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Wenn das Leben dir Zitronen gibt

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost / P12 / Het
01.11.2022
27.11.2022
14
29.819
2
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24.11.2022 2.775
 
13. Als wäre nichts passiert



Juna

Am nächsten Tag ist alles normal. Ich habe beschlossen, den Kuss auf den Alkohol zu schieben. Dann die Gefühlsduselei. Ja, dass muss es gewesen sein. Wir haben uns hinreißen lassen.
Jamie jedenfalls wünscht mir ganz normal einen guten Morgen und macht sich einen Kaffee. Ich habe ihn gesagt, dass er sich bedienen kann, wie er möchte. Er soll sich wie zuhause fühlen. Ich versuche so normal zu möglich zu sein und mir nicht anmerken lassen, dass mir der Kuss gestern Abend noch immer nicht aus dem Kopf geht. Ich beobachte ihn, wie er die Tasse unter den Vollautomaten wieder wegnimmt, Milch eingießt und mit einem Löffel in seiner Tasse rührt. Ich schaue in sein Gesicht. Er hat so lange Wimpern. Jede Frau wäre neidisch darauf.
Als sich sein Blick hebt, schaue ich schnell weg, trinke einen Schluck aus meiner Tasse. „Gut geschlafen?“ fragte er mich und mein Blick trifft auf seinen, was augenblicklich 1000 Schmetterlinge in meinem Bauch aufflattern lässt. „Ja, war okay“, schwindle ich. In Wahrheit hat er mir die ganze Zeit im Kopf herumgeschwirrt. Er und dieser Kuss. „Und du?“ frage ich und er verzieht das Gesicht. „Elva ist unglaublich unruhig im Bett. Sie hat mich mehrfach getreten“, erzählt er und ich kichere. „Kein Wunder, dass du schon auf bist“, stelle ich fest. „Und was ist deine Ausrede?“ will er schmunzelnd wissen. „Frühaufsteher, schon vergessen?“, erinnere ich ihn lächelnd. „Außerdem musste Elli raus“, ergänze ich. „Sie und Lenny toben noch draußen.“ Ich deute aus dem Fenster im Wohnzimmer, wo beide Hunde durch den Garten pesen. Elli hat keine Ambitionen weg zu laufen und Lenny somit ebenso wenig. „Danke, dass du ihn mit rausgenommen hast“, meint er und ich zucke mit den Achseln. „Kein Problem. Was macht dein Nacken?“ erkundige ich mich, als er ihn sich reibt. „Könnte besser. Hab wohl scheiße gelegen“, gibt er zu. „Wenn du möchtest, kümmere ich mich später nochmal darum“ schlage ich ihm vor. „Das wäre lieb.“
„Also, was möchtest du heute gern mit deinen Mädchen anstellen?“ frage ich dann. „Hm… das Wetter sieht gut aus. Wenn es so bleibt, könntest du uns den Aussichtsturm zeigen“, schlägt er vor. „Sehr gern“, stimme ich zu und entspanne allmählich. Er scheint entspannt zu sein und das färbt langsam auf mich ab. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn der Kuss noch immer zwischen uns hängen würde. Vielleicht erinnert er sich gar nicht mehr daran. Wir hatten ein paar Gläser Wein und ein paar Tequila. Vielleicht reicht das ja schon, um ihn Schach Matt zu setzen. Ich bezweifle es, aber er scheint zumindest nicht mehr an den Kuss zu denken. Wenn ich ihn bloß auch vergessen könnte.

