erkennen. Seine Zunge tippte kurz gegen seine Unterlippe, bevor er amüsiert, antwortete: „Wie ihr Kinder gerne zu sagen pflegt, ist das eine komplizierte Geschichte. Vielleicht fragst du ihn das selbst.“

Diese Bemerkung gefiel Caroline gar nicht. Leicht zornig sah sie ihn an: „Sind wir das für euch? Kinder?“ Aber Elijah reagierte gar nicht auf ihre Wut, wie sie alle es bei Caroline nie taten. Denn Carolines Wut verflog sehr schnell, wenn man vernünftig mit ihr sprach. „Ich bin über tausend Jahre alt, Miss Forbes. Jeder ist für mich wie ein Kind.“ Sein Blick lag für einen Moment auf ihr und seine nächsten Worte löschten ihre aufkeimende Unsicherheit: „Aber wir erkennen eine alte Seele an, wenn wir sie treffen.“

Der Beginn der Stadtversammlung beendete ihr Gespräch. Es wurden so spannende Themen besprochen, wie das Errichten einer neuen Parkuhr und eine kurze Lehrpräsentation über Pilze, da anscheinend Gäste giftige Pilze gesammelt hatten. Es war nichts passiert, aber sie bekam am Ende der Pilzsaison eine Diapräsentation zu giftigen und essbaren Pilzen, was recht absurd war. Danach wurde der Kürbisschnitzwettbewerb angesprochen und Jury wurde präsentiert. Außerdem wurde verkündet das die Anmeldung zur Teilnahme geschlossen war, da die Kürbisse ja im Vorfeld in auseichender Zahl bestellt wurden waren.

„Machst du bei diesem Wettbewerb mit?“, fragte Elijah flüsternd zu ihr. Kurz sah sie ihn, bevor sie lächelnd nickte und antwortete: „Natürlich. Ich muss doch meinen Titel verteidigen.“

Amüsiert sah Elijah sie an und irgendwie bekam Elena den Rest von denen Themen der Stadtversammlung nicht mehr mit. Es kostete sie sehr viel Mühe am Ende aufzustehen, als alle anderen es taten. Aber sie schaffte es nicht, den Blick von Elijah zu nehmen, bis Caroline und Bonnie sich bei ihr verabschiedeten und dann noch Jeremy zu ihnen trat.

„Ich hole mit Kol Essen“, verkündete Jeremy. „Willst du auch mitessen?“

Keinen Moment sah Elijah zu ihrem Bruder, als er ihn antwortete: „Gerne.“ „Bitte kein griechisch“, fügte Elena hinzu und auch ohne hinzusehen, wusste sie, dass Jeremy die Augen deswegen verdrehte als er antwortete: „Als würde ich es je wagen, dir griechisches Essen vorzusetzen. Die Beschwerden über das ganze Öl und den Krautsalat würden nie enden.“

Ohne irgendwelche langen Reden bewegte sich alles von allein. Kol und Jeremy verschwanden, um Essen zu holen, Caroline und Bonnie gingen nach Hause und Elijah begleitete sie ebenfalls nach Hause. „Also morgen ist die Überraschungsparty für Jeremy und am Samstag der Kürbisschnitzwettbewerb“, begann Elijah ein Gespräch. Zustimmend nickte Elena und fügte hinzu: „Am Sonntag ist die Halloweenparty in unserer Schule – wie jedes Jahr – und nächsten Freitag ist der Jahrzehntanz in unserer Schule. Ich glaube Caroline wollte die Siebziger wieder aufleben lassen.“ Als sie darüber nachdachte, musste Elena lächeln und ergänzte: „In dieser Stadt feiert man ziemlich gerne.“

„Ganz offensichtlich“, befand Elijah. „Dann ist es wohl ungünstig nach einer Verabredung für uns zu fragen.“

Ihr Herz schlug noch höher, wenn das möglich war. Elena wandelte ihre Nervosität zu einem Lächeln um und fragte: „Du fragst mich nach einem Date?“

„Ich weiß nicht, ob ich den Begriff mag“, gab Elijah zu. Seine altmodische Ader nahm Elena an. „Aber würdest du dafür Zeit finden?“

Dabei kam Elena eine wundervolle Idee. „Du könntest mein Date für die Halloweenparty sein“, schlug sie begeistert vor. „Ich würde dich gerne in einem Kostüm sehen.“

Elijah verzog ein wenig das Gesicht, was Elena nur noch fröhlicher stimmte. „Ich versuche diesen Tag eigentlich zu meiden“, erzählte er ihr. Das konnte Elena sich gut vorstellen, aber sie glaubte den nötigen Anreiz für ihn zu haben. „Ich habe bereits mein Kostüm“, erzählte Elena ihn. „Du könntest dann versuchen zu erraten, wer ich bin.“

Anscheinend verstand Elijah sie genau, denn etwas spielerisches funkelte in seinen Augen. „Was würde ich bekommen, wenn ich es errate?“

Sofort erinnerte Elena sich an ihr peinliches Gespräch mit Jeremy. Entschlossen verkündete sie: „Einen Kuss.“ „Ein Kuss?“, fragte Elijah fast schon ernst nach und ein amüsiertes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Ja, ein Kuss.“

Wie schon so oft wurde ihr besonderer Moment unterbrochen. Diesmal durch ein Handyklingeln. Nicht von ihrem, sondern dem von Elijah. Der Anrufer darauf schien Elijah zu verwirren, aber er nahm ab. „Was ist?“ Seine Augen weiteten sich und er sah sie auf einmal so anders an. „Wir sind gleich da.“

„Was ist passiert?“, fragte Elena besorgt nach, wegen der umgeschlagenen Stimmung. Elijah sah sie bedauernd an, als er erklärte: „Mister Saltzman hat deinen Bruder angegriffen. Elena, sie sind beide tot.“
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