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Die Erbin des Merlin

von Lilly2701
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Albus Severus Potter Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Lily Luna Potter Merlin
12.11.2022
08.12.2022
92
303.490
7
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26.11.2022 3.081
 
Direkt nach dem Abendessen drängten Lily und Selenio die anderen zu einem Treffen in der geheimen Wohnung. Sie ließen ihnen nicht einmal Zeit, ihre Sachen zu den Schlafsälen zu bringen.

"Was ist denn los?", Toivo stand genervt neben seinem Koffer und wollte nach den guten Erdbeer-Rhabarber-Karotten-Smoothies, die auch echt niemandem außer ihm geschmeckt hatten, nur noch schlafen. "Kann das nicht bis morgen warten?"

"Ist euch beim Abendessen irgendetwas aufgefallen?", stellte Selenio eine Testfrage.

"Du meinst, außer, dass die Hauselfen besser kochen, als Yardilas Eltern?", schmatzte Emory, die es sich nicht nehmen lassen hatte, zwei Stücke Kirschtorte vom Nachtisch mitzunehmen.

Für ihre Aussage bekam sie ein empörtes "Hey!" von Yardila.

Dafür sprang Gina auf Emorys Schoß und bearbeitete diese so lange mit niedlichen Nifflerblicken, bis sie und Aristoteles etwas abbekamen.

"Selenio meinte, ist euch außer des Essens etwas aufgefallen?", stöhnte Lily.

"Keine Ahnung", jammerte Emory. "Es war halt Essen. Was soll da noch großartig besonders sein?"

Toivo riss die Augen auf: "Oder meint ihr den neuen Haarschnitt von Sellar? Darüber war ich auch entsetzt. Ich dachte nämlich nicht, dass er noch hässlicher werden kann".

"Ja, oder?", kicherte Yardila. "Als der reingekommen ist, habe ich mich gefragt, ob das echt seine Haare sind, oder ob er sich einen zerfledderten Wischmopp verkehrt herum auf den Kopf gesetzt hat".

Die beiden begannen eine Diskussion über Levents Haare, die sehr viel Gelächter beinhaltete, doch Selenio unterbrach sie ziemlich schnell: "Dafür ist jetzt echt nicht die Zeit. Ist euch nicht aufgefallen, dass Slytherin am Tisch saß?"

"Doch, klar. Der ist ja auch der Kopf unseres Hauses. Gott, ich hätte fast gekotzt, als ich seine hässliche Visage wiedergesehen habe", stöhnte Toivo.

"Der kann da auch nichts für", erklärte Yardila.

"Wer?"

"Na, Gott. Der kann auch nichts dafür, dass Slytherin so ein Miststück ist".

Lily und Selenio tauschten einen kurzen Blick und dachten wahrscheinlich dasselbe. Slytherin hatte es irgendwie geschafft, wieder in das Schloss zu kommen und die Erinnerungen aller so zu verändern, dass sich niemand mehr an die Geschehnisse vor den Ferien erinnerte. Und es würde schwer werden, das den anderen glaubhaft zu erklären und zu beweisen.

"Okay, eure Erinnerungen wurden wieder verändert", seufzte Lily. "Lasst es mich erklären".

"Wieso Erinnerungen?", unterbrach Emory.

"Schon wieder?!", rief Yardila verwirrt.

In Kurzfassung erklärte Lily, was vor den Weihnachtsferien passiert war, wobei Selenio einige Sachen ergänzte, wenn sie seiner Meinung nach zu ungenau oder unverständlich erzählte.

Als sie geendet hatte, stieß sie auf Ungläubigkeit: "Das ist zwar eine interessante Idee, uns hereinzulegen, aber ziemlicher Schwachsinn", grinste Toivo.

"Als wenn wir das alles vergessen würden?", lachte Yardila.

"Nette Idee, aber ich bin wirklich müde. Ich geh dann ins Bett", stöhnte Emory und bevor Lily und Selenio sie aufhalten konnten, gingen die anderen nacheinander durch die Tür in ihre Schlafsäle.

"Und schon sind wir alleine", seufzte Selenio. "Haben wir echt schon so oft gelogen, dass sie wirklich denken, wir könnten uns so eine Geschichte ausdenken?"

"Nicht das ich wüsste", antwortete Lily, wobei sie mit schlechtem Gewissen an ihre erfundene Identität dachte. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir überhaupt schon mal gelogen haben".

"Und was machen wir jetzt?", hakte Selenio nach.

