Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

No Future, Just Legends

von Afaim
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Angst / P16 / Mix
Ava Sharpe Gideon John Constantine Nate Heywood Sara Lance Zari Adrianna Tomaz
05.11.2022
03.12.2022
14
46.763
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
05.11.2022 3.840
 
No Future, Just Legends



Vorbemerk: Noch vor einem Jahr hätte ich niemals erwartet, dass ich diese Fanfiction jemals schreiben würde bzw. schreiben würde müssen. Denn ich hätte mir nie vorstellen können, dass eine Serie zwar sieben Staffeln haben darf, aber trotzdem kein Ende kriegt und daher mit einem Cliffhangar enden muss, und noch dazu einem Cliffhangar wo alle Charaktere verhaftet werden und vermutlich im Gefängnis landen! Ich meine, wir leben doch angeblich im Goldenen Zeitalter des Fernsehens (sehen langsam endgültig alle, dass diese Behauptung ein Witz ist?). Und inzwischen ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem wir einsehen müssen, dass #SaveLegendsofTomorrow nirgendwo hin führt, weil niemand Interesse daran hat die Serie zu retten oder auch nur ein Abschluss-Special zu machen. Und da Eric Wallace offen zugegeben hat, dass er kein Interesse daran hat der Serie im Rahmen der finalen Staffel von „The Flash" zu beenden, und das natürlich in diesen Setting auch gar nicht zufrieden stellend tun kann, da er elf Gaststars dafür bräuchte, und „Superman & Lois“ aus dem Arrowverse hinaus geretconned wurde, dort also erst recht gar nichts aufgelöst werden wird, bleibt uns wohl nur die Welt der Fanfictions.

Aber ich habe es monatelange vor mir hergeschoben das hier zu schreiben, weil ich es nicht schreiben wollte und auch nicht konnte. Weil meine damit zusammenhängende depressive Verstimmung (wie man das heutzutage wohl nennt) zu groß war, und ehrlich gesagt ist das jetzt auch nicht anders, aber da man mir keinen Abschluss gönnt und mir eindeutig die Botschaft gesandt hat, dass ich ins Gefängnis gehöre genau wie meine Helden während jeder Held mit einem Penis seine Story zu Ende erzählt bekommen darf, muss ich den Narrativ wohl selbst ändern und versuchen mich für mich selbst mit dem Leben und der Tatsache, dass die Serie aus ist und kein Ende hat, und Sara Lance, die seit dem Piloten von „Arrow“ als Charakter im Arrowverse existiert, es nicht verdient hat ihre Geschichte zu Ende erzählt zu bekommen, auszusöhnen. Also schreibe ich das hier. Das ist das Beste, was ich unter diesen Umständen zu Stande kriege, es ist allerdings keine 8. Staffel sondern nur Therapie.



Disclaimer: Legends of Tomorrow“ sowie der Rest des Arrowverses  sind geistiges Eigentum von DC, Warner und The CW, auch wenn die das nicht verdient haben dieses Universum zu besitzen. Ich erhebe keinen Anspruch auf diese Franchise und verdiene kein Geld mit dieser Fanfiction.



Warnings: Meta-Fic, Angst, Spoiler für Season 7, Spoiler für die „Earth Prime“ Comics (bzw. die „Legends of Tomorrow“-Ausgabe), vergangener Character Death, Fix-It, Triggerwarning: Misogynie, Homophobie, Bi-Phobie, Rassismus, Ableismus , Islamophobie, Ace Phobie, Vorurteile gegen künstliche Lebensformen und Nerds etc., falls sich Hater angegriffen fühlen, so soll es auch sein



Pairings: Avalance, Astra/Behrad, Gwyn/Alun, Gideon/Gary, Vergangenes Hellstar, Steelhacker, Erw. von vergangen Canon-Pairings wie Nysara, Canarrow u.a.



