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Female Predator

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Horror / P18 / Het
OC (Own Character)
07.10.2022
24.11.2022
6
10.136
1
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Dieses Kapitel
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24.11.2022 1.936
 
Yataly konnte nicht anders als begeistert von ihrer eigenen Schnelligkeit und Stärke zu sein. Ihre Fähigkeiten waren noch überragender als sie dachte. In diesem Raum der, dem Gestank nach zu urteilen, wohl der Essensbereich der Ooman sein musste gab es reichlich Möglichkeiten sich zu verstecken. So war es für sie ein Leichtes gewesen einen nach dem anderen abzuschlachten und sie war dabei noch nicht einmal außer Atem gekommen. Sie waren ihr, trotz ihrer Bewaffnung, absolut hilflos ausgeliefert gewesen.
Zwar hatte sie schon vermutet, dass ihr die Sportjagd auf Menschen sehr viel Vergnügen bereiten würde, doch wie viel Spaß es tatsächlich machte ließ sie vor Verzückung erschauern.

Dafür wurde sie geboren.
Dafür lebte sie.
Dafür würde sie sogar sterben.


Sie war sich absolut sicher, dass dies ihre Bestimmung war und der Sinn ihrer Existenz.
Wie oft war sie in der Vergangenheit für ihren Wunsch eine Jägerin zu sein von ihren Clansmitgliedern belächelt worden. Wie viele spitze Kommentare und Schmähungen hatte sie sich von ihnen gefallen lassen müssen.
Zum Teil hatten sie es sogar geschafft sie derart zu verunsichern, dass sie schon anfing an sich selbst zu zweifeln.
Doch damit war nun Schluss!
Nach der Rückkehr zu ihrem Heimatplaneten würden sie die männlichen Yautja endlich nicht mehr nur als dümmliches Heimchen am Herd oder als bloßes Lustobjekt betrachten; sondern als ihnen ebenbürtig!
Das Adrenalin jagte noch durch ihre Venen als sie sich anmutig in die große Blutlache zwischen den toten Erdlingen niederließ und präzise die Weichteile aus dem menschlichen Schädel entfernte.
Mit einem zischenden Geräusch nahm sie ihre Maske ab. Ihre Sicht beschränkte sich nun auf unterschiedliche Rottöne.
Dann schnappte sie sich den Schlauch aus dem Beutel an ihrer Hüfte und schlürfte mit dem durchsichtigen Röhrchen genüsslich das Blut von ihrer Errungenschaft ab.
Der süßlich, metallische Geschmack breitete sich aromatisch in ihrem Mund aus.
Sie konnte sich nicht erinnern jemals etwas derart Köstliches probiert zu haben.
Liebevoll polierte sie den blanken Knochen dann noch und betrachtete ihre Trophäe stolz von allen Seiten. Sie war so wunderschön. Könnte ihr Vater sie jetzt nur so sehen.
Er wäre bestimmt unglaublich stolz auf sie.

„Herzlichen Glückwunsch“ rief Pyriat ausgelassen und schlenderte, an den umgeworfenen Tischen und Stühlen vorbei, auf sie zu. Seinen Speer hatte er sich lässig über die Schultern gelegt und nickte anerkennend, als er die Vielzahl an Leichen bemerkte zwischen denen sie saß.
„Fantastisch! Ich bin sehr beeindruckt von Deiner Leistung Yataly. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Wie ich sehe hast Du fast so viele Ooman massakriert wie ich und es scheint Dir auch sehr viel Freude bereitet zu haben. Du hast es wahrlich verdient Dich als Jägerin zu bezeichnen.“
Yataly lächelte ihn überglücklich an und ihre großen, bernsteinfarbenen Augen begannen zu leuchten.
Was für ein alter Schmeichler er doch ist...
Ein schöneres Kompliment hätte er ihr gar nicht machen können.

„Bist Du verletzt?“ fragte Pyriat besorgt und strich sanft mit den Fingern über ihren Oberarm.
„Nur ein Streifschuss. Halb so wild“ entgegnete sie tapfer und setzte ihre Maske wieder auf. Sie freute sich sehr über seine Fürsorge und stellte zu ihrer großen Erleichterung fest dass er unverletzt war.
Schwungvoll nahm er seinen Combistick von den Schultern und fuhr ihn mit einem metallenen Klicken wieder ein.
„Folge mir Yataly. Ich habe gerade etwas sehr Interessantes gefunden das Du Dir unbedingt ansehen solltest.“

Er führte sie in einen runden Raum mit vielen Bildschirmen. Alle waren schwarz, bis auf einen. Dieser stand auf einem kleinen Tisch. Yatalys Kehle schnürte sich zu. Auf dem Monitor war ein Bild ihres Vaters zu sehen! Er sah fürchterlich aus und war auf einen Tisch geschnallt, betäubt oder ohnmächtig. Tot schien er nicht zu sein, sonst hätten sie sich die Mühe sparen können ihn festzubinden.
Was haben diese Dreckschweine nur mit ihm angestellt?
Ergriffen berührte sie das Porträt auf dem menschlichen Computer. Ihren Vater so zu sehen erschütterte sie bis ins Mark. Bisher hatte sie die Ooman lediglich als reizvolle Beute betrachtet, doch das hatte sich nun geändert...
„Ich habe bereits jeden Raum überprüft. Es muss ein anderes Forschungszentrum sein in dem Dein Vater gefangen gehalten wird. Hier gibt es nur ein Labor und das sieht anders aus als das auf dem Bild. Kannst Du das lesen?“ fragte Pyriat und hielt prüfend seinen Armcomputer an die Maschine.
Niedergeschlagen schüttelte Yataly den Kopf.