Nach dem Frühstück packen wir Hunde und Kinder ins Auto und ich fahre die gut 12 Kilometer bis zum Parkplatz der Dammer Schweiz. Das Schild ist Jamie nicht entgangen und er lacht. „Also wie die Schweiz kommt es mir hier nicht vor“, meint er amüsiert und ich grinse. „Da kann ich dir nicht widersprechen. Unserer Berge sind höchstens große Hügel, aber dennoch sehr schön. Ich kann euch gleich noch den Bergsee zeigen. Dort gibt es auch einen tollen Waldspielplatz“, schlage ich vor. „Gern“, meint Jamie und wir machen uns auf den Weg zum Aussichtsturm.
„Hast du nicht was von einer Räubergeschichte erzählt?“ erinnert er mich dann. „Oh ja. Die Sage vom Mordkuhlenberg. Wollt ihr die hören?“ frage ich die Mädchen und Dulcie und Elva schauen mich neugierig an. „Ja, bitte“, fleht Dulcie und ergreift meine Hand. Jamie zwinkert mir zu und ich lächle, beginne zu erzählen:
„Mitten in den Dammer Bergen, etwa 500 Schritt von dem Fahrweg von Damme nach Steinfeld entfernt, erhebt sich ein eigenartiger Berg. An seinem Abhang führte in alter Zeit der Weg nach Dalinghausen durch eine lehmige Schlucht. In diesem Berg befand sich eine Räuberhöhle. Hier hausten vor langer Zeit drei Räuber und ein Hauptmann. Sie hatten von ihrer Höhle aus dünne Stricke durch die Schlucht gespannt, und wenn Reisende des Weges zogen und die Stricke berührten, so erklangen kleine Silberglocken, die an den Stricken befestigt waren. Dann sprangen die Räuber aus ihrem Versteck heraus und beraubten sie.“ Vier Kinderaugen kleben an meinen Lippen. Liva kennt die Geschichte und Alberta versteht sie noch nicht, sammelt lieber ein paar Kastanien und drückt sie ihren Vater in die Hand.

„Eines Tages kam ein Mädchen des Weges, Anna Maria Wieverich, auch sie wurde in die Höhle gezerrt. In ihrer großen Angst bat sie: "Lasst mich leben, ich will euch auch alles zu Gefallen tun." Da berieten die Räuber sich und verlangten, sie solle ihnen den Haushalt führen. Das versprach sie, und so blieb sie am Leben. Allmählich gewöhnte sie sich an ihre neue Aufgabe, die Wirtschaft zu führen“, erzähle ich weiter und noch immer hören mir die Zwei gespannt zu.
„Nachdem sie sieben Jahre in der Räuberhöhle gelebt hatte, überkam sie eine große Sehnsucht, andere Menschen zu sehen und zur Kirche zu gehen. Immer wieder bat sie den Räuberhauptmann, er möge sie doch einmal beurlauben. ‚Ich will auch keinem Menschen verraten, wo ich gewesen bin‘, sagte sie, ,und komme ganz gewiss wieder zurück.‘ Schließlich gab man ihrem Drängen nach und ließ sie zum Ostergottesdienst nach Damme gehen. Zuvor aber musste sie einen Eid schwören, dass sie Wort halten werde.

Als die Kirche aus war und die Leute nach Hause gingen, überlegte sie, wie sie die Blicke auf sich lenken könne, ohne ihren Schwur zu brechen. Sie stellte sich an die Kirchenmauer und erzählte ihr so laut, dass alle Vorrübergehenden es hören mussten, ihre ganze Leidensgeschichte. Zum Schluss sagte sie:

Kirchenmauer, dir klage ich,
ich heiße Anna Maria Wieverich.
Ich streue Erbsen auf meinen Weg,
bis da, wo ich mich schlafen leg.