Was bisher geschah: Es ist vorbei. Die Legend wurden auf Grund ihrer Zeitverbrechen von einer geheimnisvollen Organisation verhaftet, die mit Booster Gold einem ehemaligen Wächter eines Fixpunkts zusammengearbeitet haben um dieses Ziel zu erreichen. Booster wollte seinen eigenen Kopf als der Schlinge ziehen, nachdem er die Waverider gestohlen hatte und Unsinn in der Zeitlinie gestiftet hatte. Doch anders als es den Anschein hat, hatte Booster Gold ein hehres Ziel. Die Legends unterdessen hatten ihr Schiff gerade erst zurückerobert und eine böse Kopie ihrer Schiffs-K.I. Gideon besiegt und sich von ihrem Teamkameraden Nate Heywood verabschiedet und herausgefunden, dass ihr Captain Sara Lance schwanger ist, als sie verhaftet wurden. Ihr Verbrechen sind Zeitverbrechen, die begangen haben um ihre bösen Roboterdoppelgänger aus der Reserve zu locken und die Wiedervereinigung des Zeitreise-Erfinders Gwyn Davies mit seiner wahren Liebe Alun Thomas, der eigentlich im 1. Weltkrieg starb, zu ermöglichen…



Inhalt: Die Legends wurden verhaftet, weil sie das Raum-Zeit-Kontinuum gefährdet haben. Was daran neu ist? Dieses Mal kommt keiner mit einem blauen Auge davon, dieses Mal werden sie für immer weggeschlossen. Fortsetzung vom Cliffhangar-Serienende.



Personae Dramatis:



Sara Lance, Co-Captain der Waverider, White Canary, Alien-Mensch-Hybrid mit geklont verbesserten Körper, ehemalige Assassine, schwanger mit Ava Sharpes Baby



Ava Sharpe, Co-Captain der Waveirder, Ava-Klon-Modell aus der Zukunft, ehemalige Zeit-Agentin, verheiratet mit Sara Lance



Gary Green, Necrianer= das ist ein Alien, trägt eine Brille, die ihn wie einen Mensch aussehen lässt, ehemaliger Zeit-Agent, ehemaliger Zauber-Lehrling, schwer verliebt in Gideon und hat geschworen keine intelligenten Wesen mehr zu verschlingen



Gideon, ursprünglich K.I. der Waverider, die durch Magie einen Körper aus Fleisch und Blut erhalten hat, zwischenzeitlicher Captain der Waverider, schwer verliebt in Gary



Zari Tarazi, Influencerin aus der Zukunft, Schauspielerin und Sängerin, gab ihr Windtotem an Nate Heywood, damit dieser mit ihrem alternativen Ich aus einer vergangenen Zeitlinie zusammen sein kann, besorgt um ihr Erbe



Behrad Tarazi, Zaris Bruder, Eigentümer des Windtotems, guter Sänger, hat vor in Zukunft auf Drogen zu verzichten, geht endlich mit Astra aus, vermisst seinen besten Freund Nate jetzt schon



Astra Logue, wuchs in der Hölle auf, beherrscht Magie (irgendwie), hat Gideon ihren neuen Körper verpasst, immer noch sauer auf John Constantine (aus vielen Gründen), endlich bereit mit Behrad auszugehen, beste Freundin von Spooner



EsparanzaSpooner“ Cruz, wurde als Kind von Aliens in die Zukunft versetzt, ihre Mutter lebt noch immer in der Vergangenheit, theoretisch vielleicht immer noch mit Aliens verbunden, weniger schießwütig als früher, ist gerade dabei sich als asexuell zu outen, beste Freundin von Astra



Gwyn Davies, Wissenschaftler, der das Zeitreisen erfand, ehemaliger Soldat des 1. Weltkriegs, verlor die Liebe seines Lebens im Krieg, daher die Zeitmaschine, stellt alles, was er glaubte zu wissen, in Frage seit er die Legends getroffen hat, sieht aus die John Constantine



Alun Thomas, walisischer Soldat des 1. Weltkriegs, enger Freund von Gwyn (ja er liebt ihn auch), wurde von den Legends gerettet, obwohl er hätte sterben sollen



Booster Gold ,auch bekannt als „Mike“, Zeitreisender Bastard [Hey!], der von seinem Posten am Fixpunkt floh, die Waverider stahl, und sich Zeitverbrechen schuldig gemacht hat [Hey!]