Lily zuckte mit den Schultern: "Ich glaube nicht, dass sie uns das jemals glauben werden. Die Geschichte ist so verrückt, dass ich das auch nicht täte, würde jemand mir das erzählen".

"Also versuchen wir, die Erinnerungen wieder herzustellen und behalten gleichzeitig Slytherin im Auge", schlug der Zwilling vor. "Währenddessen können wir weiterhin versuchen, die anderen zu überzeugen, aber ich glaube nicht, dass wir damit Erfolg haben werden".

Sie verabschiedeten sich voneinander und gingen in ihre Schlafsäle.

In den nächsten Tagen lief alles so ab, wie es am Anfang des Schuljahres vor Ailahs Entführung auch gewesen war. Slytherin führte ganz normal seinen Unterricht weiter, wobei er allerdings noch unfreundlicher war, als zuvor und auch die anderen Schüler gingen ganz normal in ihre jeweiligen Stunden.

Wie erwartet, glaubten Emory, Yardila und Toivo der Geschichte nicht und waren bald sichtlich genervt von Selenio und Lily, die immer wieder versuchten, sie zu überzeugen. Doch Lily fiel auf, dass auch Gina sich möglichst von dem Gründer fernhielt und hegte bald die Vermutung, dass bei dem Löschen der Erinnerungen nur die Menschen, die Tiere aber nicht beachtet worden waren.

Auf der Karte des Rumtreibers sah Lily, dass Arian, Laurena, Nathan und Severin noch immer jeden Dienstag in Slytherins Büro gingen und dann von der Karte verschwanden, wahrscheinlich weil sie in die Kammer des Schreckens gingen, die, wie der Raum der Wünsche, nicht verzeichnet war.

Sie selbst wurde nicht noch einmal zu den Treffen eingeladen und war auch froh darüber, nicht mehr diese widerlichen Zauber lernen zu müssen, auch wenn Parsel ganz spannend gewesen war.

Dafür spürte sie ständig Slytherins hassvollen Blicke im Rücken, während sie versuchte, nicht zu zeigen, dass sie sich noch erinnerte. Doch insgeheim war ihr klar, dass dem Gründer durchaus bewusst war, dass der Zauber auch dieses Mal nicht gewirkt hatte.

Slytherin blieb bedeckt und tat, als wäre alles ganz normal und langsam wurde es Frühling. Ende Februar schmolz der Schnee, doch der Gründer war noch immer geduldig, eine Eigenschaft, die Lily nicht teilte.

"Verdammt, was will er?", wütend schlug Lily auf den Tisch der geheimen Wohnung. "Ich halte das nicht mehr aus, dass er wirklich gar nicht auffällt".

Selenio saß ihr gegenüber und blieb stumm. Eigentlich hatten sie auch Toivo, Yardila und Emory zu dem Treffen eingeladen, doch diese hatten es satt, Slytherin zu bespitzeln oder über seinen Plan zu sprechen, an den sie nicht glaubten und waren deshalb nach draußen gegangen, um die ersten Strahlen der Frühlingssonne zu genießen.

Nach einigen Überlegen schlug der Zwilling vor: "Vielleicht hat er gemerkt, dass die Schule sich nicht von seiner Meinung nach 'minderwertigen Schülern' reinigen lässt und hat es aufgegeben".

Lily schnaubte: "Das glaubst du ja wohl selbst nicht. Vor den Ferien hat er mich so überzeugt gefoltert und war so stolz auf seine Taten. Wieso soll er sich jetzt plötzlich normal verhalten?"

Außerdem bringt er noch immer ausgewählten Schülern schwarze Magie bei, dachte sie, aber das durfte sie nicht laut sagen, weil der unbrechbare Schwur noch immer galt. Und das würde er leider auch immer.

"Ich weiß", gab Selenio zu und spielte mit einem Faden an seinem Umhang herum. "Aber es bringt nichts, wenn wir uns jetzt wegen ihm verrückt machen. Vielleicht ist genau das sein Ziel: Uns warten lassen, bis wir völlig wahnsinnig werden. Außerdem ist es nicht unsere Aufgabe, auf ihn aufzupassen".

"Spinnst du?!", Lily sprang auf. "Dieser Mann ist gefährlich! G e f ä h r l i c h! Wir dürfen nicht zulassen, dass er den Schülern etwas tut".

"Das werden wir auch nicht", versuchte Selenio, sie zu beschwichtigen. "Aber solange er nichts tut, können wir das auch nicht. Also werden wir warten und sobald er handelt, sind wir bereit und handeln ebenfalls".

