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MADARA UCHIHA - Der Erste Hokage - (ungekürzte Version)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Hashirama Senju Madara Uchiha OC (Own Character) Tobirama Senju
10.11.2022
26.01.2023
26
88.074
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21.11.2022 2.878
 
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man sich auf eine Situation sehr gut vorbereitet hat, jede mögliche Frage, jeden möglichen Ausgang hunderttausend mal im Kopf nachgespielt hat, und dann steht man davor und im entscheidenden Moment ist alles weg?

Genau so und nicht anders erging es Akatsuki Uchiha, geborene Senju, in ihrer Hochzeitsnacht, als ihr Ehemann Madara sagte: "Zieh dich aus!"



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Leise betrat Tsuki ihr neues Zuhause. Es war nach Mitternacht und der lange Korridor dunkel. Aus einem Raum fiel etwas Licht, sicher würde sie Madara dort antreffen können. Sie legte schnell ihre Holzsandalen neben seinen ab und begab sich zur Lichtquelle. Schließlich war sie in der Küche. Ihr Ehemann schenkte sich gerade etwas Wasser ein.

Akatsuki näherte sich ihm langsam, und verbeugte sich ehrfürchtig: "Verzeih mir bitte, dass ich so hinausgestürmt bin. Ich musste Tobirama daran erinnern, meinen Wellensittich zu füttern."
Erwartungsvoll sah sie ihn an. Doch vom Uchiha gab es keine Antwort. Ausdruckslos trank er aus, während er sie gleichzeitig von Kopf bis Fuß betrachtete. Anschließend stellte er den Becher ab und ging wortlos weiter.

Die Blonde grübelte kurz, klemmte ihr feines Haar hinter die Ohren und folgte ihm schließlich. Eigentlich hoffte sie, Madara würde ihr das Haus zeigen. An vier dunklen Zimmern gingen sie vorbei, doch er blieb kein einziges Mal stehen, bis zur letzten Tür.

Gerade als Tsuki nach ihm ebenfalls eintreten wollte, blieb sie an der Türschwelle stehen. Das Schlafzimmer. Dass sie so schnell hier landen würden, hatte sie nicht erwartet. Sofort fühlte sie, wie ihr Magen sich erneut verkrampfte. Glücklicherweise konnte sie sich an Tobiramas Worte sehr gut erinnern. Er hatte ihr gesagt, sie solle keine Angst haben, da Madara sie ganz bestimmt nicht zu irgendetwas zwingen würde. Ihr Cousin traute dem Uchiha vieles zu, aber eine Frau gegen ihren Willen zum Beischlaf zu zwingen, würde gegen dessen Prinzipien sprechen. Und wenn Tobirama das so sagte, dann müsste es auch stimmen! Schließlich würde er Tsuki niemals einer Gefahr aussetzen.

Akatsuki kam vorsichtig herein. Zunächst sah sie zu Madara, der vor dem Spiegel stand und mürrisch seinen Hokage Umhang begutachtete. Dann wanderte ihr Blick im großzügigen Zimmer umher. Es gab nicht viel zu sehen. Einen großen Wandschrank und ein großes Bett mit schwarzen Laken, die sicher aus bester Baumwolle bestünden. Auf ihm waren fünf rosa.. Äh..Was?! Verdutzt rümpfte sie die Nase, ihre Augen weiteten sich.
"D-Diese rosa Spitzenkissen.. gehören sie zufälligerweise dir, oder hat meine Mutter sie hier her gebracht?!"

Madara nahm seinen Hokage-Hut ab und schaute rüber zum Bett: "Was denkst du denn von mir?!"

"Herrjemine! Das tut mir leid. Meine Mutter ist manchmal einfach unmöglich!" , kopfschüttelnd eilte Tsuki zu den Kissen. Ihr Gesicht glühte vor Scham. Was hatte ihre Mutter nur dabei gedacht?! Ihren Ehemann hingegen schien das gleichgültig zu sein. Er öffnete den Wandschrank und hing seine Amtskleidung auf.

Noch beim Aufsammeln der Kissen fragte die Blonde: "Soll ich sie in den Schrank einräumen?"

"Du kannst die rechte Seite benutzen. Da sind auch deine anderen Sachen."

Mit den Kissen in den Händen drehte sich Tsuki zu ihm, aber blickte sofort beschämt zum Boden. Madara hatte seinen traditionellen Bräutigamsanzug bereits abgelegt. Nun stand er nur noch in einer schwarzen, langen Hose vor ihr. Scheinbar hatte er kein Problem damit, sich so zu präsentieren. Er kam einige Schritte näher.