Nate Heywood, Steel, Superheld und Historiker, verließ die Legends vor ungefähr 5 Minuten um mit seiner Freundin im Windtotem zu leben



Zari Tomaz, auch bekannt als Zari 1.0, ehemalige Besitzerin des Windtotems und Hackerin, deren Zeitlinie ausgelöscht wurde, lebt jetzt im Totem



John Constantine, Zaubernder Bastard [Oy!], ehemaliges Mitglied der Legends, nicht tot [!], Besitzer des Hauses, in dem sich die Legends breit gemacht haben



Bishop, Wissenschaftler aus der Zukunft und Erfinder der Ava-Klone, schon zwei mal verstorben, klonte Sara, erschuf die böse Version von Gideon und die zweite Waverider, ja, das klingt nicht gut, aber zuletzt war er ein guter Kerl, ehrlich!



Prolog



„Es ist nur, dass ich nicht erwartet hätte, dass es so endet. Ich dachte, wir hätten mehr Zeit. Und dass wir vielleicht, aber nur vielleicht, doch ein Happy End bekommen, so wie Ray und Nora, und Mick und Kayla, und Jax, und Leo und sein anderer Ray, und Nate und Zari 1.0. Oder dass wir zumindest unserer eigenen Wege gehen dürfen wie Amaya und Charlie und Mona. Dass wir immer noch Helden sein dürfen, aber unser eigenes Ding machen dürfen, so wie Wally. Ich dachte nicht, wollte nicht daran denken, dass es uns ergehen könnte wie Leonard und Martin und Rip.“

„Hey, hey, Babe, so darfst du nicht denken. Wir sind nicht tot, wir werden nicht sterben, davon bin ich überzeugt.“

Und Ava hatte damit vermutlich recht, aber trotzdem fühlte es sich so an wie sich sterben anfühlte. Sara hatte Erfahrung mit dem Sterben, immerhin war sie schon einige Male gestorben. Aber ihre bisherigen Tode, die waren immer sehr plötzlich gekommen und hatten im Grunde nicht sehr lange gedauert: Im Meer zu ertrinken, von Pfeilen durchlöchert zu werden, das Genick gebrochen zu bekommen, von Zombies getötet zu werden, von Monstergift dahin gerafft zu werden. …  Das hier, das hier war anders. Es kam auch plötzlich, aber es war kein schneller Tod, im Grunde war es das genaue Gegenteil, es war ein langsamer Tod, ein zäher Tod, einer, den sie niemanden gewünscht hätte, nicht einmal Damien Darhk.

Und wie um ihre „Wir werden sterben“-Theorie zu bestätigen, musste sie sich erneut übergeben. Das hier musste die berühmte Morgenübelkeit sein, nur dass offenbar dauernd Morgen war.

„Alles wird wieder gut werden, Babe, davon bin ich überzeugt“, behauptete Ava, „Das hier sind vernünftige Menschen, wir müssen sie nur von unserem Standpunkt überzeugen.“

Was ihnen niemals gelingen wurde (davon war Sara überzeugt), immerhin kämpften sie jetzt schon so lange darum sich Gehör zu verschaffen, doch niemand hörte ihnen zu. Niemand interessierte sich für ihren Standpunkt. Warum sollte sich das jetzt auf einmal ändern?



Sie waren folgendermaßen in die Scheiße, in der sie nun steckten, geraten:

Nach all dem Ärger, den sie mit der anderen Version von Gideon gehabt hatten, waren sie alle endlich wieder vereint an Bord der Waverider gestanden, hatten Gwyn mit Alun wiedervereint, auf Wiedersehen zu Nate gesagt, und langsam aber sicher dazu bereit gewesen sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es Ava dank Alien Biologie irgendwie gelungen war Sara via Küssen zu schwängern, und hatten sich bei Mike diesem Bastard auch noch dafür bedanken wollen, dass er sie nicht ausgesetzt hatte, sondern zurück gekommen war um sie abzuholen, hatten sich dafür bedanken wollen, dass er ihnen ihr gestohlenes Schiff zurück gebracht hatte, nur um zu erfahren, dass er das natürlich nicht getan hatte, sondern ihnen eine Falle gestellt hatte, und dass sie alle wegen Zeitverbrechen verhaftet waren!