"Aber was ist, wenn er wieder anfängt, Schüler zu entführen? Oder wenn er jemanden unter dem Imperius hat?", Lily setzte sich hin und ließ erschöpft den Kopf auf den Tisch sinken. "Es ist so anstrengend, zu wissen, dass er etwas vorhat, aber nichts dagegen tun zu können. Ohne einen Freiwilligen, der uns glaubt, können wir nicht einmal per Legilimentik versuchen, den Gegenzauber zu finden".

"Ich glaube, die letzten Wochen waren für uns beide erschöpfend", Selenio ließ den Faden los und stand auf. "Lass uns nach draußen gehen und schauen, was die anderen machen. Und dann haben wir Spaß, wie ganz normale Schüler auch".

Lily erhob sich ebenfalls: "Okay. Gibt es eigentlich auch irgendwann Quidditch-Spiele hier? Ich meine, wegen des Quidditch-Feldes. Ich habe da noch nie jemanden ernsthaft spielen sehen. Nur ein paar Mal sind einige Spieler mit dem Besen herumgeflogen und haben sich Bälle zugeworfen"

"Es kann schon Spiele geben, aber die muss man vorher anmelden. Das Feld wird eigentlich kaum benutzt und nicht viele interessieren sich wirklich für das Spiel oder besitzen einen Besen, aber hin und wieder trainieren ein paar Schüler und bilden Teams, in denen sie einmal gegeneinander spielen wollen. Dafür gehen sie dann zu den Gründern und die wählen ein Datum aus. Normalerweise kommt dann die gesamte Schule nach draußen, um zuzusehen und Godric macht den Schiedsrichter", erklärte Selenio.

"Wann gab es denn das letzte Spiel?", hakte Lily interessiert nach. Eine Quidditch-Meisterschaft, in der die Häuser gegeneinander um einen Pokal spielten, schien es nicht zu geben, genauso wenig wie Hauspunkte, falls man etwas gut, beziehungsweise nicht so gut gemacht hatte. Aber Lily persönlich fand das gar nicht so schlecht, weil sich dadurch die Anfeindungen der Häuser in Grenzen hielten.

"Das gab es, während Ailah und du euch versteckt habt", antwortete Selenio. "Hast du das nicht mitbekommen?"

Lily zuckte die Schultern: "Irgendwie nicht, aber wir hatten da auch Wichtigeres im Kopf".

Selenio kicherte: "Schade für dich. Da haben nämlich Sellar mit einigen Gryffindors gegen ältere Slytherins gespielt. Sie hatten wohl irgendwie Streit und Sellar hatte einen nagelneuen Besen von seinen Eltern bekommen, mit dem er angeben wollte. Ich sag dir, das war für ihn die Blamage des Jahrtausends".

"Echt, wieso?", fragte Lily neugierig. Das war vielleicht unfreundlich, aber sie verspürte eine gewisse Schadenfreude.

"Du musst wissen, er spielt gern auf der Position des Jägers, weil er da am meisten Aufmerksamkeit bekommt und mitten im Geschehen ist. Bei dem Spiel wollte er eine ältere Gryffindor angucken und sein Plan war anscheinend, mit dem Quaffel zu fliegen, ihr zuzuzwinkern und dann lässig ein Tor zu machen. Das hat nicht funktioniert, denn er ist mit Karacho gegen den linken Torring geflogen. Toivo ist vor Lachen von der Zuschauerbank gefallen. Danach sah Sellar zwar etwas lädiert aus, konnte aber noch weiterspielen. Trotzdem haben sie 30 zu 280 verloren", berichtete Selenio stockend, weil er immer wieder zwischendurch losprustete.

Lily kicherte: "Mein Mitleid ist begrenzt".

"Meins auch", stimmte Selenio zu. "Aber wollen wir gleich ein bisschen auf dem Quidditchfeld herumfliegen? Wir können ja die anderen fragen, ob sie mitkommen wollen".

"Gute Idee", nickte Lily und machte sich auf den Weg zur Tür. "Aber ich habe keinen eigenen Besen".

"Ach, das haben hier die wenigsten", winkte Selenio ab, während er ihr folgte. "Aber man kann sich welche von der Schule ausleihen".

Draußen fanden sie ihre Freunde am See. Es war zwar zu kalt, um reinzugehen, aber sie warfen Steine und versuchten, sie zwei mal aufkommen zu lassen.

