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Grindledore – Until the very End

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Aberforth Dumbledore Albus Dumbledore Gellert Grindelwald
12.11.2022
24.11.2022
2
2.811
 
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24.11.2022 1.643
 
Als Albus einige Stunden später vor dem kleinen Haus von Bathilda Bagshot stand, überkam ihn auf einmal ein mulmiges Gefühl. Was, wenn dieser Gleichaltrige überhaupt nicht so nett war, wie Bathilda ihn beschrieben hatte? Was, wenn sie sich alle anschweigen würden beim Essen? Er fuhr sich mit der rechten Hand nervös durch seine dunkelbraunen Haare. Ach, das würde schon irgendwie werden. Und zur Not wäre dieser Abend jetzt schrecklich und danach müssten sie sich nie wiedersehen. Denn auf Hogwarts schien der Großneffe ja nicht zu gehen, das hätte Bathilda sicherlich erwähnt.

Mit plötzlicher Motivation zog Albus an der Glocke, die neben der dunkelgrünen Holztür gehängt worden war. Ein Läuten erschallte im Inneren, Sekunden später öffnete ihm Bathilda die Tür. „Hallo Albus!“, sagte sie erfreut, „komm doch rein.“ „Dankeschön“, erwiderte der 17-Jährige und betrat das verdunkelte Gebäude. „Es ist in letzter Zeit wirklich so unerträglich heiß, dass ich mittags immer die Vorhänge zuziehen muss“, sagte sie entschuldigend als hätte sie seine Gedanken gelesen, während sie vor ihm weg in Richtung Essraum ging.

„Setz dich doch!“, ermunterte sie ihn und er gehorchte schweigend. Von diesem ominösen Großneffen war weit und breit noch nichts zu sehen. Hatte er es sich anders überlegt oder war er erst gar nicht eingeweiht in diese Aktion? Unbehaglich rutschte Albus ein wenig auf seinem Holzstuhl hin und her. Vor ihm auf dem Tisch stand ein riesiger Topf mit Suppe, die herrlich duftete. Dazu waren drei Teller mit jeweils einem Löffel gedeckt.

Auch Bathilda war jetzt verschwunden, verloren saß Albus in dem Zimmer und schaute sich aufmerksam um. Da tickte eine Standuhr in der Ecke, hinter ihm stand ein grün bezogenes Sofa an der Wand, das auch schon einmal bessere Tage gesehen hatte. Auf einer Kommode standen mehrere eingerahmte Bilder, die er aber nicht genauer identifizieren konnte. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er eigentlich niemanden von Bathildas Familie kannte. Sie hatte schon immer hier alleine gewohnt, aber er hatte es nie hinterfragt. Waren sie gestorben? Hatten sie nur keinen Kontakt mehr?

Da räusperte sich auf einmal jemand und Albus‘ Kopf schellte herum. Ein blonder Junge, etwa 17 oder 18 Jahre alt, stand im Türrahmen. Seine blond gelockten Haare fielen ihm bis auf die Schultern und er trug eine zugeknöpfte, schwarze Jacke. Das musste besagter Großneffe sein. „Hallo!“, sagte er und versuchte es mit einem Lächeln. Sein Gegenüber musterte ihn aufmerksam von oben bis unten, erwiderte das Lächeln allerdings nicht. „Hallo“, sagte er schließlich und Albus erkannte einen leichten Akzent in seiner Stimme. Er schien nicht aus England zu sein.

Sie starrten sich ein paar Sekunden wortlos an, dann übernahm Albus wieder. „Ich bin Albus, ich wohne ein paar Straßen weiter. Deine Großtante hat mich zum Abendessen eingeladen.“ Wieder dauerte es eine kurze Zeit, ehe der andere Junge antwortete. „Freut mich, dich kennen zu lernen Albus“, sagte er, während er sich ihm gegenüber an den Tisch setzte. Dabei ließ er ihn nicht aus den Augen. „Ich bin Gellert.“

„Freut mich auch“, erwiderte Albus höflich. Irgendwie war ihm nicht ganz wohl, sein Gegenüber strahlte etwas Dunkles und Unnahbares aus, das ihn zurückschrecken ließ. Wo blieb Bathilda? „Gehst du auf die Hogwarts-Schule?“, fragte Gellert und durchbohrte ihn weiterhin mit seinem Blick, als hätte er gerade eine höchst pikante Frage gestellt. „Ja da war ich“, antwortete Albus schnell. „Ich habe das 7. Schuljahr vor einer Woche abgeschlossen und habe mich eigentlich darauf gefreut, diesen Ort für immer verlassen zu können“, er lachte kurz nervös auf.

