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Petrichor- Der Geruch von Regen

von Qwertzowo
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Romance / P18 / Mix
Aether Amber Venti Xiangling Xiao Zhongli
01.11.2022
24.11.2022
5
8.645
1
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24.11.2022 1.417
 
Kapitel 5

Venti lag mit dem Rücken auf dem Bett, einen Arm über die Augen und die Füße angestellt. Es war schon Abends und eigentlich hätte er sich jetzt mit seinen Freunden getroffen aber er musste erstmal verarbeiten was heute alles passiert war.
Er war nachdem er in Xiao gerannt war, nicht wie geplant nach Hause, sondern war wieder in das Café gegangen vor dem schon Amber nach ihm gesucht hatte. Kurz hatte er ihr erklärt was passiert war und dabei vielleicht auch ein bisschen zu sehr darüber geschwärmt, dass Xiao wusste wie er hieß.
Er war dann wieder mit ihr rein gegangen, nachdem sie versprochen hatte nichts den anderen zu sagen.
Kaeya und Aether hatten beide ein schlechtes Gewissen und obwohl Venti ihnen mehrmals versicherte, dass er selber genauso gelacht hätte, waren sie den ganzen Vormittag sehr vorsichtig mit ihren Aussagen.
Danach war er wieder mit zu Amber gegangen und hatte ihr dort nochmal alles ausführlich erklären müssen. Dann hatte er mit einem Monolog begonnen um eine Lösung für sein Problem zu finden.

Sein Problem, dass Xiao jetzt in Liyue war und seiner Meinung nach gab es nur eine adäquate Lösung. Er musste selbst nach Liyue.
Amber war nicht so angetan von seiner Idee, aber Venti war sich sicher.
Kurzerhand hatte er nach den Studiengängen der Universität in Liyue geschaut, bis ihm dann aufgefallen war, dass es nur einen einzigen Studiengang gab, den er belegen sollte.
„Was studiert Xiao nochmal?“, hatte er Amber gefragt.
„Jura. Aber wieso..?“, es hatte kurz gedauert bis sie begriffen hatte was er vor hatte. Anschließend  hatte sie laut gelacht und sich nicht entscheiden was sie absurder fand. Dass Venti Jura studieren wollte, oder dass er das alles nur wegen jemand machte den er vielleicht 3-mal gesehen hatte.
Venti war das allerdings völlig egal. Nachdem er gesehen hatte, dass der Studiengang sogar zulassungsfrei war, war ihm klar was er zu tun hatte.
Er war direkt nach Hause gegangen und hatte dort seinen Eltern eröffnet, dass er jetzt Rechtswissenschaften studieren würde. Zuerst hatten sie es nur für einen Witz gehalten, aber dann, als sie gemerkt hatten das es sein Ernst war, hatten sie sich wirklich gefreut. Sie hatten sogar gesagt, dass die gedacht hätten er würde eher was mit seiner ‚Brotlosen Kunst‘ machen wollen, als so was Seriöses.
Venti ließ das unkommentiert und machte sich eher daran die Anträge auszudrucken und auszufüllen.
Nachdem er alles ausgedruckt, ausgefüllt und abgeschickt hatte, hatte er erstmal eine Pause einlegen müssen. Und seitdem lag er auf seinem Bett und versuchte zu verstehen welche schwerwiegende Entscheidung er gerade getroffen hatte.


Als Venti die Augen öffnete war es bereits hell draußen. Er war gestern nicht mehr aus dem Haus gegangen. Er war um ehrlich zu sein, nirgendwo mehr hingegangen. Er war einfach so wie er war eingeschlafen. Mühsam drehte er sich auf dem Bauch und griff nach seinem Smartphone. Er hatte mehrere Benachrichtungen. Darunter eine Mail von der Uni und eine Nachricht von Aether. Diesem hatte er gestern noch seine Entscheidung mitgeteilt, dabei aber weggelassen, warum und was er jetzt studieren würde.  Er öffnete zuerst die Mail und konnte nicht leugnen, dass er doch nervös war. Aber nachdem er den kurzen Text gelesen hatte, ging es ihm kaum besser. Es war eine dieser typischen Willkommens Emails. Und dann er, sobald sie alles per Post erhalten, hatten ihm seine Martrikelnummer sowie Zugang zu dem Online Portal schicken würde, indem er dann seinen Stundenplan und sowas organisieren konnte.
Gestern war er sich noch so sicher gewesen, dass das, was er tat das Richtige war. Heute war er sich nicht mehr ganz so sicher.  Auf der einen Seite wollte er es wirklich, auf der anderen wusste er aber jetzt schon dass er wohl mit dem Studiengang nichts wirklich etwas anfangen würde können. Wenn er überhaupt das erste Semester überlegte. Allerdings hätte er dann immerhin ein Semester lang Zeit sich etwas anderes zu suchen und er weiß, vielleicht könnte er wirklich etwas mit Musik machen. Wenn er es schaffte sich bis dahim etwas aufzubauen was ihn sich alleine versorgen ließ, dann konnten seine Eltern auch nicht mehr von einer ‚Brotlosen Kunst‘ reden.
Er schloss die Mail und öffnete das Chatfenster von Aether.
Ja cool! Lustigerweise wird gerade in unserer WG ein Zimmer frei. Also wenn du Lust hast kannst du gerne zu uns kommen. Du würdest dich sicher mit meiner Mitbewohnerin Xiangling sehr gut verstehen.

