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How to deal with Death oder Warum man Fast Food lieben sollte

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAction / P12 / Gen
Dean Winchester Die Apokalyptischen Reiter Rowena MacLeod Sam Winchester Tod
10.11.2022
24.11.2022
3
4.317
 
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24.11.2022 1.716
 
Hallo:),

es geht weiter! Übrigens auch bei Aurora!
Würde mich über Kommentare und Bewertungen total freuen!

Aber jetzt: los geht's!

„Okay, das war ziemlich weird“, meinte Sam, als wir in unser Zimmer kamen. Ich nickte: „Selbst für den Tod. Normalerweise muss man entweder zuerst sterben oder ihn binden, um ihn zu treffen. Wenn wir das mal eher gewusst hätte. Ich hätte mir einen Tod ersparen können.“ Sam verzog die Mundwinkel. „Lass das. Wir sollten darüber nachdenken, was wir jetzt tun.“ Ich warf mich aufs Bett. „Einfach. Du findest alles über diese Ammit heraus und ich lege mich schlafen. Gute Nacht.“

„Stopp, stopp, stopp. Du denkst, du schläfst einfach, während ich die ganze Arbeit mache? Keine Chance. Hier, du nimmst das Handy, ich den Laptop!“, konterte er. „Aber ich bin gefahren, da musstest du nichts machen“, entgegnete ich. „Okay, ich mache dir einen Vorschlag. Ich fahre das nächste Mal, dafür machst du die Recherche.“ Ich sah ihn einen Moment nur stumm an. Dann setzte ich mich langsam an den Tisch. Manchmal musste man eine Niederlage anerkennen. Nur in Notfällen durfte er mein Baby fahren.

In der nächsten Stunde sah ich abwechselnd auf mein Handy und dann auf meinen Block. Nun gut, um fair zu sein, die ersten fünf Minuten hatte ich nur auf eine Zeichnung des Krokodi-, Löwen-, Nilpferdtrybrids gestarrt. Ich konnte nicht aufhören. Es war einfach zu hässlich. Der Gedanke, das bald bekämpfen zu müssen, war nicht gerade erheiternd. Danach allerdings hatte ich ein Schema auf den Block gezeichnet. Wenn ich mehrmals auf einen Begriff stieß, dann unterstrich ich ihn und die häufigsten wurden umkreist. Und es beunruhigte mich ziemlich, dass ich bisher „Jenseitsgöttin“, „frisst Herzen der Ungerechten“ und „dämonisches Wesen“ so markiert hatte.

Als ich das nicht mehr konnte, wandte ich mich dem Dolch zu. Bevor ich den benutzte, wollte ich lieber mal wissen, woher er stammte und welche Nebenwirkungen er hatte. Also hob ich ihn auf, um nach Hinweisen wie Gravierungen oder ähnlichem zu suchen. „Ach, den habe ich schon durch. Anscheinend könnte er aus einem Meteoriten stammen“, meinte Sam und sah auf. Ich blickte auf die Klinge. „Ernsthaft? Ein Meteor?“. „Ja. Damit stammt er wohl wirklich aus dem alten Ägypten, denn er ist nicht die einzige Waffe, die sie mit Zeugs aus dem Weltall hergestellt haben.“ Ich zog eine Augenbraue hoch. „Ist das nicht gefährlich?“. „Dieses Ding kann eine Jenseitsgöttin töten, also natürlich ist es gefährlich“, gab er kopfschüttelnd zurück. „Nein, ich meinte… weißt du, was? Egal. Wir bekämpfen eine Jenseitsgöttin und haben einen Dolch aus einem Meteor vom Tod bekommen. Der Tag muss nicht noch verrückter werden. Also gut, was haben wir noch über Ammit?“.

„Sie kommt anscheinend erst recht spät in den Aufzeichnungen vor. In manchen frisst sie die Herzen, die beim Gericht nicht bestehen, in anderen wird sie allerdings auch als Schutzgöttin für den König bezeichnet.“ „Das wirft allerdings eine Frage auf. Warum die Bissstellen an diesen Stellen? Ich meine Rücken, okay. Aber Ellenbogen und Knöchel? Wie soll sie denn da das Herz gefressen haben?“, fragte ich stirnrunzelnd und tippte auf die betreffenden Stellen. „Es wirft noch eine weitere Frage auf. In den Legenden frisst Ammit nur die Sünder, die den Test nicht bestehen“, ließ Sam verlauten. Ich starrte ihn an. „Du meinst… Nick ist vielleicht gar nicht so unschuldig, wie er uns glauben lässt? Und Denise und die anderen auch nicht?“. Er nickte. „Gut, dann werden wir dem wohl mal auf dem Zahn fühlen müssen.“

Am nächsten Tag teilten wir uns wieder auf. Sam wollte noch einmal Nick besuchen, ich dagegen wollte mich mal über die anderen schlau machen. Deswegen zog es mich erstmal zu dem Baseballclub. Da würde es immerhin einige Zeugen geben und vielleicht waren sie auch persönlich gekannt worden.