"Deine Mutter, sie ist eine Kunoichi, nicht wahr?"

Die junge Frau räusperte, ihr Hals fühlte sich plötzlich so trocken an. Musste er sie auch ansprechen, wenn er halbnackt war? Doch nachdem ihr Ehemann während der ganzen Feierlichkeiten kein einziges Mal mit ihr gesprochen hatte, und sie sich vor lauter Nervosität mit einem dummen 'Hey' blamiert hatte, wollte sie keine Scheu zeigen. Vorsichtig richtete sie ihre Augen zu seinen.
"Das war sie. Heute nicht mehr."

Madaras Gesicht blieb ausdruckslos: "Was ist mit dir? Bist du eine Kunoichi?"

Sie schüttelte den Kopf: "Nein. Ich kann nicht kämpfen."
Gespannt beobachtete Tsuki seine Reaktion. Er wirkte müde, aber die tiefschwarzen Augen hatten einen durchdringenden Blick.

"Dann kannst du also auch kein Ninjutsu?"

"Das stimmt nicht ganz. Ich kann einige Wassertechniken und Heilen kann ich ein wenig.." Wie dumm sie sich gerade anhören musste, bemerkte Tsuki, als Madara direkt zu ihrer Brandwunde unter dem Pony blickte. Jemand der sich verteidigen kann und sogar heilen kann, sollte keine Brandwunden im Gesicht haben. Nervös kämmte sie mit ihren Fingern die vordere Haarpartie davor. Dabei versuchte sie sich zu erklären: "Ich habe das Wasserversteck erst nach diesem Vorfall gelernt... Und Heilung funktioniert an mir selber nicht. Wobei ich die Pflanzenkraft bevorzuge, wenn es um die Gesundheit geht."

"Das ist kein Ninjutsu!"

"Stimmt." Tsuki seufzte leise. Gott, wie trocken war der Typ?! Und wie hatte er geschafft, das Vertrauen ihres älteren Cousins Hashirama zu gewinnen?

Madara verschränkte die Arme, da seine Hose tief saß, zeigten sich der jungen Frau seine beiden Hüftknochen. Kurz schloss sie die Augen, ihre Wangen brannten förmlich, doch sie schaute wieder in seine Augen, als er sie erneut ansprach.

"Also, was erhoffst du dir von dieser Ehe? Warum hast du mich geheiratet? Hat Tobirama das von dir verlangt?"

"Er würde so etwas niemals von mir verlangen! Tobirama hat es mir nur vorgeschlagen. Ich habe mich selber dafür entschieden." Um sich etwas Zeit für die Antwort zu ihrer Heiratsentscheidung zu verschaffen, deutete sie auf die Kissen in ihren Händen und ging dann zum Kleiderschrank. Nachdem sie die peinliche Dekoration ihrer Mutter verstaut hatte, wendete sie sich wieder zu ihm: "Ich möchte Frieden. Es gab genug Leid. Jeder in Konoha soll sehen, dass ein harmonisches Zusammenleben zwischen Senju und Uchiha möglich ist. Du glaubst doch auch daran, stimmt's?"

Mit dieser Frage hatte sie wohl ins Schwarze getroffen. Madara ausdruckslose Gesicht wurde streng: "Durchaus, glaube ich daran! Dafür müssen sich allerdings beide Seiten ihr Innerstes zeigen. Keine Geheimnisse, keine Lügen und auf gar keinen Fall Hinterhalt!" Die rechte Hand des Uchihas landete auf seiner linken Brust.

Dass Tsuki dabei beiläufig erkannte, wie perfekt definiert und makellos sein nackter Oberkörper war, war völlig nebensächlich. Vielmehr hatte sie etwas wichtigeres vernommen. Madara hatte sich zwar bisschen bedrohlich angehört, aber seine Körpersprache zeigte etwas anderes. Offensichtlich war er leidenschaftlicher, als sie vermutet hatte und das Thema Vertrauen, schien sehr wichtig für ihn zu sein.

Dabei hatte die gebürtige Senju ihn schon öfters beobachten können. Einmal war sie ihm sogar sehr nahe gewesen. Während den Friedensverhandlungen zwischen Senju und Uchiha hatte Tobirama sie mitgenommen. Ganz dicht hatte sie an dem Tag bei ihrem Cousin gesessen und alles aus nächster Nähe beobachtet. Viel hatte sie von dem Oberhaupt der Uchiha nicht sehen können. Seine dunkle, störrische Mähne verdeckte das halbe Gesicht. Die clantypische Robe reichte ihm bis zum Kinn. Selbst seine Hände waren unter schwarzen Handschuhen versteckt. Damals hatte sie sich gefragt, ob es einen Grund gab für seine introvertierte Art? Doch im Laufe des Tages kam sie zu dem Entschluss, dass er wahrscheinlich etwas arrogant sein müsste. Zumindest war sein selbstsicherer Sprachgebrauch ein Zeichen dafür.