"Hi, Leute", rief Lily begeistert. "Hat wer Lust, Quidditch zu spielen".

"Gerne!", strahlte Toivo.

Yardila hob die Augenbrauen: "Hört ihr dann jetzt mit dem Slytherin-Quatsch auf? Das ist echt nervig, wenn ihr nur davon redet".

Lily wollte gerade protestieren, doch Selenio unterbrach sie: "Ja, keine Sorge. Wir reden nicht mehr darüber".

Die rothaarige Hexe warf ihm einen verwirrte Blick zu, doch als er zwinkerte, fügte sie hinzu: "Ja, wir haben auch ziemlich übertrieben".

"Super, dann los. Aber wir fliegen nicht zu hoch, okay?", fragte Emory. "Und Aristoteles bleibt besser unten. Er hat nämlich Höhenangst".

"Dann kann er mit Gina spielen", stimmte Lily zu. "Wo sind denn jetzt die Besen?"

"Neben den Umkleiden beim Quidditch-Feld", erzählte Toivo. "Kommt mit".

Die Besen sahen wirklich sehr alt und unbequem aus, doch jeder suchte sich einen halbwegs akzeptablen aus und sie bildeten Teams. Selenio und Lily würden gegen Toivo, Emory und Yardila spielen.

Beim Einfliegen folgte allerdings für Lily die Enttäuschung. Die Besen waren langsam und splittrig. Eine Runde zu drehen dauerte fast so lang, wie wenn man sie joggte und nach wenigen Minuten tat ihr Hintern ziemlich weh.

"Und mit diesen Dingern soll man Quidditch spielen?", seufzte sie enttäuscht. "Das hat ja sogar die Toilette meiner Großmutter mehr PS".

"Also ich finde das ganz in Ordnung. Durch die geringe Geschwindigkeit wird das Fliegen weniger gefährlich", widersprach Emory, die sich die ganze Zeit sehr knapp über dem Boden gehalten hatte.

"Sicher, dass nicht deine Kröte Höhenangst hat, sondern du?", fragte Toivo grinsend, wofür er die Zunge herausgestreckt bekam.

"Du hast recht, Elara", auch Yardila landete jetzt. "Die Besen sind wirklich schlecht und uralt".

Toivo flog einen langsamen Salto: "Eigentlich sind das sogar ziemlich gute Modelle. Sellars ist zwar besser, aber diese hier sind super. Es wurden einfach noch keine Besseren erfunden".

Lily fand die Besen nicht super. Gegenüber James Feuerblitz zuhause war das hier das reinste Kinderspielzeug. Obwohl sie sogar bezweifelte, dass so etwas als Kleinkinderbesen verkauft werden würde. Sogar die waren in ihrer Zeit mittlerweile schneller und wendiger.

Auch Yardila schien enttäuscht und schlug vor: "Und was ist, wenn wir sie verbessern? Es muss doch einen Zauber dafür geben, oder? Und zur Not erfindest du einen, Elara".

"Gute Idee. Kommt, dafür setzen wir uns auf die Tribünen", Lily schwang sich wieder auf ihren Besen und tuckerte los.

"Ihr spinnt doch. Als wenn es möglich wäre, die Leistung noch zu steigern", rief Toivo, der die Faultierrolle probierte und momentan kopfüber hing. "Außerdem sind die sicher mit Schutzzaubern belegt, damit man das nicht kann".

Nachdenklich spielte Yardila mit ihren Haaren: "Da hat er vielleicht sogar recht".

"Hab ich doch immer", schrie der Zwilling.

"Träum weiter", lachte Yardila. "Aber was ich meine, ist, dass wir hier wirklich die besten Besen ausgesucht haben. Die sind wahrscheinlich noch am besten geschützt und außerdem bemerkt es sicher jemand, wenn die fehlen".

"Dann nehmen wir die schlechtesten, die sowieso niemand mehr benutzt", grinste Lily und flog wieder herunter.

In der Besenkammer quetschten sie sich nach ganz hinten und nahmen die zerfleddertsten, staubigsten Modelle aus dem Regal.

Wieder auf der Tribüne machten sie sich direkt an die Arbeit, während Toivo weiter Kunststücke vorführte, Selenio Runden flog und Emory auf dem Boden saß, um Aristoteles und Gina zu streicheln.

Die Schutzzauber zu brechen war nicht schwer und zu Lilys Überraschung war es Yardila, der es als erstes gelang, und zwar mit einem Zauber, von dem die Erbin noch nie zuvor gehört hatte.