„Hallo, mein Name ist Agent Shaw“, stellte ich mich dem Sekretär vor. Anscheinend wohl der Einzige, der hier gerade arbeitete. Das Gebäude war extrem klein und sein Büro gerade zu winzig. Ich fragte mich, ob er hierfür überhaupt etwas bekam oder dies ehrenamtlich machte. „Sie ermitteln den Unfall?“, fragte er abweisend. „Ja, das tue ich. Könnten Sie mich an jemanden verweisen, der das Ganze gesehen hat? Vielleicht mehr darüber weiß?“. Er jetzt sah er von seinem Computer auf und musterte mich einmal von oben bis unten.

„Sie könnten mich fragen, ich habe alles gesehen. Mein Name ist Pete Brandell. Nehmen Sie doch Platz. Wollen Sie einen Kaffee?“. Sein Tonwechsel verwirrte mich etwas, aber trotzdem nahm ich an und setzte mich auf den einzigen freien Stuhl im Büro. „Nein, danke“, lehnte ich allerdings das Getränk ab. „Ist vielleicht gut so. Er ist nicht besonders gut“, zuckte er den Schultern. „Also, Sie haben alles gesehen? Wo waren Sie?“. „Oh, ich habe geschrieben. Die Statistiken gemacht und alles. Also saß ich auf der einen Seite und sie auf der anderen, quasi genau gegenüber. Sie haben geschrien, also haben wir aufgeschaut. Da war Toby schon auf dem Boden gelegen, aber Derek flog noch durch die Luft. Lexi, Denise und Nick saßen da noch. Jedenfalls für einen kurzen Moment, dann fielen auch sie.“ „Sie erzählen das erstaunlich gelassen“, merkte ich an. „Meine Eltern sind Bestatter“, meinte er achselzuckend. „Ich kenne den Tod seit meiner frühesten Kindheit. Auch wenn das natürlich kein schöner Anblick war.“ Mit einem, „okay“, akzeptierte ich das erstmal, schrieb es mir aber als seltsam auf die Liste. „Das heißt also, sie sind nacheinander geflogen?“. „Ja, allerdings nur in Abstand von wenigen Sekunden. Ich habe es nur gesehen, weil ich, wie gesagt, gegenüber von ihnen saß. Die Leute auf der Seite haben es nicht bemerkt.“ Ich nickte. „Gut und was können Sie mir über die fünf erzählen? Kannten sie sich?“.

Er verzog leicht das Gesicht. „Wir gingen gemeinsam in die Schule. Nick und Denise waren in meiner Klasse, Lexi und Toby ein oder zwei Klasse über mir, glaube ich. Und Derek war zwar auf einer anderen Schule, aber auch immer mit dabei.“ „Sie mochten sich nicht, richtig?“, stellte ich fest. „Nein, es war schon okay“, meinte er abwehrend. „Kommen Sie schon. Geben Sie es zu“, reizte ich ihn. „Es gehört sich zwar eigentlich nicht, schlecht über die Toten zu reden, aber ja, sie waren nicht gerade meine Lieblingsgruppe. Die Lehrer und andere Erwachsene, die mochten sie immer und gute Noten hatten sie auch. Aber sie waren immer in ziemlich merkwürdiges Zeugs verwickelt“. „Zum Beispiel?“. „Zum Beispiel bei einer Kunstausstellung in der siebten oder achten Klasse. Da war ein Mädchen kurz davor, den ersten Platz zu gewinnen, als ihr Bild aus Wachs buchstäblich schmolz. Es war mit anderen eine Nacht in einem alten Lagerraum aufbewahrt worden, der sich unerklärlicherweise erwärmt hatte. Lexi gewann den ersten Platz. Das Seltsame war, dass ihr Haar an manchen Stellen verbrannt war. Sie hat sich natürlich mit einem Glätteisen rausgeredet, aber viele haben ihr das nicht abgekauft. Ein anderes Mal ist mir die ganze Gruppe unheimlich geworden. Es gab einen Jungen, Adrian, in der Schule, der auch Baseball gespielt hat und immer vor allen angegeben hat. Speziell vor Tony, der nicht besonders gut war. Irgendwann habe ich ihn sogar gesehen, wie er weinend das Spielfeld verlassen hat, weil der andere ihn so runtergemacht hat. Am nächsten Tag ist Adrian aus der Mannschaft raus. Er hat gemeint, dass er ein Albtraum hatte, bei dem er von Baseball-Bällen verfolgt wurde. Seitdem ist er nie wieder auf einem Platz gewesen.“

