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MADARA UCHIHA - Der Erste Hokage - (ungekürzte Version)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Hashirama Senju Madara Uchiha OC (Own Character) Tobirama Senju
10.11.2022
28.11.2022
9
23.971
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24.11.2022 3.138
 
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man warm und geborgen im Bett liegt, sich rundum wohlfühlt, und dann fällt einem etwas ein, und mit einem Schlag verschwindet jede Gemütlichkeit?

Genauso und nicht anders fühlte sich Tsuki, als sie am Morgen nach ihrer Hochzeit in Madaras Bett aufwachte...


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Gähnend rollte die Hellblonde zur Seite und kuschelte sich in die warme Bettdecke. Sicher war es noch sehr früh am Morgen, und sie zu müde zum Aufzustehen. Eigentlich wollte sie weiterschlafen, aber ein intensiv warmer Duft, der sie schon die ganze Nacht umhüllt hatte, regte ihre Geruchsknospen an. Zwischen ihren hellen, langen Wimpern blinzelte sie ins Leere. Nichtsahnend warf Tsuki ihre Hand aus, ergriff einen Kissen und zog ihn zu sich, um ihre Nase direkt hinein zu tauchen. Was für ein Duft! Ausgeprägt dunkel, tief, mit einer würzigen Note. Wie aromatischer Ingwer, kombiniert mit den dunklen Nadelbäumen um Konoha. Gerade als sie noch einmal daran schnuppern wollte, riss sie erschrocken die Augen auf.

Die junge Frau richtete sich sofort auf und sah sich erschrocken um. Sie war in Madaras Bett! Was war letzte Nacht passiert? Und wie kam sie in dieses Bett? Ihr Herz raste, als sie schleunigst die Bettdecke mit ihren Füßen von sich schob. Ein Glück! Sie hatte noch ihr Unterkleid an. Wahrscheinlich hatte der Uchiha sie nicht angefasst, trotzdem konnte sie es nicht unterlassen, die Laken zu untersuchen. Erleichtert ließ sie sich anschließend wieder ins Bett fallen.

Moment! Hatte Madara sie wirklich in seinem Bett schlafen lassen? Tsuki musste an letzte Nacht zurück denken. Der Schwarzhaarige hatte sie ganz schön eingeschüchtert. Überhaupt hatte er so einiges in ihr ausgelöst. Er sah besser aus, als sie dachte. Aber was sie wirklich berührt hatte, war der Moment, als Madaras Sharingan sich gezeigt hatte. Eine merkwürdige Verbundenheit hatte sie bei dessen Anblick gespürt. Als könnte sie plötzlich den tiefen Schmerz seiner Verluste fühlen. War das vielleicht ein Einblick in seine Seele gewesen? War so etwas überhaupt möglich?

Ein krampfhaftes Stechen in ihrer Brust riss Tsuki aus den Gedanken. Tobirama! Ob es ihm gut ging? Madara war mächtig sauer auf ihn gewesen, bevor sie in Ohnmacht gefallen war. Sie horchte genau hin. Absolute Stille im Dorf. Hätte der Uchiha etwas gegen ihren Cousin unternommen, wäre es niemals so ruhig. Nochmal wanderte Tsukis Blick zum Kissen neben sich. Hatte Madara die Nacht bei ihr verbracht?

Nachdenklich knotete sie ihre obere Haarpartie zu einem kleinen Dutt zusammen, stand auf und zog sich eine hochgeschlossene, weiße Bluse und darüber ein hellblaues Yukata an. Nachdem sie die Narben ihrer Hände mit weißen Handschuhen bedeckt hatte, schaute sie vorsichtig aus dem Zimmer heraus. Keine Spur vom Uchiha.