Während dieser Verhandlungen hatte der Schwarzhaarige öfters zu Tobirama gesehen, Tsuki hingegen hatte er keines Blickes gewürdigt. Wahrscheinlich hatte er ihre Anwesenheit nicht einmal bemerkt. Doch das war nichts außergewöhnliches. Schließlich lebte Tsuki schon seit Jahren das Leben einer Unsichtbaren. Mit ihrem blauen Mantel dessen Kapuze sie gerne tief trug, war sie stets gut getarnt. Und wenn sie innerhalb ihres Clans ohne Mantel unterwegs war, traute sich auch niemand sie anzuschauen. Schließlich wusste jeder Senju, dass sie unter Tobiramas ganz besonderem Schutz stand. Der Hellhaarige hatte zwar kein Sharingan, aber seine Blicke waren mindestens genauso tödlich, wenn es um seine Cousine ging!

"Verstehst du mich, Akatsuki?"
Ihr Ehemann riss Tsuki aus ihren Gedanken. Das erste Mal hatte sie ihren Namen aus seinem Mund gehört. Generell hatte sie schon lange keiner so genannt.

"Ja, sicher! Ich bin auch dafür, dass beide Parteien sich offen und ehrlich präsentieren sollten. Nur so können wir voneinander lernen und für den Frieden beisteuern."

Madara schob seine Hände in die Hosentasche. Ihre Antwort musste ihn überzeugt haben, er wirkte auch nicht mehr ganz so streng. Erleichtert atmete sie leise aus, bis er plötzlich sagte: "Nun gut. Zieh dich aus!"

"I-Ich soll was?!"
Dahin war die Erleichterung! Hatte sie richtig gehört? Bestimmt hatte sie sich nur verhört!

"Du hast schon richtig gehört, Akatsuki. Zieh dich aus! Du kannst nicht mit deinem Hochzeitskleid ins Bett."

Tsuki erschauderte. Wie er das einfach so sagte! Was meinte er denn mit 'ins Bett gehen'? Sollten sie wirklich schon in dieser Nacht das Bett miteinander teilen? Vielleicht war sie etwas arg naiv, aber irgendwie hatte sie gehofft, er würde ihr ein eigenes Zimmer geben, bis.. - keine Ahnung bis wann. Doch Madaras Gesichtsausdruck wurde allmählich wieder streng. Wahrscheinlich wurde er ungeduldig.

Die ganze Zuversicht von Tsuki verschwand mit einem Mal. Unbeholfen stammelte sie: "Bitte.. ich kann nicht!"

Ihr Ehemann stemmte seine Hände in die Hüften. Mit zusammen gezogenen Augenbrauen durchforstete er ihren Kimono. Schließlich blieb er an ihrem Obi hängen und sagte: "Verstehe."
Ohne eine weitere Vorwarnung, langte er an den Enden ihres kunstvoll geknoteten Seidenbandes und zog an ihnen.

Tsuki versteifte am ganzen Körper. Viel zu schnell und viel zu nah, war der Uchiha plötzlich bei ihr. Ehe sie sich versah, lockerte sich bereits das stramme Band um ihrer Taille und fiel zu Boden. Schnell löste Madara auch den Seitenknoten, der, die innere Hälfte  ihres Kimonos zusammenhielt. Es dauerte nicht lange und die erste Schicht ihres Hochzeitskleides landete auf ihren Füßen.

Der Blonden wurde es schwindlig. Ihre Atmung war unkontrolliert und schnell. Am liebsten würde sie ihn stoppen, doch sie konnte einfach nicht. Ihr Körper wollte nicht mehr reagieren, ihre Stimme versagte. Warum fühlte sie sich plötzlich so machtlos? Gedemütigt schloss sie die Augen fest.

Danach spürte sie seine Hände in allen Bereichen, an denen ihr Kleid befestigt war. An ihrem Kragen, ihrer Schulter, ihrem Bauch, seitlich der Hüften. Es ging alles so unglaublich schnell und doch wollte es gar nicht aufhören. Schicht für Schicht zog Madara sie aus und ließ die teuren Kleidungsstücke nacheinander an ihr hinuntergleiten. Warum wusste sie nicht mehr sich zu helfen? Dabei hatte sie doch mit Tobirama für jeden Fall eine Strategie ausgedacht. Außerdem hatte ihr Cousin mehrmals versichert, dass Madara sie nicht anfassen würde. Könnte er sich so geirrt haben?

