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Prolog zur Apokalypse

von JuSto88
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / Het
Daryl Dixon Merle Dixon OC (Own Character)
31.10.2022
24.01.2023
24
37.764
11
Alle Kapitel
41 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
31.10.2022 1.040
 
Editiert am 25.Januar 2023.



Herzlich willkommen und Danke für das Interesse :)

Ich fand die Idee Daryls Leben vor Staffel 1 mal ein bisschen näher zu beleuchten und auszuschmücken immer schon sehr spannend und da ja so wenig bekannt ist, präsentierte sich dieses Unterfangen wie ein riesengroßer Spielwarenladen ;)

Aber fühlt euch gewarnt, wer eine Geschichte mit Daryl in der alleinigen Hauptrolle lesen möchte ist hier nicht ganz richtig.

Er ist eher eine wichtige Nebenrolle, häufig auftauchend und wiederkehrend. Es gibt, vermehrt am Anfang, vorraussichtlich aber auch im letzten Drittel der Geschichte, einige Kapitel komplett ohne ihn.

Es wird einige Andeutungen zu anderen Serien geben, Gastauftritte anderer fiktionaler Charaktere und Örtlichkeiten.  Ich werde euch vorab, oder in einem Nachwort darauf hinweisen.
Ähnlichkeiten zu realen Menschen sind entweder Zufall oder ich setzte euch ins Bilde.

Ansonsten gilt natürlich:

Nix mir, außer meinen OCs , ich verdiene kein Geld damit.


Ich hoffe das kleine Vorwort wirkt nicht allzu abschreckend auf euch und ich  wünsche (hoffentlich) viel Spaß beim lesen.

Herzlichst eure
Julia


(***)



Northside Hospital Atlanta,
Georgia, 29. Juni 2010


Liz stand in ihrer schlecht sitzenden, grünen Arbeitskleidung vor ihrem Spind im Umkleideraum und betrachtete sich im schmalen, leicht fleckigen Spiegel auf der Innenseite der Schranktür.
Ihre haselnussbraunen, schulterlangen Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden.
Sie waren in den letzten Wochen stumpf und spröde geworden und Liz nahm sich immer wieder vor dem Spuck ein Ende zu machen und radikal alles kurz zu schneiden, aber vor lauter Arbeit kam sie nicht dazu. Ihre blauen Augen blickten sie müde an, Augenringe hatten sich tief in ihr Gesicht gegraben. Ein Seufzen entfuhr ihr und sie ließ die schmerzenden Schultern einige Male kreisen.

Seit zwei Monaten arbeitete sie jetzt im Northside Hospital als Assistenzärztin in der Chirurgie.
Dort war sie, mittlerweile 29 Jahre alt, gefühlt direkt von ihrer Abschlussfeier kommend, mit einer Hechtrolle ins kalte Wasser geworfen worden. Das Krankenhaus litt unter erheblichem Personalmangel und überall machten sich die Engpässe bemerkbar. Ihre Überstunden häuften sich nach acht Wochen bereits erheblich und Liz bemerkte wie sie an ihre körperlichen Grenzen stieß und der anhaltende Stress allmählich seinen Tribut zu fordern begann. Sie war dünner geworden, hatte unter anderem Probleme mit Magen- und Kopfschmerzen. Wenn sie nach einer weiteren 24h Schicht die Haustür aufschloss und die Turnschuhe von ihren Füßen kickte, schaffte sie es häufig gar nicht bis ins Bett sondern schlief noch in Straßenkleidung auf dem Sofa ein. Tatsächlich konnte sie sich an keine Zeit in ihrem Leben erinnern in der sie jemals so erschöpft gewesen war.

Aber Liz beschwerte sich nicht. Sie vergrub sich regelrecht in ihrer Arbeit, war dankbar für die neuen Herausforderungen, Eindrücke und Erfahrungen. Dankbar für die neuen Kollegen die sie mit offenen Armen empfangen hatten, auch wenn natürlich nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Dankbar für die neuen Patienten die sie kennen lernen, denen sie helfen durfte. Die ihr Vertrauen in sie setzten und ihre Gesundheit für eine kurze Zeit, in ihre Hände legten. Dankbar für jeden Tag an dem sie aufwachte und einen guten Grund hatte ihr Bett zu verlassen. An dem sie gezwungen war an etwas anderes zu denken als an Ihn. Ihren Ex.
Ihren fucking, scheiß Ex den sie hassen und vergessen wollte,  der ihr aber einfach nicht aus dem Kopf ging und ihre Gedanken nur dann nicht heimsuchte wenn sie sich vollends in ihre Arbeit stürzte.