Durch die hohen Fenster im langen Korridor sah sie flüchtig, wie sich ein dichter Nebelschleier über die Landschaft gelegt hatte. Neugierig erkundete sie ihr neues Zuhause. Madaras Haus hatte großzügige Zimmer, die alle weitgehend leer standen. Die erste Tür führte ins Badezimmer. Klassisch eingerichtet mit Elementen aus Holz und Stein. Der nächste Raum war sicher sein Arbeitszimmer, dunkle Regale mit vielen Schriftrollen reichten bis zur Decke. Danach kam das Gästezimmer. So glaubte sie jedenfalls, weil in einer Ecke ein zusammengerollter Futon stand. Schließlich kam sie ins Wohnzimmer. Edel und schlicht. Tatami-Matten um den ganzen Raum ausgelegt und niedrige Tische aus feinem Kirschholz. An der Wand das Uchiha-Wappen. Sehr wahrscheinlich fanden die Clantreffen auch hier statt. Die Küche hatte sie bereits vorige Nacht gesehen. Eine weitere Tür führte zum Speisekammer.

Als ein kühler Windstoß Tsukis Haut berührte, fiel ihr die halboffene Terrassentür auf. Leise betrat sie den Außenbereich und staunte sogleich, über die malerische Aussicht am See. Mit einem Schmunzeln schloss sie ihre Augen. Als Kind hatte sie immer davon geträumt, zu Sakura-Zeit unter duftenden, zarten Blüten mit dem geliebten Menschen zu heiraten. Stattdessen hatte sie im Herbst den Uchiha-Oberhaupt geheiratet. Ein langer Seufzer entwich ihrem Mund.

Gerade als sie wieder rein gehen wollte, zuckte sie erschrocken zusammen. Hinter dem niedrigen Tisch, seitlich auf der Terrasse, entdeckte sie Madara auf einer Matte liegen. Er hatte die Arme hinter dem Kopf verschränkt und sah schweigend zum Himmel hinauf. Zu seinen Füßen lag eine dünne Felldecke. Hatte er auf der Terrasse übernachtet?

Nervös strich sie ihre glatten Haare zurück: "Verzeihung! Ich wusste nicht, dass du hier bist. Ich bereite dir gleich dein Frühstück vor. Was isst du denn gerne morgens?"

Keine Antwort.


Nachdenklich verrührte Tsuki die Miso. Eigentlich konnte sie sich nicht beschweren. Madara hatte ihr nichts angetan und auch zu nichts gezwungen. Womöglich hatte sie das ihren hässlichen Narben zu verdanken. So grob wie er sie ausgezogen hatte, wer weiß was seine wahre Absicht gewesen war? Doch warum hatte er ihr Bein abgetastet? Egal! Sie war immer noch im Haus. Er duldete ihre Anwesenheit zumindest.

Als sich der würzige Duft der Speisen in Haus verbreitete, kam Madara endlich herein. Er ging direkt weiter ins Badezimmer und kehrte kurze Zeit später, frisch gewaschen zurück.

"Ich habe Miso-Suppe gekocht, dazu Reis und Gemüse. Wo möchtest du gerne essen?", fragte Tsuki vorsichtig.

Unter seinem nassen Haar, richteten sich Madaras rabenschwarze Augen direkt auf die geröteten Hände seiner Frau. Dann zu ihren Handschuhen, die sie zum Kochen abgelegt hatte. "Morgens esse ich nichts."

"Oh. Naja, nicht so schlimm. Wir können es auch am Mittag essen? Dann werde ich dir einen Tee zubereiten." Unsicher streckte Tsuki eine Hand nach den Handschuhen aus. Sie hatte seinen Blick verfolgt und war der Annahme, dass er sich von dem Anblick ihrer Brandwunden ekelte. Vielleicht wollte er auch deswegen nichts essen? Doch Madara hielt sie an ihrem Handgelenk fest: "Mach dir keine Mühe! Ich muss gleich gehen. Warte nicht auf mich, es wird spät weden."

Mit großen Augen sah sie ihn an. "Möchtest du, dass ich dich begleite?"

Der Uchiha atmete tief aus. Noch konnte er ihr nicht erzählen, dass er an jedem selben Wochentag, die wichtigste Person seines Lebens besuchen ging: "Du solltest die Zeit lieber nutzen, dich hier einzuleben. Guten Appetit." Mit diesen Worten ging Madara. Weder zu Mittag, noch zum Abend kam er zurück. Kurz nach Mitternacht, als Tsuki bereits im Bett war, hörte sie ihn im Korridor laufen. Diese Nacht verbrachte er auf der Terrasse und sie in seinem Bett.

