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Crime and Lombax: Blind Hatred

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Romance / P18 / Het
Clank Kit Nefarious OC (Own Character) Ratchet Rivet
05.11.2022
26.01.2023
17
42.670
2
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.11.2022 2.225
 
Ein paar Stunden später…

Rivet hatte keine Erinnerung mehr daran, wie zum Henker sie es geschafft hatte sowohl sich als auch ihren schwer verletzten Mann ins nächste Krankenhaus zu befördern. Aber das war jetzt sowieso nicht mehr wichtig!
Sie sah fürchterlich mitgenommen aus! Ihr natürlicher Arm hing nun in einer schienenden Schlinge, und durch das fehlen ihrer altmodischen Fliegerbrille war deutlich zu sehen, dass ihre Stirn direkt über ihrer kleinen Haartolle hatte genäht werden müssen. Doch all diese Verletzungen schienen nichts ihm Vergleich zu dem zu sein, was ihr über alles geliebter Ratchet gerade durchmachen musste:
Ein dicker und schwer aussehender Druckverband war um sein Gesicht gewickelt und fungierte als eine Art beidseitige Augenklappe. Er lag regungslos in seinem Krankenbett und machte einen völlig hilf- und orientierungslosen Eindruck. Zudem war der orangene Abenteurer direkt nach der Erstversorgung in ein abgetrenntes Einzelzimmer auf der Intensivstation verlegt worden, sodass Rivet ihren Mann bisher nur durch eine dicke Glasscheibe betrachten konnte, welche zudem auch noch größtenteils mit weißen, absolut blickdichten Jalousien verdeckt war.

„Wie… Wie geht es ihm, Doc?“, fragte die hübsche Rebellin schließlich mit leiser Stimme, nicht sicher ob sie die Antwort auf diese Frage tatsächlich hören wollte. Neben ihr stand der Stationschef, der Ratchet auch bei seiner Erstankunft im Krankenhaus behandelt hatte. Er trug einen typischen, schneeweißen Kittel über seinen "zivilen“ Klamotten und sah aus wie ein Orca, bis auf die Tatsache das er natürlich statt Kiemen Lungen besaß und anstelle von Flossen über Arme und Beine verfügte.
„Tja Mrs. Rivet…“, sagte er zu ihr und gab dabei ein leise rasselndes Seufzen von sich. „Ich will sie nicht anlügen: Es sieht nicht gerade sonderlich rosig für ihren Mann aus!“ Wieder gab er ein rasselndes Seufzen von sich und warf dabei einen Blick auf ein kleines Klemmbrett mit seinen Unterlagen, dass er in seiner linken Hand hielt. „Was Ratchet da ins Gesicht gekriegt hat war eine Chemikalie, welche hauptsächlich zum entlacken von Metall verwendet wird. Und selbst das macht Mann normalerweise niemals ohne die Benutzung von Schutzbrillen und Anzügen. Bei direktem Augenkontakt kann es nämlich schnell passieren, dass sich die Netzhaut ablöst und…“ Er unterbrach sich abrupt, wahrscheinlich weil er bemerkt hatte wie sich das sonst so hübsche Gesicht seiner Zuhörerin zu einer Grimasse des blanken Entsetzens verzogen hatte. Er räusperte sich entschuldigend und wollte ihr dann tröstend seine Rechte noch freie Hand auf die Schulter legen. Doch Rivet schüttelte sie beinahe augenblicklich wieder von sich runter. „Und …, was heißt das jetzt genau?“, fragte sie leise, offenbar bemüht ihre tapfere, harte Schale weiterhin aufrecht zu erhalten. „Naja…“, meinte der Arzt nachdem er sich ein zweites Mal entschuldigend geräuspert hatte; „Wir werden ihren Mann morgen Vormittag noch mal operieren und alles tun was wir können. Allerdings will ich ihnen auch nichts versprechen; Immerhin handelt es sich um einen wirklich komplizierten und keinesfalls Alltäglichen Eingriff, also…“ „Doc!!“, unterbrach ihn Rivet in diesem Augenblick lebhaft, packte ihm mit ihrer Prothese am Hemdkragen und hielt ihn sich nun direkt vor‘s Gesicht. „Hören sie gefälligst auf damit um den heißen Brei herum zu reden! Ich will nur eines wissen; Wie stehen seine Chancen!?“
Der an einen Orca erinnernde Arzt war von diesem unerwartet aufbrausenden Verhalten der Lombax-Dame im ersten Moment noch sichtlich überrumpelt. Dann aber löste er sich vorsichtig von ihrem Griff und warf einen erneuten Blick zu dem orangenen Lombax hinter der Glasscheibe hinüber. „Sie meinen seine Chancen darauf, dass er sein Augenlicht behalten wird?“, fragte er leise und wartete bis Rivet bestätigend, wenn auch gleichzeitig etwas verunsichert genickt hatte.