Tsuki presste ihre Lippen zusammen. Angestrengt versuchte sie einen Ausweg von ihrer Schockstarre zu finden. In ihrer Not fiel ihr etwas ein: Als sie noch Kinder waren und ihre Brüder lebten, hatte Tobirama entdeckt, wie gut seine Sensor-Fähigkeiten waren. Deswegen wollte er, dass sich Tsuki und ihre Brüder im Spiel versteckten und ihr Chakra konstant hielten. Seine Aufgabe war dabei gewesen, sie alle möglichst schnell wiederzufinden. Irgendwann änderte Tobirama dann das Spiel. Nun sollte nur noch Tsuki sich verstecken und für eine einzelne Sekunde ihr gesamtes Chakra bündeln. Der Senju hatte sehr schnell seine Technik verfeinern können, dennoch bestand er darauf, dieses Training fortzuführen. Auch wenn Tsuki damals noch sehr jung gewesen war, hatte sie schnell begriffen, dass nicht mehr Tobirama derjenige war, der trainiert wurde.

Wenn sie jetzt wieder ganz zügig ihr Chakra aufbauen könnte, würde ihr Cousin das sicher als einen Hilferuf deuten können. Immerhin hatte er zur Hochzeit auch einen silbernen Armreif geschenkt, auf dem sein Siegel war. Ganz sicher hatte er sie mit dem Hiraishin no Jutsu abgesichert.

Nur, wenn ihr Cousin jetzt in diesem Schlafzimmer auftauchen sollte, würde es definitiv Krieg geben! Damit würde sie alles zunichte machen, wofür ihre beiden Cousins sich so eingesetzt hatten.
Aber wie sollte sie das durchstehen? Akatsuki drückte ihre Augen noch fester zu, zwei bittere Tränen liefen ihr Gesicht hinunter.

Und genauso plötzlich wie Madara nach ihrem Obi gegriffen hatte, ließ er auch wieder von ihr los.

Stille.

War er noch da? Vorsichtig öffnete die junge Frau ihre tränennassen Augen. Der Uchiha stand ihr weiterhin direkt gegenüber und betrachtete sie mit einem Blick, den sie höchstens als abwertend deuten konnte. Noch kannte sie ihn nicht ausreichend, allerdings wunderte sich Tsuki ein wenig, denn sie spürte immer noch Stoff auf ihrer Haut. Als sie zittrig denn Blick senkte, dämmerte es ihr.

Sie war nicht nackt, dennoch sah er sie. Ihr weißes Unterkleid war so zart, dass sich die unzähligen Feuermale ihrer rechten Körperhälfte deutlich abzeichneten. Wie konnte sie so bescheuert sein und ernsthaft glauben, dass jemand wie der Uchiha-Anführer ausgerechnet SIE anfassen wollen würde? So abscheulich wie sie aussah könnte sie glücklich sein, wenn er sie überhaupt in seinem Zimmer dulden würde!

Mühevoll schluckte sie den Kloß in ihrem Hals hinunter. Sie begann zu zittern. Bestimmt wartete Madara auf eine Erklärung, nur was sollte sie sagen? Etwa, dass ihre gesamte rechte Körperhälfte, sowie ihre beiden Hände, dem Feuer der Uchiha zum Opfer gefallen waren?

Tsuki erkannte, sie war jetzt genau an dem Punkt angekommen, vor dem ihre Mutter so panische Angst hatte. Was dachte Madara jetzt wohl? Fühlte er sich verhöhnt, getäuscht, beleidigt? Sein verärgertes Gesicht sprach Bände.

Ehe die Braut sich weitere Gedanken machen konnte, geschah etwas mit Madaras Augen. Das tiefe Schwarz der Iriden änderte sich zu einem alarmierenden Rot. Drei Tomoen bildeten sich in ihnen. Zum ersten Mal in ihrem Leben sah Akatsuki das Bluterbe der Uchiha aus unmittelbarer Nähe. Tobirama hatte sie oft genug davor gewarnt, niemals in das Sharingan zu sehen. Doch sie konnte ihren Blick nicht abwenden. Ihr Cousin hatte dieses Kekkei Genkai mit einem unkontrollierbaren Feuer verglichen. Überraschenderweise unterschied sich Tsukis Empfindung dazu. Madaras Sharingan ähnelte viel mehr einer tiefen, blutenden Wunde. Ob er Schmerzen hatte? Oder konnte sie womöglich sogar den Schmerz seines verstorbenen Bruders Izuna sehen? Schließlich wusste sie, dass Madaras Augen in Wirklichkeit dem Uchiha gehörten, für dessen Tod Tobirama verantwortlich war.