„Ich kann es nicht lesen und unsere Wristcomputer übersetzen nur Sprache, keine Schrift. Immerhin weiß ich nun dass er lebt und dass er sich in einem Forschungslabor befindet. Auch wenn es nicht viel ist, sind es dennoch wertvolle Informationen. Allerdings habe ich keine Ahnung wo wir mit der Suche beginnen sollen“ seufzte sie traurig. Ihr Blick war weiterhin auf das Porträt ihres gefesselten Vaters gerichtet. Wo wurde er nur festgehalten? Er könnte überall auf diesem riesigen Planeten sein. Sie wusste ja noch nicht einmal wo sein Raumschiff gefunden worden war...

„Übrigens, hast Du bei Deinem Rundgang irgendwo Eyous Leiche liegen sehen? Der Kerl hier hat behauptet sie wollten ihn zum Untersuchen mitnehmen“ wechselte sie beiläufig das Thema und streichelte liebevoll über ihre Trophäe. Zwar maß sie den Worten dieses Erdlings kaum Bedeutung bei, da sie ja vorhin sämtliche Fahrzeuge zerstört hatte, aber sie fand dass sie es Pyriat zumindest erzählen sollte.

„Das sagst Du mir erst jetzt?! Ich war, wie schon erwähnt, in jedem Raum dieses Zentrums, aber ich habe ihn nirgendwo gesehen. Wahrscheinlich war er ihnen zu schwer und sie konnten ihn nicht transportieren. Sicher liegt er noch draußen. Wir sollten ihn uns schnappen und zügig von hier verschwinden.“
Ziemlich verärgert über ihre Sorglosigkeit aktivierte er seinen Wristcomputer und tippte einen Code ein. Da sein Vorhaben eindeutig war befestigte Yataly hastig ihre Trophäe seitlich an ihrem Gürtel.
Pyriat schnallte seinen Armcomputer ab und schmiss ihn dann in die Mitte des Raumes auf den Boden.
Während der Countdown lief rannten die beiden Jungblute so schnell sie konnten aus der Haupttür der Forschungseinrichtung. Als die verbleibenden zwei Ooman auf dem Dach sie bemerkten begannen sie sofort zu feuern.
Entsetzt mussten sie feststellen, dass Eyous Leiche doch verschwunden war und der Propeller des Helikopters begonnen hatte sich zu drehen. Dann hob er ab.

„Verfluchte Scheiße! Wie haben sie Eyou da bloß hochbekommen?! Sie wollen ihn tatsächlich mitnehmen! Das müssen wir um jeden Preis verhindern!“ schrie Pyriat panisch, fuhr blitzschnell seinen Combistick aus und warf ihn nach dem Flugobjekt während er versuchte dem Kugelhagel auszuweichen. Klirrend streifte der Speer das Metall und flog dann darüber hinweg.
Der Hubschrauber schwebte jetzt bereits einige Meter über dem Gebäude.
„Wir können nicht sicher sein, dass die Explosion ihn noch erwischt. Wir müssen ihn sofort zerstören!“ schrie Pyriat. „Tu irgendwas Yataly!“

Hektisch riss sie ihre Smartdisc aus der Halterung an ihrem Bein und aktivierte sie. Die scharfe, tellerförmige Scheibe sauste zu den beiden Ooman hinauf, köpfte einen von ihnen und flog dann durch den Rumpf des Helikopters. Doch dieser gewann trotzdem weiter an Höhe. Die Wurfscheibe kam zu Yataly zurück und sie warf sie erneut. Diesmal zielte sie auf den Propeller und schaffte es ihn abzutrennen.
Während Yataly ihre Smartdisc wieder in der Halterung befestigte, stürzte der Hubschrauber mit einem dumpfen Knall zurück aufs Dach und ging in Flammen auf.

In diesem Augenblick detonierte auch die Neutronenbombe. Durch die gewaltige Sprengkraft wurde die Forschungseinrichtung atomisiert und Yataly und Pyriat von der Druckwelle in den Wald geschleudert.
Als Yataly wieder zur Besinnung kam spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrem Bein. Noch etwas benommen tastete sie es vorsichtig ab und bemerkte, dass es in einem unnatürlichen Winkel verdreht war. Zusätzlich hatte sie sich zahlreiche Schürfwunden und Prellungen zugezogen. Ihr Kopf dröhnte gewaltig und sie nahm die Geräusche um sich herum nur noch gedämpft wahr.