Sie waren von bewaffneten Soldaten umzingelt, bedroht, und zu Boden gestoßen worden, und behandelt worden wie der letzte Abschaum oder die größten Verbrecher, gerade so als hätten sie nicht gerade einmal wieder das Raum-Zeitkontinuum gerettet, gerade so als gäbe es irgendjemand anderen mit einer höheren Autorität, was das Zeitreisen betraf als sie, der fand, sie hätten alles schlimmer anstatt besser gemacht mit ihren Einmischungen.

Hatten sie das nicht gerade erst hinter sich? Hatte Gideon 2.0 nicht genauso argumentiert? Hatte sie nicht deswegen versucht sie umzubringen, ihr Schiff gesprengt, und ihnen Roboter Doppelgänger von ihnen selbst und von diversen historischen Persönlichkeiten auf den Hals gehetzt? Und sie, sie hatten sich sogar einreden lassen, dass es vielleicht nicht mehr notwendig war weiterhin die Legends zu sein, sie hatten aufgehört, waren in Pension gegangen, hatten sich ihren Privatleben zugewandt und die Zeitlinie Gideon und Gary und der Gideon K.I. überlassen, weil sie gedacht hatten es tun zu müssen.

Bis ihnen klar geworden war, dass die Gideon K.I. zu verrückt und böse war um ihr diese Verantwortung zu überlassen, dass sie gelogen und betrogen hatte, versucht hatte Gary umzubringen und Gideon darüber belogen hatte, und dass Alun nur ein Roboter-Doppelgänger gewesen war und nicht der echte Alun Thomas, dass Gideon sie alle betrogen hatte, nur um dann selbst von der K.I-Version, die Bishop von ihr gemacht hatte, verraten zu werden.

Aber Gideon hatte ihren Fehler eingesehen, die Legends hatten sich wiedervereint, hatten Gwyn dabei geholfen den echten Alun zu retten, ohne ein Paradoxon auszulösen, indem sie ihn einfach mit seinem Roboter-Doppelgänger ersetzt hatten, der an seiner Stelle starb, hatten Gary und Gideon wiedervereint und der Terrorherrschaft der bösen K.I. ein Ende bereitet.

Und jetzt wurden sie schon wieder als Gefahr für die Zeitlinie angesehen? Hatten sie nicht eben erst bewiesen, dass sie Fixpunkte umgehen konnten ohne Katastrophen auszulösen? Wie konnte irgendjemand behaupten, dass sie diejenigen waren, die die Zeitlinie gefährdeten, wo doch eindeutig die andere Gideon und ihre Roboter die größere Gefahr für die Raumzeit gewesen waren?!

Und überhaupt wer waren diese Leute? Es handelte sich eindeutig nicht um das Zeitbüro oder die Time Masters, aber seit dem Ende dieser beiden Organisationen gab es niemandem mehr, der die Zeitlinie im Auge behielt, abgesehen von den Zeit Wraiths, aber die waren so eine Art Naturphänomen, oder nicht? Hatte Eobard nicht gesagt, dass sie und der Black Flash es gewesen waren, die ihn wiederbelebt und eines besseren belehrt hatten? Aber andererseits war da natürlich diese Technologie, die die Bewacher die Fixpunkte besaßen, die ihnen ermöglichte die Zeit einzufrieren und zurückzudrehen. Irgendjemand musste sie ihnen gegeben haben, oder? Technologie entstand wohl kaum auf natürliche Weise, zumindest war das anzunehmen. Und hatte Mike nicht gesagt, dass man ihm den Tod von Alun zugeteilt hatte? Waren diese Leute, die sie jetzt gerade verhaften wollten, also vielleicht in Wahrheit die Wächter der Fixpunkte? Diejenigen, die Mike und Eobard und alle anderen Wächter rekrutiert und eingeteilt hatten?

Aber warum ließen sie sich ausgerechnet jetzt blicken und verhafteten sie? Wie gesagt keiner der Fixpunkte hatte Schaden genommen, nicht auf Dauer zumindest - der Erste Weltkrieg hatte immer noch stattgefunden, und was die Welt und den vergangenen Gwyn Davies anging war Alun Thomas in genau diesem Krieg immer noch gestorben, also von welchen Zeitverbrechen war hier die Rede?!

Der Nate-Roboter bewachte den Fixpunkt, der den ersten Weltkrieg auslöste, und Aluns Tod … nun genau genommen hatte der keinen Wächter mehr, aber es war nicht die Schuld der Legends, dass Mike einfach abgehauen war, egal was der diesen bewaffneten Leuten auch erzählt hatte!

