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Petrichor- Der Geruch von Regen

von Qwertzowo
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Romance / P16 / MaleSlash
Aether Amber Venti Xiangling Xiao Zhongli
01.11.2022
20.01.2023
13
21.637
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01.11.2022 1.455
 
Da ich lange Vorworte nicht mag: hi :D
FF Für eine Freundin. Ideen/Verlauf also Teilweise von ihr-Umsetzung von mir.









Petrichor- Der Geruch von Regen




„Hallo Venti!“, rief Amber hinter der Theke hervor als Venti die Tür des Cafés öffnete.
„Gut, dass du schon da bist! Wir sind heute nur zu zweit!“ Sie holte Tassen und Unterteller aus einem Schrank und macht sich an der Siebträgermaschine zu schaffen.
Venti beeilte sich seine Tasche im kleinen Privaten Raum, der nur für Mitarbeiter war, abzustellen und die Schürze anzulegen, die an einem Hacken mit seinem Namen hing.
„Das muss an Tisch Fünf!“, rief Amber ihm über die Schulter hinweg zu und nickte mit dem Kopf in Richtung Theke, wo 2 Tassen mit frischem Kaffee standen.
„Aye, aye, Capitan!“, ahmte der Blauhaarige einen Seemann nach und schnappte sich die Tassen.


Er arbeitete jetzt schon seit knapp einem halben Jahr in dem Café. Es war ein gemütliches Café mit zwei Stockwerken und zwölf kleineren Tischen, an denen gerade mal 4 Leute Platz finden konnten. Häufige Gäste waren Geschäftsleute oder Schüler und Studenten, die sich dann die Tische zusammenschoben und dort ihre Schul-oder Unisachen auspackten. Kein Stuhl passte zu dem andern und auch die Tische waren alle unterschiedlich. Manche waren alte Schachbretter, andere eigentlich Gartentische, aber alles passte trotzdem zusammen.
Venti liebte es hier zu arbeiten. Die Menschen waren irgendwie entspannt, wenn sie hier waren. Häufig hatte er während seiner Schichten Zeit sich mit den verschiedensten Leuten zu unterhalten.
Als er seinen Eltern gesagt hatte, dass er nicht wusste was er nach dem Abitur machen wollte, waren sie alles andere als begeistert gewesen. Aber sie hatten sich schnell beruhigt als er den Job in dem Café gefunden hatte. Jetzt wusste er zwar immer noch nicht was genau er jetzt eigentlich wollte, aber er hatte ja auch noch Zeit.
Seinen Eltern wäre es natürlich am liebsten wenn er irgendwas studieren würde. Sowas wie Medizin oder BWL. Aber wenn er ehrlich war, wusste er jetzt schon, dass er das sehr wahrscheinlich nicht durchziehen würde.


„Bringt du das hoch an Tisch Neun? Dann kann ich hier schnell ein bisschen aufräumen?“, fragte seine Braunhaarige Freundin. „Klar.“, grinste Venti, der immer froh war, wenn er nicht aufräumen musste. Er nahm die zwei Karamell-Macchiato, die Spezialität des Cafés, und balancierte sie auf einem Tablett die Treppe hinauf.
Amber hatte er erst hier kennen und lieben gelernt. Die Aufgeweckte junge Frau wusste aber im Gegensatz zu ihm ganz genau, was sie wollte. Sie würde im nächsten Semester Tourismusmanagement hier in Mondstadt studieren. Zwar versucht sie ihn immer wieder zu überreden sich auch zu bewerben, aber sie wussten beide, dass das wohl eher nichts für ihn war.
Oben angekommen lief er am Geländer entlang, auf die andere Seite des Raums.
An dem Tisch im Eck saßen zwei Jungen, die sich miteinander unterhielten, der Tisch voller Bücher und Papiere. Es war der typische Anblick, den er hier oft sah.

Venti kannte einen der Beiden. Den Blonden, mit Schulterlangen Haaren, hatte er hier schon öfter gesehen. Zwar wusste er nicht genau wie er hieß, aber er wusste, dass er irgendwo vom Drachngrat kam und hier in Mondstadt studierte. Den anderen, der sich über einen Block gebeut hatte, um etwas aufzuschreiben, hatte er hier noch nie gesehen. Er hatte schwarz-türkises Haar, welches vorne länger war als hintern.
Obwohl Venti sein Gesicht nicht wirklich sehen konnte, wusste er, dass der Junge nicht von hier war. Am liebsten hätte Venti ihn gefragt, wo er herkam. Er liebte es sich mit den Leuten zu unterhalten und verschiedene Geschichten aus aller Welt zu hören. Aber er hatte sich angewöhnt Menschen, die gerade offensichtlich beschäftigt waren, nicht zu stören.