Darauf kaufte sie sich einen Beutel voll Erbsen und wanderte mutigen Herzens zu den Räubern zurück. Unterwegs streute sie fortgesetzt einige Erbsen aus, damit man ihre Spur verfolgen könne. Inzwischen erzählten die Kirchgänger in Damme ihrem Pastoren, was für seltsame Kunde sie an der Kirchenmauer vernommen hatten. Der Pastor gab sogleich dem Bischof in Osnabrück Bescheid, und dieser ließ seine Soldaten aufbieten.
Nachdem sie die Dammer Berge umstellt hatten, rückten sie immer dichter zusammen. Die Räuber konnten nicht mehr entwischen, wurden gefangen genommen und nach Osnabrück geführt. Hier wurden sie nach kurzem Prozess an den Galgen gebracht.
Uns Anna Maria kehrte wohlbehalten zu ihrer Familie zurück“, beende ich meine Erzählung.
„Das ist ja gruselig“, meint Elva. Wenn sie wüsste. Jamie lächelt. „Sie lieben die alten Geschichten. Wenn meine Tante ihnen alte, irische Sagen erzählt, kleben sie auch an ihren Lippen“, meint er. Wir erreichen den Turn und die Mädchen eilen die Stufen hinauf. Auch hier wird die Sage um den Mordkuhlenberg auf jeder Ebene erzählt. Wir binden die Hunde unten an, wo sie beide geduldig warten und ihr Wasser schlabbern.  
„Ich wette. Das war die harmloser Version“, vermutet Jamie schmunzelnd, während wir ebenfalls die Stufen aufsteigen. „Ich konnte den Kindern ja schlecht erzählen, dass die arme Anna Maria jedes Jahr ein Kind geboren hat, welches die Räuber erschlagen und wie eine Puppe an einer Leine aufgehängt haben“, meine ich und Jamie hebt eine Augenbraue. „Dass hätte ihnen vermutlich den Schlaf geraubt. „Auch dass Anna Maria wohlbehalten zuhause angekommen ist, weiß man nicht wirklich. Es heißt, die Räuber hätten sie vor Wut getötet, bevor sie gefangen wurden. Auch sie wurden aufgehangen und baumelten wie ihre Söhne im Wind“, ergänze ich. Alberta bekommt nicht mit, was ist sage, denn sie ist viel zu beschäftigt damit, die Stufen hinaufzuklettern. Jamie überwacht jeden ihrer Schritte. „Die wenigsten Räubergeschichten sind harmlos“, merkt er an. „Wohl wahr“, bestätige ich.
Wir erreichen das Obere des Turmes und werden mit einer tollen Aussicht belohnt. Liva erklärt Ela und Dulcie schon, was man wo sehen kann.
„Das ist die Stadt Damme“, erkläre ich Jamie und zeige auf die Stadt. „Schöner Kirchturm“, merkt er an. „Oh ja. Du musst ihn mal in Dunkeln sehen. Am schönsten ist er, wenn es richtig kalt ist und es geschneit hat. Er ist beleuchtet und das wirkt einfach zauberhaft“, schwärme ich. „Ich habe in der Stadt die ersten 10 Jahre meines Lebens gelebt.“ „Fiel dir der Umzug schwer?“ fragt er. „Nein, gar nicht. Es sind ja nur ein paar Kilometer Entfernung. So war es nicht schwer Kontakt zu meinen Freunden zu halten. Dennoch haben sie alle nicht wirklich gehalten. Ich habe Becki in der neuen Schule kennengelernt und seitdem ist sie meine beste Freundin.“ Jamie lächelt.
„Was ist das?“ fragt er dann und deutet auf den See. „Dass ist der Dümmer, von dem ich euch erzählt habe. Dort können wir wie Tage auch gern hinfahren“, schlage ich vor. Jamie lächelt und nickt.
„Wollt ihr zum Waldspielplatz?“ rufe ich den Mädchen zu und sie jubeln. „Jaaa!“ rufen sie und so begeben wir uns wieder nach unten, wobei Jamie diesmal Bertie auf den Arm nimmt. Sie mag nicht mehr laufen, weshalb Jamie sie wieder auf die Schulter nimmt, während wie zurück zum Parkplatz laufen. Zum Bergsee zu wandern wäre für die Mädchen zu weit, deshalb fahren wir den kurzen Weg mit dem Auto. Ich parke am Waldrand und dann müssen wir wieder ein bisschen laufen. Diesmal geht es etwas bergauf, aber Jamie kommt nicht mal ins Schnaufen. „Ganz rum, oder der kurze Weg?“ frage ich und Jamie schaut zu seinen Mädchen. „Wie weit ist es denn?“, will er wissen. „Etwa drei Kilometer. Eine gute halbe Stunde.“ „hm…“ macht er und wägt ab. „Wir nehmen den langen Weg. Dann sind die Mädchen heute Abend auch wirklich müde und ich hab ne Chance, dass Elva gleich einschläft“, grinst er und ich lache. „Vergiss nicht, dass heute Abend noch der Laternenumzug ist“, erinnere ich ihn. „Bis dahin haben sie wieder Kraft getankt“, zwinkert er und ich lache abermals, steuere den Weg um den See herum an. Wir lassen die Hunde von der Leine und dank des Wochentags sind um diese Zeit kaum Leute unterwegs. Nur hier und da kommen uns ein paar Läufer oder ältere Herrschaften entgegen. Dann rufen wir die Hunde zurück und warten, bis sie wieder laufen dürfen.