Um keine eigenen Zauber erfinden zu müssen, teleportierte Lily sich schnell in die Bibliothek und lieh einige Bücher über die Verhexung von Besen aus. Die Zauber daraus veränderten sie einfach ein bisschen und wandten sie auf die Fluggeräte an. So wurde zum Beispiel aus einem accelerare zum Erhöhen der Geschwindigkeit ein accelerare maximus.

Außerdem wendeten sie die Zauber mehrmals an, um eine größere Wirkung zu erzielen. Zum Schluss wandte Yardila noch einen Polsterungszauber an und nicht zum ersten Mal wunderte Lily sich, wann ihre Freundin so begabt in der Anwendung von Magie geworden war.

Schließlich hatten sie beide einen bequemeren, schnelleren, wendigeren Besen, der höher fliegen konnte, aber noch immer sehr alt aussah. Sie hatten sich geeinigt, das Aussehen beizubehalten, damit er nicht allzu sehr auffiel, wenn sie ihn zurück in die Besenkammer gestellt hatten.

Gleichzeitig testeten sie ihre verbesserten Modelle, indem sie gleichzeitig von der Tribüne sprangen. Jubelnd schoss Lily durch die Luft und flog einige Loopings, wobei sie Toivos neidischen Blick bemerkte. Diese Besen waren jetzt sogar schneller, als James Feuerblitz und glichen ihm in Sachen Wendigkeit und Höhe.

Nachdem sie auch die anderen Besen, nach kurzen Protest sogar Emorys, verbessert hatten, ging das Spiel los.

Mangels Spieler beschworen sie nur einen Quaffel herauf und teilten sich in Hüter und Jäger auf, doch schnell wurde klar, dass sie die Teams unfair gewählt hatten. Lily war zwar gut in Quidditch, weil sie oft mit James trainierte, doch ihre Lieblingsposition war, wie die ihres Vaters, Sucher. Außerdem war sie auch dort nicht überragend gut. Auch Selenio war eher an Büchern interessiert, als daran, mit einem Besen zu fliegen, womit er im Gegensatz zu seinem Bruder stand, der ein perfekter Jäger war und begeistert verschiedene Stunts einbaute. Dieser war mit Yardila, die sehr gut flog und unnormal präzise werfen konnte, ein tolles Team, gegen das Lily als einzige Jägerin keine Chance hatte. Selenio hatte nämlich die Position des Hüters übernommen.

Da machte es auch keinen Unterschied, dass Emory, die dem Ball immer auswich, ins Tor musste, denn Lily bekam den Quaffel sowieso kaum bis zu ihr durch.

Schließloch seufzte Lily: "So macht das keinen Spaß. Ihr seid viel zu gut".

"Finde ich auch", stimmte Selenio zu. "Wollen wir das so machen, dass Emory mit zu uns kommt und ihr zu zweit spielt?"

"Okay", langsam und vorsichtig flog eben genannte zu den Torringen auf der anderen Seite. Jetzt konnte Selenio Lily als Jäger unterstützen, doch sie hatten noch immer keine Chance gegen das Zweierteam. Toivo und Yardila schissen nämlich einfach auf den Hüter und spielten beide als Jäger.

"Wo hast du so spielen gelernt?", fragte Selenio beeindruckt, als sie eine Pause machten. "Ich habe dich noch nie trainieren gesehen und ich dachte, du hättest vor deiner Zeit in Hogwarts nichts mit der magischen Welt zu tun gehabt?"

Yardila wurde rot und murmelte: "Hatte ich auch nicht. Ich muss wohl ein Naturtalent sein".

"Allerdings", grinste Toivo. "Du bist absolute Spitze".

Yardila wurde, falls möglich, noch röter und warf ihm einen strahlenden Blick zu: "Du bist aber auch nicht schlecht".

Nach einer Pause wechselten sie die Teams, sodass Lily und Yardila gegen Selenio und Toivo spielten, während Emory aussetzte, worüber sie ziemlich froh zu sein schien.

Dadurch wurde das Ganze deutlich fairer. Die Zwillinge waren zwar ein eingespieltes Team, doch Yardila war unglaublich und auch Lily war etwas besser als Selenio, wodurch sie schlussendlich unentschieden spielten.

Vor Begeisterung verpassten sie beinahe das Abendessen, doch zur passenden Zeit knurrte Ginas Magen so laut, dass man es selbst in 10 Metern Höhe hörte und sie machten sich lachend auf den Rückweg.
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