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A darkened love

Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Darcy Riven
25.10.2022
25.10.2022
1
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25.10.2022 3.311
 
Es war eine düstere und schaurige Nacht, in der der Vollmond hell erstrahlte und es wie aus Eimern schüttete. Hier und da sah ich ein paar grelle Blitze in der Ferne aufleuchten, die von einem lauten Donnergrollen abgelöst wurden. Immer wenn einer der Blitze am Nachthimmel aufzuckte, musste ich automatisch an Stormy denken.

Eigentlich sollten die beiden ebenfalls hier im Zimmer sein, da Griffin uns aufgrund des schlechten Verhaltens Stubenarrest erteilt hatte, aber wie üblich auch, hinderte uns das nicht, unsere Pläne weiterzuführen. Doch heute Nacht waren es nur Icy und Stormy, die nach Alfea flogen, um die Feen zu quälen. Ich hingegen hatte mich dazu entschlossen, hierzubleiben. Mein Herz, von dem ich dachte, existiere gar nicht, wurde mit jedem Gedanken an ihn nur noch schwerer und es schmerzte in meiner Brust höllisch.

Wieso hatte ich ihm nicht einfach meine wahren Gefühle offenbaren können? Wieso hatte ich nur auf meine Schwestern gehört, und hatte ihn nur benutzt? Ich seufzte und ich spürte, wie salzige Tränen sich in meinen Augen wieder sammelten. Schon seit Wochen hatte ich weder wirklich geschlafen, noch richtig was zu mir genommen und vor allem war ich für meine Verhältnisse noch ruhiger als sonst.

Er fehlte mir ..., aber das konnte ich natürlich niemandem und schon gar nicht meinen Schwestern sagen.

Eine boshafte Hexe, verliebt, in einen Spezialisten?

Pff, wie lächerlich das doch klang.. .


Verschiedene Erinnerungen schossen mir unerwartet ins Gedächtnis und je länger ich in ihnen verweilte, umso mehr Tränen rollten mir über die Wangen und ich begann leicht zu schluchzen. Verzweifelt vergrub ich mein Gesicht in meinen Knien und weinte.

So ein Verhalten passte sonst gar nicht zu mir, aber es tat einfach zu stark weh, um es auf Dauer einzukerkern und zu verdrängen. Ich hasste Musa, ich hasste meine Handlung, ich hasste meine Schwestern, ich hasste einfach alles und wollte einfach nur wieder in seinen Armen liegen und sein Herz spüren ...

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Unterdessen waren Faragonda mit den Winx und deren zugehörigen Spezialisten in Wolkenturm angekommen und Griffin begrüßte sie angemessen. Sie konnte Feen ebenso wenig wie jede andere Fee leiden, aber besonders Faragonda, hatte sie einiges zu verdanken, und auch wenn die oberste Regel lautete, dass eine Hexe keine Freunde hatte, musste sie sich eingestehen, dass Faragonda in den letzten Jahren für sie eine sehr gute Freundin geworden ist. Mit einem kleinen Lächeln schritt Griffin auf die Feen zu und umarmte Faragonda kurz. ,,Hallo Faragonda, es freut mich, das du und deine Schülerinnen kommen konntet"

,,Na, darauf können sie aber Gift nehmen. Wenn es um eine Party geht, sind wir immer sofort zur Stelle!" meinte Stella euphorisch und Bloom stieß ihr leicht mit ihrem Ellbogen in die Seite. ,,Danke, wir sind ebenso froh, hier sein zu dürfen" antwortete Faragonda mit ihrem typischen, liebevollem Lächeln und sah Griffin an.

,,Und euch 5 möchte ich nochmals von Herzen danken. Ihr habt ganz Magix vor meinen missratenen 3 Hexen gerettet" Griffins Stimme klang kühl, jedoch dennoch stolz. Sie war eben eine Hexe und Dankesreden war nicht gerade ihre Spezialität. ,,Kein Problem Mrs Griffin, das haben wir gerne gemacht", sagte Flora freundlich und Griffin nickte ihr lächelnd zu.