„Hey, hey, hey!“, rief Sara beim Versuch Gehör zu verschaffen, „Wer seid und von welchen Zeitverbrechen sprecht ihr? Ich weiß nicht, was Mike auch erzählt hat, aber wir haben uns keinerlei Verbrechen schuldig gemacht! Auf wessen Befehl hin handelt ihr?!“

„Es wird nichts nützen, mit denen kann man nicht vernünftig reden“, meinte Mike, der ebenso wie die Legends zu Boden geworfen und mit Handschellen gefesselt worden war, „Die sind sehr streng was Zeitverbrechen angeht, die haben keinerlei Gespür für Grauzonen.“

Sara warf ihm einen wütenden Blick zu. „Wir beide unterhalten uns noch“, prophezeite sie Mike düster, dann wiederholte sie noch einmal laut: „Sagt schon mit welcher Begründung verhaftet ihr uns? Für wen arbeitet ihr?“

Sie und alle anderen wurden rüde auf die Beine gezerrt. „Für die höchste Autorität selbst“, ließ sich endlich einer der Soldaten zu einer Erklärung herab, „Für die Zeit.“



Und das war auch die einzige Antwort, die sie zunächst erhielt. Jeder weitere Versuch nachzufragen blieb fruchtlos. Keiner wollte mit ihnen reden, stattdessen verbot man ihnen den Mund und führte sie ab. Nahm ihnen ihr Schiff weg.

Vor langer Zeit hatte ihnen schon einmal eine Organisation, die dachte, sie würde die Zeitlinie besser beschützen können als die Legends, versucht sie zu entlassen und ihnen ihr Schiff wegzunehmen. Das war das Zeitbüro gewesen, aber das war immerhin von Rip Hunter, einem ehemaligen Time Master, gegründet worden. Also von jemanden mit einer gewissen Autorität (nur weil sie Rip nie hatten wissen lassen, dass sie ihn genug respektierten um sich ihm unterzuordnen, bedeutete das nicht, dass sie seine Autorität nicht anerkannt hätten, sie hatten nur nie gezögert ihn darauf hinzuweisen, wenn er falsch lag).

Aber von diesen Leuten hier wusste Sara gar nichts. Jeder konnte behaupten „für die Zeit“ zu arbeiten. Das bedeutete nichts. Genauso gut konnte man sagen, dass man für die Gerechtigkeit arbeitete, oder für das Gute, oder die Zukunft. Das konnte jeder dahergelaufene Möchtegern behaupten, das verlieh noch lange niemandem Autorität.

Nur war da die Technologie dieser Leute. Sie schien der zu entsprechen, die die Wächter der Fixpunkte besaßen. Technologie, von der Sara nach wie vor nicht wusste wo sie herkam, und die sie ein wenig beunruhigte. Noch mehr beunruhigte sie aber, dass ihr Teile dieser Technologie durchaus vertraut vorkamen, als würde sie eine Weiterentwicklung der Technik des Zeitbüros oder der Time Masters sein (und die hatten mehr oder weniger die gleiche Technik benutzt).

Sie verfluchte Eobard dafür, dass er gestorben war, ohne ihr eine Chance zu geben ihn näher zu seiner Wiederbelebung und Rekrutierung als Wächter befragen zu können. Und sie verfluchte Mike dafür, dass er ihr Schiff gestohlen hatte und sich dann auch noch hatte schnappen lassen, und beides getan hatte ohne ihnen näher zu erklären für wen er eigentlich arbeitete.

Gideon erklärte ihren Wärtern die ganze Reise in Richtung Hauptquartier an Bord der Waverider über, dass es kein Paradoxon gab, dass sie den Alun-Roboter eingesetzt hatten um eines zu vermeiden, und dass der Fixpunkt des ersten Weltkrieges sicher und in mehr oder weniger guten Händen war. Doch niemand hörte ihr zu. Oder zumindest gab ihr niemand recht.

Man hatte die Legends mit gefesselten Händen auf ihre Sitze gesetzt und bewachte sie weiterhin, währen die Waverider durch die Temporale Zone flog.