„Einmal für euch.“, sagte er mehr zu sich selbst. Die Getränke stellte er so auf den Tisch, dass sie nicht sofort runterfallen aber auch nicht stören würden. Er wollte sich gerade umdrehen und wieder runter zu Amber gehen als der Junge mit den Schwarz-türkisen Haaren aufschaute.
„Danke.“, sagte er ganz formal zu dem Blauhaarigen.
Dieser blieb wie angewurzelt stehen.
Er hatte sich immer über Bücher und Filme lustig gemacht in denen man von Liebe auf den ersten Blick und so was in der Art gesprochen hatte, aber in diesem Moment, als er in die bernsteinfarbenen Augen schaute wusste er nicht wie er es hätte treffender Beschreiben sollen. Venti hatte wirklich noch nie jemanden gesehen der so schön war.  Er konnte es einfach nicht anders beschreiben als Schön.  Seine Haare rahmten das makellose Gesicht perfekt ein. Und erst diese Augen, die aussahen wie flüssiges Gold. Er hatte das Bedürfnis die Hand auszustrecken und die glatte Haut zu berühren. Ihm wurde heiß und kalt zugleich. Ein Gefühl, welches er so nicht kannte und vor allem noch nie so extrem wahrgenommen hatte.
Es dauerte einen kurzen Moment, bis Venti merkte, dass er den anderen gerade mit offenem Mund anstarrte.
„Gleichfalls! “stammelte er etwas dümmlich, riss sich von dem Anblick los und stürmte fast schon die Treppe nach unten und rannte dabei fast Amber um, die gerade unten an der Treppe vorbeilief.

„Hey!“, beschwerte sie sich, aber Venti war schon an ihr vorbei und in dem Durchgang hinter dem Tresen verschwunden, der in den Privaten Bereich führte. Dort ließ er sich auf einen der Stühle fallen, die um den einzigen Tisch im Raum standen und vergrub das Gesicht in den Händen.
Hatte er ernsthaft gerade mit ‚Gleichfalls‘ auf ein ‚Danke ‚geantwortet?

„Was ist los?“ hörte er Amber fragen.
„Ich kann da nie wieder raus.“, murmelte Venti, das Gesicht weiter in den Händen versteckt.
„Wieso?“, wollte die Braunhaarige wissen, aber er schüttelte nur mit dem Kopf.
„Hey! Venti! Das Café ist voll und ich brauch wirklich deine Hilfe! Also wenn du nicht todkrank bist, wäre ich dir sehr verbunden wenn jetzt wieder mitkommen würdest.“, war lediglich ihre Antwort.
„Ich kann nicht.“
„Dann sag mir wenigstens was los ist!“, behaarte Amber und zog etwas unsanft Ventis Hände von seinem Gesicht weg.
„Wow. Du siehst aus als hättest du ein Dämon gesehen.“
„Eher ein Engel.“, kam es aus seinem Mund, bevor er auch nur nachdenken konnte, was er da gerade sagte. Aber es war schon zu spät. Auf Ambers Gesicht breitete sich ein breites Grinsen aus.
„Wer?“, wollte sie wissen, aber Venti schüttelte wieder nur den Kopf und hielt sich sicherheitshalber selbst den Mund zu.
„Na gut.“. Sie zuckte mit den Schultern. „Du macht hier unten weiter.“
Sie packte ihn an der Hand und zog ihn hinter sich her zur Theke.
Sie legte ihm ihre Bestellungen hin, nahm die fertigen Getränke, die dort standen und ging um die Theke herum in Richtung Treppe.

Venti brauchte noch ein paar Sekunden um das wirr war in seinem Inneren zu Ordnen. Er wusste selbst nicht was mit ihm los war. Tausend Gedanken gingen ihm durch den Kopf, aber zeitgleich dachte er an nichts. Es war wie eine Leere die eigentlich keine war. Kurz schüttelte er den Kopf, als würde er versuchen etwas Lästiges loszuwerden und versuchte sich auf die Liste vor ihm zu konzentrieren.

Er hatte gerade mal die erste Tasse fertig als Amber sich hinter ihm über den Tresen lehnte.
„Er heißt Xiao.“, flüsterte sie.
Venti konnte das Breite grinsen ihres Gesichts hören.
„Woher…“, zum zweiten Mal an diesem Tag war er sprachlos.
„Es sind nur drei Tische oben besetzt. An einem sitzt das Renterpärchen und an dem anderen irgendein Händler oder Unternehmer oder was auch immer. Und Albedo ist ständig hier zum Lernen. Also kann es nur der andere sein.“, erklärte sie ihm ihre Schlussfolgerungen als sei es das simpelste der Welt.
„Er studiert übrigens in Liyue und ist nur wegen einem Kooperationsprojekt hier. Irgendwas mit ‚Kunst und Recht‘ oder so.“, sie zuckte mit den Schultern.
„Bitte, gern geschehen.“, setzte sie noch nach, schnappte sich die Tassen die Venti gerade vor sie gestellt hatte und eilte davon.

Venti stand da wie bestellt und nicht abgeholt.
„Woher weißt du das?“, fragte er sie Braunhaarige als sie nur kurz darauf zurückkam und ihm einen neuen Zettel mit Bestellungen hinlegte.
„Ich habe ihn einfach gefragt.“, sie sah ihn verwirrt an. „Was denn sonst? Ich meinte ich habe ihn hier noch nie gesehen und was er hier in Mondstadt so treibt. Wirklich gesprächig war er allerdings nicht.“, sie schob Venti beiseite und begann mit den neuen Bestellungen.
„Aber das ist Albedo ja auch nicht.“, grinste sie plötzlich. Dann lachte sie kurz auf und sah Venti direkt ins Gesicht.
„Aber ich brauche jetzt wirklich deine Hilfe.“ Als wäre es geplant gewesen, öffnete sich just in dem Moment die Türe und eine Gruppe neuer Gäste betrat das Café.
Venti seufzte leise, dann setzte er sein typisches Lächeln auf und rief zu den Neuankömmlingen „Setzt euch einfach dorthin, wo Platz ist. Ich komm gleich!“
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