,,Aber, was haben sie jetzt eigentlich mit den Trix gemacht?" Erkundigte sich nun die Rothaarige neugierig und trat dabei neben Faragonda. ,,Nun, ich habe den drein Stubenarrest gegeben, damit sie über ihre Fehler nachdenken. Und damit sie nicht ihrer Strafe entgehen können, habe ich einen Bann über ihr Zimmer gelegt, der sie gefangen hält", erklärte die violett Haarige mit vornehmer Haltung, doch kaum hatte die Oberhexe das gesagt, horchte Riven auf und in seinen dunklen Augen blitzte etwas Seltsames.

Besaßen die drei dort oben hinter ihrem Spiegel nicht noch einen Geheimgang? Was war mit dem?. Hatte sie den auch belegt?. Nachdenklich blickte Riven mit verschränkten Armen zu Boden. Er konnte sich nicht vorstellen, dass diese drei sich an die Strafe hielten. Besonders Icy nicht. ,,Hoffentlich überdenken sie ihr Verhalten und kommen wieder zur Vernunft" kam es mit einem leicht besorgten Ton von Faragonda und Griffin nickte streng.

,,Das hoffe ich auch.." Die drei waren bisher nicht nur die besten, sondern auch ihre Lieblingsschülerinnen gewesen. Es wäre eine Schande, würden sie von ihrem Weg zu sehr abkommen und Griffin sie verlieren. ,,Na ja, wie dem auch sei. Willkommen auf der Feier. Schnappt euch ein Getränk und habt Spaß" Mit einer ausgehenden Handbewegung deutete die Direktorin der Hexenschule auf ein paar gedeckte Tische, auf denen Spinnen herumkrabbelten.

Freudig nickten die Winx und mischten sich unter die anderen Hexen. Stella und Flora widmeten sich als Erstes dem Buffet zu. Die Tische waren mit schwarzen Tischdecken gedeckt und auf ihnen standen verschiedene Schüsseln mit den verschiedensten Inhalten. In der Mitte des Tisches befand sich eine breite Schüssel, in der eine rote Flüssigkeit drin schwappte. Dann gab es noch einen Korb mit Spinnenbeinen und einen Kuchen mit Eidechsenleber darin. Angewidert verzog Stella das Gesicht, als sie eine kleine, haarige Spinne auf dem Tisch vorbeikrabbeln sah.

,,Stella!. Benimm dich!" zischte Flora leise, die auch nicht unbedingt scharf auf das Essen war. ,,Ich soll mich benehmen? Hast du dir vielleicht schon das grässliche Essen gesehen!?" flüsterte sie aufgebracht und deutete mit dem Zeigefinger angewidert auf die Auswahl. ,,Hier, ich schätze mal, ihr wärt wohl eher für einen Schokoladen-Erdbeer-Kuchen zu haben, nicht?" drang die freundliche Stimme einer rothaarigen Hexe an die beiden Ohren der Feen. Überrascht drehten sich beide zu ihr um und Flora grinste über beide Ohren.

,,Myrtha!" Liebevoll nahm sie ihre Freundin in die Arme und Myrtha erwiderte dies ebenso glücklich. ,,Wie geht es dir? Ärgern dich die anderen immer noch so schlimm?" hakte die Natur Fee fürsorglich nach und Stella wurde hellhörig.

,,Falls ja, können sie mich gerne mal etwas näher kennenlernen" Versteckte Drohungen waren Stellas Spezialität. Myrtha setzte ein liebevolles Lächeln auf und schüttelte den Kopf. ,,Nein, die meisten lassen mich in Ruhe. Seid die Trix Arrest haben. Ich glaube, sie waren auch dafür der Auslöser" Nachdenklich nickte Flora.

,,Also, Schokokuchen?" wiederholte sie ihre vorherige Frage und Stella griff natürlich als erste begeistert zu. Als Flora auch ein Stück nahm und gerade ein Stück davon abbeißen wollte, bemerkte sie, wie ein Pack Hexen sie mit angeekelter und finsterer Miene beobachteten. Myrtha merkte den leicht verunsicherten Blick ihrer Freundin und legte ihr liebevoll ihre Hand auf die Schulter. Fragend sah die Fee auf. ,,Hab ich was falsch gemacht?" ,,Quatsch, die gucken immer so doof.