Jamie

Es ist eine schöne Gegend, in der Juna lebt. Alles sehr ländlich, das gefällt mir. Ich mag unser Haus in London, aber ich vermisse die Abgeschiedenheit von Costwolds. Ich habe dort sehr gern gewohnt. Während der Pandemie haben ein paar Väter aus der Schule ein Fußballteam zusammen gestellt. Es hat Spaß gemacht, mit ihnen einmal die Woche zu kicken. Diese Normalität, das fehlt mir einfach besonders. Aber an Normalität ist im Moment bei mir nicht zu denken. Ich vermeide es, aufs Handy zu sehen und nur wenn ich einen Anruf bekomme, schaue ich nach. Hier bei Juna zu sein tut mir wirklich gut. Den Abstand zu dem ganzen Trouble habe ich wirklich nötig gehabt. Meine Mädchen genießen es hier und ich genauso. Vielleicht auch ein bisschen zu sehr. Juna verzaubert mich regelrecht, bringt mein Blut zum Kochen und noch ganz andere Körperregionen erwachen zum Leben. Ich lenke mich so gut es geht von meinen Gedanken ab. Die Erinnerung an den Kuss vergangene Nacht. Ich weiß nicht, ob es richtig war, sie zu küssen, aber es hat sich viel zu gut angefühlt. Wie kann etwas, dass sich so gut anfühlt, falsch sein. Ich schiebe meinen Gedanken beiseite und betrachte die Gegend. Elva und Dulcie wagen sich mit Liva durch die Büsche, laufen immer mal wieder zum Wasser und ich bete darum, das Elva diesmal auf mich hört und nicht mit nassen Füßen zurück kommt. „Elva, weg vom Wasser! Wenn du nasse Füße bekommst, kannst du den Spielplatz vergessen!“ rufe ich ihr zu und sie geht gleich einen Schritt rückwärts. Gut, die Sache mit dem Spielplatz funktioniert. Oft sitzt die Kleine nämlich auf ihren Ohren. Oder sie ignoriert meine Bitten einfach. Sie ist ein wahrer Wirbelwind und ein Dickkopf. Aber vor allem hat sie ihre eigene Meinung und lässt sich davon nicht abbringen. Wenn sie etwas gut oder doof findet, dann ist es ebenso. Dann ist es egal, was andere Kinder zu ihr sagen. Und das macht mich unglaublich stolz. Ich bin stolz auf all meine Kinder. Dulcie ist so geduldig und besonnen und erinnert mich sehr an meine Mom. Und Bertie ist einfach unser Sonnenschein. Sie lacht eigentlich immer.
Meine beiden Großen und Liva kommen wieder zu uns und bald haben wir den Spielplatz erreicht. Wir gehen eine steile Treppe hinunter und schon flitzen meine großen Mädchen los und erobern das Klettergerüst. Bertie hat die Nestschschaukel entdeckt. Ich setze sie hinein und sie legt sich zurück uns lässt sich von mir schaukeln. „Daddy!" ruft Dulcie und ich schaue zum Klettergerüst. Die drei sitzen oben in der Spitze und winken. Ich winke ihnen zurück und schubse Bertie weiter an, die vergnügt lacht. „Mehr!“ verlangt sie und ich schubse sie fester an. „Daddy auch!“ sagt sie. „Daddy soll mit schaukeln?“ frage ich und sie nickt. Ich halte sie an und nehme sie auf den Schoß, stoße uns vom Boden ab. „Mehr, mehr!“ will sie. „Füße hoch“, sagt Juna und ich setze mich im schneidersitzt in die Schaukel. Bertie halte ich fest, während Juna uns Anschwung gibt. Mehr und mehr und bald habe ich Angst einen Überschlag zu machen. Ich muss aufpassen, dass mir nicht übel wird, aber Bertie lacht unaufhörlich. „Okay, es reicht!“ lache ich. „Sonst kommt mein Frühstück gleich wieder hoch.“ Juna lässt uns ausschauen und ich beobachte, wie sie über einen Holzbalken balanciert. Sie bewegt sich anmutig. Sie hat die Arme ausgestreckt und ihre leuchtenden Haare fallen wie ein Vorhang über ihre Schultern. Ich erinnere mich, wie weich und seidig sich ihre Haare angefühlt haben. Aber noch viel weicher waren ihre Lippen. Und köstlich waren sie. Ich unterdrücke ein Seufzen und wende mich meinen Töchtern zu, die vom Klettergerüst zum Karussell gewechselt sind. Bertie will mitfahren, also halte ich sie an und setze sie zwischen Dulcie und Liva. „Gut festhalten“, bitte ich und schubse die Kinder an. Sie wollen immer schneller und schneller und ich bin froh, nicht mit drin zu sitzen. Elli und Lenny laufen mittlerweile neben dem Karussell her und ich muss aufpassen, nicht umgerannt zu werden. Alle haben ihren Spaß und auch ich fühle mich leicht und unbeschwert.
Irgendwann hat Bertie genug und als ich sie absetze, fällt sie lachend um. Es dauert einen Moment, bis sich ihr Kreislauf normalisiert hat. Dann will sie auf die Wippe und Juna gibt sich mit ihr die Ehre.
Irgendwann bekommen die Prinzessinnen Hunger, also gehen wir zum Auto zurück und fahren zu Juna und Liva nach Hause. Ich habe Juna angeboten, auch mal zu fahren, aber sie meint, ich solle einfach meinen Urlaub genießen. Zuhause angekommen macht Juna Kaffee und Kakao und stellt Kekse auf den Tisch. Morgen möchte sie mit den Mädchen Plätzchen backen und ich schlage ihr vor, dafür mal das Abendessen zu übernehmen. Ich möchte mich ein bisschen revanchieren für das, was sie für uns macht. „Das Angebot nehme ich gern an“, lächelt sie und nippt an ihrem Kaffee. Ich versinke in dem Blau ihrer Augen und möchte mich am liebsten ihr hingeben, sie küssen und in meinen Armen halten. Sie ist so ein warmherzig, wundervoller Mensch und so unglaublich schön.