Es musste einfach die richtige Entscheidung sein. Sonst wäre ihm das Universum wohl doch nicht so gut gesonnen. Ob es Schicksal war? Ob es sowas wie Schicksal überhaupt gab? Venti war sich da nicht so ganz sicher.
Würde ich nicht nein sagen.

Tippte er schnell, schickte es ab, legte das Handy weg und stand auf.


Die nächsten Wochen verbrachte er mit Arbeiten, packen und dem versuch seinen neuen Stundenplan zusammen zustellen.
Er würde in kürze nach Liyue ziehen. Und er hatte wirklich das Zimmer in Aethers WG genommen. Er würde also mit Aether und Xiangling zusammen wohnen. Lumine hatte wohl eine neue WG gefunden, da sie anscheinend öfter mit Aether aneinander geraten war, was ja bei Geschwister öfter passierte.  Und jetzt war es Ventis Glück, dass sie auszog und sozusagen Platz für ihn machte.
Amber versuchte immer noch ihm auszureden nach Liyue zu gehen oder zumindest was anderes zu studieren, aber mit jedem Tag, der verging war Venti sich sicher, dass es das Richtige war was er tat.
Irgendwann hatte Amber aufgegeben und sich damit angefunden, dass zumindest Aether in der Nähe war und vielleicht ein bisschen auf Venti achtgeben würde.
Bennett war wirklich traurig gewesen als Venti ihm gesagt hatte das er gehen würde. Seine Eltern waren im Gegensatzdazu glücklich über seine Entscheidung und seine mutter erzählte ganz stolz jedem Bekannten, dass ihr ‚kleiner Venti‘ jetzt was vernünftiges machen würde und alle nickten, wie eine Heerde Schafe.
Was sie wohl dazu sagen würden, wenn sie wüssten, dass er nicht wegen dem Studium sondern wegen einem Jungen dorthin ging.
Der Umzug ging schnell von statten. Er hatte nur ein Paar Kisten und einen großen Koffer. Das schwierigste war sein Keyboard und die Gitarre. Aber sie schafften alles in den Kleinbus den sie gemietet hatten.
Die Fahrt über verbrachte Venti die meiste Zeit an seinem Handy.  Seine Mutter wurde nicht müde zu erklären, wie stolz sie doch auf ihn war.  Er konnte nicht leugnen, dass er langsam ein schlechtes Gewissen hatte. Auch wenn er sich immer wieder einredete dass es ja vielleicht doch etwas für ihn war und er merkte wie toll das Studienfach zu ihm passte.
Aether war zu Hause gewesen als sie nachmittags endlich angekommen waren. Xiangling war wohl übers Wochende zu ihren Eltern gegangen. Venti würde sie am Monat kennenlernen. Der Blonde hatte geholfen die Kisten in das Zimmer zu tragen und sich dann noch mit Ventis Eltern unterhalten. Das war auch der Moment indem seine Mutter Aether erzählte, wie sie es bei jedem tat ob er es hören wollte oder nicht, dass Venti jetzt Jura studieren würde. Im Gegensatz zu Amber verstand der Blonde Ventis Beweggründe sofort. Den Blick, der er ihm zuwarf sprach Bände. Venti hatte nur auf den Boden schauen können, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und malte kleine Kreise mit der Fußspitze in den Boden.

Als dann so weit alles ausgeladen war und Ventis Eltern wieder gehen wollten, versuchte Venti es so kurz wie möglich zu machen. Sein Vater umarmte ihn nur kurz und verabschiedete sich. Seine Mutter jedoch brach in Tränen aus, natürlich nur, wie sie beteuerte, weil sie so stolz war. Schließlich hätte sie nie gedacht, dass ihr kleiner Venti wirklich mal studieren würde. Und dann auch noch Rechtswissenschaften. Sie hatte ja gedacht, dass er mal mit seiner Gitarre irgendwo bei Hipstern am Lagerfeuer landen würde.
Venti ließ es über sich ergehen und schob sie fast schon aus der Türe hinaus.
„Ja, ich melde mich. Ja ich komme klar. Ja, Aether ist auch noch da.“, waren Sätze die er in dauerschleife wiederholte.

„Meinst du, dass ist der richtige Weg?“, fragte Aether Venti als die Eltern des kleineren Gegangen waren.
„Wenn ich ganz ehrlich bin…Ich weiß es nicht.“, gab Venti zu. „Aber es ist momentan das Einzige, was mir einfällt.“
„Dann hoff ich für dich, dass es klappt.“ , war Aethers knappe Antwort, bevor er sich wegdrehte und kurz zur Wand gedreht stehen blieb. Dann, nach ein paar Sekunden schaute er zu den Kisten, die noch teilweise im Flur standen.
„Komm, wir machen das hier gleich. Sonst bleibt das noch ewig stehen.“




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