Gellert zog die Stirn in Falten. „Diesen Ort verlassen? Wieso?“ „Hast du dich mal umgeschaut?“, sagte Albus und lachte noch einmal leise auf. „Hier gibt es nichts, wofür es sich zu bleiben lohnt. Es ist langweilig und die Menschen sind wirklich kleingeistig.“ Während er kurz Luft holte, merkte er, wie er sich in Rage redete. Die Woche hatte bereits so hart an ihm genagt, dass er einen Wildfremden damit belästigte.

„Natürlich von Bathilda abgesehen“, fügte er hastig hinzu. Gellert hob eine Augenbraue, dann zog er seinen Mund tatsächlich in so etwas wie ein Lächeln. „Das kann ich verstehen“, sagte er schließlich. „Ich finde es hier genauso klein und unaushaltbar. Aber ich glaube, dass es ein passendes Sprungbrett sein kann.“ Ungläubig verzog Albus das Gesicht. „Ein Sprungbrett? Für was denn?“ Gellert lächelte nur. In diesem Moment kam Bathilda endlich herein und ließ vor sich drei Gläser mit Kürbissaft schweben.

„Dankeschön!“, sagte Albus, als eins davon ordentlich neben seinem Teller landete. „Gerne!“, sagte Bathilda mit einem Lächeln. „Ihr habt euch schon vorgestellt?“ Sie schaute neugierig von einem zum anderen. Gellert nickte leicht. „So ein wenig.“ „Du musst Albus unbedingt von Durmstrang erzählen“, sagte Bathilda, das findet er als Hogwarts-Schüler bestimmt interessant!“

Albus, der sich gerade ein wenig Suppe auf den Teller getan hatte, zuckte mit dem Kopf hoch. Gellert war ein Durmstrang-Schüler? Über diese Zauberschule war ihm nur sehr wenig bekannt und auch alle Autoren der Hogwarts-Bücher waren sich unsicher, wo sich diese überhaupt befand. Einige munkelten im tiefsten Norwegen bei einem See, über den die Schülerinnen und Schüler per Schiff segeln müssen. Auch über die Ausbildung wusste Albus so gut wie nichts, nur dass sie sehr viel Wert auf Disziplin legten und weitaus tiefer in die Materie der dunklen Künste vordrangen als jede andere magische Schule.

„Ich glaube nicht, dass ich da viel erzählen kann“, antwortete Gellert schließlich ausweichend. „Es ist nicht so spannend, wie es sich alle immer vorstellen.“ „Wo liegt die Schule denn genau?“, wollte Albus wissen. Gleichzeitig kam er sich ein bisschen dämlich vor, wahrscheinlich hätte er hundert intelligentere Fragen stellen. Gellert ließ sich einen Suppenlöffel mit Essen Zeit, um auf die Frage zu antworten. „An der Nordspitze von Norwegen, direkt neben einem großen See.“ Er zögerte einen Moment, dann fuhr er fort. „Wir haben glaube ich ein wenig andere Fächer als ihr in England. Zum Beispiel beschäftigen wir uns ab dem dritten Schuljahr intensiv mit der alten Magie. Das sind Zauber, die heutzutage längst vergessen sind, aber ihre Wirkung ist nach wie vor ungebrochen.“ „Zum Beispiel?“, fragte Albus interessiert. Gellert verzog seinen Mund zu einem leicht schiefen Grinsen. „Das kann ich dir glaube ich nicht so einfach verraten.“

„Du wirst ebenfalls im nächsten Jahr deinen Abschluss machen, nicht wahr mein Lieber?“, unterbrach Bathilda das Gesprächsthema. Ihr Großneffe wandte ihr den Blick zu. „Natürlich“, erwiderte er mit sanfter Stimme. „Das ist der Plan.“ Weiter ging er auf das Thema nicht mehr ein.