Und da du eine Fee bist und die meisten Feen nicht leiden können, machst du ihnen es auch etwas leichter ..." Genervt rollte Flora von den anderen Hexen die Augen. ,,Na komm, wir gehen woanders hin." Flora nickte freundlich und sagte Stella, die ohnehin zu ihrem Freund wollte, schnell Bescheid. Laute Musik schallte durch die große Halle und alle waren gut gelaunt. Die meisten Hexen versuchten die Winx zu ignorieren, doch manche sahen die Feentruppe trotzdem angesäuert an. Amüsiert tanzten Bloom und Stella mit ihrem jeweiligen Freund zur Musik, während Musa mit Tecna auf einer Treppenstufe saß und trotzig zu Riven starrte. Sie und er waren mal wieder seit 2 Wochen getrennt, weil Musa das Verhalten von Riven langsam echt zu viel wurde.

Er hörte ihr in letzter Zeit gar nicht zu, ließ sie einfach stehen, schnauzte sie ständig an und war mit seinen Gedanken irgendwo anders. Und wenn sie versuchte, mit ihm zu reden, fuhr er sie verärgert an. ,,Mach dir nichts draus. Jungs sind bescheuert" versuchte die Fee der Technologie ihre Freundin zu trösten, doch diese verschränkte nur frustriert die Arme vor ihrer Brust. ,,Ja! Und Riven ganz besonders!"

,,Hör mal, vermutlich hat er einfach nur etwas Stress", versuchte Tecna, deren Spezialgebiet eigentlich weder Gefühle noch irgendwelche Worte zum Trösten waren, es weiter, doch Musa schnaufte nur verächtlich.

,, Stress!?. Wir kämpfen ständig gegen irgendwelche Hexen oder Schattenkreaturen, müssen noch dazu die Schule auf die Reihe bekommen und unser Leben einigermaßen normal führen können. Und trotzdem bin ich nicht so zu ihm!" fuhr sie die Fee scharf an und stand beleidigt auf.

Sie hatte von Anfang an keine Lust auf diese Party gehabt. Seit dem Vorfall mit Icy damals hassten sie so gut wie alle Hexen und sie verspürte heute noch Angst, wenn sie in deren Nähe kam.

,,Tut mir leid Tecna, aber ich glaube, ich will jetzt lieber alleine sein ..." meinte die Schwarzhaarige traurig, vergrub ihre Hände in ihren Hosentaschen und schlurfte hinaus auf die Terrasse.

Kurz zögerte Tecna, folgte ihrer Freundin aber dann doch. Während die meisten feierten und Spaß hatten, stand Riven mit verschränkten Armen vor der Brust in einer Ecke abseits der anderen Gäste und starrte zu Boden. Wie es wohl Darcy ging?

Vermutlich war sie gerade mit ihren Schwestern wieder dabei, irgendwas zu planen, was gegen die Winx gerichtet war. Oder aber, sie führten diesen Plan gerade aus.

Frustriert seufzte Riven.

Er mochte Musa wirklich. Und sie war ein wirklich wundervolles Mädchen, aber in letzter Zeit fühlte er einfach nicht mehr dasselbe für sie wie zuvor und er verspürte auch nicht den Wunsch, mit ihr wieder zusammenzukommen.

Stattdessen kreisten seine Gedanken in letzter Zeit nur noch um dieses eine, böse Mädchen mit den langen dunklen Haaren und den braunen Augen.

Sie verfolgte ihn in seinen Träumen und er musste ständig ans sie denken. Er hatte es anfangs versucht zu verdrängen. Immerhin hatte sie ihn damals ausgenutzt und alles nur vorgespielt, aber auch wenn sie eine von den Bösen war, wollte Riven irgendwie einfach nicht glauben, dass sie nicht auch einen Funken Gut in sich trug.