Am späten Nachmittags packen wir die Mädchen wieder dick ein, machen uns dann mit den Laternen auf den Weg ins Dorf, wo der Umzug stattfindet. Wir treffen uns an der Kirche, wo Liva einige Bekannte trifft und mich überall als ihren Cousin Jamie vorstellt. Niemand erkennt mich, was ich herrlich erfrischend finde.
Wir halten uns während des Umzuges ziemlich weit hinten auf und die Mädchen haben wirklich Spaß. Ich mache ein Foto, wie sie alle drei nebeneinander herlaufen und ihre Laternen halten und versuchen, die deutschen Lieder mit zu singen. Ich schicke es mit einem lieben Gruß an meine Schwestern.
Selbst Alberta hält den gesamten Marsch durch, ohne dass sie auf meinen Arm will.
Nach dem Umzug gibt es ein Lebkuchenmännchen für die Kinder, außerdem Punsch, Glühwein und Bratwurst. Es ist sehr idyllisch und ich muss zugeben, ich fühle mich hier sehr wohl.

Als wir zurück nach Hause fahren, muss ich Alberta wachhalten, damit sie mir die 10 Minuten Fahrweg nicht einschläft.
Im Haus angekommen, mache ich sie sofort fertig fürs Bett und es dauert keine 5 Minuten und sie ist im Land der Träume.  Auch Elva, Dulcie und Liva sind schnell im Bett verschwunden. Es war ein ereignisreicher und aufregender Tag für uns alle. Auch ich bin müde, was veemutlichvan der vielen frischen Luft liegt. Ich genehmige mir noch ein Glas Wein mit Juna und verabschiede mich auch ins Bett. Ich bin müde. Vor allem aber laufe ich Gefahr, sie wieder zu küssen, wenn ich noch ein weiteres Glas Wein trinke. Das würde mir Mut verleihen.
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