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Prolog zur Apokalypse

von JuSto88
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / Het
Daryl Dixon Merle Dixon OC (Own Character)
31.10.2022
24.11.2022
9
14.173
8
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
24.11.2022 2.123
 
Hallo, dieses Mal vorne weg.
Ich finde besoffene Lautschrift sehr, sehr schwierig. An manchen Stellen gelingt es glaube ich ganz gut, oft kann man mir nur zu Gute halten das ich redlich bemüht war. Aktive Mithilfe ist also gefragt. Jason ist extrem voll, immer im Hinterkopf haben beim lesen ;)
Habt Spaß!



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„Weiss' u Tom?! Du bistn Guten!“ Jasons Zunge lag schwer in seinem Mund und die Worte klebten an einander wie Kaugummi. Mehr auf seinem Barhocker liegend als sitzend, bereitete es ihm große Mühe das Gleichgewicht zu halten. Ein Gespräch mit Liz würde es heute nicht mehr geben, soviel stand fest.

„Mach' mir nochn Wischki!“ „Alter echt, du hattest genug. Du bekommst keinen mehr von mir!“ Jason wollte protestieren aber die ruckartige Bewegung mit der er sich aufzurichten versuchte ließ ihn nun endgültig straucheln. Der Typ neben ihm hatte offensichtlich auf sein Bier gewartet und die ganze Unterhaltung unfreiwillig mitbekommen. Als Jason ins Rutschen kam griff er ihm reflexartig unter die Arme und hievte ihn zurück auf seinen Stuhl. „Danke Mann!“ Jason sah den unbekannten Freund in der Not an.

„Scheisse 'u bis' das. Has' mir gerade noch gefehlt...“ Daryl zog überrascht die Augenbrauen hoch und ein belustigtes Grinsen lag auf seinen Lippen. „Kein Problem ähm,...Jack?!“ Er nahm Tom sein Bier ab der ihm einen vielsagenden Blick zuwarf und kurz auf Jason deutete der krampfhaft versuchte auf seinem Stuhl zu bleiben. „Is' immer das Gleiche. Die Stadtkinder vertragen einfach nichts.“,sagte er nicht ganz ohne Schadenfreude in der Stimme. „Ich heiß' Jason. Und du bisn Arschloch!“ Daryl nahm einen tiefen Zug aus seinem Glas und schien richtig Spaß an der Sache zu haben. Er ließ sich auf den freien Barhocker neben Jason fallen und spielte das Spielchen mit.

„Wieso? Weil ich deinen besoffenen Arsch aufgefangen hab?“ „Weil meine Lizzy disch mit ihren Augen ausgesogen hat! Erst will sie nich' mit mir ins fucking L.A.weil ihr Daddy das so will und nu' schmachtet sie irgendwelche fremden Rednecks an,.....“ Daryl überging die Provokation beinahe routiniert. „Klingt so als wäre dein Mädchen ne' Schlampe, sei doch froh wenn du sie los wirst. Auch wenns schade is', geilen Arsch hatte sie ja,...“ „So redes' du nich' über sie is' das klar?“
„Ich soll dir nich' sagen was für ne Bombe sie is' oder das sie ne Schlampe is?“
„Du kenns sie nich! Mich kenns du auch nicht und sobald mein versoff'ner, unzuverlä'ssger Schwager seine Karre aus der Verwahrstelle wieder hat sin' wir hier wech und du bis' Schnee von gestern.“ Daryl grinste noch immer belustigt. „Wer is' jetzt hier vesoffen?“

Ein Kerl mit kurz geschorenen Haaren, ungepflegtem Drei-Tage- Bart und fleckigem Hemd stand von seinem Tisch auf an dem er mit einigen Kumpels gesessen hatte und stellte sich zwischen Daryl und Jason. „Na kleiner Bruder, wirst du die Lady hier heute noch abschleppen?“ „Bist du mein verschissener Babysitter oder was? Verpiss' dich Merle!“ „Sachte Kleiner, scheiß' dich nich' an, ich wollt' nur gucken wo du bleibst.“ Er klatschte seine tellergroße Hand auf Jasons Schulter „Sei sanft zu ihm!“ und ging mit einem dreckigen Grinsen im Gesicht wieder zurück an seinen Tisch.
Merles zarte Verabschiedung gab Jasons Streben nach Gleichgewicht den Rest. Er verlor den Halt, schlug mit der Nase auf dem Tresen auf und ging dann bewusstlos zu Boden.