***

Der nächsten Tag

"Madara? Du hier?" , rief Hashirama entsetzt, als er mitten in den Planungen der neuen Akademie überrascht wurde. Gespannt beobachtete er, wie Madara seine dunklen Handschuhe auszog und auf den Schreibtisch ablegte. Sofort bat Hashirama alle anwesenden Shinobi aus dem Raum. Als sie endlich alleine waren, hakte er nach: "Madara, dein Amt beginnt erst in einer Woche. Du bist frisch verheiratet. Warum bist du hier?"

"Der geplante Bauplatz für die Schule ist nicht hinnehmbar. Wir werden sie woanders bauen lassen!" Madara rollte die Landkarte aus, sein Zeigefinger landete direkt in der Mitte.

Der langhaarige Senju verschränkte die Arme. Beim Grübeln schob sich seine Unterlippe etwas vor: "Es ist Tobiramas Idee, die Schule etwas abseits, nähe der angrenzenden Wälder zu errichten. Damit sollen die Kinder ohne Hemmungen trainieren können."

"Unsinn! Tobirama hat genug Ideen gehabt. Ab jetzt übernehme ich! Glaub mir, es ist besser, wenn die Schule im Zentrum ist."

"Wenn du das sagst, Hokage." Hashirama lächelte neckisch: "Aber wo ist dein Hut und dein Umhang?"

"Hn! Du glaubst hoffentlich nicht, dass ich die im Alltag tragen werde? Es reicht wenn einer von uns in komischen Sachen herum läuft!" , frech grinsend beugte sich der Uchiha zur Landkarte und setzte eine Markierung.

Zunächst musste Hashirama über den Witz lachen, danach wirkte er besorgt. "Madara, du bist keine zwei Tage verheiratet. Dass du jetzt hier bist, kann nichts gutes bedeuten. Ist es wegen ihren Wunden? So oft habe ich versucht mit dir darüber zu reden, aber du hast immer abgeblockt..."

Für eine kurze Minute herrschte Stille im Hokage-Büro. Dann begann Madara zu reden: "Meine Augen unterscheiden sich von deinen, Hashirama. Allerdings möchte ich es verstehen. Du hattest mir erwähnt, dass Akatsuki einem mächtigen Ninjutsu zum Opfer gefallen war. Warum hast du mir verschwiegen, um welches Jutsu es handelte? Bin ich für ihre Wunden verantwortlich?"

"Nein, natürlich nicht! Ich wollte dich nur nicht mit einer Sache belasten, wofür du nichts kannst. Es geschah vor über zehn Jahren. Unsere Siedlung wurde damals angegriffen. Du warst nicht Mal involviert dabei. Das weiß ich so genau, weil wir beide damals unseren eigenen Kampf austrugen. Genauso wie Tobirama und Izuna. Wir alle waren zu dem Zeitpunkt nicht in der Nähe der Siedlung."

Der erste Hokage lehnte sich nachdenklich zurück. Ein Dorf anzugreifen, während ihre stärksten Kämpfer nicht anwesend waren, sah seinem Vater Tajima sehr ähnlich. Dann schaute er wieder zu seinem Freund auf: "Ist das der Grund für diese Ehe? Soll mich Akatsuki an den Leid der Kriegsopfer erinnern? Unnötig! Ich habe meine eigenen Wunden."

Hashirama sah ihn traurig an: "Haben wir das nicht alle?"

