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Veränderte Freundschaft

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Michimiya Yui Sawamura Daichi
05.11.2022
26.11.2022
8
12.852
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24.11.2022 1.654
 
“Was hältst du davon?”
Noch ehe Michimiya das Papier auch nur ansehen kann, das Sawamura gerade mit leuchtenden Augen vor sie auf ihren Pult geworfen hat, redet er schon weiter.
“Wäre das nichts für uns? Hättest du Lust, mit mir teilzunehmen?”
Mit ihm teilnehmen? An was? Fragend mustert Michimiya den vor ihr Stehenden, der total aufgeregt wirkt. Seine Augen leuchten, seine Hände zeichnen wilde Muster in die Luft. Was ist denn mit dem sonst so ruhigen und besonnenen Daichi Sawamura passiert?
“Mensch Dai, vielleicht lässt du ihr Zeit, das ganze auch mal anzuschauen.” Sugawara klopft seinem besten Freund beim Vorbeigehen auf die Schulter, ehe er seine Aufmerksamkeit auf Michimiya richtet.
“Guten Morgen.” Er zwinkert ihr zu, ehe er sich gleich darauf hinter ihr auf seinen Platz sinken lässt.
“Guten Morgen”, erwidert seine Klassenkameradin, richtet ihre eigene Aufmerksamkeit aber direkt wieder auf Sawamura, dessen Augen sich ein klein wenig geweitet haben.
“Ähm … ja, dass … ähm. Entschuldige, Michimiya. Und guten Morgen.” Er lässt sich auf seinen eigenen Platz sinken.
“Guten Morgen, Sawamura.” Mit einem Schmunzeln betrachtet sie ihn noch einen Augenblick, genauer gesagt seinen Rücken, ehe sie ihren Blick auf das Papier vor sich senkt. Sie kann gerade einmal Volleyballturnier lesen, da tippt sein Finger bereits auf eine Stelle auf dem Blatt. Sie blickt auf und direkt in Sawamuras Augen, die aufgeregt auf sie gerichtet sind.
“Da geht es um Zweierteams, auch gemischt. Und da habe ich halt überlegt, dass wir beide teilnehmen könnten.”
“Ähm …” Langsam senkt Michimiya wieder ihren Kopf und blickt das Blatt vor sich an. Ja, ein Volleyballturnier. Immer zwei gegen zwei. Zweifelnd hebt sie ihren Kopf. “Ich habe schon wirklich lange nicht mehr richtig gespielt. Die letzten Male war es ja nur aus Spaß. Ob ich gut genug für ein Turnier gegen andere Mannschaften - oder eben Teams wäre, weiß ich nicht.”
“Dann trainieren wir davor halt noch.” Sawamura lächelt sie aufmunternd an.
“Ich unterstütze euch dabei natürlich tatkräftig”, erklingt Sugawaras Stimme unternehmungslustig hinter ihr, entlockt ihr ein kurzes Schmunzeln.
“Hmm.” Erneut sieht sie das Blatt an. In zwei Wochen … Was, wenn sie aber doch wirklich schlecht ist und ihn enttäuscht? Vorsichtig sieht sie auf. Immer noch sieht er sie abwartend und hoffnungsvoll an. Seine Hände hat er um die Tischplatte ihres Pultes geschlossen, wie als ob er sich damit ruhig halten müsste. Wäre er ihr böse, wenn sie ihretwegen sofort verlieren und aus dem Turnier ausscheiden würden? Unsicher blinzelt sie. Aber sie enttäuscht ihn vermutlich mehr, wenn sie nein sagen würde, daher gibt es ja nur eine richtige Antwort.
“Okay.”
“Wirklich? Super.” Sawamura wirkt, als würde er gleich aufspringen, so begeistert wie er ist. Doch dann blickt er sie an und sein Gesichtsausdruck ändert sich. Sein Kopf legt sich etwas zur Seite. “Michimiya, du musst das nicht machen, wenn du nicht magst. Du sollst nur mit mir teilnehmen, wenn du auch willst. Du musst nicht nur meinetwegen teilnehmen.”