(***)

Ihr Gehirn auf Autopilot geschaltet hatte Liz wahllos irgendwelche frischen Klamotten angezogen und sich dann auf das Sofa fallen lassen. Ihre Gedanken kreisten und kreisten und dennoch konnte sie keinen klaren Gedanken fassen. Was hatte sie denn da gerade bitte geritten? Sie war doch keine kichernde Jungfrau mehr, die gleich ein neues Höschen brauchte nur weil sie einen halbwegs attraktiven Mann gesehen hatte. Zumal sie sich nicht daran erinnern konnte jemals in einer vergleichbaren Situation gewesen zu sein. Masturbation? Klar, wer tat es nicht? Aber dabei hatte sie gezielt an jemanden gedacht. Jemanden den sie kannte, oder zumindest glaubte zu kennen. Aber ein völlig Fremder der sich plötzlich, ungefragt und ungebeten zwischen ihre Gehirnwindungen drängte, ihre niedersten Triebe auf Tour brachte und ihre dabei völlig die Führung über ihr Handeln entzog? Nein so was kannte sie nicht von sich. Es war verstörend und beängstigend.  

Als sie Jason kennen lernte war ihre Verbindung ab dem ersten Moment sexuell geladen gewesen. Klar, sie hatten sich gut unterhalten, es war sehr romantisch und häufig lustig gewesen, aber das Knistern das zu jedem Zeitpunkt in der Luft gelegen hatte war schwer zu ignorieren gewesen. Es hatte sich stetig gesteigert und dann überraschend unspektakulär entladen als sie das erste Mal zusammen im Bett gewesen waren. Dieses erste Mal holte Liz für einen kurzen Moment von Wolke siebe zurück auf den harten Boden der Realität. Sie waren beide noch recht unerfahren und außerdem bis zu den Haarspitzen angeheizt gewesen, kein Wunder das das ganze nach fünf Minuten ohne nennenswerte sexuelle Befriedigung vorbei gewesen war. Es war besser geworden, immer besser, bis Liz  behaupten konnte Jason brächte ihren Körper zum singen. Das stimmte auch.

Was Liz eine panische Angst einjagte war die schlichte Tatsache das sie selbst mit Jason niemals so hart gekommen war wie gerade eben, alleine in einer fremden Dusche, nur mit den Gedanken an einen anderen Mann.

Sie sah auf den Bildschirm des Fernsehers der noch immer nachtschwarz und stumm war. Schräg darüber hing eine Wanduhr und es dauerte eine geschlagene Minute bis Liz verstanden hatte was diese ihr mitteilte. Sie kam hektisch von ihrer liegender Position in einen kerzengeraden Sitz. Sie war noch viel egoistischer und ich-bezogener als sie angenommen hatte. Sie war doch tatsächlich so mit sich selbst beschäftigt gewesen das ihr erst jetzt aufgefallen war das Jason schon seit geschlagenen 2 Stunden weg war. Sie spürte wie ihr die Schamesröte ins Gesicht schoss und ihre  Gedanken sich überschlugen. War er gegangen? War er zum Bahnhof und hatte sie hier zurück gelassen? Nein! Nicht sein Stil, das würde er nicht tun. Was wenn er verletzt war? Wenn er in irgendeinem Graben lag, angefahren, blutend und alleine? Sie traute sich nicht den Gedanken weiter zu führen, aber was war wenn es schlimmer war als das? Sie spürte Panik und Adrenalin in sich hoch kochen. Das Blut rauschte in ihren Ohren.

