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How to deal with Death oder Warum man Fast Food lieben sollte

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAction / P12 / Gen
Dean Winchester Die Apokalyptischen Reiter Rowena MacLeod Sam Winchester Tod
10.11.2022
22.12.2022
7
8.062
 
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17.11.2022 1.183
 
Hallo:)

Heute wird hoffentlich ein Teil des Titels klar:) Und meine Motivation, warum ich das hier eigentlich schreiben wollte!
Ist heute übrigens wieder ein Doppel-Upload: Bei Aurora "Urlaub auf Broil" geht es auch weiter!

Viel Spaß!

In diesem Moment ging die Tür des Diners wieder auf und die Temperatur fiel spürbar um einige Grad. Alle hörten für einen Moment auf zu reden, als ein Mann den Raum betrat. Ich starrte ihn an. Er sah aus wie Mitte sechzig, hatte graue Haut und trug einen grauen Anzug. In seiner rechten Hand hielt er einen Spazierstock, den er lässig herumschwang, als der den Raum durchquerte. An dem Ringfinger war ein viereckiger Ring, mit einem weißen Stein.

Der Lärm stieg wieder an und ich schüttelte mich kurz. Dann setzte sich der vierte apokalyptische Reiter an unseren Tisch und winkte schweigend eine Bedienung heran. „Zwei Burger mit Pommes und einen Salat“, bestellte er kurz angebunden und die Frau knickste unwillkürlich, bevor sie alles aufschrieb. Ich fragte mich, ob auch andere die Anwesenheit eines solchen Wesens spüren konnten. Sam neben mir löste sich auch erst jetzt aus seiner Erstarrung und spannte seinen Kiefer an. Eigentlich kein gutes Zeichen, hoffentlich machte er jetzt nichts dummes. Das war schließlich meine Domäne. Aber irgendwas musste jetzt wohl jemand sagen, also versuchte ich es mal.

„Du machst also weiter mit der Probiertour durch alle billigen Diner Amerikas?“, fragte ich, mit nur leicht zitternden Stimme. Sam trat mich unter dem Tisch, vermutlich wollte er, dass ich entweder still oder respektvoller war. Aber er wusste nicht, wie die Treffen zwischen mir und Death abliefen. Zuerst war ich respektlos, dann erinnerte er mich daran, dass ich ein Bakterium im Vergleich zu ihm war und schließlich schlossen wir einen Deal, bei dem ich mehr Vorteile hatte als er. Und mit meinem Satz hatte ich immerhin schon den Anfang gemacht.

„Im Gegensatz zu den Menschen muss ich die Kalorien nicht zählen, Dean“, meinte er hoheitsvoll. Im Licht der Lampe blitzte sein Ring kurz auf und seine Augen sahen kalt in meine. Ein Schauer lief mir über den Rücken. In dem Moment brachte die Kellnerin das Essen. Ein paar Sekunden waren wir abgelenkt und ich konnte Sam kurz ein beruhigendes Nicken zuwerfen. Der Tod nahm eine Pommes, dippte sie in das Ketschup und aß sie. „Esst“, meinte er schließlich und ich bemerkte, dass wir ihn nur stumm angeschaut hatten. Mit leicht zitternden Fingern nahm ich das Besteck und schnitt mir vorsichtig ein Stück ab. Normalerweise würde ich den natürlich mit den Fingern essen, aber wenn der Tod einem gegenüber saß, dann zeigte man gerne einige Manieren.

„Das ist gut“, meinte er und strich sich seine Finger an der Servierte ab. Tatsächlich hatte er zuerst die Pommes gegessen, bevor er sich jetzt an den Burger machte. Wer aß in dieser Reihenfolge? Allerdings hatte er nicht ganz unrecht. Wir aßen weiter. Ich war etwas unsicher, was die Stille betraf. Normalerweise sagte er doch immer, dass seine Zeit so kostbar war. Sam konnte es als erstes nicht mehr aushalten. „Gibt es einen weiteren Grund, warum Ihr hier seid, ähm Euer Ehren?“, fragte er, den Titel hatte er noch schnell hinten ranggehängt. Vermutlich hatte er sich an Bobby erinnert.