„So wie ich das sehe… Maximal Fifty-fifty!!“

Rivet hatte das Gefühl, als ob diese finstere Prognose des Arztes ihr Herz mehrmals wie mit einem glühend heißen Messer durchbohrt hätte! Eine Träne kullerte ihre Flauschige Wange hinab. Doch selbst wenn er es ihr garantiert niemals übel genommen, sondern im Gegenteil bestimmt mehr als zu gut verstanden hätte, sie zwang sich weiter so gut es ging dazu sich zusammen zu reißen, und ihre Gefühle vor den Augen des Arztes unter Kontrolle zu halten. „Darf ich…, Darf ich zu ihm?“, fragte sie, doch der Orca-artige Doktor begann verneinend seinen Kopf zu schütteln. „So leid es mir tut, aber das wäre momentan keine besonders kluge Idee!“, sagte er mit bedauernder Stimme. „Mr. Ratchet braucht nun so viel Ruhe wie er bekommen kann! Wenn sie wollen können sie ihn morgen früh vor der OP noch einmal besuchen, aber jetzt…“ „Ich will ihn doch gar nicht aufregen!“, protestierte die schneeweiße Rebellin aufgebracht, die diese Abweisung natürlich nicht einfach so hinnehmen wollte. „Ich will doch nur bei ihm sein!! Verstehen sie denn nicht!? Ich liebe…“

„Rivet?“

Sofort war es still! Als wäre ihre Wut von einen Augenblick auf den anderen vollständig verflogen hörte Rivet damit auf den Orca-artigen Arzt anzuschreien und starrte wie hypnotisiert durch die Glasscheibe hindurch zu ihrem orangenen Gegenstück. Ratchet hatte sich ein klein wenig aufgesetzt und tastete mit seiner linken Hand scheinbar suchend neben seinem Bett in der Luft herum. „Rivet…, bist du hier irgendwo?“, hörten sie ihn durch das dicke Fensterglas leicht gedämpft vor sich hin Murmeln. „Ich hab deine Stimme gehört! Bitte… Wenn du da bist Rivet… dann gibt mir doch bitte ein Zeichen! Wo… wo bist du mein Engel?“

Das war zu viel für Rivet! Ein herzzerreißendes Schluchzen entfuhr der bildhübschen Rebellin und mit einem flehenden Blick sah sie wieder zu dem Orca in dem weißen Arztkittel hinauf, so lange bis dieser ein weiteres, schwer rasselndes Seufzen von sich gab. „Also schön! Geh‘n sie zu ihm!“, erbarmte er sich, hielt Rivet dann aber nochmals an ihrem knallgelben Metallarm fest, als sie schon die Tür zur Ratchet‘s Zimmer aufreißen wollte. „Aber ich warne sie: Tun sie NICHTS was seinen Puls oder seinen Blutdruck in irgendeiner Art und Weise erhöhen könnte! Damit meine ich auch, dass sie ihn nicht stark umarmen, küssen oder mit ihm über den Unfall oder seine Chancen sprechen. Sonst kann ich morgen für nichts garantieren! Haben sie dass verstanden?“
Rivet nickte zustimmend. Innerlich bäumte sich zwar alles in ihr dagegen auf ihren Armen Ratchy weder küssen, noch in irgendeiner anderen Form des Körperkontaktes Trost spenden zu dürfen. Doch sie war mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem sie vermutlich zu ALLEM Ja und Amen gesagt hätte, nur um endlich zu ihrem Liebsten zu dürfen. Für einen kurzen Moment lang maß der Orca Rivet noch einmal mit einem eindringlichen und ermahnenden Blick. Dann ließ er sie los und schritt gemächlich den Flur entlang, während die Rebellin nun endlich Ratchet‘s Krankenzimmer betreten durfte…