„Denk' nach Johnson, was ist der nächste Schritt, was tust du jetzt?“, feuerte sie sich selber an.
Sie hastete zur Tür, zog ihre Jacke vom Hacken. Sie musste ihn suchen, irgendjemand musste ihn gesehen haben. Notfalls müsste sie zum Polizeirevier, zum Bahnhof und....

Es klopfte an der Tür. Laut und fordernd.

„Hallo jemand da?“

Liz erstarrte. War das die Polizei? Sie konnte doch jetzt die Tür nicht aufmachen!? Polizisten an Haustüren verkündeten selten guten Neuigkeiten. Ihr Herz hämmerte hat gegen ihre Rippen.

„Komm' schon, mach die Tür auf, dein Kerl wird verdammt schwer!“

Sie riss die Tür auf und musste das Bild das sich ihr bot erst mal einen Moment verdauen.
Daryl hielt Jason umklammert. Jason hatte einen Arm um Daryls Schultern gelegt und stützte sich schwer auf ihn ab. Über seiner dunkelrot verfärbten, stark geschwollenen Nase klebte ein gewaltiges Fixierpflaster. In seinen Nasenlöchern steckten zwei Tamponaden. An einigen Stellen klebte getrocknete Blut in seinem Gesicht.  Jason wankte und Daryl schien Probleme zu haben sie beide im stehenden Zustand zu belassen.

„Lizzy! Da bis' u' ja endlich. Guck mal wer uns besucht!“  

Liz fiel ein gewaltiger Stein vom Herzen und die Erleichterung ihn, zumindest im allgemeinen, an einem Stück wieder zu haben verdrängte jedes andere Gefühl das sich in ihr regen wollte.
Sie eilte an Jasons freie Seite und hakte ihn ebenfalls unter. „Wo warst du denn? Ich hab' mir Sorgen gemacht!“ Er hatte die Augen geschlossen und murmelte leise vor sich hin: „...war nur was trinken, nur was trinken....Liebe dich so sehr Lizzy. So sehr....“
Sie schleppten Jason durch die Tür. Liz verzog das Gesicht als ihr Jasons Schnapsfahne überdeutlich in die Nase stieg.
Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter und nuschelte: „Ich bin müde Lizzy, so müde...“
Sie deute wild gestikulierend mit ihrem freien Arm auf die Schlafzimmertür. Daryl schien glücklicherweise zu verstehen was sie wollte und setzte sich in Bewegung. Sie ließen sich kurzerhand zu dritt, den benebelten Jason noch immer in ihrer Mitte, auf die Bettkante fallen.
Liz schälte sich aus dieser sonderbaren Art der Umarmung. Daryl befreite sich ebenfalls, nahm neben dem Bett Aufstellung und wirkte plötzlich unsicher. So als wisse er auf einmal nicht mehr was zu tun war.

„Komm' du Schluckspecht, ab ins Bett!“ Liz' wollte Jason aus der Jacke helfen aber er kippte nach vorne und drohte erneut zu stürzen. Daryl hatte schnell geschaltet und stellte sich rechtzeitig wieder neben sie. Er hielt mit beiden Armen Jasons Oberkörper in Position während Liz ihm die Schuhe von den Füßen zog. Daryl sah zu Liz.

„Am besten nehm' ich seine Schultern und du seine Füße! Dann können wir ihn besser hinlegen.“ Liz nickte zustimmend und gemeinsam gelang es ihnen Jason in eine Liegeposition zu bringen die ihnen akzeptabel vor kam. „Gleich zurück.“ Daryl verschwand ins Nebenzimmer. Liz musterte ihren Freund kritisch. Ihre Augen scannten jeden Zentimeter den sie sehen konnte nach weiteren Verletzungen. Auf seinem grauen Shirt waren Unmengen von Blutflecken, offensichtlich hatte er starkes Nasenbluten gehabt. In seiner Armbeuge klebte ein Pflaster und seine linkes Handgelenk war bandagiert.  Aber ansonsten wirkte er unversehrt. Er schien bereits eingeschlafen zu sein. Liz deckte ihn zu und hauchte einen Kuss auf seine Stirn.
„Du bist ein Idiot! Aber ich liebe dich auch!“

Das Geräusch der sich öffnenden Tür ließ sie erschreckt hoch fahren. Das Daryl auch noch da war hatte sie für einen kurzen Moment erfolgreich verdrängt. Er stellte den Papierkorb vor dem Bett auf den Fußboden. „Nur falls er nochmal kotzen muss. Ich geh dann jetzt.“

Liz vergewisserte sich ein letztes Mal das sie Jason alleine lassen konnte und folgte Daryl dann aus dem Schlafzimmer.