"Dann verstehe ich nicht, was dein Bruder mit meiner Eheschließung bezwecken wollte?! Nur ungern gebe ich es zu, doch Tobirama enttäuscht mich. Von ihm hatte ich deutlich mehr Raffinesse erwartet." Der Hokage verschränkte die Arme. Er dachte über seine Hochzeitsnacht nach. Akatsuki hatte ihm unmissverständlich gesagt, dass sie ihr Kimono nicht ausziehen konnte. Das war ja auch kein Wunder! Das An- und Ausziehen dieser Tracht war eine Kunst für sich. Er hatte ihr helfen wollen, aber sie hatte total überreagiert und sich angestellt, als würde er sie gleich vergewaltigen wollen! Da sie schon darauf so überängstlich reagiert hatte, hatte er sich kurzerhand entschieden, lieber gleich an Ort und Stelle zu überprüfen, ob sie wirklich keine Kunoichi war. Aber anscheinend hatte sie ihm nichts vorgemacht. Sie war weder bewaffnet, noch hatte sie ausgeprägte Muskeln, die auf ein intensives Training deuten könnten. Am Ende war sie sogar in Ohnmacht gefallen und er musste sie ins Bett tragen. Aber das schlimmste war: Er hatte die ganze Nacht bei ihr im Bett verbringen müssen, und hoffen, dass ihr nichts geschieht. Gut, vielleicht war er doch etwas grob gewesen. Wie hätte er allerdings ahnen können, dass die Cousine der beiden starken Senju-Brüder ein Angsthase war? Vor Schreck wäre sie beinahe gestorben! Was würden die Dorfbewohner über ihn denken, wenn seine Frau in der Hochzeitsnacht gestorben wäre?! Seine Ehre wäre für immer dahin.

Was hatte sich Tobirama nur dabei gedacht?! Akatsuki war weder schön genug, um ihm den Verstand zu rauben, noch war sie mental stark genug, ihn auf irgendeiner Form zu beeinflussen. Und auf gar keinen Fall hatte sie den Hauch einer Chance, ihn zu verletzten. Dieses Mädchen war voller Schwächen! Nicht einmal richtig Mitleid konnte er für sie empfinden. Denn wer so naiv war, sich selbst zu überschätzen, hatte einfach selber schuld! Und der Abscheu gegenüber Tobirama wuchs weiter...

Was im Kopf des Uchihas vor sich ging, konnte Hashirama nur erahnen: "Madara, nach wie vor kann ich dein Misstrauen verstehen. Ich habe dir bereits zugegeben, dass auch ich anfangs etwas skeptisch war. Aber in diesem Fall geht es nicht nur um dich, mein Freund! Dir wird sicher aufgefallen sein, Tsuki und Tobirama stehen sich sehr nahe..."

Madara richtete seine Augen auf den Senju. Natürlich war ihm aufgefallen, wie Akatsuki und Tobirama während der Hochzeit ständig miteinander agiert hatten. Er hatte auch nicht vergessen, wie sie aus dem Haus gerannt war, direkt in die Arme von Tobirama. Dass sie ein ganz besonderes Verhältnis hatten, war kaum zu übersehen. Allerdings hatte sich Madara letztlich entschieden, dies als ein geschwisterliches Verhältnis zu deuten. Denn ehrlich, welcher Mann würde schon die Frau, die er liebt, jemand anderem geben?

Er nickte und Hashirama fuhr fort: "Ich kann dir garantieren, für Tobirama ist Tsuki absolut wichtig. Hier geht es auch um ihre Ehre. Mein Freund, wie wäre es, wenn du einfach mal versuchst, diese Ehe als eine Friedensabsicht zu bewerten?"

„Hn."

"Was Tsuki angeht.. Weißt du, Mito und ich hatten es auch nicht leicht von Anfang an. Viel zu früh musste ich das unbändige Temperament der Uzumaki erfahren. Sie benimmt sich anders, als Frauen meines Clans. Ihre Sprache ist auch etwas anders, manchmal führt das zu Missverständnissen. Was unsere Hochzeitsnacht betrifft, dir kann ich es sagen, es war ein Desaster! Aber all diese Kleinigkeiten an ihr, liebe ich mittlerweile. Ein Leben ohne meine Mito, will ich mir nicht mehr vorstellen. Es stimmt, deine Augen unterscheiden sich von meinen. Was das genau bedeutet, verstehe ich nicht. Dazu muss ich zugeben, dass ich die Brandwunden meiner Cousine nur an ihren Händen kenne. Dennoch ist Aussehen nicht alles. Du wirst sehen, sie ist wirklich ein Juwel."