„Ich muss wohl verhindern, dass ihr stolpert“, meinte er und deutete auf die Fotos, die noch immer auf dem Tisch lagen. Ich hatte sie ganz vergessen. „Weißt du, was das ist?“, fragte ich ihn. „Dean, ich bin mächtiger als du es begreifen kannst, selbstverständlich weiß ich, wer das verursacht hat. Es war Ammit.“ Ich schüttelte nur den Kopf. „Wer?“. „Ammit ist eine Jenseitsgöttin aus der ägyptischen Mythologie“, meinte Sam langsam. „Sie hat den Kopf eines Krokodils und den Körper eines Löwens und eines Nilpferds.“ Der Tod nickte langsam. Ich atmete durch. Das klang doch mal nach einem richtig schönen Gegner. Dann kam mir jedoch ein Gedanke. „Hat sie dann auch was mit Osiris zu tun?“, fragte ich und erinnerte mich an das grauenvolle Gericht*.

Der Reiter sah mich abschätzig an. „Macht eure Recherchearbeit, ich bin keine Bibliothek.“ „Nein, natürlich nicht“, entschuldigte sich Sam sofort. Dann tupfte sich der Tod mit der Serviette den Mund ab. „Ammit frisst die Seelen im Totengericht, die den Test mit der Feder nicht bestehen“, erklärte er dann doch. „Im Moment ist sie also etwas ungehalten, schließlich werden immer weniger Seelen ihr zugeteilt. Sie gerät schön langsam in Vergessenheit. Deswegen sucht sie sich selber aus, wen sie fressen will.“ Ich kaute kurz, um mein Nachdenken zu überspielen. Sam war allerdings schon weiter. „Das ist also nicht der erste Vorfall dieser Art?“. „Bei weitem nicht“, erklärte der Tod. „Allerdings ist es das erste Mal, dass sie so offensichtlich vorgeht. Ein Sturz von zwei Metern mit einem deutlich sichtbaren Biss, sie ist eben auch nicht die, die sie einst war.“ Ich nickte langsam. „Und was sollen wir jetzt tun?“, fragte ich, leicht grinsend. „Wir tun gar nichts, Dean“, meinte er herrisch. „Ihr hingegen, ihr macht euch auf die Jagd nach Ammit und zwar bevor sie noch jemanden erwischt“.

„Möchten Sie noch etwas?“, fragte aus einmal die Kellnerin neben uns und räumte den Teller auf. Ganz kurz bildete ich mir ein, ein Hauch von Verärgerung über das Gesicht des Tods huschen zu sehen, aber das war schnell wieder vorbei. „Einen Schokomilchshake“, bestellte er und sie ging. Ohne uns ebenfalls zu fragen. Sam starrte ihr ebenfalls einen Moment hinterher, auch wenn er vermutlich andere Gedanken als ich hatte. „Und das ist einer der Millionen Gründe, warum ich es hasse mit Menschen zu arbeiten. Ihr werdet einfach viel zu schnell abgelenkt“, seufzte der Tod und unsere Köpfe schwangen herum.

Er zog einen Dolch aus seinem Mantel. Sam und ich zuckten zurück. „Meint ihr ernsthaft, dass ihr noch leben würdet, wenn ich anders entscheiden würde?“, fragte er und kommentierte, „so ein Hybris. Aber darin warst du ja immer gut, nicht wahr, Dean?“. Ich nickte nur kurz und sah auf die Tischkante. „Nun, dieser Dolch ist eine der wenigen Waffen, die Ammit tatsächlich verletzen kann. Ihr müsst damit jeden Teil von ihr töten, den Kopf durch die Kehle und die Körperteile durch den Bauch. Den Rest findet ihr heraus, wenn ihr müsst.“ Er legte den Dolche auf den Tisch und stand auf. „Warte, warum macht Ihr das?“, fragte Sam zögerlich. „Genau“, meinte ich, allerdings direkter, „und warum kümmerst du dich nicht einfach um das Problem und wir können uns entspannen?“.

Er drehte sich nochmal um. „Ich denke, beides werdet ihr selbst herausfinden, wenn die Zeit gekommen ist“. Dann wirbelte er einmal den Stock herum und sagte, ohne uns anzuschauen: „Den Dolch will ich zurück, er ist einzigartig. Ach und Dean? Den Milchshake will ich nicht, trinke ihn.“ Ich nickte verwirrt. Das war mal eine Abwechslung zu dem üblichen Befehl zu essen. Aber da die Kellnerin schon wieder auf dem Weg zu uns war, steckte ich den Dolch schnell ein. Als ich wieder aufsah, war der Tod nicht mehr zu sehen.

*  Vgl. Supernatural, Staffel 7, Folge 4: „Zeugin der Anklage“

Ich hoffe, es hat euch gefallen und würde mich total über Kommentare mit Kritik und Theorien freuen!

Bis nächsten Donnerstag
feuer und luft
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