Ihr Ziel war nicht der Vanishing Point, aber eine ähnliche Konstruktion außerhalb von Raum und Zeit wie es schien. „Mann, ich hasse diesen Ort“, verkündete Mike bei dem Anblick der festungartigen Struktur auf dem Monitor der Waverider.

„Der Vanishing Point ist zu gefährlich wegen der freien Oculus Energie dort“, erklärte ihnen endlich einer der Soldaten unaufgefordert etwas, „Aber auch dieser Ort liegt außerhalb von Raum und Zeit und eignet sich deswegen als Basis.“

Sara ersparte es sich darauf hinzuweisen, dass sie während all der Monate am Vanishing Point nach dem Ende des Multiversums nichts von freier Oculus Energie bemerkt hatte. Ob es diesen anderen Ort schon immer gegeben hatte? Oder war er erst nach dem Reboot des Universums entstanden? Hätten sie sich ihre Arbeit in den letzten drei Jahren ersparen können, weil es die ganze Zeit über diese Organisation gegeben hatte? Aber wo waren die gewesen, als die Encores die Zeitlinie verwüstet hatten? Oder die ganzen Aliens quer über diese verstreut worden waren? Und warum hatten sie sich nicht in den Krieg der Legends gegen ihre Robo-Doppelgänger eingemischt oder die Böse Gideon aufgehalten, als sie eine Chance dazu gehabt hatten?

„Wir nennen ihn den Reboot“, fuhr der Soldat fort.

„Was ein anderer Name für Umerziehungslager ist“, warf Mike ein.

„Schnauze, Buster!“, fuhr ihm der Soldat an und verpasste ihm einen heftigen Schlag ins Gesicht mit den Handrücken.

„Wie gesagt, es heißt Booster“, erwiderte Mike kaum, dass er sich erholt hatte, verschnupft, „Booster Gold. Es steht auf den Fahndungsplakaten, lernt lesen.“

Als Antwort darauf erhielt er noch einen Schlag ins Gesicht.

Obwohl Mike im Moment nicht gerade Saras Lieblingsperson war, so konnte sie doch nicht zulassen, dass man weiterhin so mit ihm umsprang. „Hey, das reicht jetzt!“, mischte sie sich ein, „Einen gefesselten Mann zu schlagen ist kein Zeichen von Stärke, egal wie sehr er das verdient hat. Und was meint er überhaupt mit Umerziehungslager? Wurde das Urteil etwa schon gefällt? Was ist mit unserer Verhandlung?“

Jemand schnaubte deutlich hörbar, und es klang verdächtig nach einem abwertenden Schnauben.

„Die Verhandlung wurde gestrichen“, erwiderte der Soldat, der Mike geschlagen hatte, „Aus Budget-Gründen. Wir haben das Leasing des Gerichtsgebäudes nicht verlängert, also wurde entschieden euch stattdessen einfach als schuldig anzusehen. Buster Golds Aussage war sehr hilfreich, was das angeht.“

„Das ist nicht wahr, ich habe nichts gesagt was…“, setzte Mike an, doch er bekam nur wieder einen Schlag verpasst.

„Ich sagte: Schnauze!“, rief ihm der Soldat in Erinnerung.

„Ihr habt ein Gerichtsgebäude geleast?“, schaltete sich Gary verwundert ein.

„Das tut nichts zur Sache“, erwiderte der Soldat und winkte ab, „Wichtig ist, dass es Akten über euch alle und all eure Aktivitäten gibt, besonders die der jüngsten Zeit. Es muss keine Verhandlung geben, ihr wärt so oder so verurteilt worden.“

„Alle werden immer verurteilt“, betonte Mike, dieses Mal wurde er dafür aber nicht einmal mit einem Schlag belohnt, also war das vermutlich sogar wahr.

„Aber uns steht trotzdem eine ordentliche Gerichtsverhandlung zu“, ergriff nun Ava das Wort, „Wir sind Bürger der Erde. … Und anderer Planeten. Wir können nicht einfach so weggesperrt und umerzogen werden, ohne den Grund dafür zu erfahren oder eine Chance zu bekommen uns zu verteidigen. Das ist gegen die Gesetze von jeder zivilisierten Gesellschaft. Wir haben Rechte.“

Der Soldat warf ihr einen herablassenden Blick zu. „Ihr denkt ihr habt Rechte?“, wiederholte er, „Leute wie ihr?“ Sein Tonfall sprach Bände.