"Du und dein ewiger Optimismus!" , Madaras Lippen formten sich zu einem sachten Lächeln. Auch wenn sie nicht immer derselben Meinung waren, die Zuversicht dieses Senjus war einfach unerschütterlich. "Hashirama, zerbrich dir nicht den Kopf darüber. Schließlich ist sie meine Frau. Alles was ich mir von deiner Cousine erhoffe ist Ehrlichkeit."

Dankbar lächelte Hashirama. "Gut. Na schön, Hokage. Wenn du schon hier bist, beginnen wir mit der Arbeit!"

Die nächsten Stunden verbrachten die beiden Männer zusammen. Bei jeder sich anbietenden Gelegenheit erzählte Hashirama Erinnerungen aus seiner Kindheit. Immer waren sie mit Tsuki verknüpft. Madara äußerte sich kaum, aber er hörte allem interessiert zu.

Als die Dunkelheit einbrach, entschied der Senju, dass sie die Arbeit beenden sollten: "Ein freundschaftlicher Tipp: Verspäte dich niemals am Abend! Das können Frauen gar nicht leiden."

Der schwarzhaarige Hokage rollte mit den Augen, während er seine Bürotür abschloss.


***

Unterwegs auf dem Kiesweg seines Grundstücks fragte sich Madara, was Akatsuki wohl den ganzen Tag gemacht hatte. Ein unscheinbares Lächeln zeigte sich an seinem Mundwinkel. Hashirama, dieser unverbesserlicher Dummkopf, hatte es wieder einmal geschafft, ihn zu beeinflussen. Schließlich hatte Madara weder eine Schwester, noch eine andere weibliche Verwandte gehabt, die ihm nahe stand. So wie der Senju-Anführer über sie gesprochen hatte, waren Mädchen wahrscheinlich noch mehr schutzbedürftig und auch anhänglicher, als Brüder. Wobei, sein Izuna auch sehr anhänglich und voller Liebe war. Auf jeden Fall war es sehr informativ gewesen, Akatsukis Kindheit anzuhören. Die Tatsache, wie sie sich bei Ärger an ihren 'Hashi-Nii' wandte und sie deswegen noch heute damit gehänselt wurde, war irgendwie lustig.

Bloß was nützten ihm all diese Informationen? Schließlich sollte Madara in ihr keine niedliche Schwester sehen, sondern eine ebenbürtige Partnerin.
Nun denn, vielleicht war er doch wegen Tobirama, etwas voreingenommen gewesen? Er nahm sich vor, seine Frau zumindest ein wenig besser kennenzulernen.


Es war dunkel, als er die Wohnung betrat. War Akatsuki gar nicht Zuhause? Der Uchiha schaute in die Küche, auch im Wohnzimmer war sie nicht. Leise bewegte er sich zum Schlafzimmer, blieb dann letztlich vor seinem Arbeitszimmer stehen. Licht fiel unter dem Türschlitz hindurch. Bedächtig schob Madara die leichte Tür auf, dabei fiel sein Blick sogleich zum Arbeitstisch. Da saß die Blonde, mit einer Schriftrolle in der Hand und starrte ihn mit aufgerissenen Augen an.

"Was machst du hier?!" , fragte er streng.

"I-Ich.. es tut mir leid! Mir war es langweilig und da dachte ich, vielleicht hast du etwa schönes zum Lesen für mich?" Tsuki stand sofort auf und rollte die Schriftrolle wieder zusammen, aber Madara war schneller und nahm sie ihr aus der Hand. Ein misstrauischer Blick hinein, und der Siegel seines Vaters, Tajima Uchiha, war zu erkennen.

Nervös klemmte Tsuki ihr feines Haar hinter die Ohren. Wieder atmete sie zu hastig: "Keine Sorge, ich kann sie ohnehin nicht lesen! Diese Schrift kenne ich nicht, deswegen wollte ich mir die Schriftrolle nur ansehen."

Doch der finstere Blick vom Schwarzhaarigen wollte sich nicht legen. Er kam gefährlich nahe, verengte seine Augen und raunte gegen ihre Nasenspitze: "Akatsuki, jede einzelne Schriftrolle, die du hier siehst, betrifft allein meinen Clan! Nichts davon ist für deine Unterhaltung gedacht. Das solltest du besser wissen!"