Ihr Vater, Dr. James Henry Johnson, Patriarch der Familie, renommierter und gefeierter Herzchirurg, war mit ihrer derzeitigen Anstellung gänzlich unzufrieden.
Niemals wurde er es müde sie darauf hin zu weisen das sie in ihrem kleinen Krankenhaus ihr volles Potential nicht vollständig ausschöpfen konnte und drängte sie dazu an eine elitäre Klinik zu wechseln um ihrem Namen und den damit verbundenen Erwartungen endlich gerecht zu werden.
Er wolle sie ja nur ungern an ihre vorherigen schlechten und zudem unreifen Entscheidungen erinnern die sie selbst und die ganze Familie lächerlich und unglaubwürdig hatten dastehen lassen, aber es wäre an der Zeit sich endlich zu verhalten wie eine Johnson.

Liz versuchte mäßig erfolgreich ihn zu ignorieren.
Sie brauchte und wollte es so wie es jetzt war. Aber Liz kannte ihren Vater gut genug um zu wissen das er dafür kein Verständnis würde aufbringen können.

Seit vier Generationen besuchten die Sprösslinge der Atlanta-Johnsons Elite-Colleges, -Universitäten und -Kliniken um dann mit Bestnoten das Medizinstudium abzuschließen.
Familienmitgliedern die mit wenig bis gar keinem Talent gesegnet worden waren wurde das Aufnahmeverfahren mittels großzügigen Spenden an den richtigen Stellen erleichtert, es galt immerhin einem Ruf gerecht zu werden.
Im Falle von Liz' Zwillingsbruder James Johnson Junior,  genannt Jamie, seines Zeichens tiefschwarzes Schaf der Familie, hatte selbst das Vermögen der Familie nicht helfen können.

Liz liebte ihn von ganzem Herzen, er war ihr immer Stütze und guter Freund gewesen.
Dennoch konnten sie nicht leugnen das sie außer ihrem Geburtsdatum und Familiennamen nicht viel gemeinsam hatten.
Jaime war ein Tiefen entspannter, immer gut gelaunter Kerl der in erster Linie seinen Spaß wollte und die schönen Dinge im Leben liebte, genoss und feierte, Letzteres auch gerne im wörtlichen Sinne. Seine Studentenverbindung aus Collegezeiten war berühmt wie berüchtigt und Jamie war bekannt dafür gewesen nach einer exzessiven Partynacht selten in seinem eigenen Bett aufzuwachen. Dabei hielten Pritschen in diversen Arrestzellen und fremde Betten frischer Eroberungen sich die Waage.
In seinem letzten Jahr hatte Jamie das College geschmissen, ihrem Vater den Mittelfinger gezeigt und seither nur noch getan was er selber wollte. Liz bewunderte ihn dafür, wünschte sich häufig sie könnte mehr wie er sein.

Sie seufzte erneut, wechselte in ihre etwas bequemere, eigene Kleidung und schloss den Spind.
Der Dienst war selbst für ihre Verhältnisse sehr lang geworden.
Sie fühlte sich als hätte sie ein Laster überfahren und sie sehnte sich nach einer heißen Dusche und ihrem Bett. Als sie den Umkleideraum der Damen verließ und auf den Flur trat hörte sie von links schnelle Schritte auf sich zukommen.  Wenige Sekunden erschien ihre Vorgesetzte Dr. Sarah Baker in ihrem Blickfeld. Liz wollte sie zu grüßen als Dr. Baker ihr zuvor kam:

„Ah Dr. Dixon, gut das ich sie noch erwische, ich weiß sie haben Feierabend aber ich hätte noch etwas dringendes mit ihnen zu besprechen, würden sie mich bitte kurz in mein Büro begleiten?“
 
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