Einen Moment herrschte Stille zwischen uns. Dann räusperte ich mich. „Das ist in der Tat alles ziemlich merkwürdig. Wissen Sie was? Wenn Ihnen noch mehr einfällt, dann rufen Sie uns einfach an. Hier ist meine Visitenkarte.“ Er nahm sie sich und besah kurz die Nummer. „Danke, Agent. Das werde ich sicher tun.“

Ich konnte gar nicht schnell genug aus seinem Büro rauskommen und versuchte sofort, Sam zu kontaktieren. Bei ihm ging allerdings nur die Mailbox ran. Verdammt! Ich sprang in den Impalla und raste zum Krankenhaus. Die Geschichte von den beiden klang nämlich mehr als nur ein wenig seltsam und bei unserem Glück war Nick vermutlich einer der mächtigsten Hexer, die es gab. Ich parkte direkt vor dem Krankenhaus, sprang heraus und wollte schon zur Eingangstür laufen, als diese geöffnet wurde und Sam herauskam. Völlig unversehrt und lächelnd, mit einem Becher Kaffee in der Hand. Natürlich, er hatte ihn angenommen. Er sah mich und nickte mir zu.
„Oh, du holst mich ab?“, fragte er gut gelaunt und stieg ein. „Ja, weil ich mir Sorgen gemacht habe“, zischte ich ihm zu und warf die Tür des Autos etwas heftiger zu, als beabsichtigt. Mit knappen Worten berichtete ich ihm von der Geschichte des Sekretärs. „Ernsthaft? Ein schmelzendes Bild und ein Albtraum?“, fragte er etwas belustigt. „Ja und beide haben bekommen, was sie wollen. Sie den ersten Platz und er ist seinen Peiniger losgeworden. Sag mir nicht, dass das ein Zufall war.“ „Stimmt schon, vermutlich nicht. Allerdings ist dann dabei eine Sache interessant. Nick ist nicht gestorben und er hat auch keinen Biss, ich habe seinen Hals und den medizinischen Ordner gesehen. Das heißt, in den Augen von Ammit, ist er nicht schuldig. Also hat er vielleicht gar nichts damit zu tun.“ Da hatte er allerdings recht, das stimmte.

„Also, was hast du herausgefunden?“, fragte ich, während ich uns aus dem Halteverbot rausmanövrierte. „Nick kann sich anscheinend immer noch nicht an besonders viel erinnern. Ich habe allerdings eine Krankenschwester gefunden, die ebenfalls anwesend war und mir noch etwas interessantes mitgeteilt hat. Es sind Herzen verschwunden. Direkt aus dem Krankenhaus.“ „Was?“, fragte ich keuchend. „Ja, anscheinend hat Ammit sich die da hergeholt, bevor sie auf eigenen Beutezug gegangen ist. Allerdings waren dabei alle Patienten schon tot.“ Ich seufzte tief. „Gut, fassen wir zusammen. Wir haben eine Jenseitsgöttin, die riesig groß ist und aus drei verschiedenen Tieren besteht, die zusammengenäht wurden. Irgendwie schafft sie es aber ungesehen überall hinzugehen? Kann sie sich unsichtbar machen?“. „Weißt du was, darüber habe ich auch nachgedacht. Und dann musste ich an unsere Todeserfahrungen denken. Was ist, wenn Ammit sich durch die Zwischenwelt bewegen kann, wie ein Schnitter? Damit würde sie nie einer sehen.“ Es blieb einen Moment still, während ich darüber nachdachte. „Das würde echt viel Sinn ergeben“, meinte ich langsam. „Warte! Du sagst also, ich habe Recht?“, fragte er grinsend. Ich gab ihm einen Stoß. „Jetzt werde nicht gleich überheblich.“

Hoffe ihr freut euch, wie ich, auf nächste Woche!

Bis dann:)
feuer und luft
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