Bei seinem Blick nimmt ihr Herz in ihrem Brustkorb einen ganz anderen Takt an. Es schlägt so hart gegen ihren Brustkorb, dass sie sicher ist, dass man es von außen doch sehen muss. Dass er es sehen muss. Sie würde für ihn alles tun, egal um was er sie bittet. Ihr Augen nehmen sein Bild in sich auf. Seine dunkelbraunen Augen, die ernst auf sie gerichtet sind. Das dunkle Haar, durch das sie ihre Finger am liebsten streichen würde um herauszufinden, wie es sich anfühlt. Sein Kiefer, den sie gerne nachfahren würde. Seine Haut an der Wange spüren. Seine Lippen, die sie zu gerne auf ihren spüren würde.
“Ich … ich will …” Und schon laufen ihre Wangen rot an. Sie will? Gott, er hat sie doch nicht gefragt, ob er sie heiraten will! Hoffentlich denkt er das jetzt nicht! Oh Gott, oh Gott, oh Gott! Ihre Augen weiten sich und schnell senkt sie ihren Kopf. Ihre Finger zerknittern das Blatt vor sich, als sie diese darum schließt. “Also ich meine, dass ich schon mit dir teilnehmen will. Aber … ich befürchte, dass ich echt schlecht bin und wir es gar nicht weit schaffen werden. Vermutlich fliegen wir wieder in der ersten Runde raus. Sicherlich gibt es doch jemanden, der besser geeignet ist als ich, um mit dir teilzunehmen. Sugawara zum Beispiel und …”
Als sich eine große Hand warm auf ihre legt, stockt sie mitten in ihrem Satz und blickt wieder auf.
“Ich habe aber bewusst dich gefragt.”
Seine dunklen Augen sind auf ihre gerichtet und ihr wird klar, warum er sie gefragt hat. Aus dem gleichen Grund, weshalb er sie mit zum Nachbarschaftsverein genommen hat. Weil sie verloren gewirkt hat. So, wie er sich fühlt. Er will nicht nur ihretwegen an dem Turnier teilnehmen sondern seinetwegen. Aber er will es mit ihr gemeinsam machen. Ein Lächeln erscheint auf ihren Zügen, als ihr das bewusst wird. Es bedeutet ja auch, dass er Zeit mit ihr verbringen will. Und das will sie auch mit ihm.
“Gut. Aber wir müssen wirklich viel trainieren.”
“Dann machen wir das doch.”
“Überlasst das ruhig mal mir”, lässt sich Sugawara erneut hinter ihnen verlauten. “Heute nach unserem Training? Hast du da Zeit, Michimiya? Wir können sicherlich noch eine Weile in unserer Halle bleiben. Ich rede mit Ukai.”
“Ich ebenfalls.” Sawamura zieht seine Hand von Michimiya, was ihr einen kleinen Stich versetzt. Seine Berührung hat sich so geborgen angefühlt. Doch sie bemüht sich, dass es ihr nicht anzumerken ist.
“Ich habe Zeit.”
“Gut, dann beginnen wir damit, dich wieder fit zu machen. Und Daichi auch.”
“Was soll das denn heißen?”, fragt dieser beleidigt.
“Denk selbst darüber nach.”
“Denkst du etwa, dass ich dick geworden bin? Was habt ihr eigentlich alle mit meiner Figur? Erst Tashiro und Kurokawa in Tokyo und jetzt du?”
“Keiner von uns hat es mit deiner Figur, höchstens du selbst, Dai!”
Michimiya entkommt ein Kichern, auf das sie überrascht angesehen wird. Schnell winkt sie ab.
“Keine Sorge, du bist nicht zu dick, Sawamura. Im Gegenteil, du siehst gut aus.” Als ihr bewusst wird, was sie gerade gesagt hat, weiten sich ihre Augen und schnell schlägt sie beide Hände vor ihr Gesicht. Oh Gott ist das peinlich! Sawamuras Augen sind ebenfalls geweitet und er fährt sich mit der Hand erneut durch die Haare.
“D-danke dir”, murmelt er peinlich berührt. Ein lautes Lachen hinter Michimiya lässt ihn in die Richtung schauen. Sein bester Freund hat den Kopf in den Nacken gelegt und lacht aus vollem Hals. “Depp”, murmelt er in dessen Richtung. Der schüttelt jedoch nur breit grinsend seinen Kopf.
Kaum dass sich Sawamura nach vorne gedreht hat, zieht Sugawara sein Handy hervor. Er hat da eine Idee. Und er ist sich sicher, dass das alles sehr lustig werden wird. Sein bester Freund scheint ja immer noch keine Ahnung zu haben. Wirklich überhaupt keine …

~ ~


“Was macht ihr denn hier?” Erstaunt blickt Michimiya ihre besten Freundinnen an, die beide grinsend vor der Sporthalle der Jungs stehen. Und beide haben ebenfalls Sportkleidung an.