Nach dem Abendessen, das Albus viel spannender fand, als er zunächst angenommen hatte, schlenderte er zusammen mit Gellert noch ein wenig durch Godric’s Hollow. „Was willst du jetzt, nach deinem Hogwartsabschluss erreichen?“, fragte dieser ihn dann plötzlich. Albus dachte kurz nach. „Wahrscheinlich werde ich im Ministerium eine Laufbahn anstreben“, sagt er dann. „Aber zuerst will ich etwas von der Welt sehen und eine große Reise durch verschiedene Länder unternehmen.“

Gellert lachte leise. „Ministerium? Ich finde nicht, dass das zu dir passt.“ Albus stutzte. „Wieso nicht?“ Inzwischen waren sie bereits am Dorfausgang angelegt. Gellert setzte sich auf einen der großen Markierungssteine und wartete ein paar Momente ab, bevor er zum Antworten ansetzte. „Ich glaube, du willst etwas Höheres.“

Nervös lachte Albus wieder auf. Ja, er hatte sämtliche Orden in seiner Hogwarts-Laufbahn gesammelt, die ein Schüler sammeln konnte. Aber was war größer, als das Ministerium? „Du findest das amüsant“, bemerkte Gellert. „Ich meine das aber wirklich ernst. Bathilda hat mir viel von dir erzählt. Du hast in allen Fächern ein ‚Ohnegleichen‘ erhalten. Das ist wirklich bemerkenswert.“

Albus hüstelte, er merkte, wie er etwas rot wurde. Er hatte das Gefühl, vor diesem fremden Jungen wie der größte Angeber zu wirken. „Ich bin mir sicher, du hast auch gute UTZ-Noten bekommen“, sagte er. „Oder habt ihr überhaupt UTZ-Prüfungen auf Durmstrang?“ Gellert ließ sich mal wieder Zeit mit der Antwort. Dann schaute er ihm direkt in die Augen. „Das hätte ich bestimmt“, sagte er dann. „Aber ich bin gar nicht mehr auf der Schule. Sie haben mich rausgeworfen.“

Für einen kurzen Moment wusste Albus nicht, was er sagen sollte. Dieser ruhige, intelligente Junge vor ihm wirkte nicht so, als sei er ein großer Unruhestifter. Und nach den Gerüchten war es wirklich schwer, von Durmstrang verwiesen zu werden. Schließlich standen sie dunklen Künsten aller Art viel offener gegenüber als Hogwarts. „Warum das denn?“, brachte er schließlich hervor.

„Die Menschen sind oft ein wenig, wie sagtest du so schön vorhin…kleingeistig“, antwortete ihm sein Gegenüber. „Sie verstehen nicht, welche Möglichkeiten uns Zauberern eigentlich offen stehen und sind mit dem zufrieden, was sie haben. Das bin ich aber nicht.“ Albus kam nicht umhin, einen Anflug an Bewunderung für seinen Gegenüber zu empfinden. Manchmal hatte er genau die gleichen Gedanken, aber bisher hatte er noch niemanden getroffen, mit dem er diese teilen konnte.
Bevor er aber zu einer Antwort ansetzen konnte, wurde das Gespräch der beiden jäh unterbrochen. „Albus!“, schallte es auf einmal über die Straße, sodass der Angesprochene sich augenblicklich umdrehte. Da war…. Aberforth. Ausgerecht – was wollte er denn hier?

Sein jüngerer Bruder wirkte vollkommen aufgelöst, er winkte mit den Armen und rannte ihm entgegen. „Albus!“, rief er aufgebracht und völlig außer Atem. „Albus du musst schnell nach Hause kommen. Es ist Mutter.“ Albus riss die Augen auf, was war jetzt schon wieder passiert? Konnte er nicht einmal einen einzigen Abend verbringen, ohne von seiner Familie irgendwie in Beschlag genommen zu werden?

Unbehaglich drehte er sich um zu Gellert, der unbeweglich auf dem Markierungsstein saß und nicht eine Miene verzog. Hoffentlich hatte er seine Meinung über ihn jetzt nicht geändert ob dieses Auftretens von Aberforth. „Ist gut, ich komme“, sagte er schließlich. Und bevor er sich von Gellert noch richtig verabschieden konnte, riss ihn sein jüngerer Bruder am Ärmel und zog ihn mit sich. Albus konnte bloß noch einen letzten Blick über die Schulter werfen und hob seine Hand zum Abschiedsgruß. Ganz leicht, oder bildete er sich das nur ein, erwiderte der Zurückgelassene seinen Gruß.
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