Als Madara vorsichtig den feinen Stoff von ihrer rechten Schulter hinabgleiten ließ, zog Tsuki scharf die Luft an. In seinen Pupillen spiegelten sich die roten Narben ihrer entblößten, rechten Brust. Fürchterlich beschämt drückte sie wieder ihre Augenlider zusammen, während die Hand ihres Ehemannes langsam über ihren Arm abwärts, ihrer Taille bis zu ihrem Oberschenkel fuhr.

Sie fühlte, wie Madara nach dem bodenlangen Unterrock fasste und ihn etwas hob. Tsuki wollte erst gar nicht hinsehen, wie er gerade die geschädigte Haut ihres rechten Beins betrachtete. Ohne Worte zog er plötzlich den weichen Stoff hoch, bis zu ihrem Schritt. Erschrocken weiteten sich Tsukis Augen. Sie presste ihre Oberschenkel fest aneinander.

Doch der wahre Schock kam erst, als sich der Schwarzhaarige zu ihrem linken Bein hinkniete. Langsam aber bestimmt, drückte er ihr narbenfreies Bein nach außen.

"Was machst du da?! Hör auf damit!", japste Akatsuki hilflos. Sofort versuchte sie ihren Bein zurückzuziehen, doch scheiterte an seinem festen Griff.

"Hör zu, Akatsuki! Du brauchst dich nicht fürchten, solange du mir nichts verheimlichst."

Der Blonden wurde es unheimlich schwindlig und übel. Wollte er etwa prüfen, ob sie noch Jungfrau war? Noch mehr könnte er ihre Würde gar nicht verletzten!

Der Schwarzhaarige tastete zügig ihre Wade ab, kurz über ihrer Kniekehle hielt er dann an. "So schwach..."

Für einen Moment passierte nichts. Dann stand er auf. Atmete tief aus. Zuletzt nahm Madara ihre beiden Hände und zog in einer fließenden Bewegung die weißen Handschuhe herunter. Auf der linken waren ihr kleiner Finger, sowie der Ringfinger betroffen, die rechte Hand war komplett rot. Erneut trafen sich ihre Blicke. Madaras Augen waren wieder schwarz wie die Nacht.

War Tsuki bereits in seinem Genjutsu gefangen? Oder waren das die vielen unangenehmen Gefühle, die sie innerhalb weniger Minuten durchlebt hatte? Könnte Tobirama sich geirrt haben, und sie war gar nicht die Richtige für all das hier? Was bedeutete das überhaupt, den Willen des Feuers in sich zu tragen?

Etwas geschah mit Tsuki, während Madara ihre Hände betrachtete. Sie brannte förmlich unter seinem schweren Blick. Dieses Rauschen in ihren Ohren, war das ihr eigener Puls?

Allerdings gab es auch etwas Schönes bei der ganzen Sache. Vielleicht war es die Angst, die ihre Sinne trübte. Ihre Mutter hatte sie mehrfach gewarnt. Tobirama hatte sie auf alles vorbereitet. Aber niemand hatte je erwähnt, wie atemberaubend schön der Uchiha in seinem gefährlichen Zustand aussehen konnte. Als Tsuki ihre Augen wieder schloss, sah sie den Augenblick, als Madaras Sharingan sich aktiviert hatte. Unter seinem dichten Haar und dem tiefen Schatten im Gesicht, glich er einem verborgenen Mysterium. So unergründlich und doch so rein. Wie frisches Blut einer tiefen Wunde.

Tsukis Gedanken verschwammen, doch sie wusste, dass dies kein Genjutsu war. Schließlich war das Sharingan längst deaktiviert. Ihre Beine gaben nach. War sie dabei ihr Bewusstsein zu verlieren? Benommen fiel sie auf die Knie und stützte sich am Boden ab. Obwohl Madara in unmittelbarer Nähe war, hörte sie seine Stimme nur noch aus der Ferne. Wütend raunte er den Namen ihres Cousins.

Wie gerne würde sie jetzt Tobirama warnen. Doch er hatte ihr eindringlich geraten, nichts im Alleingang zu unternehmen. Denn das könnte einfach alles gefährden. Sie fühlte sich machtlos. Schließlich war der Hellhaarige ihr ein und alles. Plötzlich fühlte sie sich so unglaublich schwach und erschöpft.
"Tobi..."

Und dann, wurde alles schwarz...
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