Ratchet horchte sofort auf, als Rivet vorsichtig die Tür seines Krankenzimmers öffnete und sie anschließend direkt wieder hinter sich schloss. Doch zunächst schien der junge Held mit dem orangenen Fell diese Geräuschkulisse völlig falsch zu interpretieren. „Nein! Bitte!“, begann er verzweifelt zu wimmern und tastete wieder mit seinen Händen Hilfesuchend in der Luft herum. „Geh nicht weg! Lass mich bitte nicht alleine!!“ „Shhhhh, ist ja gut. Ratchet!“, meinte Rivet eilig, hastete zu ihm ans Bett und nahm seine Hand liebevoll in ihre stählerne. „Ich bin nicht weggegangen, sondern gerade erst reingekommen! Der Arzt wollte mich nämlich zunächst gar nicht zu dir lassen!“ Ratchet wirkte durch den Klang ihrer Stimme im ersten Moment noch sichtlich erleichtert. Doch dann, keine zwei Sekunden später begann er plötzlich etwas misstrauisch wirkend seine hellbraune Nase zu rümpfen. „Rivet?“, fragte er vorsichtig und hob dabei seine andere Hand, die Rivet noch nicht mit ihrer Prothese umklammerte. „Komm… Komm doch bitte mal etwas näher!“, bat er sie leise aber dennoch streng fordernd. „ Ich möchte dein Gesicht berühren!“
Die hübsche Lombax-Dame zögerte im ersten Augenblick noch ein wenig überrascht. Doch dann tat sie was er verlangte, nahm seine Hand und legte sie sich vorsichtig an ihre flauschige Wange. Sofort begann Ratchet ihr Gesicht ausgiebig zu betasten und strich schließlich vorsichtig über ihr linkes Segelohr hinweg. Als seine Finger die kleinen Ohrringe daran berührten atmete er Erleichtert auf und ließ seine Hand wieder zurück auf die Bettdecke sinken. „Danke, mein Schatz!“, sagte er dabei und zeigte ein leicht verlegenes Schmunzeln. „Tut mir leid für diese etwas ungewöhnliche Aktion! Ich wollte nur sichergehen…“ „Ist schon in Ordnung!“, unterbrach ihn Rivet und tätschelte ihm dabei zärtlich die Schulter. „Ich glaube, ich wäre an deiner Stelle höchstwahrscheinlich genauso misstrauisch!“ Für einen wunderschönen jedoch viel zu kurzen Moment grinsten Ratchet und Rivet sich an. Dann kehrte die Sorge wieder in Rivet‘s Gesicht zurück. „Und?“, fragte sie behutsam. „Wie fühlst du dich, Liebling?“ Ratchet schnaufte ein wenig durch die Nase und hob dabei beide Hände nach oben. „Nun… Ich schätze mal ganz gut, also den Umständen entsprechend…“, meinte er und versuchte sichtlich gezwungen sein Grinsen weiter aufrecht zu erhalten. „Ich komm mir zwar vor wie‘n kaputter Holo-Fernseher, aber ansonsten…“ Er versuchte zu kichern, doch weder ihm noch seiner Frau war in der aktuellen Situation richtig zu lachen zumute.

„Ratchy…, es…, Es tut mir so leid!“, begann die hübsche Rebellin schließlich und wieder schimmerten Tränen in ihren schönen blauen Augen. „Ich war so eine dämliche, eifersüchtige Zicke und….“ „Hey, du hast absolut NICHTS gemacht wofür du dich irgendwie schämen musst!“, unterbrach sie der orangene Abenteurer. „Ganz im Gegensatz zu mir!“, fügte er hinzu und deutete auf den dicken Druckverband der seine Augen verdeckte. „So wie ich das sehe… ist "das hier“ nicht mehr als die gerechte Strafe dafür, dass ich mich heute so respektlos und arschig dir gegenüber verhalten habe!“ Rivet hatte bei diesen von Reue geplagten Worten ihres Mannes das Gefühl als müsste sie jeden Augenblick schrecklich zu weinen anfangen. „Bitte… Bitte sag sowas nicht!“, wisperte sie und unterdrückte ein Schluchzen. „Es… es wird bestimmt wieder alles gut werden! Du wirst wieder sehen können!“ Doch der orangene Abenteurer schien diese zuversichtliche Hoffnung seiner Frau nicht unbedingt zu teilen.