Kurz ließ er seinen Blick auf die lange nach oben führende Treppe schweifen. Er wusste, wo das Zimmer der drei war, und hier unten war es schrecklich öde. Vielleicht war sie ja doch oben und war nicht mitgegangen?

Entnervt schnaubte Riven. Diese Hexe machte ihn noch wahnsinnig und raubte ihm den Verstand.

Kurz sah Riven sich in alle Richtungen um, die ihn davon abhalten könnten, aber alle, die im gefährlich werden könnten, waren beschäftigt.

Griffin redete mit Faragonda, Brandon und Sky tanzten mit Bloom und Stella, und Timmy und Musa waren gerade außer Sicht. Als der Dunkelhaarige sich ganz sicher war, stützte er sich von der Säule, an der er zuvor die ganze Zeit gestanden hatte, ab, und begann die Treppen mit schnellen Schritten hochzusteigen.

Hoffentlich begegnete er oben nicht irgendwelchen anderen Hexen, die ihn an Griffin verpfiffen. Riven musste eine ganze Weile lang viele Treppen hochlaufen und dann in ein paar Korridore abbiegen, da das Zimmer der drei ziemlich weit oben war. Nach einer Weile stand er vor der schweren, hölzernen Tür, über die ein grünes Schild glänzte.

Das war also dieser Zauber gewesen, von dem Griffin gesprochen hatte.

Toll und was jetzt? Aufmerksam betrachtete der Spezialist, wie sich der Zauber leicht hin und her bewegte und überlegte dabei, wie er ihn am besten außer Gefecht setzen konnte. Vielleicht würde ja sein Schwert was nützen.

Hektisch sah der launische Spezialist sich noch mal um, bevor er sein violettes Schwert zückte und es vorsichtig versuchte, durch die Barriere zu bekommen.

Rivens Herz raste. Was, wenn der Zauber mit einem Alarm verbunden war? Dann würden gleich alle herkommen und er hatte die Probleme an der Backe.

Doch zu Rivens Überraschung, klappte sein Plan ohne Laute. Kaum berührte das Schwert die grün leuchtende Barriere, gab es eine Art Kurzschluss, und kleine Blitze zuckten auf. Mit geweiteten Augen sah Riven auf die Tür und drehte sich dabei hin und wieder hektisch nach hinten, aus Angst, jemand könne ihn entdecken.

Nach einer Weile war der Zauber vollständig fort und es war nur noch die Tür da. Tief atmete Riven ein und aus und griff nach der Türklinke des Zimmers. Jetzt gab es kein Zurück mehr ...

Vorsichtig drückte er die Tür auf und trat leise ein, doch was er dort vorfand, war nicht das, mit dem er gerechnet hatte. Die junge Schattenhexe saß zusammengekauert auf der Fensterbank des Zimmers und hatte weinend ihr Gesicht in ihrem Schoß vergraben. Sie sah komplett fertig aus und war noch dazu alleine.

Also war sie tatsächlich hiergeblieben. Aber warum? Und wo waren dann ihre Schwestern?

Misstrauisch sah er Darcy an und ein stechender Schmerz machte sich in seiner Brust bemerkbar. Irgendwie wollte er sie in seine Arme ziehen und trösten, doch er durfte keinesfalls vergessen, was sie ihm damals angetan hatte! Scheinbar war sie so mit sich selbst beschäftigt, dass sie weder die Tür noch ihn gehört oder bemerkt hatte. Vorsichtig schloss er die Tür hinter sich und machte dann langsame Schritte auf sie zu.

Sie bemerkte ihn noch immer nicht, bis er plötzlich mit seinem Fuß auf eine Stelle den Boden traf, die laut knarrte. Erschrocken fuhr die Hexe der Schatten zusammen und sah ihn an. Verwirrung zierte ihr Gesicht.