„Danke das du ihn her gebracht hast. Du bist ein guter Kerl.“

Er hatte die Hand bereits auf der Türklinke liegen, offensichtlich entschlossen sich nicht länger als nötig in dem Motel aufzuhalten. Er verharrte allerdings in der Bewegung, ließ die Hand wieder sinken und drehte sich zu Liz um.

„Ich bin kein guter Kerl. Brauchst mir nicht zu danken.“

Liz erwiderte nichts darauf und ging einen Schritt auf ihn zu. Sie spürte ein leichtes Kribbeln in der Magengegend das rapide stärker wurde. War das jetzt wirklich ihr scheiß Ernst? Ihr Freund, der Mann den sie liebte, um den sie sich gesorgt hatte, lag nebenan. Verletzt und offensichtlich sehr betrunken. Er brauchte sie jetzt und sie fing mit dieser Klein-Mädchen-Scheiße an? Ernsthaft?

Die offensichtlich völlig fehlgeleiteten Zeichen ihres Körpers  ignorierend sah sie ihn an und gab sich einen Ruck.

„Was ist denn passiert? Ich würde ihn fragen aber wer weiß an was er sich morgen früh noch erinnern kann.“

Das schokoladenbraun seiner Augen bohrte sich in das eisblau Ihrer. Liz nahm erneut ein leichtes zittern ihrer Knie war. Das konnte doch wirklich nicht wahr sein. Unangemessen Liz!

„Er hat sich im „Black Cat“ einige Whiskey genehmigt. Hat er wohl nicht vertragen. Er ist vom Stuhl gefallen und hat sich am Tresen die Nase gebrochen. War erst mein zweites Bier, hab' ihn also zur Notaufnahme gefahren. Die haben das geröntgt, seine Nase gerichtet und ihm nen Liter Wasser i.v. angehängt. Weißt schon, wegen dem Alk. Sein Handgelenk ist verstaucht, wahrscheinlich durch den Sturz. Hätte schlimmer kommen können. Zum Glück hatte er ne Visitenkarte von eurem Motel in der Jackentasche! Ich hau' jetzt ab.“

„Danke nochmal.“

Wieder sah er sie stumm an, einen Ausdruck im Gesicht den Liz nicht lesen konnte. Hinter seiner Stirn schien es ohne Unterlass zu arbeiten und Liz wusste nicht was oder ob sie etwas sagen sollte. Einige Sekunden vergingen und Liz fing an die Situation als unerträglich unangenehm zu empfinden.

Gerade als sie ihm, aus Wunsch ihre Hände zu beschäftigen, ein Wasser anbieten wollte, kam Daryl zielstrebig die letzten Schritte auf sie zu. Liz blieb wie angewurzelt stehen, völlig unfähig sich zu bewegen. Er schloss den Abstand zwischen ihnen, legte eine Hand in  ihren Nacken, sah sie fast  angriffslustig an und legte dann seine heißen Lippen besitzergreifend auf ihre.


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Zu meiner Verteidigung, der Cliffhänger war so nicht geplant ;)
Außerdem sollte es nicht so früh dazu kommen. Aber, ich sagte es schon, die Geschichte entwickelt eine Art Eigendynamik ;D

An der Stelle: Don't drink an drive!!

Ich persönlich fahre nach 2 Bier kein Auto mehr, aber es sind die Staaten, da erscheint mir der Umgang mit Alkohol häufig sehr fragwürdig.

Lg Julia
 
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