Tsuki nickte beschämt. Ihr helles Gesicht bekam etwas Farbe. Sie trat einen Schritt zurück und verbeugte sich ehrfürchtig. Erneut bat sie um Entschuldigung. "Ich werde jetzt unser Essen erwärmen." , fügte sie eilig hinzu.
Jedoch hielt Madara abweisend seine Hand hoch: "Du kannst alleine essen. Ich habe keinen Appetit."

"A-Aber du hast heute noch nichts gegessen?" Erwartungsvoll sah die junge Frau ihn an, nachdem allerdings keine Antwort mehr kam, verließ sie mit hängendem Kopf den Raum. "Verstehe..."

Unbewusst löste sie dabei in Madara eine Erinnerung aus. An wem sie ihn erinnerte, daran wollte er jetzt keine Gedanken verschwenden. Etwas viel wichtigeres beschäftigte ihn.

Sobald Akatsuki außer Sichtweite war, öffnete Madara die Schriftrolle wieder. Sein Vater berichtete darin über das Resultat eines Feuerangriffs auf die Siedlung der Senju. Geschrieben hatte er das vor über zehn Jahren, komplett in der Schrift der Uchiha. Außenstehenden war es unmöglich diese zu entziffern. Könnte das wirklich nur ein dummer Zufall gewesen sein, dass Akatsuki ausgerechnet diese Rolle aus dem Regal gezogen hatte? Oder war sie in der Lage, die alten Schriften der Uchiha zu lesen? Nachdenklich schaute Madara der offenen Tür nach.

***

Die nächsten Tage vergingen alle ähnlich. Am Morgen bekam Tsuki höchstens mit, wie Madara die Haustür hinter sich zog. In der Nacht kam er, wenn sie bereits im Bett war. Nahrung nahm der Uchiha Zuhause gar nicht mehr zu sich. Deswegen stellte Tsuki nach einer Woche das Kochen ein. Nur der Sake Vorrat verringerte sich von Nacht zu Nacht.

Ihre Mutter kam sie an einem Tag besuchen und brachte ihre Zeichenmappe und einige Kohlestifte mit. Damit widmete sich Tsuki vermehrt ihrem alten Hobby und zeichnete abends auf der Terrasse. Später gehörte die Terrasse wieder bis zum Morgen Madara.

Eigentlich hatte Tsuki gehofft, noch vor dem nächsten Vollmond etwas vertrauter mit ihrem Ehemann zu werden. Schließlich hatte sie mit Tobirama ausgemacht, dass sie sich nur treffen werden, wenn sie Madaras Einverständnis dafür bekommen würde. Alles andere wäre zu riskant. Aber nun war sie so weit davon entfernt. Etwas musste sich schnellstmöglich ändern, denn bis zum nächsten Vollmond waren es nur noch drei Tage.

Dass das Schicksal bereits für Akatsuki und ihre Ehe eine gravierende Veränderung vorbereitet hatte, konnte sie nicht erahnen. Deswegen war das Entsetzen umso tiefer, als Madara am Folgeabend eine fremde Frau aus dem Uchiha-Clan mit nach Hause brachte, die so schön war, dass selbst der Sternenhimmel sie beneidete.


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Meine Lieben,

vielen, vielen Dank für den weiteren Stern ❤️ Es freut mich so sehr, dass meine bescheidene Geschichte euch gefällt.

Hoffentlich fandet ihr dieses Kapitel nicht zu langweilig? Allerdings geht es hier um den mürrischen Uchiha-Anführer! Bei dem läuft einiges anders ab...
ಡ⁠ ͜⁠ ⁠ʖ⁠ ⁠ಡ

Und sorry, wenn ihr diesmal mehr Fehler entdeckt haben solltet. Ich hab das Kapitel so oft geändert, meine lieben Betaleserinnen hatten gar keine Möglichkeit, es nochmal zu prüfen.

Liebe Grüße und bis Montag!
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