„Rivet… Ich will dich um etwas bitten…“, meinte er plötzlich, doch er klang nun selber so, als wollte er seine Worte am allerliebsten selbst wieder herunterschlucken. „Wenn ich…, also…, Ich will nicht das du quasi dein Leben opferst, nur um dich um einen blinden Idioten wie mich zu kümmern! Also…, Wenn das hier morgen nach der OP so bleiben sollte…, dann…, dann vergiss…“

Bevor er seinen Satz zu Ende sprechen konnte, wurde ihm plötzlich von seiner schneeweißen Partnerin der Mund zugehalten. „Jetzt hörst du mir mal ganz genau zu, Ratchet!“, sagte Rivet mit einem gleichermaßen energischen als auch aufbauendem Tonfall. „Du WIRST spätestens morgen Abend wieder was sehen können, dafür werde ich sorgen. Und wenn ich dafür sogar selbst am OP-Tisch stehen und dich eigenhändig wieder zusammenflicken muss, hast du verstanden?“
Wieder teilten die zwei Lombaxe kurzzeitig den selben, belustigt grinsenden Gesichtsausdruck miteinander. Dann lehnte Rivet sich etwas weiter vor und legte behutsam ihren Kopf auf die Bettkante, direkt neben dem ihres orangenen Ehemanns. „Aber selbst wenn es wirklich soweit kommen sollte das es nicht funktioniert…“, begann sie ihm anschließend in sein hellbraun gestreiftes Segelohr zu wispern. „Ich verbringe lieber den Rest meiner Tage damit dich zu pflegen, als auch nur einen EINZIGEN davon mehr ohne dich leben zu müssen! Ich hab’s dir schon so oft gesagt; Egal was passiert, ich werd dich nie wieder hergeben! Und daran wird sich auch jetzt nichts ändern! Ich liebe dich, Ratchet! Und ich werde es auch immer tun, ganz egal was passiert, das verspreche ich dir!“

Nun war Ratchet derjenige der ein leises, sichtlich gerührtes schniefen von sich geben musste. Dann aber begann er wieder sein berühmtes, von purer Coolness gezeichnetes Grinsen zu zeigen. „Ach Süße, jetzt hör schon auf!“, schmunzelte er und strich liebevoll über den Hinterkopf seines schneeweißen Gegenstückes. „Sonst bringst du mich noch zum Weinen, vor lauter Rührung . Und ich weiß nicht ob das in meinem aktuellen Zustand so eine gute Idee ist!“
Als Rivet das hörte, musste sie doch ein klein wenig belustigt auflachen. Behutsam kuschelte sie sich noch ein wenig enger an den orangenen Abenteurer, legte ihren künstlichen Arm über ihn und schloss gemächlich ihre schönen blauen Augen. Für einen kurzen Moment lang schien wieder alles in Ordnung zu sein, als wäre nie irgendetwas schlimmes passiert; Es gab nur noch sie, ihren Mann, und ihre gut tuende, gegenseitige Wärme. „Ach Ratchet…“, seufzte sie leise, nachdem sie sich wieder vorsichtig von ihm gelöst hatte. „Ich würde dich jetzt so gerne küssen und sei es nur auf die Wange! Aber der Arzt, er hat es mir verboten. Meinte, das ich auf keinen Fall riskieren dürfte dass dein Blutdruck zu hoch wird. Wahrscheinlich weil sonst deine geschundenen Augen noch mehr schaden nehmen könnten, als es ohnehin schon der Fall ist!“ Auch Ratchet schien von dieser Anweisung alles andere als begeistert zu sein. Doch im Gegensatz zu seiner Frau schien der orangene Abenteurer die Sache lieber mit Humor zu nehmen als sich zu ärgern. „Ach, ist das so, ja?“, fragte er grinsend. „Dabei wird mein Blut doch immer ganz woanders, nämlich viel weiter unten benötigt, jedes mal wenn du mich küsst, oder so zärtlich mit mir knuddelst wie gerade!“

Rivet lachte. Sie wollte gerade dazu ansetzen etwas zu antworten, als plötzlich hinter ihnen die Tür des Krankenzimmers geöffnet wurde und ein junger Arzt mit einem Tablett in den Händen hereinkam. „Tut mir wirklich furchtbar Leid, Mrs. Rivet!“, sagte er mit bedauernder Stimme. „Aber ich muss sie jetzt leider auffordern zu gehen - Anweisungen vom Oberarzt höchstpersönlich! Sie dürfen ihren Mann morgen früh vor seiner Operation nochmal besuchen, wenn sie wollen!“
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