,,Riven?" Reflexartig hob sie ihre rechte Hand und formte in ihr einen schwarz- violett farbene Magieball. Ruckartig ging Riven einen Schritt zurück und hob unschuldig die Arme in die Höhe. ,,Was willst du! ?" zischte sie nun mit fester Stimme, doch Riven sah ihr an, dass sie in diesem Moment nicht stark war. Irgendwas stimmte nicht. Ihre Augen waren vom ganzen Weinen gerötet, und kleine Spuren hatten die Tränen auf ihren ebenso leicht geröteten Wangen hinterlassen. ,,Entspann dich. Ich habe nicht vor, dich anzugreifen", meinte Riven entschuldigend und Darcy sah ich misstrauisch an.

,,Ach ja, und was solltest du dann hier wollen?. Mir etwa unter die Nase reiben, dass wir gegen deine bescheuerte Freundin und den anderen Glitzerpüppchen verloren haben?" ,,Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass du hier bist", gab Riven ehrlich zu und Darcy verzog irritiert ihr Gesicht.

,,Griffin meinte, ihr werd hier eingesperrt, aber da ich euren Geheimgang kenne" Er deutete auf den Spiegel und sah Darcy weiterhin mit einem grimmigen Gesichtsausdruck an. ,,Dachte ich mir bereits, dass ihr entkommen seid" ,,Tja, wie du siehst, bin ich noch hier. Also kannst du ja zurück zu deiner Freundin gehen" zischte sie verächtlich und stand auf, um Riven mit verschränkten Armen vor der Brust zu mustern. Er hatte sich kaum geändert. Seine violetten, wilden Haare waren noch immer so frisiert wie damals und er trug auch noch dieselbe Rüstung.

,,Nur damit du es weißt, sie ist nicht mehr meine Freundin" ,,Bu-hu. Eine Runde Mitleid für den Typen, der mich belästigt" Riven sah sie fassungslos an. Wieso war sie so gemein. Sie war gemein, das war ihm klar, sonst wäre sie ja auch keine richtige Hexe. Aber sie tat fast so, als wäre er an allem von damals schuld. Innerlich freute sich Darcy irgendwie, aber äußerlich blieb sie kühl, so wie es Icy sonst war.

,,Also willst du mir ernsthaft weiß machen, dass du meinetwegen hier bist?", meinte Darcy mit einem sarkastischen Unterton in der Stimme und lachte leicht, wobei Riven sie wütend anfunkelte. ,,Pff!, du hast dich kein Stück geändert!" ,,Aw, wie süß, dass du das erkannt hast, Blitzmerker!" Spottete Darcy erfreut und hätte sich innerlich aber am liebsten in ein Loch vergraben. Sie freute sich, um ehrlich zu sein etwas, dass er ihretwegen gekommen war, aber er durfte nicht hier sein.

Selbst wenn er nicht mit dieser ätzenden Musik Fee zusammen war. ,,Da das geklärt ist. Kannst du dich jetzt bitte aus meinem Zimmer verziehen?" fragte sie mit frechem Unterton und Riven rollte genervt mit den Augen. ,,Bitte, wie du willst!", fauchte nun er und stapfte in die Richtung der Zimmertür. Was hatte er eigentlich sich dabei gedacht?.

Dass Darcy ihn freudig umarmen würde? Wohl kaum. Während Riven zur Tür lief, setzte Darcy sich wieder auf die Fensterbank und warf einen Blick hinaus. Zögernd stand der Spezialist vor der Tür und wollte nach der Klinke greifen, doch dann wich er von ihr zurück, als habe er sich gerade verbrannt und blickte wieder zu Darcy. Jetzt sah sie wieder eher zerbrechlich aus. Tief atmete Riven durch und ergriff erneut das Wort. ,,Willst du mir nicht lieber sagen, warum du alleine in deinem Zimmer sitzt und dir die Augen ausweinst?" Verwundert darüber, dass er danach fragte, sah die Schattenhexe zu ihm. ,,Ich habe nicht geweint!" ,,Doch hast du", meinte Riven monoton und lief inzwischen zu ihr, um sich neber sie zu setzen. Mit einem verärgerten Ausdruck rutschte sie zu Seite und vermied weiterhin seinen Blick.