“Sugawara hat uns angesprochen”, erklärt Sasaki da schon.
“Er meinte, er könnte unsere Hilfe brauchen. Ebenso du - und Sawamura.” Aiharas Grinsen nimmt zu, so wie die Röte auf Michimiyas Wangen.
“Na dann”, murmelt sie und dreht sich zur Türe der Sporthalle um, um einzutreten.
“Hey Michimiya”, erklingt eine laute Stimme und sie blickt in diese Richtung. Sugawara winkt ihnen zu. Bei ihm steht Sawamura, der gerade einen Volleyball in den Korb wirft, in dem diese aufbewahrt werden.
“Hey”, grüßt auch er.
“Hallo.” Auch Azumane steht bei seinen Freunden und hebt eine Hand.
“Hallo”, grüßen die Mädchen, während sie ihre Sachen an der Seite ablegen und anschließend zu den Jungen gehen. Die drei sind nicht die letzten der Jungenmannschaft, die noch da sind.
“Uh, was habt ihr denn noch vor?”, fragt Hinata neugierig nach.
“Wir trainieren noch ein wenig mit Michimiya und Daichi”, erklärt Azumane ihm.
“Wirklich? Warum das denn?” Auch Kageyama sieht neugierig aus, für seine Verhältnisse.
“Die beiden wollen an einem kleinen Turnier teilnehmen, wo man in Zweierteams antritt”, erklärt nun Sugawara.
“Echt? Wie cool ist das denn? Können wir da nicht auch antreten? Was meinst du, Kageyama?”
Und schon wirkt dieser ganz anders. Er scheint Feuer und Flamme zu sein.
“Oh ja, das klingt gut.”
“Was? Nein, natürlich nicht!” Schon schüttelt Aihara ihren Kopf.
“Warum denn nicht?”
“Ja, warum nicht?”
Die beiden Erstklässler sehen sie verwundert an.
“Weil ich es sage, klar?” Sie sieht die beiden von oben herab an, zumindest wirkt es so, immerhin ist nur Hinata kleiner als sie an. Ihre Hände sind in die Hüften gestemmt, ihr Blick herrisch und ihre Ausstrahlung scheint zu wirken, denn beide ziehen den Kopf zwischen die Schultern.
“Okay.”
“Haben verstanden.”
“Gut. Dann könnt ihr ja gehen.” Sie winkt mit ihrer Hand in Richtung Ausgang.
“Aber wenn ihr trainiert, dann könnten wir doch auch noch ein wenig …”
“Verschwindet jetzt, sofort!”, zischt sie Hinata an, der sofort seinen Mund zuklappt.
“Okay”, murmelt er kleinlaut. Als nächstes spürt er eine Hand, die ihn im Nacken packt.
“Auf Wiedersehen.” Kageyama verbeugt sich in Richtung der Älteren und schnell beeilt sich sein Kumpel, es ihm gleich zu tun, um im nächsten Moment schon mit zu Eingang gezogen zu werden.
“Aber Kageyama, willst du nicht auch noch trainieren?”, fragt der Kleinere leise nach.
“Natürlich will ich noch trainieren”, knurrt Kageyama zurück.
“Aber warum sollen wir dann nicht mit ihnen mittrainieren?”
“Schau doch mal.” Kageyama deutet in die Halle. “Überleg mal, wer da drinnen ist.”
Hinata legt seinen Kopf schräg, während er seinen Blick zurück wirft. Sawamura, Sugawara, Azumane, Michimiya, Aihara und Sasaki … alle sechs …
“Oh”, entkommt ihm, als er begreift.
“Genau. Für sie ist es jetzt dann zu Ende mit der Schule. Das sind vermutlich die letzten Gelegenheiten, zusammen zu trainieren. Das sollten wir ihnen einfach lassen.”
“Oh wow Kageyama, du klingst ja so … so erwachsen.”
“Was soll das den heißen, du Wicht!”
“Au, warum schlägst du mich den jetzt?”
“Weil du es verdient hast!”
“Habe ich gar nicht, Kagearsch! Du … ahhhh!”
“Bleib sofort stehen, dass ich dich treten kann! Aber sofort!”
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