Behutsam richtete sie sich in eine sitzende Position auf und blickte hinüber zu dem Krater, der sich nun dort befand wo vor wenigen Minuten noch das Forschungszentrum stand. Einige Bäume um sie herum brannten und die Luft stank bestialisch nach Schwefel.
Wie in Trance sah sie sich nach Pyriat um und entdeckte ihn ein paar Meter von ihr entfernt mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegend. Er bewegte sich nicht.
Schweren Herzens betätige Yataly ihren Wristcomputer und sendete das Evakuierungssignal ab. In diesem Zustand konnte sie sich unmöglich auf die Suche nach ihrem Vater begeben.

Den Schmerz ignorierend, den ihr gebrochenes Bein verursachte, kroch sie langsam zu Pyriat hinüber. Mit letzter Kraft schaffte sie es ihn umzudrehen. Er schien ohnmächtig zu sein, aber er atmete noch. Wahrscheinlich hatte er sich den Kopf angeschlagen und aus seinem Bauch ragte ein abgebrochener Ast.
Es hatte ihn viel schlimmer erwischt als sie! Das ließ sie ihre eigenen Verletzungen völlig vergessen. Instinktiv öffnete sie in ihr MedKit und entnahm eine Klammer. Dann legte sie ihre zitternde Hand um den Aststummel und zog ihn heraus. Pyriat blutete stark. Hoffentlich hatte der Ast keine lebenswichtigen Organe verletzt. Mit der Klammer heftete sie die Wunde so eng sie konnte zusammen. Dann zog sie eine Spritze mit Regenerationsflüssigkeit auf und rammte sie Pyriat in den Bauch; direkt neben die Wunde. Das Serum ließ die Blutung geringer werden, bis sie nach ein paar Sekunden komplett stoppte. Vollkommen entkräftet ließ sie sich neben ihn auf den Boden sinken und starrte emotionslos in den Himmel hinauf. Ihre Gliedmaßen fühlten sich taub an und ihr Kopf war komplett leer. Sie war aktuell nicht dazu in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Eine gefühlte Ewigkeit später traf endlich das Shuttle ein um sie abzuholen. Mit einem leisen Zischen landete es neben dem Krater. Die Rampe wurde heruntergefahren und Vuchath und Nayaun sprangen mit einer Trage heraus.

„Wo ist Eyou?“ fragte Nayaun in beiläufigem Tonfall während er Pyriats Verletzungen begutachtete. Es war schließlich keine Seltenheit dass eine Chiva so katastrophal endete.
„Er ist tot“ presste Yataly mühsam hervor. Der Schmerz raubte ihr beinah den Verstand und sie fühlte sich auch sonst ziemlich elend.
„Und unsere Technologie? Sie ist den Ooman doch hoffentlich nicht in die Hände gefallen, oder?“
„Nein“ antwortete Yataly knapp. „Wir haben sie zusammen mit Eyous Leiche zerstört, bevor sie Ihrer habhaft werden konnten.“
Nayaun nickte zufrieden und hievte gemeinsam mit Vuchath den besinnungslosen Pyriat auf die Tragevorrichtung. Eilig brachten sie ihn auf das kleine Schiff und kamen dann mit einer weiteren Trage zurück um Yataly zu holen.
Sie mussten diesen Planeten so schnell wie möglich verlassen. Es würde nicht lange dauern, bis weitere Erdenbewohner kommen würden um nachzuforschen was hier passiert war.

„Herzlichen Glückwunsch zur ersten Trophäe“ gratulierte Vuchath der jungen Yautja feierlich als sich das Shuttle wieder im Orbit der Erde befand und auf das gigantische Raumschiff zusteuerte.
Er verpasste ihr eine Dosis Regenerationsmittel, legte ihr anerkennend eine Hand auf die Schulter und verließ dann gemeinsam mit Nayaun den Raum um die Krankenstation auf dem Kontrollschiff über den miserablen Gesundheitszustand der beiden Jungblute zu informieren.

Unglücklich und leidend lag Yataly auf ihrer Trage. Ihre Freude darüber nun endlich als Jägerin akzeptiert zu werden wurde von dem Umstand überschattet, dass es ihr nicht möglich war ihren Vater zu finden.
Dazu kam noch die Sorge um Pyriat, der nach wie vor ohnmächtig neben ihr lag. Sie quälte sich damit dass es ihrer Unbesonnenheit zu verdanken war, dass es ihm jetzt so schlecht ging. Als das Schmerzmittel zu wirken begann setzte sie sich auf und löste ihre Maske vom Gesicht. Dann nahm sie auch Pyriats ab. Seine Augen waren geschlossen und seine Atmung gleichmäßig.
An seinem lädierten Körper haftete sehr viel getrocknetes, grünes Blut.
Von Schuldgefühlen gepeinigt schmiegte sich sacht an ihn und legte vorsichtig ihren Kopf auf seine Brust. Leise konnte sie seinen Herzschlag hören.
„Bitte stirb nicht“ flüsterte sie mit erstickter Stimme und eine Träne rann ihre Wange hinunter.
„Ich liebe Dich doch.“
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