,,Also?" Darcy seufzte und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Riven sah Darcy still an und wartete auf eine Antwort. Dabei fiel ihm auf, wie schön sie doch noch immer war. Ihre langen, dunkelblonden Haare, die im Schein des Mondes einen leichten Honigblond Ton annahmen. Ihre Stimme, die so scharf und doch so liebevoll klang und besonders ihre Augen. Kopfschüttelnd sah sie ihn an. ,,Warum interessiert dich das auf einmal?" Riven sah in ihre wunderschönen, braunen Augen und schluckte.

,,Weil ich den Gedanken nicht ertrage, dass du weinst" Kurz blickten sich beide stumm an und das dunkle Braun der Hexe traf auf das helle, braun Rivens. Darcy spürte, wie ihr Herz schneller zu schlagen begann, und wandte rasch den Blick ab. ,,Ich-" wollte sie beginnen, ihm es zu sagen, stand dann aber abrupt auf und verschränkte die Arme vor der Brust. ,,Weißt du was!?. Das geht dich doch überhaupt nichts an!" Riven stand mit ihr auf und sah sie an. ,,Und ob es mich was angeht!" Darcy lachte gekünstelt.

,,Und inwiefern!?" ,,Darcy ..." Er schluckte und die Hexe sah ihn mit großen Augen an. ,,Du, bist mir eben wichtig ..." Unglaubwürdig zog die Hexe eine Augenbraue hoch und sah ihn an. ,,Ich glaub' dir kein Wort" Mit diesen Worten entfachte sie wieder einen magischen Ball und wollte diesen auf Riven feuern, doch dieser schnappte nach ihrem Handgelenk und zog sie an seine Brust.

Darcys Kopf prallte gegen seine Brust und sie spürte die von ihm ausgehende Wärme. ,,Lass mich los!" fauchte sie, jedoch zitterte ihre Stimme dabei etwas. Tief sah Riven ihr in die Augen und legte seine andere Hand um ihre Taille. ,,Ich will und kann dich aber nicht loslassen" verdattert sah die Hexe ihn an. ,,Wie meinst du das?" Stille brach über die beiden an und Riven sah kurz zu Boden.

,,Ich, ich versuche dich seit damals zu vergessen, aber ... Ich schaffe es einfach nicht. Darcy,... du gehst mir Nächte lang nicht aus dem Kopf und ich ... Ich.." Darcy sah ihn immer gerührter an und sah, wie seine Lippen zitterten. Offenbar kostete ihn diese Arie hier sehr viel Kraft. Vorsichtig legte die Hexe der Schatten ihre rechte Hand an seine Wange und Riven erstarrte. Ein sanftes Lächeln hatte sich auf ihre Lippen gelegt, als sie sich auf ihre Zehenspitzen stellte und ihr Gesicht vorsichtig dem seinen näherte.

Beide schlossen automatisch die Augen und nur noch wenige Zentimeter trennten die beiden. ,,Darcy..." hauchte der Mann kaum hörbar, bevor die Hexe sanft ihre kühlen Lippen auf die Rivens legte und sich enger an ihn drückte. Erleichtert zog er Dracy fest an sich und erwiderte den Kuss. Beide Herzen rasten vor Glück und Darcy verknotete ihre beiden Arme hinter seinem Nacken. In dem Moment war ihr alles egal. Sollten doch ihre Schwestern kommen und sie als eine Verräterin schimpfen.

Sollte Griffin sie doch erwischen. Es war gerade alles so wunderschön. Sie fand sich wieder in seinen Armen und noch dazu war er ihr so nah wie schon lange nicht mehr. Nach einer Weile löste sich die Hexe vorsichtig von ihm und senkte den Blick. ,,Ich liebe dich Darcy. So wie noch keine zuvor." hörte sie den Mann in ihr Ohr flüstern und Darcys Kinn wurde sanft von ihm angehoben, sodass sie in seine Augen blicken musste.

Vorsichtig, als hätte sie Angst davor, endlich glücklich zu sein, lächelte sie und strich ihm über die Wange.

,,Ich liebe dich auch. Mehr als alles andere"...
 
 
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