Sara konnte den Schmerz im Gesicht von Gwyn sehen, konnte sehen wie Alun zusammenzuckte, wie Astra und Spooner wütend wurden, wie Behrad und Zari resignierend dreinblickten, wie Gary traurig in sich zusammensank, Gideon verwirrt wirkte, und Ava versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Sie selbst konnte spüren wie die Wut in ihrem Magen zu brodeln begann.

„Der einzige Grund warum eure kleine Truppe nicht schon vor Jahren verhaftet wurde, ist sie“, fuhr der Soldat fort und nickte in Saras Richtung, „Aber nun sind sich endlich alle darüber einig, dass die Paragons nicht mehr gebraucht werden und im Neuen Multiversum keine besondere Bedeutung mehr haben. Sie haben kein Schicksal mehr: Kate Kane und Ryan Choi sind bedeutungslos geworden, Martian Manhunter hat ausgedient, Supergirl hat ihr eigenes Schicksal umgeschrieben, Kal-El ist von Earth Prime abgeschnitten, genau wie Lex Luthor. Damit blieben nur noch zwei. Und nun, der Paragon der Liebe ist nur noch wichtig, weil er der Flash ist, während der Paragon des Schicksals … Nun, wir haben dir jede Chance gegeben, aber du wusstest einfach nicht wann du Schluss machen solltest. Ihr hättet in Pension bleiben sollen, aber ihr konntet euch ja nicht zufrieden geben mit dem, was ihr habt, nicht wahr? Nichts von all dem würde passieren, wenn ihr einfach das Happy End, das man euch angeboten hat, angenommen hättet. Aber ihr musstet ja zurückkommen und alles noch mehr durcheinander bringen. Damit hast du dir dein eigenes Schicksal verbaut, Sara Lance, weil du zu viel Vertrauen in die Kräfte Hinter den Kulissen des Universums hattest und dachtest, dass du genauso wichtig wärst wie der verdammte Flash oder der Green Arrow. Weil du dachtest, dass du bestimmen darfst, wann deine Geschichte endet, nur weil sie schon so viele Jahre lang ging. Also mussten wir eingreifen und sie für dich beenden.“

Sara schwieg.

Dann meldete sich Zari zu Wort. „Was genau erwartet uns dort?“, wollte sie gefasst wissen.

„Neuorientierung“, lautete die Antwort, „Wenn wir mit euch fertig sind, dann werdet ihr keine Gefahr mehr für die Zeit darstellen und genau wie wir für sie arbeiten.“

Nun schwiegen alle. Sara warf Mike einen Blick zu, der nur hilflos mit den Schultern zuckte. Offenbar hatte er das alles schon hinter sich, vermutlich mehrfach.

Vielleicht wäre das hier nicht das Ende, vielleicht würden Nate und Zari 1.0 kommen und sie retten, oder Mick und Kayla würden auftauchen und sie befreien. Vielleicht würde sogar die Liga kommen. Immerhin müsste denen langsam auffallen, dass Sara nun schon ziemlich lange verschwunden war. Barry und Clark würden gemeinsam mit Kara und J’onn kommen und sie retten; zusammen mit Laurel würden sie kommen und nach Sara suchen.

Nur, dass niemand von ihren Freunden wussten wo sie sich befanden. Dass niemand von diesem Ort außerhalb von Raum und Zeit wusste, niemand außer Eobard, und der war tot (mal wieder).

Trotzdem, zu diesem Zeitpunkt war Sara nicht bereit aufzugeben, zu diesem Zeitpunkt dachte sie noch, dass sie entkommen könnten oder sich mit „der Zeit“ würden einige können. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht was sie hier erwartete. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht was Reboot für sie alle bedeuten würde. Sie wusste noch nicht, dass sie hergebracht worden waren um alles auszulöschen, was sie ausmachte.



A/N: Das hier ist sie meine voraussichtlich letzte „Legends of Tomorrow“-Fic und meine vielleicht auch letzte Arrowverse-Fic. Theoretisch habe ich noch Pläne für eine letzte „The Flash“-Fic, aber das hier ist schon deprimierend genug, also wer weiß.





Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast